{"id":221899,"date":"2026-07-24T22:46:13","date_gmt":"2026-07-24T22:46:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/221899\/"},"modified":"2026-07-24T22:46:13","modified_gmt":"2026-07-24T22:46:13","slug":"iphone-sicherheitsluecke-wird-zum-fall-fuer-die-justiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/221899\/","title":{"rendered":"iPhone-Sicherheitsl\u00fccke wird zum Fall f\u00fcr die Justiz"},"content":{"rendered":"<p>            <a name=\"body\"\/><\/p>\n<p>Eine Sicherheitsl\u00fccke in Apples A12- und A13-Chips hat einen Rechtsstreit ausgel\u00f6st. Das Forensikunternehmen Magnet Forensics hat vor einem US-Bundesgericht im Bundesstaat Georgia Klage gegen einen fr\u00fcheren Mitarbeiter und das Sicherheitsunternehmen Paradigm Shift Technology <a href=\"https:\/\/storage.courtlistener.com\/recap\/gov.uscourts.gand.361854\/gov.uscourts.gand.361854.1.0.pdf\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">eingereicht<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.falkemedia-shop.de\/technik\/mac-life\/dauerbezug\/megadeal2\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/1784933172_494_maclife inlinebox v2.png\"\/><\/a>\n<\/p>\n<p>Quickread: Auf einen Blick<\/p>\n<p>Eine BootROM-L\u00fccke betrifft Apples A12- und A13-Chips<br \/>\nDie Schwachstelle l\u00e4sst sich nicht per iOS-Update beheben<br \/>\nBetroffen sein sollen unter anderem iPhone XS und iPhone 11<br \/>\nMagnet Forensics klagt gegen einen fr\u00fcheren Mitarbeiter und Paradigm Shift<br \/>\nDie erhobenen Vorw\u00fcrfe sind noch nicht gerichtlich best\u00e4tigt<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht ein Exploit mit der Bezeichnung \u201eusbliter8\u201c. Paradigm Shift hatte im Juni technische Details und einen funktionsf\u00e4higen Machbarkeitsnachweis ver\u00f6ffentlicht. Der inzwischen entfernte Beitrag beschrieb eine Schwachstelle in der BootROM von Ger\u00e4ten mit Apples A12- und A13-Chips.<\/p>\n<p>Die BootROM enth\u00e4lt fest im Chip gespeicherten Startcode. Sie wird ausgef\u00fchrt, bevor das eigentliche Betriebssystem l\u00e4dt. Fehler in diesem Bereich lassen sich in der Regel nicht durch ein gew\u00f6hnliches Software-Update beheben.<\/p>\n<p>L\u00fccke l\u00e4sst sich nicht per iOS-Update schlie\u00dfen<\/p>\n<p>Die BootROM enth\u00e4lt den ersten Code, den ein iPhone beim Einschalten ausf\u00fchrt. Da dieser Code dauerhaft im Chip gespeichert ist, kann Apple eine dort vorhandene Schwachstelle nicht nachtr\u00e4glich mit einem iOS-Update beseitigen.<\/p>\n<p>Betroffen sein sollen unter anderem die Baureihen iPhone XS und iPhone 11. Nach den Angaben im urspr\u00fcnglichen Sicherheitsbericht nutzt der Exploit einen Fehler im USB-Controller der Chips aus. \u00dcber speziell pr\u00e4parierte Datenpakete soll sich Speicher manipulieren und schlie\u00dflich eigener Code ausf\u00fchren lassen.<\/p>\n<p>Der Angriff betrifft laut dem Bericht nicht unmittelbar die Secure Enclave. Ein erfolgreicher Zugriff auf die BootROM k\u00f6nnte jedoch weitere Angriffe auf die Sicherheitsarchitektur des Ger\u00e4ts erm\u00f6glichen. F\u00fcr eine praktische Ausnutzung ist physischer Zugriff auf das betroffene Ger\u00e4t erforderlich.<\/p>\n<p>Magnet Forensics erhebt Vorw\u00fcrfe gegen fr\u00fcheren Mitarbeiter<\/p>\n<p>Der Rechtsstreit betrifft nicht die technische Existenz der Schwachstelle, sondern deren Herkunft. Magnet Forensics wirft dem fr\u00fcheren Mitarbeiter Mario Del Gaudio vor, vertrauliches Wissen aus seiner T\u00e4tigkeit f\u00fcr das Unternehmen verwendet zu haben.<\/p>\n<p>Nach Darstellung der Kl\u00e4gerin arbeitete Del Gaudio zwischen November 2023 und November 2024 als Exploit-Entwickler an einer intern \u201eMSG\u201c genannten Zugriffsmethode. Die von Paradigm Shift ver\u00f6ffentlichte Technik sei dieser Methode in wesentlichen Teilen gleich, hei\u00dft es in der Klageschrift.<\/p>\n<p>Magnet Forensics sieht darin eine unrechtm\u00e4\u00dfige Offenlegung von Gesch\u00e4ftsgeheimnissen. Das Unternehmen verlangt unter anderem Schadenersatz und gerichtliche Anordnungen gegen die weitere Nutzung oder Verbreitung der fraglichen Informationen.<\/p>\n<p>Vorw\u00fcrfe sind bislang nicht gerichtlich best\u00e4tigt<\/p>\n<p>Bei den Angaben handelt es sich um Vorw\u00fcrfe der Kl\u00e4gerin. Paradigm Shift soll die Anspr\u00fcche bereits vor Einreichung der Klage zur\u00fcckgewiesen haben. Eine gerichtliche Entscheidung \u00fcber die behauptete Verletzung von Gesch\u00e4ftsgeheimnissen liegt bislang nicht vor.<\/p>\n<p>Der technische Beitrag ist inzwischen nicht mehr auf der Website von Paradigm Shift abrufbar. Die darin enthaltenen Informationen hatten sich zuvor jedoch bereits \u00fcber Medienberichte und andere Internetplattformen verbreitet.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/image-127371--4621199.jpg\"\/>Stefan KellerF\u00fcr Besitzer betroffener Ger\u00e4te bedeutet die Ver\u00f6ffentlichung nicht automatisch eine akute Gefahr im Alltag. Der beschriebene Angriff erfordert physischen Zugriff und erhebliches technisches Wissen. F\u00fcr Forensikfirmen und Strafverfolgungsbeh\u00f6rden kann eine dauerhaft vorhandene BootROM-L\u00fccke allerdings besonders wertvoll sein. Der Rechtsstreit zeigt zugleich, wie sensibel der Markt f\u00fcr nicht \u00f6ffentlich bekannte Zugriffsmethoden auf Smartphones ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Eine Sicherheitsl\u00fccke in Apples A12- und A13-Chips hat einen Rechtsstreit ausgel\u00f6st. 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