{"id":216837,"date":"2026-07-21T05:58:09","date_gmt":"2026-07-21T05:58:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/216837\/"},"modified":"2026-07-21T05:58:09","modified_gmt":"2026-07-21T05:58:09","slug":"googles-cleverer-ki-schachzug-oder-wer-kontrolliert-zukuenftig-den-ki-markt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/216837\/","title":{"rendered":"Googles cleverer KI-Schachzug \u2013 oder: wer kontrolliert zuk\u00fcnftig den KI-Markt?"},"content":{"rendered":"<p>              Googles cleverer KI-Schachzug \u2013 oder: wer kontrolliert zuk\u00fcnftig den KI-Markt?<\/p>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/background\/Google-s-clever-AI-move-or-who-will-control-the-AI-market-in-the-future-11369184.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Aktuell ist eine der spannendsten Fragen f\u00fcr den Einsatz von KI nicht nur im Bereich Security, sondern f\u00fcr alle anspruchsvollen Themen: Was ist der wesentliche, treibende Faktor f\u00fcr die praktische Leistungsf\u00e4higkeit von <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Kuenstliche-Intelligenz\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">KI-Systemen<\/a>? Das Modell oder die richtige Orchestrierung mit einem ausgefeilten Harness? Ben\u00f6tigen wir \u00fcberhaupt noch viel bessere LLMs? Oder sollten wir uns vielmehr darauf konzentrieren, aus dem, was wir haben \u2013 und uns leisten k\u00f6nnen \u2013 das Beste herauszuholen?<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Bislang verlief die Front weitgehend entlang der Gesch\u00e4ftsmodelle \u2013 pro Harness argumentierten fast ausschlie\u00dflich Firmen, die selbst kein eigenes Frontier-Modell haben, und deshalb fast schon zwangsl\u00e4ufig ihre (Gesch\u00e4fts-)Perspektive bei Modell-unabh\u00e4ngigen Produkten auf Basis einer ausgefeilten Arbeitsumgebung sehen. Besonders sichtbar wird das aktuell im Bereich Security mit Start-ups wie <a href=\"https:\/\/aisle.com\/blog\/control-is-the-new-frontier-in-security-ai\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">AISLE<\/a> und <a href=\"https:\/\/xbow.com\/whitepapers\/the-sum-of-the-parts\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">XBOW<\/a> sowie bei <a href=\"https:\/\/www.provos.org\/p\/finding-zero-days-with-any-model\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">IronCurtain<\/a> von Ex-Googler Niels Provos. Aber auch Konzerne wie Microsoft haben sich hier festgelegt: \u201eDer Harness erledigt die Arbeit, das Modell ist nur eine Eingabe\u201c, hei\u00dft es in der <a href=\"https:\/\/www.microsoft.com\/en-us\/security\/blog\/2026\/05\/12\/defense-at-ai-speed-microsofts-new-multi-model-agentic-security-system-tops-leading-industry-benchmark\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Vorstellung<\/a> ihres agentischen Security-Helfers MDASH. Gemeinsam ist allen: Sie haben kein eigenes Top-Modell am Start.<\/p>\n<p>Lass das Modell sein Ding machen<\/p>\n<p>Der extreme Gegenpol war und ist Anthropic, die sehr viel Wert darauf legen, dass das Modell der treibende Faktor ist. Sie fokussieren ihre Kommunikation folglich darauf, wie herausragend gut Mythos und Fable seien. \u201eVerboten gut\u201c war da ein echtes Geschenk f\u00fcr deren PR-Strategen. Die grundlegende These ist, dass ein zu komplexer Harness den F\u00e4higkeiten der aktuellen und kommenden Top-Modelle potenziell eher im Weg stehe. So betonte etwa Anthropics Nicholas Carlini bei der Vorstellung von Mythos mehrfach, dass er im Wesentlichen <a href=\"https:\/\/www.anthropic.com\/research\/mythos-preview\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">das LLM nur noch auf ein Repository<\/a> ansetze und dann seinen Job machen lasse. Der Harness gibt dabei nur den Startpunkt und grobe Leitplanken vor \u2013 den Job, einschlie\u00dflich eines Gro\u00dfteils der Orchestrierung, erledigt das LLM weitgehend autonom.<\/p>\n<p>Irgendwo dazwischen positioniert sich OpenAI. Die haben eigene Top-Modelle, spannen die f\u00fcr ernsthafte Security-Arbeiten aber im Rahmen von <a href=\"https:\/\/openai.com\/index\/introducing-aardvark\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Aardvark<\/a>, mittlerweile in Codex Security umbenannt, in einen \u00fcberaus elaborierten Harness ein. Das Projekt profitiert von der Expertise von Dave Aitel, einem der ersten prominenten Hacker, der sich ganz der Offensive Security verschrieben hatte und mit Canvas eines der ersten kommerziellen Exploit-Frameworks entwickelte. Doch Codex Security ist ein geschlossenes Gesamtsystem, das komplett auf OpenAIs GPTs setzt; Modellunabh\u00e4ngigkeit ist auch hier Fehlanzeige.<\/p>\n<p>Offener Code, offene Schnittstellen, freie Modellwahl<\/p>\n<p>Und jetzt kommt Google \u2013 selbst Betreiber eines Frontier-Modells \u2013 und stellt Mantis Skills vor, ein portables \u201eToolkit for Building Security Review Harnesses\u201c. Sie pr\u00e4sentieren damit eine Architektur f\u00fcr kontinuierliche, auf Wunsch sogar autonome Security-Evaluierung und -Optimierung inklusive Auto-Patching. Dabei dokumentieren sie nicht nur Architektur und Design von Mantis offen zug\u00e4nglich, sondern stellen sogar die Kern-Elemente als Open-Source zur freien Verf\u00fcgung \u2013 auch f\u00fcr Wettbewerber und Startups in diesem Bereich. Ihr eigentliches, darauf aufbauendes Produkt ist damit nicht komplett offengelegt \u2013 aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p>Der Clou an dem Ganzen ist: Obwohl Google mit Gemini ein gro\u00dfes Frontier-Modell am Start hat, ist Mantis konzeptionell Modell-unabh\u00e4ngig angelegt und l\u00e4sst sich prinzipiell mit LLMs der Konkurrenz oder sogar lokal betriebenen Open-Weight-Modellen nutzen. Die Autoren des Projekts empfehlen sogar explizit eine Kombination unterschiedlicher Modelle f\u00fcr verschiedene Aufgaben \u2013 vor allem auch aus den immer wichtiger werdenden Kosten-Effizienz-Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Googles Motivation<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich macht Google das nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit. Wer die Referenzarchitektur pflegt, pr\u00e4gt Schnittstellen und \u00d6kosystem \u2013 und kann die produktionsreife Variante sowie Compute und Betrieb in der eigenen Cloud monetarisieren. Wer dabei an Chrome und Android denken muss, hat das Konzept verstanden. Allerdings sollte ich an der Stelle erw\u00e4hnen, dass Mantis derzeit in erster Linie ein praktisches Engineering-Projekt ist; ein strategisches Commitment der Konzernf\u00fchrung, dass das die neue Google-Linie f\u00fcr KI ist, gibt es derzeit noch nicht.<\/p>\n<p>Trotzdem ist Mantis bereits jetzt ein gro\u00dfer Schritt, der nicht nur die Frage \u201eHarness oder Modell?\u201c in einem neuen Licht erscheinen l\u00e4sst. Dar\u00fcber hinaus ist es ein schlauer Move von Google, die im Rennen um die F\u00fchrung im KI-Markt letztens etwas abgeschlagen wirkten. Claude, Fable, GPT, Gemini oder lieber DeepSeek, Qwen und Llama? Egal \u2013 solange du Mantis (oder dessen Nachfolger) benutzt, w\u00e4re Google wieder einmal der eigentliche Gewinner. Ich bin gespannt, ob Google dem ersten Schritt mit Mantis echtes Commitment folgen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>    <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Ein Kommentar von J\u00fcrgen Schmidt\" height=\"1240\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 1859 \/ 1240; object-fit: cover;\" width=\"1859\"\/><\/p>\n<p class=\"a-inline-textbox__synopsis\">\n          J\u00fcrgen Schmidt &#8211; aka ju &#8211; ist Leiter von heise Security und Senior Fellow Security des Heise-Verlags. Von Haus aus Diplom-Physiker, arbeitet er seit \u00fcber 25 Jahren bei Heise und interessiert sich auch f\u00fcr die Bereiche Netzwerke, Linux und Open Source. Aktuell k\u00fcmmert er sich vor allem um heise security PRO.\n        <\/p>\n<p>Nachtrag: Wer noch Googles ehemalige Maxime \u201eDon&#8217;t be evil\u201c im Kopf hat und denkt, besser Google als OpenAI oder gar Elon Musk, dem sei <a href=\"https:\/\/utaw.tech\/news\/trust-is-not-governance\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">diese Lekt\u00fcre<\/a> empfohlen. Da beschreibt ein DeepMind-Forscher, wie sehr ihn der Verkauf an Google und die anschlie\u00dfende kontinuierliche Aufweichung der ethischen Prinzipien des Projekts beunruhigt. Mittlerweile hat Google DeepMind einen geheimen Vertrag mit dem Pentagon, der diesem sehr weitreichende Nutzungsrechte einr\u00e4umt.<\/p>\n<p>Diese Analyse schrieb J\u00fcrgen Schmidt urspr\u00fcnglich f\u00fcr den exklusiven Newsletter von <a href=\"https:\/\/pro.heise.de\/security\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">heise security PRO<\/a>, wo er jede Woche das Geschehen in der IT-Security-Welt f\u00fcr Sicherheitsverantwortliche in Unternehmen einordnet.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/mailto:ju@heise.de\" title=\"J\u00fcrgen Schmidt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">ju<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Googles cleverer KI-Schachzug \u2013 oder: wer kontrolliert zuk\u00fcnftig den KI-Markt? close notice This article is also available in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":216838,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[6116,46,297,622,623,4781,624,45,60,59,557,44,64,61,63,62],"class_list":["post-216837","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-anthropic","tag-ch","tag-google","tag-it","tag-kuenstliche-intelligenz","tag-open-source","tag-openai","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-security","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116956429691777098","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216837","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=216837"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/216837\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/216838"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=216837"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=216837"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=216837"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}