{"id":214975,"date":"2026-07-19T15:50:33","date_gmt":"2026-07-19T15:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/214975\/"},"modified":"2026-07-19T15:50:33","modified_gmt":"2026-07-19T15:50:33","slug":"78-hektaren-landwirtschaftsbetrieb-kommt-in-bauernhand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/214975\/","title":{"rendered":"78 Hektaren Landwirtschaftsbetrieb kommt in Bauernhand"},"content":{"rendered":"<p>Grosser Landwirtschaftsbetrieb auf dem Gemeindegebiet Neckertal<\/p>\n<p>Mit dem Verkauf der Barenegg in Hemberg geht ein aussergew\u00f6hnlicher Landwirtschaftsbetrieb vom Kanton St.Gallen in private H\u00e4nde \u00fcber. Der Hof geh\u00f6rte w\u00e4hrend Jahrzehnten dem Kanton, da er urspr\u00fcnglich Teil des landwirtschaftlichen Besitzes der Psychiatrischen Klinik Wil war.<\/p>\n<p>Die Barenegg z\u00e4hlt zu den gr\u00f6ssten Landwirtschaftsbetrieben im Toggenburg und umfasst rund 78 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che und Wald. Davon sind 41 Hektaren Wiesen und Weiden. Die Barenegg ist auch deshalb besonders, weil die ganze Fl\u00e4che auf einem Grundst\u00fcck liegt und damit bestens arrondiert ist. Zum Betrieb geh\u00f6ren ein Wohnhaus, ein Mutterkuh-Laufstall, ein Ferienhaus sowie 5 St\u00e4lle und Remisen.\u00a0<\/p>\n<p>Bis 2025 war der Betrieb an den langj\u00e4hrigen Bewirtschafter und Hereford-Z\u00fcchter Walter F\u00e4ssler verpachtet. Dieser hatte sich vor rund 12 Jahren eine Pachterstreckung erk\u00e4mpft und war P\u00e4chter auf der Barenegg bis zum 31. Dezember 2025. Anschliessend verliess er das Toggenburg und zog ins Calancatal im Kanton Graub\u00fcnden.<\/p>\n<p>K\u00e4ufer-Paar aus Nesslau<\/p>\n<p>Erst kurz vor dem Auszug des bisherigen P\u00e4chters f\u00fchrte der Kanton St.Gallen ein Verkaufsverfahren mit insgesamt drei Bieterrunden durch. In der ersten Bieterrunde bis zum 30. November 2025 gingen 74 Angebote ein. Den Zuschlag erhielten am 23. Juni 2026 Markus und Marianne N\u00e4f aus Nesslau. Sie erwerben den Landwirtschaftsbetrieb f\u00fcr 2,79 Millionen Franken. Das Paar beabsichtigt, die Barenegg weiterhin als produzierenden Landwirtschaftsbetrieb zu bewirtschaften. Die Eintragung im Grundbuch ist bereits Anfang Juli erfolgt, die neuen Eigentumsverh\u00e4ltnisse sind inzwischen auch im kantonalen Geoportal \u00f6ffentlich ersichtlich.<\/p>\n<p>SVP Toggenburg setzte sich fr\u00fch ein<\/p>\n<p>Die SVP Toggenburg setzte sich bereits fr\u00fch daf\u00fcr ein, dass die Barenegg an eine Bauernfamilie verkauft wird. Aus ihrer Sicht geh\u00f6re Kulturland in die H\u00e4nde von Landwirten und nicht weiterhin ins Eigentum des Kantons, der in seinen weit entfernten St.Galler B\u00fcros damit nicht umzugehen wisse.<\/p>\n<p>Kritisiert wurde insbesondere die Rolle des Kantons als Grundeigent\u00fcmer und Verp\u00e4chter. Nach Ansicht der SVP zeigte sich der Kanton nicht als sorgf\u00e4ltiger Verp\u00e4chter, da er das Pachtende und somit die Nachfolge verschlafen habe. Gleichzeitig bestanden Pl\u00e4ne im Zusammenhang mit dem Entwicklungsgebiet Wil West, auf Teilen der Barenegg Vern\u00e4ssungen und \u00f6kologische Aufwertungen vorzunehmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Toggenburger Kantonsr\u00e4te war deshalb zentral, dass der Hof nicht an Naturschutzorganisationen oder K\u00e4ufer mit einer vollst\u00e4ndigen \u00f6kologischen Umnutzung verkauft wird, sondern an eine produzierende Bauernfamilie, welche den Betrieb langfristig landwirtschaftlich und im Sinne der Lebensmittelproduktion weiterf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Mehrere Vorst\u00f6sse begleiteten den Verkaufsprozess<\/p>\n<p>Der politische Druck auf die Regierung begann bereits am 24. April 2025. Damals reichte der Neckertaler SVP-Kantonsrat und Landwirt Bruno Schweizer den Vorstoss \u00abWas geschieht mit dem Landwirtschaftsbetrieb Barenegg im Hemberg?\u00bb ein. Hintergrund war, dass die Regierung einen Verkauf damals noch nicht konkret ins Auge fasste.<\/p>\n<p>Nachdem der Betrieb Anfang 2026 bereits leer stand \u2013 inklusive Wohnhaus \u2013 reichten am 16. Februar 2026 die sechs Toggenburger SVP-Kantonsr\u00e4te einen weiteren Vorstoss ein. Christian Vogel (Dietfurt), Lukas Huber (Unterwasser), Fredy Louis (Ennetb\u00fchl), Mirco Gerig (Mosnang) sowie Bruno Schweizer (Brunnadern) verlangten, dass der grosse Landwirtschaftsbetrieb m\u00f6glichst rasch an eine Bauernfamilie verkauft wird und weiterhin der Lebensmittelproduktion dient. Gleichzeitig wollten sie verhindern, dass Naturschutzorganisationen oder K\u00e4ufer mit einer ausschliesslich \u00f6kologischen Nutzung den Zuschlag erhalten. Die Parlamentarier wollten auch sicherstellen, dass der Betrieb als Ganzes verkauft wird. Denn sie bef\u00fcrchteten, dass der Kanton &#8211; wie schon beim Betrieb \u00c4lpli bei der Hulftegg &#8211; den dazugeh\u00f6rigen grossen Wald abtrennen und zu seinem Staatswald erkl\u00e4ren wolle. Im Vorstoss thematisierten die Kantonsr\u00e4te zudem den drohenden Verlust der Direktzahlungen f\u00fcr das Jahr 2026 infolge des verz\u00f6gerten Verkaufs.\u00a0<\/p>\n<p>In einem weiteren Vorstoss im M\u00e4rz 2026 kritisierten die Toggenburger SVP-Kantonsr\u00e4te gemeinsam mit Mirco Rossi (Sevelen) zudem, dass sich im Fr\u00fchjahr 2026 auf dem kantonseigenen Betrieb noch immer rund 4,5 Kilometer Stacheldraht befanden. Dabei gilt im Kanton St.Gallen ausserhalb der Alpfl\u00e4chen seit dem 1. Oktober 2025 zum Schutz der Wildtiere ein Verbot von Stacheldrahtz\u00e4une.<\/p>\n<p>Antworten brachten weitere M\u00e4ngel ans Licht<\/p>\n<p>Die Antworten der St.Galler Regierung auf die parlamentarischen Vorst\u00f6sse sorgten nach Ansicht der SVP f\u00fcr zus\u00e4tzlichen politischen Z\u00fcndstoff. Die Regierung wollte sich beim kilometerlangen Stacheldraht auf ihrem Eigentum selbst aber nicht anzeigen und versprach, allen Stacheldraht zu Lasten der Steuerzahler bis Ende April 2026 abzubrechen.<\/p>\n<p>Als Folge des verz\u00f6gerten Verkaufs entsteht f\u00fcr die neuen Eigent\u00fcmer im Jahr 2026 ein vollst\u00e4ndiger Ausfall der Direktzahlungen. Die Regierung lehnt hier einen Ersatz ab, der K\u00e4ufer steht folglich 2026 ohne Direktzahlungen da. Gleichzeitig musste der Kanton im Fr\u00fchling und Sommer f\u00fcr die Bewirtschaftung des leerstehenden Betriebes Lohnunternehmer einsetzen, deren Kosten letztlich vom Steuerzahler getragen wurden.<\/p>\n<p>Weiter wurde bekannt, dass ein Ferienhaus auf der Liegenschaft \u00fcber Jahre hinweg unentgeltlich von Kantonsmitarbeitenden genutzt worden war. F\u00fcr Kritik sorgte schliesslich auch, dass alle anderen Kaufinteressenten gem\u00e4ss den Antworten der Regierung beziehungsweise \u00fcber das Toggenburger Tagblatt vom bereits erfolgten Verkauf erfuhren.<\/p>\n<p>Kapitel Barenegg abgeschlossen<\/p>\n<p>Mit dem abgeschlossenen Verkauf bleibt der Betrieb in b\u00e4uerlicher Hand und wird weiterhin der Lebensmittelproduktion dienen. Damit ist auch das politische Seilziehen um die Zukunft der Barenegg beendet. Die Diskussion \u00fcber den Umgang des Kantons mit landwirtschaftlichem Grundeigentum d\u00fcrfte den St.Galler Kantonsrat jedoch weiterhin besch\u00e4ftigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Grosser Landwirtschaftsbetrieb auf dem Gemeindegebiet Neckertal Mit dem Verkauf der Barenegg in Hemberg geht ein aussergew\u00f6hnlicher Landwirtschaftsbetrieb vom&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":214976,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[7],"tags":[111,8101,8090,46,8091,230,8092,8102,8093,8094,107,110,8095,8096,42,8097,8098,43,8099,228,109,40,45,65,227,44,8089,8088,6638,8100],"class_list":["post-214975","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-schweiz","tag-agenda","tag-alt-st-johann","tag-buetschwil","tag-ch","tag-ebnat-kappel","tag-gratis","tag-hemberg","tag-kanton","tag-kirchberg","tag-lichtensteig","tag-lokal","tag-lokale-nachrichten","tag-luetisburg","tag-mosnang","tag-nachrichten","tag-neckertal","tag-nesslau","tag-news","tag-oberhelfenschwil","tag-online","tag-region","tag-schlagzeilen","tag-schweiz","tag-sport","tag-st-gallen","tag-switzerland","tag-toggenburg","tag-toggenburg24","tag-wattwil","tag-wildhaus"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116947434486114485","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214975","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=214975"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/214975\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/214976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=214975"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=214975"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=214975"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}