{"id":221659,"date":"2026-07-24T18:31:11","date_gmt":"2026-07-24T18:31:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/221659\/"},"modified":"2026-07-24T18:31:11","modified_gmt":"2026-07-24T18:31:11","slug":"nach-dem-schlaganfall-ploetzlich-epilepsie-16-jahre-kaempfte-renate-65-um-ihre-selbststaendigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/221659\/","title":{"rendered":"Nach dem Schlaganfall pl\u00f6tzlich Epilepsie \u2013 16 Jahre k\u00e4mpfte Renate (65) um ihre Selbstst\u00e4ndigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Renate f\u00fchrte jahrelang einen ruhigen, geordneten Alltag in Witten. Sie war gesund, aktiv und lebte eigenst\u00e4ndig. Mit 49 Jahren ver\u00e4ndert ein Schlaganfall pl\u00f6tzlich ihr ganzes Leben. Denn was sie und ihre Familie nicht ahnen: Er bleibt nicht die einzige Diagnose. Nur 48 Stunden sp\u00e4ter erlebt sie ihren ersten epileptischen Anfall. Dass Epilepsie nach einem Schlaganfall auftreten kann, wusste weder sie noch ihre Angeh\u00f6rigen. Dabei ist die heute 65-J\u00e4hrige mit dem Schicksal nicht allein: Laut einer aktuellen Fach\u00fcbersicht entwickeln rund drei bis sechs Prozent der Patientinnen und Patienten innerhalb der ersten sieben Tage nach einem Schlaganfall epileptische Anf\u00e4lle. Weitere zehn bis zw\u00f6lf Prozent erkranken erst sp\u00e4ter.1 F\u00fcr die Wittenerin folgen 16 Jahre voller Anf\u00e4lle, Krankenhausaufenthalte und Therapieversuche \u2013 und der Verlust eines Lebens, das f\u00fcr sie bis dahin selbstverst\u00e4ndlich gewesen war. Denn Renates Epilepsie geh\u00f6rt zu den rund 30 Prozent der F\u00e4lle, bei denen Medikamente nicht ausreichend wirken. \u201eDas Schlimmste war die Ohnmacht. Ich war mein Leben lang leidenschaftliche Autofahrerin. Pl\u00f6tzlich musste ich das Auto abgeben. Nicht mal mit meinem Dackel konnte ich alleine Gassi gehen\u201c, berichtet sie. 2025 erh\u00e4lt sie schlie\u00dflich einen Anruf ihres behandelnden Neurologen, der von einer neuen Therapieoption berichtet: dem EASEE\u00ae System. Das minimalinvasive Neurostimulationssystem wird unter die Kopfhaut implantiert und stimuliert gezielt die Hirnregion, in der die epileptischen Anf\u00e4lle entstehen, und das ohne den Sch\u00e4del zu \u00f6ffnen oder das Gehirn selbst zu ber\u00fchren. Dieser Eingriff wird zum neuen Wendepunkt f\u00fcr Renate: \u201eSeitdem ich das Implantat habe, habe ich keinen einzigen Anfall mehr\u201c, teilt sie l\u00e4chelnd.<\/p>\n<p>16 Jahre, 20 Medikamente, 2 Komas \u2013 Renates Alltag zwischen Hoffnung und R\u00fcckschl\u00e4gen <\/p>\n<p>Fast zwei Jahrzehnte suchen Renate und ihre \u00c4rzte nach einer L\u00f6sung. In der Zeit liegt sie zweimal im Koma. Bei St\u00fcrzen verletzt sie sich mehrfach schwer, unter anderem an der Schulter, am Wadenbein sowie an Fingern und Zehen. \u00a0\u201eAlle zwei bis drei Monate hatte ich einen gro\u00dfen Anfall, ganz zu schweigen von den kleineren. Im Krankenhaus kannten sie uns schon fr\u00fch beim Namen\u201c, berichtet Renate weiter. Die behandelnden \u00c4rzte versuchen in dieser Zeit zahlreiche Therapien. Insgesamt probiert die Rentnerin rund 20 bis 30 verschiedene Medikamente aus. Doch keines bringt den gew\u00fcnschten Erfolg. Stattdessen leidet sie unter starken Nebenwirkungen. \u201eIch war zum Beispiel st\u00e4ndig extrem m\u00fcde und habe sogar angefangen zu halluzinieren. Ich nahm Dinge wahr, die gar nicht geschahen, bis ich irgendwann an meiner eigenen Wahrnehmung zweifelte\u201c, beschreibt sie die schwierige Zeit. F\u00fcr Renate und ihre Familie bedeutet jeder neue Therapieversuch deshalb Hoffnung und Angst zugleich, wie sie erkl\u00e4rt: \u201eEs war schwer, sich nach jedem Anfall immer wieder aufzurappeln. Ohne die Unterst\u00fctzung meiner Familie w\u00e4re der Weg viel schwerer gewesen.\u201c<\/p>\n<p>Ein Implantat gibt Renate die Freiheit zur\u00fcck <\/p>\n<p>Als ihr behandelnder Neurologe ihr das EASEE\u00ae-System erkl\u00e4rt, f\u00e4llt Renate die Entscheidung leicht. \u201eIch habe sofort gesagt: Ich mache das. Ich konnte nur was gewinnen.\u201c Im November 2025 wird ihr das Implantat eingesetzt. Das System wird individuell exakt \u00fcber dem Bereich des Gehirns platziert, von dem die Anf\u00e4lle ausgehen. Von dort sendet es regelm\u00e4\u00dfig sanfte elektrische Pulse, um die \u00fcberaktive Hirnregion langfristig zu stabilisieren und epileptischen Anf\u00e4llen vorzubeugen \u2013 ohne dass der Sch\u00e4del ge\u00f6ffnet oder das Gehirn selbst ber\u00fchrt wird. Zus\u00e4tzlich erhalten Patienten ein kleines externes Steuerger\u00e4t. Sp\u00fcren sie erste Anzeichen eines Anfalls, kann damit eine zus\u00e4tzliche Stimulation ausgel\u00f6st werden. Und tats\u00e4chlich: Seit der Aktivierung im Dezember letzten Jahres hat Renate keinen epileptischen Anfall mehr gehabt. Gemeinsam mit ihren behandelnden \u00c4rzten konnte sie dar\u00fcber hinaus sogar eines ihrer Pr\u00e4parate zur Vorbeugung von Anf\u00e4llen \u00a0absetzen. Aktuell nimmt sie noch vier Medikamente gegen ihre Epilepsie ein. Heute geht sie wieder allein einkaufen, f\u00e4hrt Bus und Bahn, setzt sich stundenlang ins Caf\u00e9 und kann vor allen Dingen eins: endlich wieder allein mit ihrem Dackel spazieren gehen. Nur das Autofahren hat sie ganz aufgegeben. \u201eDurch EASEE habe ich endlich meine Freiheit zur\u00fcckgewonnen und ein neues Leben begonnen\u201c, betont die Rentnerin.<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen mehr \u00fcber Epilepsie reden\u201c <\/p>\n<p>F\u00fcr Renate endet ihre Geschichte nicht mit der erfolgreichen Therapie. Sie m\u00f6chte vor allem dazu beitragen, dass Epilepsie sichtbarer wird. Denn nicht nur die m\u00f6glichen Zusammenh\u00e4nge zwischen Vorerkrankungen wie einem Schlaganfall und epileptischen Anf\u00e4llen sind vielen kaum bekannt. Auch im Alltag wissen viele Au\u00dfenstehende oft nicht, wie sie im Ernstfall richtig reagieren und Betroffenen helfen k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass Menschen mit Epilepsie weiterhin h\u00e4ufig mit Vorurteilen konfrontiert sind: Einer deutschen Studie zufolge berichten 64 Prozent der Betroffenen, bereits Stigmatisierung oder Vorurteile erlebt zu haben. Gerade deshalb soll ihre Geschichte anderen Betroffenen Mut machen und dazu beitragen, das Wissen \u00fcber Epilepsie in der Gesellschaft zu verbessern. \u201eWir reden \u00fcber so viele Erkrankungen. Warum sprechen wir so selten \u00fcber Epilepsie? Ich w\u00fcnsche mir, dass mehr Menschen wissen, wie sie helfen k\u00f6nnen.\u201c F\u00fcr Renate pers\u00f6nlich bedeutet das Implantat vor allem eines: \u201eDurch EASEE habe ich endlich meine Freiheit zur\u00fcckgewonnen und ein neues Leben begonnen \u2013 auch in meinem Alter noch.\u201c<\/p>\n<p>\u00dcber Precisis<\/p>\n<p>Die PRECISIS GmbH ist ein innovatives Medizintechnikunternehmen mit Sitz in Heidelberg, Deutschland, das sich der Weiterentwicklung neuromodulatorischer L\u00f6sungen f\u00fcr Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen widmet. Seit ihrer Gr\u00fcndung im Jahr 2014 hat sich PRECISIS mit dem EASEE\u00ae-System \u2013 ihrem wegweisenden, minimalinvasiven Gehirnschrittmacher f\u00fcr medikamentenresistente fokale Epilepsie \u2013 auf Basis belastbarer klinischer Evidenz etabliert. Ausgezeichnet mit dem renommierten Health-i Award des Handelsblatts f\u00fcr diesen Durchbruch und als Gewinner des Shark Tank-Wettbewerb der American Epilepsy Foundation demonstriert PRECISIS sowohl technologische Exzellenz als auch ein tiefes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse von Patientinnen, Patienten und behandelnden \u00c4rztinnen und \u00c4rzten. Mit einem Fokus auf Europa und die Vereinigten Staaten verfolgt das Unternehmen das Ziel, die Lebensqualit\u00e4t weltweit nachhaltig zu verbessern, indem es fr\u00fche, wirksame Therapieoptionen bereitstellt und neue Standards in der Neuromodulation setzt. Weitere Informationen finden Sie unter <a href=\"https:\/\/precisis.de\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">https:\/\/precisis.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Renate f\u00fchrte jahrelang einen ruhigen, geordneten Alltag in Witten. Sie war gesund, aktiv und lebte eigenst\u00e4ndig. 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