{"id":211461,"date":"2026-07-16T16:58:20","date_gmt":"2026-07-16T16:58:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/211461\/"},"modified":"2026-07-16T16:58:20","modified_gmt":"2026-07-16T16:58:20","slug":"kunststoff-in-den-blutgefaessen-mikroplastik-koennte-risiko-fuer-herzinfarkte-erhoehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/211461\/","title":{"rendered":"Kunststoff in den Blutgef\u00e4\u00dfen: Mikroplastik k\u00f6nnte Risiko f\u00fcr Herzinfarkte erh\u00f6hen"},"content":{"rendered":"<p>Kunststoff in den Blutgef\u00e4\u00dfenMikroplastik k\u00f6nnte Risiko f\u00fcr Herzinfarkte erh\u00f6hen<\/p>\n<p>16.07.2026, 16:03 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(06:12 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/herz-schmerz-kardiologie.webp\" alt=\"herz-schmerz-kardiologie\"\/>Die Studie n\u00e4hrt den Verdacht, dass Kunststoffpartikel gemeinsam mit Tabakrauch und Feinstaub das Herz-Kreislauf-System belasten k\u00f6nnten. (Foto: picture alliance \/ Shotshop)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Die Belastung durch Mikro- und Nanoplastik k\u00f6nnte eine bisher verkannte Bedrohung f\u00fcr die Herzgesundheit sein: In einer neuen Studie werden bei den meisten Infarkt-Betroffenen Kunststoffr\u00fcckst\u00e4nde nachgewiesen. Eine bestimmte Personengruppe scheint demnach besonders anf\u00e4llig zu sein.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Winzige Kunststoffteilchen gelangen offenbar bis in die Blutgef\u00e4\u00dfe, die das Herz versorgen. In einer neuen italienischen Studie fanden Forschende Mikro- und Nanoplastik besonders h\u00e4ufig und in h\u00f6herer Konzentration im Blut von Menschen mit einem schweren Herzinfarkt. Die Untersuchung beweist zwar nicht, dass die Partikel den Infarkt ausgel\u00f6st haben. Sie liefert jedoch neue Hinweise darauf, dass Plastikverschmutzung auch f\u00fcr das Herz-Kreislauf-System relevant sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Studie ist im <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/academic.oup.com\/eurheartj\/advance-article-abstract\/doi\/10.1093\/eurheartj\/ehag447\/8725569?redirectedFrom=fulltext&amp;login=false\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Fachjournal &#171;European Heart Journal&#187;<\/a> erschienen. Untersucht wurden 61 Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf eine Erkrankung der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe. 19 von ihnen hatten zuvor einen akuten Herzinfarkt, 20 litten an einer chronischen koronaren Herzkrankheit, bei 22 fanden die \u00c4rzte keine Verengungen der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe. Im Blut suchten sie mithilfe verschiedener Analysemethoden nach verschiedenen Kunststoffen. Au\u00dferdem erfassten sie, ob die Teilnehmenden rauchten und wie hoch die Feinstaubbelastung an ihrem Wohnort am Untersuchungstag sowie in den vorausgegangenen zwei Jahren gewesen war.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Ergebnis: Bei rund 84 Prozent der Herzinfarktpatienten wurden Mikro- oder Nanoplastikbestandteile nachgewiesen. Unter den Menschen mit chronischer Herzkrankheit waren es 40 Prozent, in der Vergleichsgruppe mit unauff\u00e4lligen Herzkranzgef\u00e4\u00dfen knapp 32 Prozent. Auch die gemessene Kunststoffkonzentration und die Zahl unterschiedlicher Kunststoffarten waren in der Infarktgruppe am h\u00f6chsten. Besonders h\u00e4ufig stie\u00df das Team auf Polyethylen, das unter anderem f\u00fcr Lebensmittelverpackungen verwendet wird.<\/p>\n<p>Hochrisikogruppe: Raucher<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#171;Mikro- und Nanoplastik findet sich praktisch \u00fcberall in der Umwelt &#8211; in der Luft, im Wasser und in vielen Lebensmitteln&#187;, erkl\u00e4rt Studienautor Pasquale Paolisso laut <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.escardio.org\/news\/press\/press-releases\/patients-who-suffer-heart-attack-have-more-micro-and-nanoplastic-in-their-blood\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Mitteilung<\/a>. Bislang sei jedoch kaum untersucht worden, ob solche Teilchen auch im Blut der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe vorkommen. Genau dort waren jedoch ihre Konzentrationen in der Studie h\u00f6her als in entnommenem Blut aus dem \u00fcbrigen K\u00f6rper.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Gleichzeitig wiesen die Herzinfarktpatienten h\u00f6here Werte der Entz\u00fcndungsbotenstoffe Interleukin-6 und Tumornekrosefaktor alpha auf. Laut dem Forschungsteam um Paolisso ist es somit wahrscheinlich, dass Mikroplastik die Blutgef\u00e4\u00dfe sch\u00e4digt und das Risiko f\u00fcr Herzkrankheiten erh\u00f6ht. &#171;Dies st\u00fctzt einen m\u00f6glichen Zusammenhang zwischen der Mikroplastikbelastung und einem lokal pro-entz\u00fcndlichen Milieu bei Patienten mit obstruktiver koronarer Herzkrankheit&#187;, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Besonders auff\u00e4llig war dabei der Zusammenhang mit dem Rauchen. Menschen, die rauchten, hatten in der statistischen Analyse eine knapp sechsfach h\u00f6here Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Plastiknachweis. Auch eine langfristig erh\u00f6hte Belastung mit Feinstaub ging h\u00e4ufiger mit Kunststoff im Blut einher. Bei allen Teilnehmenden, die rauchten und zugleich st\u00e4rkerem Feinstaub ausgesetzt waren, fanden die Forschenden Kunststoffbestandteile. Bei Menschen ohne diese Belastungen waren es nur 12,5 Prozent. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Autorinnen und Autoren vermuten, dass Tabakrauch und Luftverschmutzung die Schutzbarriere der Atemwege schw\u00e4chen k\u00f6nnten. Eingeatmete Plastikteilchen w\u00fcrden dann m\u00f6glicherweise leichter aus der Lunge ins Blut gelangen. &#171;Die Ergebnisse beweisen nicht, dass Mikroplastik Herzinfarkte verursacht&#187;, betont Studienleiter Emanuele Barbato. Sie zeigten aber eine deutliche Verbindung zwischen Umweltbelastungen, Kunststoff im Blut und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.<\/p>\n<p>Unsicherheiten bleiben<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr eindeutige Schl\u00fcsse ist die Untersuchung zu klein. F\u00fcr den Toxikologen Ian Shaw von der University of Canterbury, der nicht an der Studie beteiligt war, w\u00e4re ebenso denkbar, dass ein nicht erfasster Faktor sowohl mit h\u00f6heren Kunststoffwerten als auch mit Herzinfarkten zusammenh\u00e4nge. Zudem l\u00e4sst die Momentaufnahme offen, ob die Belastung schon lange vor dem Infarkt bestand oder sich durch die akute Erkrankung und ihre k\u00f6rperlichen Folgen ver\u00e4ndert hatte.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Andere Fachleute weisen darauf hin, dass bislang international einheitliche Standards f\u00fcr Probenentnahme, Messung und Auswertung fehlen. Die Autoren trafen zwar Vorkehrungen gegen eine Verunreinigung der Proben, die grunds\u00e4tzlichen methodischen Unsicherheiten bleiben jedoch bestehen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Andreas Daiber, Professor f\u00fcr Molekulare Kardiologie an der Universit\u00e4tsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz (JGU), der ebenfalls nicht an der Studie mitgearbeitet hat, teilt dagegen die Schlussfolgerungen der italienischen Wissenschaftler: &#171;Obwohl erhebliche Unsicherheiten bleiben, deutet das Zusammenspiel epidemiologischer, klinischer und mechanistischer Belege darauf hin, dass die Mikroplastikbelastung einen bislang untersch\u00e4tzten Risikofaktor f\u00fcr Herz-Kreislauf-Krankheiten darstellen k\u00f6nnte&#187;, sagt er.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Ergebnisse verst\u00e4rken somit den Verdacht, dass Mikro- und Nanoplastik Teil eines gr\u00f6\u00dferen Problems von Umweltbelastungen sein k\u00f6nnten, zu dem auch Feinstaub und Tabakrauch geh\u00f6ren. Ob die Partikel tats\u00e4chlich das Erkrankungsrisiko erh\u00f6hen, m\u00fcssen nun gr\u00f6\u00dfere Langzeitstudien mit vereinheitlichten Messverfahren kl\u00e4ren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, hny<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kunststoff in den Blutgef\u00e4\u00dfenMikroplastik k\u00f6nnte Risiko f\u00fcr Herzinfarkte erh\u00f6hen 16.07.2026, 16:03 Uhr Artikel anh\u00f6ren(06:12 min) Die Studie n\u00e4hrt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":211462,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[454,46,67,66,456,4283,34375,46278,3167,45,956,44],"class_list":["post-211461","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-bildung","tag-ch","tag-gesundheit","tag-health","tag-herzinfarkt","tag-luftverschmutzung","tag-mikroplastik","tag-plastikmuell","tag-rauchen","tag-schweiz","tag-studien","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116930714082509795","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211461","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=211461"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/211461\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/211462"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=211461"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=211461"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=211461"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}