{"id":21199,"date":"2026-02-26T09:49:08","date_gmt":"2026-02-26T09:49:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/21199\/"},"modified":"2026-02-26T09:49:08","modified_gmt":"2026-02-26T09:49:08","slug":"verhandlungen-ueber-das-iranische-atomprogramm-eine-letzte-chance-in-genf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/21199\/","title":{"rendered":"Verhandlungen \u00fcber das iranische Atomprogramm: Eine letzte Chance in Genf"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/700180120_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Verhandlungen \u00fcber das iranische Atomprogramm in Genf.\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                Wird die dritte Verhandlungsrunde von 2026 zwischen Iran und den USA die letzte sein?            <\/p>\n<p>            Keystone \/ Martial Trezzini        <\/p>\n<p>        Eine Woche nach ihrem ersten Treffen am Genfersee kehren der Iran und die USA f\u00fcr weitere indirekte Verhandlungen nach Genf zur\u00fcck. Sie d\u00fcrften sich als schwierig erweisen.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        26. Februar 2026 &#8211; 10:00\n<\/p>\n<p>Die USA haben im Nahen Osten beispiellose Luft- und Seestreitkr\u00e4fte aufgeboten \u2013 zum ersten Mal seit der Invasion des Irak 2003. Gleichzeitig treffen sich Teheran und Washington am Donnerstag in Genf zu einer dritten Runde indirekter Gespr\u00e4che unter omanischer Vermittlung. Das Ziel: eine diplomatische L\u00f6sung f\u00fcr den Streit um das iranische Atomprogramm zu finden.<\/p>\n<p>\u00abEs handelt sich wahrscheinlich um eine letzte Chance\u00bb, sagt David Rigoulet-Roze, Forscher am franz\u00f6sischen \u00abInstitut\u00a0fran\u00e7ais d\u2019analyse\u00a0strat\u00e9gique\u00bb (IFAS) und Iran-Experte.<\/p>\n<p>Nach den Verhandlungen der vergangenen Woche, die unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit in der Residenz des omanischen Botschafters in Cologny stattfanden, erkl\u00e4rte der iranische Aussenminister, man habe sich auf \u00abLeitprinzipien\u00bb f\u00fcr ein Abkommen geeinigt.<\/p>\n<p>Im Interview mit dem amerikanischen Sender CBS f\u00fcgte Abbas Araghchi hinzu, er glaube, dass es \u00abgute Chancen f\u00fcr eine diplomatische L\u00f6sung nach dem Win-Win-Modell\u00bb gebe, und erkl\u00e4rte, er arbeite vor seiner R\u00fcckkehr in die Schweiz \u00aban den Elementen eines Abkommens und an einer ersten Fassung des Textes\u00bb.<\/p>\n<p>Vor kurzem fanden in Genf auch Gespr\u00e4che zwischen Kiew, Moskau und Washington statt. Ein \u00dcberblick \u00fcber die Herausforderungen:<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1772099347_690_688149065_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Ein Polizeiauto vor der Mission der Vereinigten Staaten bei den Vereinten Nationen in Genf\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Internationales Genf\n        <\/p>\n<p>        Was von den Verhandlungen Russland-Ukraine-USA in Genf zu erwarten ist    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        17. Feb. 2026                    <\/p>\n<p>                Am Dienstag und Mittwoch werden russische, ukrainische und US-Vertreter in Genf erwartet, um \u00fcber einen Frieden in der Ukraine zu verhandeln            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/internationales-genf\/was-von-den-verhandlungen-russland-ukraine-usa-in-genf-zu-erwarten-ist\/90954649\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Was von den Verhandlungen Russland-Ukraine-USA in Genf zu erwarten ist<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Hinter diesen ermutigenden Botschaften verbirgt sich jedoch eine Reihe von Forderungen der USA und des Iran, die viele Fachleute f\u00fcr unvereinbar halten.<\/p>\n<p>Ist ein Kompromiss m\u00f6glich?<\/p>\n<p>Die US-Delegation unter der Leitung des Immobilienmagnaten und Gesandten von Donald Trump, Steve Witkoff, sowie des Schwiegersohns des Pr\u00e4sidenten, Jared Kusher, fordert, dass der Iran seine Atom- und Raketenprogramme einstellt. Die Weigerung Teherans, \u00fcber diese Langstreckenraketen zu verhandeln, welche die USA als Bedrohung ansehen, sei \u00abein grosses Problem\u00bb, erkl\u00e4rte US-Aussenminister Marco Rubio am Mittwoch.<\/p>\n<p>Der Iran lehnt auch die Aufgabe seines Atomprogramms ab, das er nach eigenen Angaben f\u00fcr zivile Zwecke entwickelt, und fordert die Aufhebung der seit 2018 versch\u00e4rften US-Sanktionen, die seine Wirtschaft ersticken.<\/p>\n<p>Ist es trotz der offensichtlichen Meinungsverschiedenheiten m\u00f6glich, hinter den Kulissen einen Kompromiss auszuhandeln? \u00abDas ist sehr unwahrscheinlich\u00bb, antwortet Rigoulet-Roze. \u00abBeide Seiten tun so, als sei eine Einigung noch m\u00f6glich, aber das ist zum Teil diplomatisches Theater, um das zu verschleiern, was wahrscheinlich ein Scheitern sein wird.\u00bb<\/p>\n<p>Dem Experten zufolge kann es sich das iranische Regime, das nach der blutigen Niederschlagung einer breiten Protestbewegung im vergangenen Monat geschw\u00e4cht ist, nicht leisten, seine Nuklear- und Raketenprogramme aufzugeben. Der Verzicht auf Letzteres, das als Abschreckungsmittel gilt, w\u00e4re f\u00fcr Teheran politischer Selbstmord, f\u00fcgt er hinzu.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite weigert sich Donald Trump, Zugest\u00e4ndnisse bei seinen maximalistischen Forderungen zu machen, da er ein \u00abbesseres Abkommen\u00bb als das unter der Regierung von Barack Obama, das er w\u00e4hrend seiner ersten Amtszeit 2018 gek\u00fcndigt hat, erreichen will.<\/p>\n<p>Der US-Pr\u00e4sident ist der Ansicht, dass dieses vorherige Abkommen, bekannt unter dem Akronym JCPOA, zu \u00abschwach\u00bb und f\u00fcr Teheran zu vorteilhaft war. Der Joint Comprehensive Plan of Action, der 2015 zwischen dem Iran und den f\u00fcnf Mitgliedern des Sicherheitsrats sowie Deutschland und der EU unterzeichnet wurde, war das Ergebnis von mehr als einem Jahrzehnt diplomatischer Bem\u00fchungen.<\/p>\n<p>Nachdem Genfs Bedeutung in den letzten Jahren abnahm, hat es seinen Platz auf der internationalen B\u00fchne wiedergefunden:<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/openfornegotiations_UN_rz.jpg\" width=\"1500\" height=\"1026\" alt=\"Illustration zum Internationalen Genf\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Internationales Genf\n        <\/p>\n<p>        Ist Genf immer noch die Hauptstadt des Friedens?    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        13. Mai 2024                    <\/p>\n<p>                Die multilaterale Diplomatie und die Schweizer Neutralit\u00e4t geraten unter Druck. Das gef\u00e4hrdet den Ruf von Genf als Ort des Friedens.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/internationales-genf\/ist-genf-immer-noch-die-hauptstadt-des-friedens\/77145888\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Ist Genf immer noch die Hauptstadt des Friedens?<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Indem er in den letzten Wochen mehr als 300 Flugzeuge und zwei Flugzeugtr\u00e4ger in die Region des Persischen Golfs entsandt hat, \u00abhat sich Donald Trump gewissermassen selbst in die Falle gelockt, denn jetzt kann er nicht mehr wirklich zur\u00fcck\u00bb, sagt Rigoulet-Roze.<\/p>\n<p>Steht ein US-Angriff bevor?<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall eines Scheiterns der Verhandlungen hat Trump angedeutet, dass er \u00abgezielte Schl\u00e4ge\u00bb gegen den Iran durchf\u00fchren k\u00f6nnte. Mehrere hochrangige iranische Vertreter haben darauf geantwortet, dass jeder Angriff eine \u00abheftige\u00bb Reaktion ihrerseits hervorrufen w\u00fcrde, die sich \u00abnicht auf ein einziges Land beschr\u00e4nken\u00bb w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Geschw\u00e4cht durch die israelischen und amerikanischen Bombardierungen seiner Nuklearstandorte im Juni dieses Jahres und die Schw\u00e4chung seiner regionalen Verb\u00fcndeten, darunter die libanesische Hisbollah und die Houthis im Jemen, ist der Iran nicht in der Lage, sich gegen die weltweit f\u00fchrende Milit\u00e4rmacht zu behaupten. Dennoch weigert sich Teheran, dem amerikanischen Druck nachzugeben.<\/p>\n<p>\u00abDas iranische Regime k\u00e4mpft um sein \u00dcberleben und scheint das riskante Spiel zu wagen, einen amerikanischen Schlag \u2013 selbst einen schweren \u2013 in Kauf zu nehmen. Es glaubt, dass es ihn verkraften kann, ohne zusammenzubrechen\u00bb, sagt Rigoulet-Roze.<\/p>\n<p>Diese Kalkulation basiere auf der Annahme, dass Trump keine Bodentruppen entsenden wird, und dass er sich nicht auf eine lange Kampagne von Luftangriffen einlassen werde, insbesondere angesichts der bevorstehenden Kongresswahlen im Herbst.<\/p>\n<p>Ist der Sturz der Mullahs wahrscheinlich?<\/p>\n<p>Auch wenn die Ziele eines US-Angriffs derzeit noch unklar sind, ist es unwahrscheinlich, dass Angriffe gegen die Verantwortlichen des iranischen Regimes \u2013 darunter der Oberste F\u00fchrer Ali Khamenei \u2013 ausreichen werden, um es zu st\u00fcrzen. Der Iran k\u00f6nnte seinerseits mit Angriffen auf US-Milit\u00e4rst\u00fctzpunkte in Katar, Bahrain, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten reagieren. Seine Langstreckenraketen k\u00f6nnten auch Israel erreichen.<\/p>\n<p>Aber wenn die Chancen f\u00fcr einen diplomatischen Durchbruch so gering sind, warum trifft man sich dann \u00fcberhaupt in Genf? \u00abUm Zeit zu gewinnen\u00bb, antwortet Rigoulet-Roze. Beide Seiten bereiten sich aktiv auf einen milit\u00e4rischen Ausgang vor, aber keine will die Verantwortung f\u00fcr das Scheitern der Verhandlungen \u00fcbernehmen, die dazu f\u00fchren w\u00fcrde.\u00bb Vor diesem Hintergrund k\u00f6nnte diese dritte Verhandlungsrunde seit Jahresbeginn die letzte sein.<\/p>\n<p>Editiert von Virginie Mangin, \u00dcbertragung aus dem Franz\u00f6sischen mit Hilfe von Deepl: Giannis Mavris<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/1771845489_706_newsletter_teaser_international_geneva.jpg\" width=\"880\" height=\"587\" alt=\"Newsletter Internationales Genf\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Internationales Genf\n        <\/p>\n<p>        Das Internationale Genf    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                Das Internationale Genf ist eine Welt f\u00fcr sich. 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