{"id":218877,"date":"2026-07-22T14:34:12","date_gmt":"2026-07-22T14:34:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/218877\/"},"modified":"2026-07-22T14:34:12","modified_gmt":"2026-07-22T14:34:12","slug":"windows-global-device-id-fuehrt-zu-gerichtswirksamer-identifikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/218877\/","title":{"rendered":"Windows: Global Device ID f\u00fchrt zu gerichtswirksamer Identifikation"},"content":{"rendered":"<p>Microsoft nutzt in Windows eine Global Device ID (GDID). Die macht Windows-Installationen eindeutig erkennbar, sie \u00fcbersteht Neustarts und Windows-Updates und l\u00e4sst sich nicht entfernen. Das sorgt nach wie vor f\u00fcr Aufregung \u2013 aber wirklich \u00fcberraschen d\u00fcrfte das eigentlich niemanden. \u00dcberraschend ist eigentlich nur, dass die GDID nun vor Gericht Bestand hat und zur Identifizierung eines vermutlichen T\u00e4ters gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich sind derartige Mechanismen in Windows-Betriebssystemen bereits bekannt. Das merken Bastler etwa dann, wenn sie eine SSD oder ein Mainboard austauschen. Windows fragt dann nach einer neuen Aktivierung \u2013 die Maschinen-IDs des Systems passen danach nicht mehr. Die GDID geht allerdings noch einen Schritt weiter. Auch die dokumentiert Microsoft, wenn auch etwas versteckt in <a href=\"https:\/\/learn.microsoft.com\/en-us\/azure\/azure-monitor\/reference\/tables\/ucdostatus\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Referenzen f\u00fcr die Azure-Cloudsysteme<\/a>. Dort taucht die \u201eGlobalDeviceID\u201c auf, als Zeichenkette (string). Die Umschreibung erkl\u00e4rt, dass es sich um Microsofts Global Device Identifier handelt, den Microsoft intern verwendet.<\/p>\n<p>Auf GitHub hat sich ein User mit dem Handle \u201eSmtimesIWndr\u201c die M\u00fche gemacht und <a href=\"https:\/\/github.com\/SmtimesIWndr\/gdid-reversal\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Informationen zur Windows GDID zusammengesammelt<\/a>. Es handelt sich demnach um einen Bestandteil der Windows-Telemetrie, der wird zusammen mit anderen Informationen an Microsofts Server gesendet. Das passiert unabh\u00e4ngig davon, ob Windows mit einem Microsoft-Account oder lokalem Konto eingerichtet wurde. <\/p>\n<p>GDID kann zur Nutzeridentifikation dienen<\/p>\n<p>Vor etwa drei Wochen wurde bekannt, dass ein vermeintliches Mitglied der Cybergang \u201eScattered Spider\u201c angeklagt wurde. Der <a href=\"https:\/\/www.justice.gov\/usao-ndil\/media\/1450651\/dl?inline\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Strafanzeige ist zu entnehmen<\/a>, dass der Angeklagte anhand der Windows-GDID trotz Nutzung von VPN-Diensten erkannt wurde. Die Dokumente erkl\u00e4ren etwa, dass Cybersecurity-Forscher von Microsoft Zugriff auf Daten wie Computer-Maschinen-IDs, IP-Adressen und Malware-Samples haben. Mitt\u00e4ter der Kriminellen erkennen sie demnach etwa an der Nutzung derselben IP-Adresse, die der urspr\u00fcngliche T\u00e4ter genutzt hat.<\/p>\n<p>Ab Seite 30 erkl\u00e4ren die Ankl\u00e4ger, dass der Angeklagte anhand eines konkreten Global Device Identifiers identifiziert werden konnte. Es handelt sich laut Microsoft um einen persistenten Identifier auf Ger\u00e4teebene, der eine eindeutige Identifizierung einer Installation des Windows-Betriebssystems auf einem Ger\u00e4t \u2013 ganz gleich ob physisch oder in einer virtuellen Maschine \u2013 \u00fcber bestimmte, nicht n\u00e4her erl\u00e4uterte Microsoft-Dienste und Szenarien gestattet. W\u00e4hrend die GDID Updates und Reboots \u00fcbersteht, wird sie bei einer Neuinstallation neu generiert, r\u00e4umt Microsoft dort ein.<\/p>\n<p>Der Global Device Identifier l\u00e4sst sich also nicht einfach loswerden. Allgemein l\u00e4sst sich der <a class=\"heiseplus-lnk\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/ratgeber\/Windows-11-Die-wichtigsten-Handgriffe-fuer-besseren-Datenschutz-11084714.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mitteilungsbedarf von Windows mit einigen Handgriffen<\/a> etwas eind\u00e4mmen. Wer mehr Privatsph\u00e4re ohne eindeutige GDID m\u00f6chte, kann etwa stets neue VMs aufsetzen und damit arbeiten, was dann immer f\u00fcr eine neue GDID sorgt. Wer das nicht m\u00f6chte, muss jedoch auf andere Betriebssysteme ausweichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Betriebssysteme anderer gro\u00dfer Konzerne wie Android, ChromeOS oder macOS \u00e4hnliche Mechanismen enthalten, ist jedoch gro\u00df. Am naheliegendsten ist daher der Wechsel, etwa zu Linux.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:dmk@heise.de\" title=\"Dirk Knop\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dmk<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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