{"id":220677,"date":"2026-07-24T03:36:14","date_gmt":"2026-07-24T03:36:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/220677\/"},"modified":"2026-07-24T03:36:14","modified_gmt":"2026-07-24T03:36:14","slug":"boeing-saab-t-7a-transatlantischer-trainingsjet-aerotelegraph","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/220677\/","title":{"rendered":"Boeing-Saab T-7A Transatlantischer Trainingsjet | aeroTELEGRAPH"},"content":{"rendered":"\n<p>Es muss nicht immer entweder oder sein. Bereits 2013 taten sich Boeing und Saab zusammen, um den fortgeschrittenen \u00dcberschalltrainer Boeing-Saab T-7A Red Hawk zu entwickeln. Dann gewann das Team 2018 den vom US-Milit\u00e4r ausgelobten T-X-Wettbewerb. Der Lohn f\u00fcr die modellbasierte 3D-Entwicklung: ein Auftrag im Wert von 9,2 Milliarden Dollar zur Lieferung von 351 fortgeschrittenen Flugzeugen, 46 Flugsimulatoren sowie logistischer Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>T-X war der urspr\u00fcngliche Name des Beschaffungsprogramms der US Air Force. Er war auf ein \u00dcbungsflugzeug ausgelegt, um die alte Northrop T-38 Talon zu ersetzen und die Flugleistungen sowie Einsatzprofile moderner Kampf- und Bomberflugzeuge realit\u00e4tsnah zu simulieren. Sie dient der Ausbildung von Pilotinnen und Piloten f\u00fcr Flugzeuge der 4. und 5. Generation, also von Tarnkappenj\u00e4gern wie der Lockheed Martin F-22 Raptor, der <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/verteidigung\/preis-pro-flugstunde-35000-dollar\/gv9rx0k\" id=\"e24e7a0a-701b-41a0-9a87-e8f07871cab5\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Lockheed Martin F-35 Lightning II<\/a> oder dem strategischen Stealth-Bomber Northrop Grumman B-21 Raider. Aber auch den Einsatz mit modernen Versionen der McDonnell Douglas F-15 Eagle und der General Dynamics F-16 Fighting Falcon kann man mit dem Trainingsflieger \u00fcben.<\/p>\n<p>Nordallianz f\u00fcr optimales Stealth-Training<\/p>\n<p>Der Jungfernflug des Boeing-Saab T-7A Red Hawk Advanced Jet Trainers erfolgte 2016 mit einem Prototyp. \u00abHeute gipfeln Jahre gemeinsamer Entwicklungsarbeit und Partnerschaft von Boeing und Saab in diesem Meilenstein\u00bb, sagte Saab-Chef Micael Johansson bei der Pr\u00e4sentation der ersten T-7A Red-Hawk im April 2022 in St. Louis. Saab entwickelte als Risk-Sharing-Partner unter anderem die komplette Hydraulik, die Kraftstoffsysteme sowie die Notstromversorgung. Die ersten seriennahen Flugzeuge wurden Ende 2024 zur Joint Base San Antonio\u2013Randolph \u00fcberf\u00fchrt und Anfang Januar 2025 offiziell \u00fcbernommen. Der Zweisitzer (f\u00fcr Instrukteur und Pilot:in) verf\u00fcgt \u00fcber gro\u00dffl\u00e4chige Cockpit-Displays und erreicht ein maximales Startgewicht von 5,7 Tonnen.<\/p>\n<p>Vom Roten Habicht wird es unterschiedliche Konfigurationen geben, etwa f\u00fcr verschiedene Abnehmer aus dem Ausland. Zwar hat die US-Navy Interesse bekundet, doch ist bislang keine solche Version geplant. Seit Schweden am 7. M\u00e4rz 2024 der Nato beigetreten ist, erh\u00e4lt die Boeing-Saab T-7A Red Hawk zudem eine b\u00fcndnispolitische Dimension. Der Nato-Beitritt Schwedens unterstreicht die strategische Bedeutung der bereits engen Zusammenarbeit zwischen Boeing und Saab. Der schwedische Konzern entwickelte ebenso das hintere Rumpfsegment. Das Unternehmen produziert diese Komponenten in West Lafayette und liefert sie an Boeing zur Endmontage nach St. Louis.<\/p>\n<p>Ambitionierte Pl\u00e4ne f\u00fcr die Boeing-Saab T-7A Red Hawk<\/p>\n<p>Boeing geht von einem potenziellen Weltmarkt von rund 2700 Exemplaren aus. Dies ist ein mutiges Ziel, wenn man bedenkt, dass der \u00dcbungsjet mit Flugzeugen derselben Leistungsklasse konkurriert. Dazu z\u00e4hlen die italienische Leonardo M-346 Master, die BAE Systems Hawk und die KAI T-50 Golden Eagle aus S\u00fcdkorea. Ausgestattet mit einem General-Electric-Triebwerk erreicht die Boeing-Saab T-7A Red Hawk Mach 1,04 (je nach H\u00f6he) und ist somit \u00fcberschallf\u00e4hig. Gro\u00dfbritannien, Serbien und Australien haben Interesse bekundet an dem vier Meter hohen und 14,3 Meter langen Flieger, dessen Spannweite rund 9,27 Meter betr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Das Design und die Konstruktion sind speziell auf hohe Machgeschwindigkeiten und Nachtmissionen sowie auf hohe Anstellwinkel ausgelegt. In Ermangelung robuster Verteidigungsbudgets nutzen viele Schwellenl\u00e4nder Trainingsjets auch in echten Kampfeins\u00e4tzen, etwa zur Luftnahunterst\u00fctzung (Close Air Support) und zur \u00dcberwachung por\u00f6ser Grenzen, etwa im afrikanischen Busch oder den Dschungelweiten Lateinamerikas.<\/p>\n<p>Kosten\u00fcberschreitungen bei Boeing<\/p>\n<p>Der Name Red Hawk r\u00fchrt von den roten Leitwerken und ehrt die Tuskegee Airmen, die ersten afroamerikanischen Kampfpiloten im Zweiten Weltkrieg. Er ist auch eine Hommage an General Charles McGee, dessen Rufzeichen Hawk lautete.<\/p>\n<p>Das Projekt wirkt politisch korrekt und harmonisch, wenn da nicht die Kostenfrage w\u00e4re. Das T-7A-Programm basiert auf einem Festpreisvertrag aus dem Jahr 2018. Da Entwicklung und Erprobung deutlich aufw\u00e4ndiger wurden als erwartet, musste Boeing inzwischen 3,5 Milliarden Dollar an Verlusten verbuchen. Mehrere M\u00e4ngel hatten die Einf\u00fchrung verz\u00f6gert. Dazu z\u00e4hlten Probleme mit dem Schleudersitz, der Flugsteuerung, der Avionik, der Software sowie dem Bodensimulator. Die Flugerprobung unterlag zeitweise Wettereinschr\u00e4nkungen, da Wasser \u00fcber Wartungs\u00f6ffnungen eindringen konnte.<\/p>\n<p>Streit mit der U.S. Air Force<\/p>\n<p>Als Hauptauftragnehmer lag die Verantwortung indes stets bei Boeing, nicht bei Saab. Zwischen Boeing als Prime Contractor und der US Air Force gibt es zudem Streit \u00fcber technische Dokumentationen und Datenrechte. Die T-7A gilt weiterhin als zukunftsf\u00e4higer Trainer, doch Verz\u00f6gerungen, Kostensteigerungen und Vertragsstreitigkeiten haben das Projekt f\u00fcr Boeing zu einem finanziellen Kraftakt gemacht.<\/p>\n<p>Von der Breaking News bis zur Hintergrundanalyse: Unser Team begleitet die Luftfahrt mit Erfahrung und Leidenschaft. Unterst\u00fctzen Sie unabh\u00e4ngigen Qualit\u00e4tsjournalismus \u2013 f\u00fcr weniger als einen Cappuccino im Monat. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/insider\" id=\"554b82b8-bda5-456c-a1d0-67856a89a032\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jetzt hier klicken und abonnieren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es muss nicht immer entweder oder sein. Bereits 2013 taten sich Boeing und Saab zusammen, um den fortgeschrittenen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":220678,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[14],"tags":[13030,47953,57,46,52,51,53,56,2322,45,44,55,54],"class_list":["post-220677","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-unternehmen-maerkte","tag-boeing","tag-boeing-saab-t-7a-red-hawk","tag-business","tag-ch","tag-companies","tag-companies-markets","tag-markets","tag-maerkte","tag-saab","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-unternehmen","tag-unternehmen-maerkte"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116972858627208880","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/220677","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=220677"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/220677\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/220678"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=220677"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=220677"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=220677"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}