{"id":225126,"date":"2026-07-27T17:25:23","date_gmt":"2026-07-27T17:25:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/225126\/"},"modified":"2026-07-27T17:25:23","modified_gmt":"2026-07-27T17:25:23","slug":"camair-co-verklagt-boeing-180-mio-dollar-nach-absturz-von-1995-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/225126\/","title":{"rendered":"Camair-Co verklagt Boeing: 180 Mio. Dollar nach Absturz von 1995 gefordert"},"content":{"rendered":"\n<p>Es war einer der schwersten Flugzeugabst\u00fcrze in der Geschichte Kameruns. Am 3. Dezember 1995 verungl\u00fcckte eine Boeing 737-200 von Cameroon Airlines im Anflug auf Douala. Ursache war ein Triebwerksschaden, den die Besatzung nicht rechtzeitig erkannte. Von 76 Menschen an Bord kamen 71 bei dem Absturz ums Leben. Das Flugzeug mit dem Kennzeichen TJ-CBE war zum Unfallzeitpunkt zehn Jahre alt und hatte 18746 Flugstunden absolviert. Grund f\u00fcr den Triebwerksschaden war eine durch Materialerm\u00fcdung gebrochene Verdichterschaufel im linken Triebwerk.<\/p>\n<p>\u00dcber 30 Jahre besch\u00e4ftigt die Trag\u00f6die Gerichte in Kamerun und den USA. Cameroon Airlines musste 2008 wegen Korruption den Betrieb einstellen. An ihre Stelle trat 2006 die staatliche Nachfolgegesellschaft <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/tags\/camair-co\" id=\"84b576fd-12ac-49a7-b289-03f7b85f6d4f\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Camair-Co<\/a>. Im Februar 2025 reichte die Airline vor einem kamerunischen Gericht Klage gegen Boeing und Pratt &amp; Whitney ein und fordert knapp 180 Millionen Dollar Schadenersatz.<\/p>\n<p>Camair-Co fordert knapp 180 Millionen Dollar<\/p>\n<p>Camair-Co begr\u00fcndet die Forderung damit, dass Boeing kein Warnsystem f\u00fcr Triebwerksleistungsverlust eingebaut und kein passendes Training angeboten habe. Mit besserer Warnung und Training h\u00e4tten die Piloten den Unfall vermeiden k\u00f6nnen, so der Vorwurf. Konkret fordert die Airline 40 Millionen Dollar f\u00fcr ein Ersatzflugzeug, 130 Millionen Dollar f\u00fcr Betriebsausf\u00e4lle und 8,7 Millionen Dollar f\u00fcr Reputationssch\u00e4den.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/tags\/boeing\" id=\"109a4d7d-3b4f-4667-b367-afb07e66b934\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Boeing<\/a> wehrt sich mit einer Gegenklage. Der Flugzeughersteller reichte sie am 17. Juli 2026 beim US-Bundesgericht f\u00fcr den Western District of Washington ein, wie die Nachrichtenseite <a href=\"https:\/\/www.cameroonintelligencereport.com\/boeing-sues-cameroon-airlines-over-179m-claim-tied-to-1995-crash\/\" id=\"7e946a85-3a19-4b64-9b66-5e4f97806c34\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Cameroon Intelligence Report<\/a>. berichtet. Ziel ist es, die Forderung von Camair-Co zu stoppen.<\/p>\n<p>Boeing argumentiert mit Kaufvertrag von 1984<\/p>\n<p>Boeing beruft sich auf den Kaufvertrag von 1984. Darin sei festgehalten, dass Streitigkeiten nach dem Recht des US-Bundesstaats Washington zu entscheiden seien, nicht vor einem Gericht in Kamerun. Zudem hat Cameroon Airlines auf sp\u00e4tere Schadenersatzanspr\u00fcche verzichtet, etwa wegen Fahrl\u00e4ssigkeit. Alle Garantien, die Boeing dem K\u00e4ufer urspr\u00fcnglich gegeben habe, seien zum Zeitpunkt des Absturzes 1995 l\u00e4ngst abgelaufen gewesen. Boeing argumentiert deshalb, Camair-Co d\u00fcrfe gar nicht in Kamerun klagen, schon gar nicht mit diesen Argumenten.<\/p>\n<p>Der Vertrag regelt auch, was passiert, wenn es sp\u00e4ter Streit \u00fcber Schulungen gibt, die Boeing nach der Auslieferung anbot, etwa Trainings f\u00fcr Piloten. Laut Boeing steht darin: Nicht der Hersteller muss sich verteidigen, sondern Camair-Co muss Boeing sch\u00fctzen, dessen Kosten \u00fcbernehmen und f\u00fcr ein m\u00f6gliches Urteil aufkommen. Camair-Co wirft dem Hersteller ja fehlendes Training vor.<\/p>\n<p>Boeing trifft laut Untersuchungsbericht keine Schuld<\/p>\n<p>Der offizielle <a href=\"https:\/\/asn.flightsafety.org\/reports\/1995\/19951203_B732_TJ-CBE.PDF\" id=\"01868d81-9a9c-4268-85be-c52089109312\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Untersuchungsbericht<\/a> zum Absturz von 1995 nannte nie die Bauart, die Handb\u00fccher oder das Training von Boeing als Unfallursache. Keine einzige Sicherheitsempfehlung aus dem Bericht richtete sich an den Hersteller. Ausl\u00f6ser war eine gebrochene Verdichterschaufel. Verantwortlich daf\u00fcr war laut Boeing nicht der Hersteller selbst, sondern die belgische Airline Sabena. Sabena war damals Wartungspartner von Cameroon Airlines.<\/p>\n<p>Fundierte Recherchen, Einordnung und Unabh\u00e4ngigkeit: Unsere Fachredaktion kennt die Luftfahrt aus Interviews, Daten und Recherchen vor Ort. F\u00fcr den Preis eines Kaffees im Monat unterst\u00fctzen Sie diese Arbeit und lesen aeroTELEGRAPH ohne Werbung. Ihre Unterst\u00fctzung macht den Unterschied. <a href=\"https:\/\/www.aerotelegraph.com\/insider\" id=\"4ff419ac-f58e-4cc8-85ef-886ef8b62e67\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jetzt hier klicken und abonnieren<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Es war einer der schwersten Flugzeugabst\u00fcrze in der Geschichte Kameruns. Am 3. 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