{"id":214833,"date":"2026-07-19T13:11:14","date_gmt":"2026-07-19T13:11:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/214833\/"},"modified":"2026-07-19T13:11:14","modified_gmt":"2026-07-19T13:11:14","slug":"pmos-statt-pcos-neuer-name-betont-das-kardiometabolische-risiko","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/214833\/","title":{"rendered":"PMOS statt PCOS: Neuer Name betont das kardiometabolische Risiko"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/pcos.webp\" alt=\"PCOS\" title=\"PCOS\"\/> <\/p>\n<p>PMOS soll den Stoffwechsel st\u00e4rker in den Mittelpunkt r\u00fccken<\/p>\n<p>Das bisher als <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/polyzystisches-ovarialsyndrom-pcos\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)<\/a> bezeichnete Krankheitsbild z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten endokrinen Erkrankungen bei Frauen im reproduktiven Alter. Sch\u00e4tzungen zufolge sind weltweit mehr als 170 Millionen Frauen betroffen. In Deutschland liegt die Pr\u00e4valenz bei bis zu 15\u00a0%. Dennoch bleibt die Erkrankung h\u00e4ufig unerkannt: Bis zu 70\u00a0% der F\u00e4lle werden nach Angaben der Fachgesellschaften nicht diagnostiziert.\u00a0<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die bisherige Bezeichnung den Fokus vor allem auf ovarielle Ver\u00e4nderungen legte, zeigen aktuelle Erkenntnisse, dass neben reproduktionsmedizinischen Aspekten insbesondere metabolische Ver\u00e4nderungen den Krankheitsverlauf pr\u00e4gen. Vor diesem Hintergrund wird das Syndrom k\u00fcnftig international als Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom (PMOS) bezeichnet. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE) erl\u00e4utern, weshalb die neue Nomenklatur das Verst\u00e4ndnis der Erkrankung erweitern und die fr\u00fchzeitige Diagnostik f\u00f6rdern soll.\u00a0<\/p>\n<p>Neuer Krankheitsname beschreibt die Pathophysiologie pr\u00e4ziser<\/p>\n<p>Nach Angaben der Fachgesellschaften spiegelt der neue Begriff die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen besser wider als die bisherige Bezeichnung. PMOS beschreibt eine Erkrankung, bei der hormonelle und metabolische St\u00f6rungen eng miteinander verkn\u00fcpft sind.<\/p>\n<p>Eine zentrale Rolle spielt die Insulinresistenz. Vermindert sich die Insulinempfindlichkeit der K\u00f6rperzellen, steigt die Insulinsekretion kompensatorisch an. Der resultierende Hyperinsulinismus stimuliert in den Ovarien die Produktion von Androgenen und tr\u00e4gt dadurch zu Ovulationsst\u00f6rungen sowie Zyklusunregelm\u00e4\u00dfigkeiten bei.\u00a0<\/p>\n<p>Gleichzeitig soll der neue Name ein Missverst\u00e4ndnis der bisherigen Nomenklatur korrigieren. Die bei der Ultraschalluntersuchung sichtbaren Ver\u00e4nderungen entsprechen nicht echten Ovarialzysten, sondern Follikeln. Die Bezeichnung PCOS habe daher den Eindruck vermittelt, Zysten seien das zentrale Merkmal der Erkrankung, obwohl diese nicht den Kern der Pathophysiologie darstellen.\u00a0<\/p>\n<p>Diabetes und Zyklusst\u00f6rungen beeinflussen sich gegenseitig<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Professorin Dr. med. Susanne Reger-Tan sind Stoffwechsel und weiblicher Zyklus eng miteinander verbunden. <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/diabetes-mellitus\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diabetes<\/a>, Gewicht bzw. <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/adipositas\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Adipositas<\/a> sowie Insulinresistenz k\u00f6nnten den Menstruationszyklus beeinflussen. Umgekehrt m\u00fcsse die Diabetologie hormonelle Rhythmen k\u00fcnftig st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Die Expertin betont, PMOS sei nicht ausschlie\u00dflich ein reproduktionsmedizinisches oder gyn\u00e4kologisches Krankheitsbild, sondern stelle zugleich ein oft \u00fcbersehenes kardiometabolisches Risiko dar.\u00a0<\/p>\n<p>Fachgesellschaften unterst\u00fctzen die Umbenennung<\/p>\n<p>Mehrere wissenschaftliche Fachgesellschaften, darunter DGE, DDG, Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG), Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Gyn\u00e4kologie und Geburtshilfe (DGGG) sowie die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr p\u00e4diatrische und adoleszente Endokrinologie und Diabetologie (DGPAED), haben den Namenswechsel in einer gemeinsamen Stellungnahme begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Nach Auffassung der Fachgesellschaften verdeutlicht die neue Bezeichnung, dass PMOS \u00fcber Zyklusst\u00f6rungen und Fertilit\u00e4tsprobleme hinaus mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/diabetes-typ-2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Typ-2-Diabetes<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/kardiologie\/herzkrankheiten\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen<\/a> verbunden ist. Zudem k\u00f6nnte die neue Nomenklatur dazu beitragen, bislang nicht diagnostizierte Patientinnen fr\u00fcher zu identifizieren.\u00a0<\/p>\n<p>Interdisziplin\u00e4re Versorgung soll fr\u00fcher ansetzen<\/p>\n<p>Die neue <a href=\"https:\/\/register.awmf.org\/assets\/guidelines\/089-004p1_S2k_Diagnostik-Therapie-Polyendokrinen-Metabolischen-Ovarialsyndrom-PMOS-PCOS_2026-06.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Patientinnenleitlinie <\/a>\u00fcbernimmt die Bezeichnung PMOS bereits. Daraus leiten die Fachgesellschaften Konsequenzen f\u00fcr die Versorgung ab: Das Krankheitsbild sollte nicht ausschlie\u00dflich gyn\u00e4kologisch betrachtet werden, sondern es sollte eine interdisziplin\u00e4re Betreuung durch <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/gynaekologie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gyn\u00e4kologie<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/endokrinologie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Endokrinologie <\/a>und <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/diabetologie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Diabetologie <\/a>erfolgen.<\/p>\n<p>Empfohlen wird, bei Frauen mit PMOS den Glukosestoffwechsel zu untersuchen. Umgekehrt sollte bei pr\u00e4menopausalen Frauen mit <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/diabetes-typ-1\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Typ-1-<\/a> oder Typ-2-Diabetes und klinischen Hinweisen wie Zyklusst\u00f6rungen, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/akne\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Akne<\/a>, Hirsutismus oder Haarausfall gezielt an PMOS gedacht werden. Gleichzeitig weisen die Fachgesellschaften darauf hin, dass andere Ursachen f\u00fcr Zyklusst\u00f6rungen differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden m\u00fcssen.\u00a0<\/p>\n<p>Neue Nomenklatur soll Diagnostik und Pr\u00e4vention verbessern<\/p>\n<p>Die Umbenennung von PCOS in PMOS verfolgt das Ziel, die metabolischen Aspekte der Erkrankung st\u00e4rker in den klinischen Fokus zu r\u00fccken. Insbesondere die enge Verbindung zwischen Insulinresistenz, Diabetes und reproduktiven St\u00f6rungen soll dadurch im klinischen Alltag fr\u00fcher ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p>Ob die neue Terminologie tats\u00e4chlich zu einer verbesserten Diagnosestellung und einer konsequenteren interdisziplin\u00e4ren Versorgung beitr\u00e4gt, wird sich erst im Versorgungsalltag zeigen. Sie k\u00f6nnte jedoch dazu beitragen, das Bewusstsein f\u00fcr die kardiometabolischen Risiken der Erkrankung zu sch\u00e4rfen und Patientinnen fr\u00fcher einer geeigneten Diagnostik sowie Pr\u00e4vention diabetesassoziierter Folgeerkrankungen zuzuf\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"PMOS soll den Stoffwechsel st\u00e4rker in den Mittelpunkt r\u00fccken Das bisher als Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bezeichnete Krankheitsbild z\u00e4hlt&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":214834,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[46,67,66,9797,30257,30872,45,44,1607,46909],"class_list":["post-214833","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-ch","tag-gesundheit","tag-health","tag-insulinresistenz","tag-pcos","tag-pmos","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-typ-2-diabetes","tag-zyklusstoerungen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116946808031733969","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214833","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=214833"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214833\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/214834"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=214833"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=214833"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=214833"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}