{"id":214856,"date":"2026-07-19T13:38:18","date_gmt":"2026-07-19T13:38:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/214856\/"},"modified":"2026-07-19T13:38:18","modified_gmt":"2026-07-19T13:38:18","slug":"spanisches-gericht-was-in-eine-echte-paella-gehoert-und-was-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/214856\/","title":{"rendered":"Spanisches Gericht: Was in eine echte Paella geh\u00f6rt \u2013 und was nicht"},"content":{"rendered":"<p>Die Reispfanne mit Meeresfr\u00fcchten gilt hierzulande vielen als spanisches Nationalgericht schlechthin. Dar\u00fcber kann man sich in Valencia nur wundern. Eine Reise in die Heimat des beliebten Gerichts.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Wer am Abend in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/valencia-staedtereise\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/valencia-staedtereise\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Valencia<\/a>, der drittgr\u00f6\u00dften Stadt <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/spanien-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/spanien-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spaniens<\/a>, eine Paella mit Meeresfr\u00fcchten bestellt, macht in den Augen eines traditionsbewussten Valencianers gleich zwei Fehler auf einmal. Denn erstens geh\u00f6ren weder Meeresfr\u00fcchte noch Fisch in eine Paella. Und zweitens kommt die flache Henkelpfanne, die ebenfalls Paella hei\u00dft, hier traditionell nur mittags auf den Tisch, mit Vorliebe am Sonntag. Dann wird gemeinsam gegessen, mit Holzl\u00f6ffeln direkt aus der gro\u00dfen Pfanne.<\/p>\n<p>Eine Paella ist mehr als nur ein Essen, es ist ein soziales Ereignis, ein geselliger Akt, dem Grillen in <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/deutschland-reisen\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/deutschland-reisen\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschland<\/a> vergleichbar. Aber eine Paella am Abend? So etwas kann eigentlich nur ein Tourist machen. Denn sie liegt schwer im Magen und k\u00f6nnte die Nachtruhe beeintr\u00e4chtigen, zumal selten vor 21 Uhr gegessen wird. Nein, abends greift der Valencianer lieber zu Tapas, zum Beispiel in der \u201eBar X\u201c im Mercado de Col\u00f3n, einer Markthalle, die ohnehin bei jedem Valencia-Besuch auf dem Programm stehen sollte.<\/p>\n<p>Reis sorgt f\u00fcr kr\u00e4ftiges Gr\u00fcn<\/p>\n<p>Die Valencianer haben eine besonders innige Beziehung zur Paella. Denn Valencia ist die Heimat des beliebten Reisgerichts. Wobei die Anf\u00e4nge genau genommen ein paar Kilometer weiter s\u00fcdlich liegen, in der Albufera.<\/p>\n<p>Die Albufera ist ein Naturpark mit einem S\u00fc\u00dfwassersee, dessen Wasser die umliegenden Reisfelder speist. Es waren die Mauren, die den Reisanbau in Spanien eingef\u00fchrt haben. \u201eDer erste Ort war hier\u201c, sagt Mauro Ponsoda. Der 40-j\u00e4hrige Agrarwissenschaftler und Kurator des Reismuseums in Valencia kennt sich in der Albufera, in der die Reisfelder von Ende Mai bis in den August hinein f\u00fcr ein kr\u00e4ftiges Gr\u00fcn sorgen, bestens aus.<\/p>\n<p>Reis ist nicht gleich Reis, sagt Ponsoda. Es sind vor allem drei rundk\u00f6rnige Varianten aus der Albufera, mit denen eine Paella gelingt. Die teuerste Sorte ist der Bomba-Reis, der bis zu 1,20 Meter hoch wird und im September zuerst geerntet wird, wenn er denn dem Wind standgehalten hat.<\/p>\n<p>Kleiner und ertragreicher ist der Senia-Reis. Albufera-Reis schlie\u00dflich, der Dritte im Bunde, ist eine Kreuzung der ersten beiden Sorten. Das Wichtigste beim Reis: Er soll das Aroma der Zutaten aufnehmen, aber nicht kleben, ganz anders als Sushi-Reis.<\/p>\n<p>Einst ein Arme-Leute-Essen<\/p>\n<p>Inmitten der Reisfelder liegt El Palmar. Fast zwei Dutzend Restaurants s\u00e4umen die Stra\u00dfen des lang gezogenen Dorfes mit seinen 800 Einwohnern, darunter das \u201eBon Aire\u201c. Es liegt etwas abseits, am Rande der Reisfelder. Im \u201eBon Aire\u201c bekommt man die Paella in ihrer Urform, mit Kaninchen, H\u00fchnchen und auf Wunsch auch Schnecken, die man mithilfe eines Zahnstochers aus ihrem Geh\u00e4use holt.<\/p>\n<p>Es sind genau die Zutaten, die fr\u00fcher auch die Bauern zur Hand hatten \u2013 die Paella war ein Arme-Leute-Essen. Inzwischen hat das popul\u00e4re Reisgericht l\u00e4ngst auch Einzug in die Sternek\u00fcche gehalten. Das Restaurant \u201eLlisa Negra\u201c in Valencia ist eines von mehreren H\u00e4usern von Quique Dacosta, der als Tellerw\u00e4scher begann und sich heute als einer der wenigen K\u00f6che in Spanien \u00fcber drei <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/michelin\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/michelin\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Michelin-Sterne<\/a> freuen darf.<\/p>\n<p>In seiner K\u00fcche werden fast ausschlie\u00dflich Produkte aus einem Umkreis von 75 Kilometern verwendet. Das gilt auch f\u00fcr die meisten Zutaten in den Paellas. Die werden zubereitet auf offenem Feuer, ein Koch legt immer wieder Scheite aus Pinienholz nach \u2013 eine schwei\u00dftreibende Angelegenheit, die der Gast durch eine Glasscheibe verfolgen kann.<\/p>\n<p>Nach getaner Arbeit ist die Reisschicht in der Pfanne gerade mal einen Zentimeter hoch. Der Reis hat die ganze Fl\u00fcssigkeit aufgenommen, man muss ein wenig kratzen, um ihn vom Boden der Pfanne zu l\u00f6sen. Dieses \u201eSocarrat\u201c, also die knusprige und leicht karamellisierte Schicht am Boden, ist f\u00fcr viele Valencianer Ausweis einer richtig guten Paella.<\/p>\n<p>Insekten zum Welt-Paella-Tag<\/p>\n<p>Valencia zelebriert die Paella. Am 8. M\u00e4rz 1992 haben sie hier eine Paella f\u00fcr 100.000 Menschen bereitet und so den Eintrag ins <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/guinness-buch-der-rekorde\/\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/guinness-buch-der-rekorde\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Guinness-Buch der Rekorde<\/a> geschafft. Die Pfanne hatte einen Durchmesser von zwanzig Metern. Dagegen mutet die gr\u00f6\u00dfte Pfanne, die man am Stand vor der zentralen Markthalle von Valencia bekommt, geradezu winzig an. Sie misst 1,30 Meter, das reicht f\u00fcr 200 Esser, versichert der Verk\u00e4ufer.<\/p>\n<p>Die Markthalle selbst, ein im valencianischen Jugendstil errichteter Prachtbau, ist eine Art Mekka f\u00fcr jeden Paella-Koch. Hier kauft auch Miguel Angel P\u00e9rez seine Zutaten, wenn er privat eine Paella bereiten will. Beruflich k\u00fcmmert sich der stellvertretende Direktor von Visit Valencia unter anderem um den \u201eWorld Paella Day\u201c. <\/p>\n<p>Bei diesem Wettbewerb, dessen Finale allj\u00e4hrlich am 20. September in Valencia stattfindet, kommen die Teilnehmer von weit her, sogar aus S\u00fcdamerika oder Asien. Vorgegeben ist nur eines: Der Reis muss aus Valencia kommen. Ansonsten darf in die Pfanne, was die K\u00fcche des jeweiligen Landes hergibt, und seien es Insekten.<\/p>\n<p>Die erste Gewinnerin, Chabe Soler, setzte sich 2018 im Finale gegen einen Italiener durch. Heute betreibt die 46-J\u00e4hrige die \u201eVilla Indiano\u201c, ein Restaurant in einem alten Landsitz mit hohen, stuckverzierten Decken am Rande der Huerta, dem Garten- und Gem\u00fcseland rund um Valencia.<\/p>\n<p>Soler hat sich der traditionellen K\u00fcche verschrieben und kooperiert mit Bauern aus der Umgebung, die ihr je nach Saison von Auberginen bis Zwiebeln so ziemlich alles liefern, was sie f\u00fcr ihre reisbetonten Gerichte ben\u00f6tigt. Die quirlige Frau, ganz Kind der Huerta, hat sich sogar eine Reis\u00e4hre auf den Oberarm t\u00e4towieren lassen.<\/p>\n<p>Die \u201eVilla Indiano\u201c ist einer der Orte, an denen man bei einem Workshop lernen kann, wie eine echte valencianische Paella zubereitet wird. Die Kochm\u00fctze stellt das Haus.<\/p>\n<p>Tipps und Informationen:<\/p>\n<p>Anreise: Direktfl\u00fcge von zahlreichen deutschen Flugh\u00e4fen, unter anderem Berlin, Hamburg, D\u00fcsseldorf, K\u00f6ln, Frankfurt, Stuttgart, N\u00fcrnberg und M\u00fcnchen. Der Flughafen liegt im Vorort Manises rund zehn Kilometer westlich der Stadt. Die Fahrt mit der Metro ins Zentrum dauert etwa 20 Minuten.<\/p>\n<p>\nReisezeit: Im M\u00e4rz verabschieden die Valencianer mit den Fallas, dem Fest der Feste, lautstark den Winter. Im April lockt der Duft bl\u00fchender Orangenb\u00e4ume. Sehr beliebt sind auch die Monate Mai, September und Oktober. In den Monaten Juli und August kann es sehr hei\u00df werden, dann zieht es Einheimische wie Touristen an die Str\u00e4nde der Stadt. Von November bis Februar geht es bei mitunter durchaus angenehmen Temperaturen deutlich ruhiger zu.<\/p>\n<p>Rund um die Paella: alles zum \u201eWorld Paella Day\u201c unter worldpaelladay.org\/en; in der Markthalle des Mercado de Col\u00f3n bekommt man alle Zutaten f\u00fcr eine authentische Paella (mercadocolon.es). Infos zu Kochkursen oder thematischen Ausfl\u00fcgen nach Albufera finden sich unter visitvalencia.com, wo auch Unterk\u00fcnfte gelistet sind. <\/p>\n<p>Auskunft: <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.spain.info\/\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.spain.info\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">spain.info<\/a><\/p>\n<p>dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Reispfanne mit Meeresfr\u00fcchten gilt hierzulande vielen als spanisches Nationalgericht schlechthin. Dar\u00fcber kann man sich in Valencia nur&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":214857,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[9],"tags":[4869,46919,6286,42,40,4623,6281,103,12999,49,48,47],"class_list":["post-214856","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-essen","tag-koeche","tag-laenderportraets","tag-nachrichten","tag-schlagzeilen","tag-spanien","tag-stadtportraets-ks","tag-texttospeech","tag-valencia","tag-welt","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116946914416607116","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214856","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=214856"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214856\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/214857"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=214856"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=214856"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=214856"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}