{"id":22635,"date":"2026-02-27T09:23:32","date_gmt":"2026-02-27T09:23:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/22635\/"},"modified":"2026-02-27T09:23:32","modified_gmt":"2026-02-27T09:23:32","slug":"genf-usa-und-iran-verhandeln-durchbruch-oder-eskalation-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/22635\/","title":{"rendered":"Genf | USA und Iran verhandeln: Durchbruch oder Eskalation?"},"content":{"rendered":"<p>Genf (dpa) &#8211; Vor dem Hintergrund milit\u00e4rischer Spannungen gehen die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in eine entscheidende Runde. Delegationen beider Staaten wollen sich heute erneut in Genf treffen. Wieder vermittelt dabei der Golfstaat Oman. US-Pr\u00e4sident Donald Trump hatte der Regierung in Teheran vor einer Woche ein Ultimatum bis Anfang M\u00e4rz gestellt. \u00abEntweder wir erzielen eine Einigung oder es wird f\u00fcr sie bedauerlich\u00bb, sagte er. Antworten auf zentrale Fragen:<\/p>\n<p>Wor\u00fcber verhandeln die USA und der Iran?<\/p>\n<p>Im Fokus der Gespr\u00e4che steht das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA und andere westliche L\u00e4nder wollen verhindern, dass die Islamische Republik an Atomwaffen gelangt. W\u00e4hrend Teheran beteuert, sein Nuklearprogramm nur zivil zu nutzen, ist die Staatsf\u00fchrung zu Kompromissen bei der Einschr\u00e4nkung bereit. Dazu z\u00e4hlt etwa, Uran nur bis zu einem geringen Prozentsatz anzureichern, wie es bereits 2015 im Wiener Atomdeal vereinbart worden war. Trump hatte dieses Abkommen 2018 einseitig aufgek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Teheran hat jedoch nach au\u00dfen gleich mehrere rote Linien definiert. Die Industrie zur Urananreicherung wolle man nicht vollst\u00e4ndig aufgeben, nicht verhandelbar sei au\u00dferdem eine Begrenzung des Raketenprogramms. Teheran betrachtet sein Arsenal als einzige wirksame milit\u00e4rische Abschreckung.\u00a0<\/p>\n<p>Auch \u00fcber eine Unterst\u00fctzung militanter Gruppen in der Region, wie etwa der Hisbollah im Libanon, will die iranische Seite nicht sprechen.\u00a0<\/p>\n<p>Was will Irans Staatsf\u00fchrung erreichen?<\/p>\n<p>Die iranische Regierung hatte bereits bei den letzten Verhandlungen mit den USA eine Aufhebung der harten Wirtschaftssanktionen als Ziel formuliert. Die Strafma\u00dfnahmen haben das Land vom internationalen Finanzmarkt weitgehend abgeschottet und Investoren abgeschreckt. Sie gelten als Grund f\u00fcr die katastrophale Wirtschaftslage, die die Mittelschicht ausgeh\u00f6hlt und Teile der Bev\u00f6lkerung an den Rand der Armut gedr\u00e4ngt hat.<\/p>\n<p>Angesichts der milit\u00e4rischen Drohungen d\u00fcrfte Irans Regierung jedoch auch das Ziel verfolgen, einen Krieg gegen das eigene Land abzuwenden. Die Staatsf\u00fchrung betonte zuletzt ihre Bereitschaft zu einem Abkommen, stellte zugleich aber auch eine milit\u00e4rische Eskalation in Aussicht. Pr\u00e4sident Massud Peseschkian drohte mit einem \u00abumfassenden Krieg\u00bb, sollte etwa Religionsf\u00fchrer Ajatollah Ali Chamenei angegriffen werden. Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach erkl\u00e4rt, ein Machtwechsel im Iran liege in seinem Interesse.<\/p>\n<p>Chamenei selbst warnte die USA Anfang Februar: \u00abDie Amerikaner sollen wissen, wenn sie einen Krieg vom Zaun brechen, wird es dieses Mal ein regionaler Krieg sein.\u00bb Der Iran wolle keinen Krieg und werde ihn auch nicht beginnen. Der Religionsf\u00fchrer hat in allen strategischen Belangen das letzte Wort in Teheran.<\/p>\n<p>Welche Ergebnisse und Folgen sind wahrscheinlich?<\/p>\n<p>Nachdem US-Pr\u00e4sident Trump der iranischen F\u00fchrung ein Ultimatum gestellt hat, gehen viele Experten und Beobachter nun von einer entscheidenden Verhandlungsrunde aus. Dabei ist v\u00f6llig offen, ob und zu welchen Konzessionen die iranische Seite bereit ist. Nach au\u00dfen hin demonstriert das Verhandlungsteam um Au\u00dfenminister Abbas Araghtschi Entschlossenheit und St\u00e4rke. Der Iran werde nicht unter Druck und Einsch\u00fcchterungen verhandeln, betont die Regierung in Teheran stets.\u00a0<\/p>\n<p>Sollte es bei den Gespr\u00e4chen nicht zu einem Durchbruch kommen, wird ein Krieg der USA gegen den Iran wahrscheinlicher. In den vergangenen Wochen hat das Milit\u00e4r eine massive Flotte mit zwei Flugzeugtr\u00e4gern, Dutzenden Kampfjets sowie Flugabwehr und Milit\u00e4rflugzeugen zur Luftbetankung \u2013 wie sie bei intensiven Bombardierungen ben\u00f6tigt werden \u2013 in den Nahen Osten verlegt. Laut dem \u00abWall Street Journal\u00bb ist es der gr\u00f6\u00dfte Aufmarsch von US-Luftstreitkr\u00e4ften in der Region seit dem Irak-Krieg 2003.\u00a0<\/p>\n<p>Welche Rolle spielen die Vermittler?<\/p>\n<p>Bei den Verhandlungen vermittelt wieder der Golfstaat Oman. Bereits im vergangenen Jahr und bei den j\u00fcngsten beiden Verhandlungsrunden \u00fcbermittelte Au\u00dfenminister Badr al-Bussaidi nach iranischer Darstellung Nachrichten zwischen beiden Seiten. Offiziell, so stellt es die Seite in Teheran dar, verhandele man nicht direkt mit den USA, die seit der Revolution von 1979 als Erzfeind der Islamischen Republik gelten.\u00a0<\/p>\n<p>Die Schweiz als Austragungsort sch\u00e4tzt die iranische Seite als neutralen Vermittler. Der Staat vertritt im Iran auch die Interessen der USA, die dort keine diplomatische Vertretung haben.<\/p>\n<p>Rafael Grossi, der Chef der Internationalen Atomenergiebeh\u00f6rde (IAEA), wird ebenfalls am Donnerstag erneut in Genf sein, wie ein IAEA-Sprecher in Wien mitteilte. Vergangene Woche hatte der Chef der UN-Atominspektoren mit Irans Au\u00dfenminister Abbas Araghtschi in Genf Gespr\u00e4che zur Vorbereitung der US-iranischen Verhandlungen gef\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Was denken Menschen im Iran \u00fcber Verhandlungen mit den USA?<\/p>\n<p>Im Iran sehen viele Menschen, insbesondere Anh\u00e4nger der j\u00fcngsten Protestbewegung, Verhandlungen zwischen der Staatsf\u00fchrung und den USA kritisch. Sie werfen Trump vor, sie verraten zu haben, nachdem er ihnen auf dem H\u00f6hepunkt der Massenproteste versichert hatte: \u00abHilfe ist auf dem Weg.\u00bb Der Republikaner drohte der iranischen F\u00fchrung wegen ihres repressiven Vorgehens mehrfach, milit\u00e4risch einzugreifen. Das blieb aber aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Genf (dpa) &#8211; Vor dem Hintergrund milit\u00e4rischer Spannungen gehen die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":22636,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26,27],"tags":[2598,115,114,537,3064,2600,45,77],"class_list":{"0":"post-22635","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-geneve","8":"category-genf","9":"tag-diplomatie","10":"tag-geneve","11":"tag-genf","12":"tag-iran","13":"tag-konflikte","14":"tag-oman","15":"tag-schweiz","16":"tag-usa"},"share_on_mastodon":{"url":"","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22635"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22635\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/22636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}