{"id":218489,"date":"2026-07-22T09:22:12","date_gmt":"2026-07-22T09:22:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/218489\/"},"modified":"2026-07-22T09:22:12","modified_gmt":"2026-07-22T09:22:12","slug":"invasive-pflanzen-foerdern-muecken-in-armen-vierteln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/218489\/","title":{"rendered":"Invasive Pflanzen f\u00f6rdern M\u00fccken in armen Vierteln"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">In vielen \u00e4rmeren Stadtvierteln von Baltimore und Washington leben besonders viele M\u00fccken. F\u00fcr die Bewohner steigt damit auch das Risiko, von Arten gestochen zu werden, die Krankheiten \u00fcbertragen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"\">Eine m\u00f6gliche Ursache w\u00e4chst am Stra\u00dfenrand und auf verlassenen Grundst\u00fccken: G\u00f6tterb\u00e4ume und Blauglockenb\u00e4ume. Beide stammen urspr\u00fcnglich aus Asien und breiten sich auch in Deutschland aus. Der G\u00f6tterbaum gilt hier als invasive Art, der Blauglockenbaum als potenziell invasiv.<\/p>\n<p class=\"\">Gerade in \u00e4rmeren Vierteln finden solche schnell wachsenden Arten gute Bedingungen. Dort gibt es h\u00e4ufiger Brachen, leerstehende H\u00e4user und weniger gepflegte Gr\u00fcnfl\u00e4chen. Wohlhabendere Stadtteile verf\u00fcgen dagegen eher \u00fcber die Mittel, heimische <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/wissen\/stadtbaeume-schlucken-im-sommer-mehr-co2-als-autos-ausstossen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">B\u00e4ume <\/a>zu pflanzen und dauerhaft zu pflegen.<\/p>\n<p>Invasive Pflanzen schaffen ideale Bedingungen f\u00fcr M\u00fcckenlarven<\/p>\n<p class=\"\">Wenn die Bl\u00e4tter der eingef\u00fchrten Arten in alten Reifen, Eimern oder M\u00fclltonnen verrotten, entstehen offenbar besonders g\u00fcnstige Bedingungen f\u00fcr M\u00fcckenlarven. Im Labor \u00fcberlebten die Tiere h\u00e4ufiger, entwickelten sich schneller und wurden teilweise gr\u00f6\u00dfer als in Wasser mit dem Laub heimischer B\u00e4ume.<\/p>\n<p class=\"\">Forscher der University of Maryland und des <a href=\"https:\/\/www.caryinstitute.org\/news-insights\/press-release\/invasive-plants-boost-mosquitoes-low-income-areas-baltimore-and-dc\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Cary Institute<\/a> untersuchten die Asiatische Tigerm\u00fccke und die Gemeine Stechm\u00fccke. Die <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/jme\/article-abstract\/63\/3\/tjag081\/8719171?login=false\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Ergebnisse<\/a> erschienen im Journal of Medical Entomology.<\/p>\n<p class=\"\">\u201eUnsere Studie zeigte, dass die Bl\u00e4tter der Baumarten, die h\u00e4ufiger in einkommensschwachen Vierteln vorkommen, das Wachstum der M\u00fccken messbar und deutlich beg\u00fcnstigten\u201c, sagt Studienleiterin <a href=\"https:\/\/scholar.google.com\/citations?user=rKyIYakAAAAJ&amp;hl=en\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Sarah Rothman<\/a>.<\/p>\n<p>Laub wird zur Nahrung f\u00fcr M\u00fcckenlarven<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr ihre Entwicklung ben\u00f6tigen viele M\u00fcckenarten nur kleine Mengen stehenden Wassers. Schon ein alter Reifen, ein Blumentopf oder ein offener Abfallbeh\u00e4lter kann als Brutplatz dienen.<\/p>\n<p class=\"\">F\u00e4llt Laub hinein, beginnt es sich zu zersetzen. Dabei wachsen Bakterien und andere Mikroorganismen, von denen sich die Larven ern\u00e4hren. Welche Bl\u00e4tter im Wasser liegen, kann deshalb beeinflussen, wie schnell und erfolgreich die Insekten heranwachsen.<\/p>\n<p class=\"\">Fr\u00fchere <a href=\"https:\/\/academic.oup.com\/jme\/article-abstract\/57\/2\/615\/5575655?redirectedFrom=fulltext&amp;login=false\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Untersuchungen<\/a> in US-St\u00e4dten hatten ein auff\u00e4lliges Muster ergeben. Wohlhabendere Viertel besitzen h\u00e4ufig mehr B\u00e4ume und eine gr\u00f6\u00dfere Artenvielfalt. Besonders viele und gro\u00dfe M\u00fccken fanden Wissenschaftler jedoch in Wohngebieten mit niedrigeren Einkommen. Rothmans Team pr\u00fcfte deshalb, ob die dort verbreiteten Baumarten zu diesem Unterschied beitragen.<\/p>\n<p>Forscher testen drei Blattmischungen<\/p>\n<p class=\"\">Die Wissenschaftler sammelten Bl\u00e4tter von sechs Baumarten in Baltimore, Washington und Capitol Heights. Anschlie\u00dfend stellten sie drei Mischungen zusammen, die f\u00fcr unterschiedlich wohlhabende Wohngebiete typisch waren.<\/p>\n<p class=\"\">Die erste bestand aus G\u00f6tterbaum und Blauglockenbaum. Beide nicht heimischen Arten waren besonders h\u00e4ufig in einkommensschw\u00e4cheren Vierteln vertreten.<\/p>\n<p class=\"\">F\u00fcr die zweite Mischung verwendete das Team Rot-Ahorn und Amerikanische Ulme. Diese heimischen B\u00e4ume kamen h\u00e4ufiger in wohlhabenderen Gegenden vor.<\/p>\n<p class=\"\">Die dritte Kombination enthielt Schwarznuss und Wei\u00dfen Maulbeerbaum. Eine Art ist in Nordamerika heimisch, die andere wurde eingef\u00fchrt. Beide waren in der gesamten Untersuchungsregion verbreitet.<\/p>\n<p class=\"\">Die Bl\u00e4tter lagen zun\u00e4chst f\u00fcnf Tage im Wasser. Danach setzte das Team Larven der Asiatischen Tigerm\u00fccke und der Gemeinen Hausm\u00fccke in die Beh\u00e4lter. Einige Gef\u00e4\u00dfe enthielten nur eine Art, andere beide Arten. Zudem variierten die Wissenschaftler die Zahl der Larven.<\/p>\n<p class=\"\">Sie erfassten, wie viele Tiere \u00fcberlebten, wie lange ihre Entwicklung dauerte und welche K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe die erwachsenen M\u00fccken erreichten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"467\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/smartup-news.de-muecken-wachsen-in-aermeren-vierteln-schneller-und-groesser-invasive-pflanzen-helfen.jpeg\" alt=\"Eine Hand greift in einen M\u00fcckenbeh\u00e4lter: Im Labor pr\u00fcften Wissenschaftler, wie verschiedene Blattmischungen Wachstum und \u00dcberleben der Tiere beeinflussen. \u00a9 Edwin Remsberg \/ University of Maryland\" class=\"wp-image-61874\"  \/>\u00a9 Edwin Remsberg \/ University of Maryland Im Labor pr\u00fcften Wissenschaftler, wie verschiedene Blattmischungen Wachstum und \u00dcberleben der Tiere beeinflussen. \u00a9 Edwin Remsberg \/ University of Maryland<\/p>\n<p>Nicht heimisches Laub verbessert Entwicklung<\/p>\n<p class=\"\">Mischungen mit mindestens einer nicht heimischen Baumart boten den Larven bessere Bedingungen als die rein heimische Kombination aus Rot-Ahorn und Amerikanischer Ulme.<\/p>\n<p class=\"\">Je nach M\u00fcckenart und Besatzdichte \u00fcberlebten mehr Tiere, sie erreichten fr\u00fcher das Erwachsenenstadium oder wurden gr\u00f6\u00dfer. Besonders deutlich fiel der Effekt bei der Mischung aus G\u00f6tterbaum und Blauglockenbaum aus, die f\u00fcr \u00e4rmere Wohnbl\u00f6cke typisch war.<\/p>\n<p class=\"\">\u201eWachstum und \u00dcberleben der M\u00fccken verbesserten sich deutlich, wenn sie mit Blattmischungen aufgezogen wurden, die mindestens eine nicht heimische Baumart enthielten\u201c, sagt Mitautorin <a href=\"https:\/\/www.caryinstitute.org\/science\/our-scientists\/dr-shannon-l-ladeau\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Shannon LaDeau<\/a>.<\/p>\n<p class=\"\">Bei einer der beiden M\u00fcckenarten waren auch die Fl\u00fcgel l\u00e4nger. Die Fl\u00fcgell\u00e4nge dient als Ma\u00df f\u00fcr die K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe. Gr\u00f6\u00dfere Tiere k\u00f6nnen unter bestimmten Bedingungen Krankheitserreger besser \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Bl\u00e4tter zerfallen unterschiedlich schnell<\/p>\n<p class=\"\">Die drei Mischungen unterschieden sich beim Verh\u00e4ltnis von Kohlenstoff zu Stickstoff, bei ihrer Zersetzungsgeschwindigkeit sowie beim Gehalt an Tanninen und Lignin. Stickstoffreiches Laub l\u00e4sst sich h\u00e4ufig leichter abbauen. N\u00e4hrstoffe k\u00f6nnen dadurch schneller ins Wasser gelangen und den Mikroorganismen fr\u00fcher zur Verf\u00fcgung stehen.<\/p>\n<p class=\"\">Bei der gesamten Menge dieser Mikroorganismen fanden die Wissenschaftler allerdings keinen deutlichen Unterschied zwischen den Blattmischungen. Unklar bleibt, ob sich stattdessen ihre Zusammensetzung ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p class=\"\">Bestimmte Bakterien oder <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/wissen\/pflanzen-lassen-sich-von-pilzen-helfen-weniger-duenger-noetig\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Pilze <\/a>k\u00f6nnten f\u00fcr M\u00fcckenlarven nahrhafter sein als andere. Welche Arten sich auf den verschiedenen Bl\u00e4ttern ansiedelten, wurde in dem Versuch nicht untersucht.<\/p>\n<p class=\"\">Auch die gemeinsame Herkunft k\u00f6nnte eine Rolle spielen. G\u00f6tterbaum, Blauglockenbaum und Asiatische Tigerm\u00fccke stammen urspr\u00fcnglich aus Asien. Die M\u00fccke k\u00f6nnte an Bedingungen angepasst sein, die beim Zerfall dieser Pflanzen entstehen.<\/p>\n<p>Stadtentwicklung beeinflusst das M\u00fcckenrisiko<\/p>\n<p class=\"\">Nach Angaben der Forscher h\u00e4ngt die Verteilung der B\u00e4ume auch mit jahrzehntelangen geringeren Investitionen in \u00e4rmere Stadtviertel zusammen. Dort gibt es h\u00e4ufiger Brachen und verlassene Grundst\u00fccke, auf denen sich schnell wachsende nicht heimische Arten ausbreiten.<\/p>\n<p class=\"\">\u201eJahrzehntelange kommunale und staatliche Unterinvestitionen in einkommensschwachen Vierteln spielen bei dieser Ungleichheit eine wichtige Rolle\u201c, sagt LaDeau.<\/p>\n<p>Heimische B\u00e4ume als Teil der M\u00fcckenbek\u00e4mpfung<\/p>\n<p class=\"\">Ob sich M\u00fcckenbest\u00e4nde unter realen Bedingungen durch das Pflanzen heimischer B\u00e4ume und den Austausch nicht heimischer Arten tats\u00e4chlich verringern lassen, ist allerdings noch offen. Der Versuch fand im Labor statt. In St\u00e4dten wirken zugleich Temperatur, Niederschlag, Schatten, Wasserqualit\u00e4t und Fressfeinde auf die Larven ein.<\/p>\n<p class=\"\">Weitere Untersuchungen sollen deshalb kl\u00e4ren, ob der Effekt auch bei anderen Baumarten und direkt in Wohnvierteln auftritt.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>In \u00e4rmeren Vierteln von Baltimore und Washington wachsen h\u00e4ufiger nicht heimische B\u00e4ume, deren verrottendes Laub M\u00fcckenlarven besonders gute Bedingungen bietet.<\/p>\n<p>Im Labor \u00fcberlebten Asiatische Tigerm\u00fccken und Gemeine Stechm\u00fccken mit solchen Blattmischungen h\u00e4ufiger, entwickelten sich schneller und wurden teils gr\u00f6\u00dfer als mit heimischem Laub.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse stammen aus einem kontrollierten Versuch; ob heimische B\u00e4ume M\u00fcckenbest\u00e4nde in St\u00e4dten tats\u00e4chlich senken, muss noch unter realen Bedingungen gepr\u00fcft werden.<\/p>\n<p class=\"\">\u00dcbrigens: W\u00e4hrend invasive Pflanzen M\u00fcckenlarven bessere Bedingungen bieten k\u00f6nnen, soll eine neue Lasertechnik die erwachsenen Tiere binnen Millisekunden erkennen und abschie\u00dfen. Wie der \u201eTodesstern f\u00fcr Stechm\u00fccken\u201c funktioniert, mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/technologie\/laser-gegen-muecken-schiesst-blutsauger-blitzschnell-ab\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p class=\"\">Bild: \u00a9 \u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/en:Centers_for_Disease_Control_and_Prevention\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Centers for Disease Control and Prevention<\/a> (CDC) via <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:CDC-Gathany-Aedes-albopictus-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Wikimedia<\/a> unter <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Public_domain\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Public Domain<\/a><\/p>\n<p>                Tags: <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/asiatische-tigermuecke\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Asiatische Tigerm\u00fccke<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/baeume\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">B\u00e4ume<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/blauglockenbaum\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Blauglockenbaum<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/gemeine-stechmuecke\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gemeine Stechm\u00fccke<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/goetterbaum\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">G\u00f6tterbaum<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/invasive-pflanzen\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">invasive Pflanzen<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/laub\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Laub<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/muecken\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fccken<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/mueckenlarven\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">M\u00fcckenlarven<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/pflanzen\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pflanzen<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/smart-up-news\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Smart Up News<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/stadtviertel\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stadtviertel<\/a>            <\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Love<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Funny<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Wow<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Sad<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Angry<\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In vielen \u00e4rmeren Stadtvierteln von Baltimore und Washington leben besonders viele M\u00fccken. 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