{"id":219972,"date":"2026-07-23T11:03:26","date_gmt":"2026-07-23T11:03:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/219972\/"},"modified":"2026-07-23T11:03:26","modified_gmt":"2026-07-23T11:03:26","slug":"arzije-asani-kritisiert-rheintal-mike-egger-fordert-entschuldigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/219972\/","title":{"rendered":"Arzije Asani kritisiert Rheintal &#8211; Mike Egger fordert Entschuldigung"},"content":{"rendered":"<p>Ausgangspunkt der Kontroverse ist ein viel beachteter Instagram-Beitrag von Arzije Asani. Die 31-j\u00e4hrige Autorin und Filmemacherin mit Wurzeln im Kosovo ist in Rebstein aufgewachsen und zog vor elf Jahren nach Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Ihren offenen Brief beginnt sie mit den Worten: \u00abLiebes Rheintal, nicht jeder Ort, an dem man aufw\u00e4chst, ist ein Zuhause.\u00bb Aufgegriffen hatte den Post zuerst\u00a0<a href=\"https:\/\/www.tagblatt.ch\/kultur\/ostschweiz\/instagram-essay-von-arzije-asani-loest-diskussion-aus-ld.4203538\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">das \u00abSt.Galler Tagblatt\u00bb<\/a>.<\/p>\n<p>Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit<\/p>\n<p>Asani schildert darin Erfahrungen mit Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und dem Gef\u00fchl, nicht dazuzugeh\u00f6ren.\u00a0Arzije Asani arbeitet heute als Autorin, Filmemacherin, Kuratorin und Beraterin in Z\u00fcrich. In ihren Projekten besch\u00e4ftigt sie sich vor allem mit Migration, Erinnerung, Identit\u00e4t und gesellschaftlicher Vielfalt.\u00a0<\/p>\n<p>Ihre dokumentarische Webserie \u00ab\u00c7ohu\u00bb wurde mehrfach ausgezeichnet. 2025 erhielt sie einen Werkbeitrag des Kantons St.Gallen, 2026 einen Arbeitsbeitrag der Stadt Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Asanis Post stiess bei zahlreichen Menschen auf Zustimmung.\u00a0Insbesondere Menschen, die selbst im Rheintal aufgewachsen sind und einen Migrationshintergrund haben, erkl\u00e4rten, sie h\u00e4tten \u00e4hnliche Erfahrungen gemacht. Andere reagierten mit Unverst\u00e4ndnis und warfen Asani vor, ihre pers\u00f6nlichen Erlebnisse auf die gesamte Bev\u00f6lkerung zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Auch der St.Galler Historiker und langj\u00e4hrige SP-Kantonsparteipr\u00e4sident Max Lemmenmeier stellte sich hinter die von Asani angestossene Debatte. <a href=\"https:\/\/www.tagblatt.ch\/ostschweiz\/ressort-ostschweiz\/rassismusdiskurs-im-rheintal-max-lemmenmeier-im-gespraech-ld.4204189\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Gegen\u00fcber dem \u00abSt.Galler Tagblatt\u00bb<\/a> erkl\u00e4rte er, eine gewisse \u00abgeistige Enge\u00bb im Rheintal lasse sich nicht leugnen.<\/p>\n<p>Egger ist sauer<\/p>\n<p>Nun schaltet sich auch der Bernecker SVP-Nationalrat Mike Egger ein.\u00a0Der 33-J\u00e4hrige vertritt den Kanton St.Gallen seit M\u00e4rz 2019 im Nationalrat und ist im Rheintal aufgewachsen. \u00abUnser Rheintal hat eine Entschuldigung verdient\u00bb, schreibt Egger in einem am Dienstag ver\u00f6ffentlichten Instagram-Beitrag.<\/p>\n<p>Wer eine ganze Region als r\u00fcckst\u00e4ndig darstelle und den Rheintalern pauschal Fremdenfeindlichkeit unterstelle, d\u00fcrfe sich \u00fcber deutlichen Widerspruch nicht wundern.<\/p>\n<p>Das Rheintal sei das pure Gegenteil einer r\u00fcckst\u00e4ndigen Region, h\u00e4lt Egger fest. Es geh\u00f6re zu den wirtschaftlich st\u00e4rksten und innovativsten Regionen der Schweiz und werde von erfolgreichen KMU, international t\u00e4tigen Unternehmen und Menschen gepr\u00e4gt, die t\u00e4glich anpackten und ihren Beitrag leisteten.<\/p>\n<p>\u00abWer das Rheintal als r\u00fcckst\u00e4ndig bezeichnet, sollte vielleicht zuerst genauer hinschauen: auf seine Unternehmen, seine Innovationskraft und vor allem auf die Menschen, die jeden Tag daf\u00fcr sorgen, dass diese Region zu den wirtschaftlichen Kraftzentren unseres Landes geh\u00f6rt\u00bb, schreibt der SVP-Nationalrat.<\/p>\n<p>Egger erwartet deshalb von Asani eine Entschuldigung gegen\u00fcber den Rheintalern. \u00abIch bin stolz auf meine Heimat. Und ich lasse nicht zu, dass unsere Region unwidersprochen schlechtgeredet wird.\u00bb<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche St\u00e4rke, auf die sich Egger beruft, l\u00e4sst sich statistisch belegen.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss den j\u00fcngsten Zahlen des Kantons St.Gallen entfallen im Wahlkreis Rheintal 48,4 Prozent der Besch\u00e4ftigung auf den industriellen und gewerblichen Sektor. Im schweizerischen Durchschnitt sind es lediglich 23,3 Prozent.<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig ist der Anteil technologieintensiver Branchen: Im Rheintal arbeiten 20,5 Prozent der Besch\u00e4ftigten in diesem Bereich, gegen\u00fcber 7,4 Prozent in der gesamten Schweiz. Zudem sind 70,6 Prozent der Arbeitspl\u00e4tze bei KMU angesiedelt. Auch dieser Wert liegt deutlich \u00fcber dem schweizerischen Durchschnitt.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist das Rheintal eine stark international gepr\u00e4gte Region. 44,8 Prozent der Bev\u00f6lkerung ab 15 Jahren haben einen Migrationshintergrund. Der Ausl\u00e4nderanteil betr\u00e4gt 30,9 Prozent.<\/p>\n<p>Diese Zahlen beweisen weder, dass es keine Fremdenfeindlichkeit gibt, noch best\u00e4tigen sie Asanis weitreichendes Urteil. Sie zeigen aber, dass das Rheintal wirtschaftlich und gesellschaftlich wesentlich vielf\u00e4ltiger ist, als es das Etikett \u00abr\u00fcckst\u00e4ndig\u00bb vermuten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Im Kern prallen in der Kontroverse zwei Ebenen aufeinander:<\/p>\n<p>Asani beschreibt pers\u00f6nliche Erfahrungen, die ihr niemand absprechen kann. Egger wehrt sich dagegen, dass daraus ein Urteil \u00fcber eine ganze Region und deren Bev\u00f6lkerung entsteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ausgangspunkt der Kontroverse ist ein viel beachteter Instagram-Beitrag von Arzije Asani. 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