{"id":222494,"date":"2026-07-25T12:38:11","date_gmt":"2026-07-25T12:38:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/222494\/"},"modified":"2026-07-25T12:38:11","modified_gmt":"2026-07-25T12:38:11","slug":"video-meilensteine-der-schweizer-geschichte-prof-christoph-moergeli-ueber-general-guisans-geheimtreffen-mit-den-nazis-in-biglen-im-kanton-bern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/222494\/","title":{"rendered":"Video: Meilensteine der Schweizer Geschichte: Prof. Christoph M\u00f6rgeli \u00fcber General Guisans Geheimtreffen mit den Nazis in Biglen im Kanton Bern"},"content":{"rendered":"<p>Musik Gr\u00fcezi miteinander, ich begr\u00fcsse Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily Spezial Meilensteine der Schweizer Geschichte. Mein Name ist Roman Zeller und neben mir bereits steht schon Professor Christoph M\u00f6rgeli. Wir sind heute im Kanton Bern in Biegeln. Hinter uns ein Restaurant der Gasthof Bern. Lieber Christoph, was ist das Thema der heutigen Sendung? Worum geht es bei Meilenscheine der Schweizer Geschichte? Gr\u00fcezi miteinander. In diesem Gasthof B\u00e4ren hat am 3. M\u00e4rz des Jahres 1943 eine geheime Zusammenkunft stattgefunden. Ein konspiratives Treffen gewissermassen. Und zwar zwischen dem damaligen Oberbefehlshaber der Schweizer Armee, General Henri Guisan und zwei h\u00f6heren&#8230; SS-Offizieren, vor allem mit dem SS-General Schellenberg, Walter Schellenberg. Es ging damals um das Verhalten der Schweizer Armee im Falle eines alliierten Angriffs vom S\u00fcden her. Und warum hat man sich hier getroffen? Wie kam es dazu? Eigentlich sollte dieses Treffen, das auf l\u00e4ngere Hand eingef\u00e4delt worden war, in Bern stattfinden. General Guisan fand aber, da seien zu viele Leute, die einen erkennen k\u00f6nnten. Er hat sich damals f\u00fcr den B\u00e4ren in Biglen entschieden. Es war \u00fcbrigens eine weitbekannte Speisewirtschaft, f\u00fcr die Qualit\u00e4t ber\u00fchmt. Es haben auch sonst wichtige Zusammenk\u00fcnfte, auch im Vorfeld dieses Treffens hier in B\u00e4ren, in Biglen, stattgefunden. Es war auch relativ nahe bei der Hauptstadt Bern. Gehen wir zur\u00fcck in diese Zeit. Was war das f\u00fcr eine Phase, auch f\u00fcr die Schweiz? Der Zweite Weltkrieg tobte ja damals. Was kannst du \u00fcber das grosse, ganze Schweiz in Zeiten des Zweiten Weltkrieges dazu sagen? Was war da die Stimmung in der Schweiz? Die Schweiz war ja bis dahin verschont worden von diesen f\u00fcrchterlichen Ereignissen des Zweiten Weltkrieges, von diesem absoluten H\u00f6llensturz durch die&#8230; Unbedingte Neutralit\u00e4t und nat\u00fcrlich auch durch eine hohe Bereitschaft der Armee, auch durch die Bereitschaft s\u00e4mtliche Durchg\u00e4nge, Alpendurchstiche, Tunnels, Br\u00fccken und auch Fabrikanlagen zu sprengen. Das war pr\u00e4ventiv und sollte eben zum Ausdruck bringen, es lohnt sich nicht, dieses Land anzugreifen. Die Deutschen waren im Fr\u00fchling 1943 in der Defensive. Die. Die Kriegslage hat sich ver\u00e4ndert zugunsten der Alliierten. Und da haben nat\u00fcrlich auch einzelne hochgestellte Pers\u00f6nlichkeiten in Berlin versucht, neue F\u00e4den zu kn\u00fcpfen. Vielleicht auch ein bisschen sich auf eine Nachkriegszeit einzustellen und sich darauf auszurichten. Jedenfalls dieser damals junge SS-General Walter Schellenberg. Er hat durch Nachrichtendienstquellen in die Schweiz, vor allem \u00fcber den Nachrichtenchef Brigadier Roger Masson, Verbindungen gekn\u00fcpft. Und er wollte eigentlich eine Zusage des Generals der Schweizer Armee, dass diese Armee bereit sei, auch gegen die Alliierten ihre Grenzen unbedingt und bis zum Letzten zu verteidigen. Was war die erste Reaktion der Schweizer? Die Reaktion der Schweizer, vor allem von General Guisan, an dieses Anliegen einer Aussprache, einer Zusicherung an die Adresse von Berlin. Man sprach da, Hitler wolle das wissen, Himmler wolle das wissen. Er hat positiv reagiert, er dachte, das sei im Interesse der Schweiz, hier Klartext zu sprechen. Und so ist es dann auch. zu diesem doch einmaligen und au\u00dfergew\u00f6hnlichen Treffen gekommen. Ich muss aber sagen, man war bereits vorher im Kontakt. Es ging damals bei den Kontakten zwischen Brigadier Masson und diesem SS-General Schellenberg vor allem um die Freilassung eines Schweizer Spions, der in Stuttgart kurz zuvor verhaftet worden war. Und schon 1942 hat man sich dar\u00fcber&#8230; ausgetauscht. Dieser Schweizer Spion war ein junger Jurist und Leutnant der Schweizer Armee namens Ernst M\u00f6rgeli, er war dann nachher im eidgen\u00f6ssischen Milit\u00e4rdepartement Sprecher, ist verhaftet worden, kam in ein Gestapo-Gef\u00e4ngnis und ist dann durch diese Zusammenk\u00fcnfte auch freigelassen worden im Haustausch gegen einen deutschen Spion. Durfte der General der Schweiz so ein Treffen, eine Vereinbarung abhalten? Das war sehr umstritten und wir werden sehen, dass der Bundesrat der Meinung war, das geht nicht. Aber wie lief das Treffen ab? Es kam zu einem Grenz\u00fcbertritt zweier SS-M\u00e4nner, n\u00e4mlich General Walter Schellenberg und Hans Wilhelm Ecken, auch er ein SS-Offizier. Sie kamen \u00fcber Konstanz-Kreuzlingen und wurden in Empfang genommen durch einen Nachrichten-Offizier. einen Hauptmann und Rechtsanwalt, namens Meyer. Und dieser Paul Meyer war Besitzer eines Schlosses in Ermatingen am Untersee und hat auf diesem Schloss Wolfsberg dann auch die beiden Herren untergebracht. Man ist dann am n\u00e4chsten Tag weitergefahren nach Z\u00fcrich, da hat man Brigadier Masson getroffen. Es ging nach Bern, wo man eincheckte im Hotel Bellevue und Dann fand am 3. M\u00e4rz, einen Tag nachdem die beiden Deutschen die Grenze \u00fcberschritten hatten, hier im Gasthof Bieglen dieses Treffen statt. Als Abendessen in geschlossener Gesellschaft mit sechs Teilnehmern. Was wurde an diesem Treffen genau besprochen? Was war da der Ablauf, die Traktanden und auch das Resultat vielleicht? Das Resultat, um das vorwegzunehmen, war dann, dass man abgemacht hat. dass General Guison tats\u00e4chlich diese Zusicherung in schriftlicher Form abgibt. Man hat sich hier getroffen, offenbar in recht gel\u00f6stem Rahmen. Man hat getafelt. Mit dabei war neben General Guison und den beiden SS-M\u00e4nnern Schellenberg und Ecken dann Brigadier Masson vom Nachrichtendienst, Paul Mayer, Hauptmann. im Nachrichtendienst und ein Beamter, ein Inspektor der Stadtpolizei Z\u00fcrich, Kriminalkommissar Dr. Wiesentanger. Er hat die beiden auf der ganzen Reise begleitet, damit da offenbar nichts Schlimmes herauskam. Vielleicht auch, um zu verhindern, dass die beiden Spionage betreiben. Was war denn? Gab es ein schriftliches Dokument, eine Zuschauerung? Was war denn das? Finale, Endergebnis? Tats\u00e4chlich gab es nach diesem Essen, das \u00fcbrigens 253 Franken kostete, das weiss man noch, die Abmachung, dass General Guisson in den n\u00e4chsten Tagen ein entsprechendes Schreiben ausarbeiten wird. Und so ist es dann auch geschehen. Die beiden Deutschen fuhren zur\u00fcck nach Bern und haben da \u00fcbernachtet, gingen dann eben wieder in den Thurgau. Und man hat sich ein zweites Mal getroffen. Am 6. und 7. M\u00e4rz 1943 fanden n\u00e4mlich in Arosa die Schweizer Skimeistertage statt. Und da war General Guison auch anwesend. Sein Sohn war da in der Organisation beteiligt. Und im Hotel Excelsior, wo die deutschen G\u00e4ste abgestiegen sind, kam es zu einem Apero und einem Mittagessen. und an diesem Samstag eines Ski-Wochenendes hat General Guison tats\u00e4chlich dann diese schriftliche Zusicherung den beiden Herren mitgegeben, die sie in Berlin dann auch abgeliefert haben. Ribbentrop, der Aussenminister, hat das beurteilt und hat das auch gewissermassen anerkannt als glaubw\u00fcrdig. Was er allerdings nicht glaubte, General Guison hat&#8230; den deutschen G\u00e4sten versichert, dass es keinerlei Absprachen mit den Franzosen gegeben habe. Die Deutschen waren aber bereits im Besitz dieser ber\u00fchmten Akten von La Charit\u00e9 und wussten, dass dies nicht stimmt. Also General Guison hat tats\u00e4chlich zu Beginn des Krieges mit den Franzosen verhandelt. Du hast gesagt, der Bundesrat w\u00fcrde \u00fcberhaupt nicht einverstanden. Er hat gesagt, das geht nicht, dass da der General mit den Nazis verhandelt und auch zu einer \u00dcbereinkunft. kommt, wie war die Stimmung danach politisch? Was ist da passiert? Was waren die Auswirkungen? Was lief danach? Dieses Geheimtreffen, das eigentlich nicht h\u00e4tte auffliegen d\u00fcrfen, wurde dann eben doch bekannt und zwar durch eine Lappalie. Es war n\u00e4mlich so, dass sich sowohl General Guisan wie auch der Wirt des B\u00e4ren in Biegeln erkundigte, wo denn eigentlich die entsprechende Seite mit den untenen Unterschriften der G\u00e4ste geblieben sei, von diesem 3. M\u00e4rz 1943. Tats\u00e4chlich hat Nachrichtenoffizier Paul Mayer die Seite herausgel\u00f6st und behalten. Das war sicher eine geschickte Vorsichtsmassnahme. Der Wirt aber war dar\u00fcber traurig. Der h\u00e4tte gerne vor allem nat\u00fcrlich den General in seinem G\u00e4stebuch gehabt. Aber wir wissen heute, dass es diese Seite gab und dass Paul Meyer sie in der Tat ausgeschnitten und aufgehoben hat. Durch diese Nachfragen des Wirts wurde aber im Stab des Generals bekannt, dass hier eine Sitzung stattgefunden hat und davon wusste der Chef des pers\u00f6nlichen Stabs des Generals, Major Barbe, \u00fcberhaupt nichts. Auch Sandow, der erste Adjutant von General Guisan, wusste nichts und sie waren etwas befremdet. Einerseits, dass sie nicht informiert waren, andererseits, dass ein so gef\u00e4hrliches Treffen \u00fcberhaupt stattgefunden hat. Auch andere hohe Offiziere und Mittelhohe Offiziere haben es als Fehler, als politischen Irrsinn betrachtet, ein solches Treffen hier zu veranstalten. Vor allem aber hat davon geh\u00f6rt, auch der Verbindungsoffizier, der den Bundesrat st\u00e4ndig zu informieren hatte \u00fcber Belange der Armee. Und dieser Generalstabsmajor&#8230; hat dann den Chef des Milit\u00e4rdepartements, Karl Kobbelt, informiert \u00fcber das Treffen. Er wollte nat\u00fcrlich, dass sein Name aus dem Spiel bleibt, damit auch der General da nichts erf\u00e4hrt. Das war Major Bracher. Und Kobbelt hat nat\u00fcrlich eher indigniert reagiert und fragte dann beim General nach. Dieser hat dann auch&#8230; Ein bisschen freiwillig davon erz\u00e4hlt, hat aber so getan, wie wenn er eigentlich nicht so genau wisse, wie dieser SS-General gehei\u00dfen habe, mit wem er es da zu tun hatte. Er hat die ganze Sache sehr heruntergespielt. Der n\u00fcchterne Karl Kobbelt, ein St. Galler Rheintaler, ETH-Ingenieur und selber auch Generalstabsoberst, jetzt Chef des Milit\u00e4rdepartements, hat nicht locker gelassen und wollte informiert werden. Er hat dann schliesslich auch den Gesamtbundesrat \u00fcber dieses Treffen informiert und der Gesamtbundesrat hat Kobbelt beauftragt, ein Schreiben, das eben das Befremden des Bundesrates ausdr\u00fcckt, an Guison zu \u00fcberreichen. Was waren die Konsequenzen f\u00fcr die Armeerf\u00fchrung? Gab es \u00fcberhaupt Konsequenzen? Der Bundesrat hat gegen\u00fcber dem General&#8230; durchaus einger\u00e4umt, dass er in guter Absicht gehandelt habe, dass er dem Land nicht habe schaden wollen. Gleichzeitig hat aber der Bundesrat unmissverst\u00e4ndlich festgehalten, dass solche politischen Aktionen gegen\u00fcber dem Ausland nicht Sache, nicht in den Kompetenzbereich des Generals seien. Man hat gesagt, das w\u00e4re Bundesratssache. Man hat ihm auch vorgehalten, dass das Neutralit\u00e4tspolitik&#8230; sehr, sehr heikel sei. Wenn die Alliierten davon erfahren h\u00e4tten, w\u00e4re hier das Befremden gross gewesen, dass sich der Schweizer General mit h\u00f6chsten SS-Stellen hier in der Schweiz trifft. Und so hat man ihn eigentlich durchaus ermahnt und ger\u00fcgt. Aber der Bundesrat hatte auch kein Interesse, die Sache eskalieren zu lassen. Denn zu wichtig war das Prestige, die Popularit\u00e4t des Generals. Und auch der Nimbus, der Schweizer Armee, das wollte man nicht aufs Spiel setzen. Aber dass es eine gef\u00e4hrliche, eine vielleicht zu wenig durchdachte, sogar etwas dumme Aktion war, das war eigentlich in politischen Kreisen dann allgemein das Thema. Medial warf diese geheime Aktion auch&#8230; Schlagzeilen vielleicht sogar bis \u00fcber die Landesgrenzen hinaus. Wie wurde das in der breiten \u00d6ffentlichkeit wahrgenommen? Damals nicht. Das wurde \u00fcberhaupt nicht bekannt in einer breiten \u00d6ffentlichkeit. Berlin wurde ja informiert. Es ist \u00fcbrigens ziemlich ausgeschlossen, dass sich Hitler da gro\u00df interessiert hat f\u00fcr diese Aktion. Er hat sehr, sehr wenig von der Schweiz gehalten. Er hat gesagt, das sind Betr\u00fcger und L\u00fcgner. Die haben mich immer wieder \u00fcber den Tisch gezogen. Das bringt \u00fcberhaupt nichts, wenn ihr da hingeht. Joachim von Ribbentrop, der Aussenminister, hat es etwas ernster genommen und gew\u00fcrdigt. Man kann sicher sagen, die Aktion hat letztlich der Schweiz nicht geschadet. Sie hat aber auch kaum etwas gen\u00fctzt. Und bei den Alliierten, kam das heraus? Hat man das zur Kenntnis genommen, aufgenommen? War man da vor den Kopf gestossen? Ich gehe davon aus, dass die Alliierten das dann auch erfuhren. Die Spionage war ja sehr rege. Die Bundeshauptstadt Bern war ein Spionagenetz, ein eigentliches. Da waren die Amerikaner, da waren die Briten. Also die Alliierten gut vertreten, auch die Franzosen. Ebenso nat\u00fcrlich deutsche Spionagenetzwerke, die da gewirkt haben. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das dann nicht bekannt wurde. Bekannt wurde das Treffen dann vor allem als das Interesse. Das Interesse war gross \u00fcber die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs, so in den ausgehenden 60er Jahren. Neutralit\u00e4tsbericht von Edgar, Bonjour, dann auch Fernsehsendungen, die Schweiz im Krieg und so weiter. Und da war dieser SS-General Schellenberg und das Treffen hier in Bieglen durchaus ein Thema. Hat das dem Ansehen von General Guisson irgendwie in irgendeiner Art und Weise gesch\u00e4digt? Das hat es eigentlich nicht, vor allem eben, weil es nicht weit ist. weiter bekannt wurde damals, als es ihn noch h\u00e4tte sch\u00e4digen k\u00f6nnen. Er hat ja durchaus auch darauf hinweisen k\u00f6nnen, dass er ebenfalls mit den Franzosen verhandelt hat, dass das seine Aufgabe sei. Hier allerdings sicher ein politischer Akt, der kaum in seine Zust\u00e4ndigkeit fiel. Er selber hat dann \u00fcbrigens die R\u00fcge so kommentiert am Rand des Briefes, das sei Einfach Jalousie, das sei Eifersucht, der Bundesrat sei eifers\u00fcchtig, dass er hier diese Aktion gestartet hat. Das greift sicher zu kurz, aber es zeigt, dass General Guisan, der eben auch nicht ehrlich war gegen\u00fcber seinen politischen Vorgesetzten, dass General Guisan hier schon ein bisschen ein gef\u00e4hrliches Spiel gespielt hat und dass er eben zu wenig Vertrauen hat in die politische F\u00fchrung. Roger Masson, der Chef des Nachrichtendienstes, das muss man zugestehen, hat den Bundesrat dann absolut klar und umfassend orientiert. War das der einzige Sololauf eines Schweizer Generals in Zeiten des Krieges? Fernab von politischen Aufsichtsorganen? Oder ist das vielleicht sogar die Regel? Es war sicher. Ein aufsehenerregender Sololauf. Es gab nicht allzu viele, aber das war einer. Nat\u00fcrlich sah sich der General nicht zu Unrecht auch ein St\u00fcck weit als politische Instanz. Das Vertrauen der Bev\u00f6lkerung war im Grunde in den General gr\u00f6sser als in den Bundesrat. Der Bundesrat hat das auch immer wieder empfunden, ein bisschen auch zu Recht, weil nat\u00fcrlich die wirtschaftlichen Anstrengungen des Bundesrates dann gegen\u00fcber jenen der Armee zu wenig gew\u00fcrdigt wurden. Vielen Dank. hat man dann ein bisschen vergessen, dass es eben auch wichtig war, die Bev\u00f6lkerung zu ern\u00e4hren und zu kleiden. Aber dieser Sololauf war sicher bemerkenswert und hat dann in der Geschichtswissenschaft auch entsprechende Aufmerksamkeit gefunden. Vielleicht noch ein Wort zu Piglen. Warum genau hier, klar, der Bern, eine aussergew\u00f6hnliche, auch qualitativ hochwertige Gastwirtschaft? Aber was gibt es sonst noch \u00fcber dieses kleine \u00d6rtchen im Kanton Bern zu sagen? Ja, Bieglen war ein wirklich interessantes \u00d6rtchen, k\u00f6nnte man sagen. Ein Dorf mit eben diesem stattlichen Wirtshaus, das \u00fcber die Region hinaus gestrahlt hat. Heute ist es meines Wissens nicht nur Restaurant, es ist auch eine Altersresidenz. Also man kann hier im Alter wohnen. Das ist nat\u00fcrlich immer etwas schwierig, ein solches Geb\u00e4ude nur als Gastwirtschaft zu unterhalten. das so gross ist und eben doch auf dem Lande liegt, immerhin in der erreichbaren N\u00e4he von Bern, aber doch einigermassen abseits. Und genau das war ja der Grund, der General Guisan bewogen hat, hier das Treffen im Geheimen ohne grosses Publikum abzuhalten. Das haben wir vergessen \u00fcber dieses geheime Treffen \u00fcber den General, den Bundesrat. desavouierte fast schon \u00fcber Piccoli, \u00fcber Bern, \u00fcber den Zweiten Weltkrieg. Vielleicht das weitere Schicksal von SS-General Schellenberg. Die Schweizer nannten ihn fast liebevoll Scheli, der den Krieg \u00fcberstanden hat. Er ist dann allerdings relativ jung, 1952 in Turin verstorben. Er kam auch am sogenannten Wilhelm-Stra\u00dfen-Prozess vor. Er wurde verurteilt zu sechs Jahren, ist dann aber nach zwei Jahren entlassen worden. Und man muss im Nachhinein sagen, dass man hier nat\u00fcrlich verhandelt hat mit einer hochproblematischen Figur. Schellenberg, so charmant, gut aussehend, jugendlich, er auch wirkte, war in entsetzliche Verbrechen der SS involviert. Er wusste jedenfalls Bescheid, was da alles passierte. Und so gesehen haben zwar nachher auch Schweizer zu seinen Gunsten ausgesagt, weil es eben hier zu Gespr\u00e4chen kam. und weil sich Schellenberg auch als Freund der Schweiz zu inszenieren wusste. Aber es war ein problematisches Treffen mit einer problematischen Pers\u00f6nlichkeit. Also ein Blender, der unglaublich&#8230; Was hat er alles geleistet vielleicht? Oder was hat er zu verantworten? Er hat verschiedene politische Morde mit zu verantworten. Man hat ihn gezielt eingesetzt zu verbrecherischen Aktionen der SS. Er war da beteiligt, er war&#8230; auch f\u00fchrender Organisator, offenbar ein geschickter Geheimdienstmann mit etwas Einfluss, vielleicht nicht den Einfluss, den sich die Schweizer versprochen haben, aber er war doch ein wichtiger Mann in dieser Hierarchie und er war der j\u00fcngste aller SS-Generelle. Was lernen wir aus diesem Ereignis, was lernt die Schweiz aus diesem Meilenschein der Schweizer Geschichte, diesem Geheimtreffen, das hinter uns stattgefunden hat? Was ist da die Lehre f\u00fcr die Schweiz? Die Lehre ist sicher, dass die Neutralit\u00e4t damals au\u00dferordentlich wichtig, ja \u00fcberlebenswichtig war. Und das Dokument, das Schellenberg mit nach Berlin nahm, ist eindr\u00fccklich in seiner Bestimmtheit. Also General Guizot hat in aller Reutlichkeit zum Ausdruck gebracht, dass die Schweiz an ihrer immerw\u00e4hrenden, umfassenden und auch bewaffneten Neutralit\u00e4t festhalten will, dass jeder Gegner, wer er auch sei, an der Grenze mit dem Schlimmsten zu rechnen habe. Er hat sogar gesagt, das gesamte Schweizer Volk sei bereit, sich freudig aufzuopfern. Ob das vielleicht ein bisschen \u00fcbertrieben war, m\u00fcssen wir dahingestellt lassen. Aber er hat mit aller Entschiedenheit gegen\u00fcber Berlin betont, dass eben nicht nur Deutschland den schweizerischen Feind kennenlernen. w\u00fcrde, wenn es die Grenzen \u00fcbertritt, sondern eben auch die Alliierten, wo man vor allem im S\u00fcden eben einen Grenz\u00fcbertritt bef\u00fcrchtete, sobald eben dann im Sommer 1943 die alliierte Invasion in Sizilien begann und Italien zur\u00fcckerobert wurde. Lieber Christoph, ganz herzlichen Dank f\u00fcr diese Ausf\u00fchrungen. Ihnen danken wir ganz herzlich f\u00fcr die Aufmerksamkeit, w\u00fcnsche Ihnen ein wundersch\u00f6nes Wochenende. bleiben sie uns gewogen Und bis zum n\u00e4chsten Mal bei Weltwoche Redlich Spezial und Mein Scheine der Schweizer Geschichte. Vielen Dank.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Musik Gr\u00fcezi miteinander, ich begr\u00fcsse Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily Spezial Meilensteine der&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":222495,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[30],"tags":[125,1258,177,100,732,3287,13174,45,6670],"class_list":["post-222494","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bern","tag-bern","tag-geschichte","tag-kultur","tag-kunst","tag-literatur","tag-reisen","tag-roman","tag-schweiz","tag-veroeffentlichung"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/116980651888606856","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=222494"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/222494\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/222495"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=222494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=222494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=222494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}