{"id":228471,"date":"2026-07-30T02:23:08","date_gmt":"2026-07-30T02:23:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/228471\/"},"modified":"2026-07-30T02:23:08","modified_gmt":"2026-07-30T02:23:08","slug":"psychotherapie-fuer-gewalttaetige-straftaeter-entlastet-die-gesellschaft-auch-finanziell-reduzierte-aggressivitaet-bei-personen-mit-antisozialer-persoenlichkeitsstoerung-aspd","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/228471\/","title":{"rendered":"Psychotherapie f\u00fcr gewaltt\u00e4tige Straft\u00e4ter entlastet die Gesellschaft auch finanziell &#8211; Reduzierte Aggressivit\u00e4t bei Personen mit antisozialer Pers\u00f6nlichkeitsst\u00f6rung (ASPD)"},"content":{"rendered":"<p>Die Teilnehmer haben zudem einen standardisierten Fragebogen ausgef\u00fcllt, den die Forscher gemeinsam mit Fachkr\u00e4ften aus der Praxis und Menschen mit eigenen Erfahrungen im Strafvollzug erstellt haben, damit die Fragen relevant und verst\u00e4ndlich sind und von den Probanden akzeptiert werden. Der Fragebogen hat unter anderem erfasst, welche Angebote die Probanden in Bereichen wie Unterkunft, Bildung, Besch\u00e4ftigung und beruflicher Qualifizierung beansprucht haben.<\/p>\n<p>Wie Barbara Barrett erkl\u00e4rt, haben die Forscher nach zwei Jahren untersucht, ob es zwischen den beiden Gruppen zu Unterschieden gekommen ist und ob die Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Gesellschaft wirtschaftlich sinnvoll waren. Dabei haben sie die Kosten\u00a0des Gesundheitssystems, des Strafjustizsystems und der Auswirkungen\u00a0der Straftaten ber\u00fccksichtigt.\n<\/p>\n<p>Hohes Einsparpotenzial durch Psychotherapie\u00a0<\/p>\n<p>Die Daten zeigen, dass die Teilnehmer, die sowohl die Psychotherapie als auch die Bew\u00e4hrungsbetreuung erhalten haben, im Beobachtungszeitraum weniger aggressiv waren. Die gesellschaftlichen Gesamtkosten waren im Mittel rund 2.000 Pfund pro Teilnehmer geringer, obwohl die MBT zun\u00e4chst zus\u00e4tzliche Therapiekosten verursacht hat. Laut der gesundheits\u00f6konomischen Analyse sanken die Kosten um 93 Pfund pro zus\u00e4tzlicher Verringerung des OAS-M-Aggressionswertes. Laut Barbara Barrett deutet die Studie somit darauf hin, dass die psychotherapeutische Intervention auch \u00f6konomisch sinnvoll ist und das Potenzial f\u00fcr hohe Einsparungen im Gesundheitswesen und im Strafjustizsystem hat.\n<\/p>\n<p>\u201eDie Bedeutung evidenzbasierter L\u00f6sungen ist angesichts der hohen R\u00fcckfallraten bei Personen mit ASPD besonders wichtig. Diese Intervention bietet ein erhebliches Potenzial f\u00fcr langfristige Kosteneinsparungen in den Gesundheits- und Strafjustizsystemen\u201c, erkl\u00e4rt Barbara Barrett.<\/p>\n<p>Die Kosten der Psychotherapie\u00a0lagen im Mittel bei nur 826 Pfund pro Teilnehmer, also \u00e4hnlich hoch wie bei anderen psychologischen Behandlungsangeboten. Die h\u00f6heren Kosten der Therapie wurden laut den Berechnungen weitgehend durch die geringeren Folgekosten im Gesundheits- und Strafjustizsystem kompensiert.<\/p>\n<p>Aussagekr\u00e4ftige Ergebnisse trotz unvollst\u00e4ndiger Daten<\/p>\n<p>Wie die Forscher erkl\u00e4ren, basieren die Ergebnisse jedoch auf unvollst\u00e4ndigen Daten, weil nicht alle Probanden f\u00fcr den kompletten zweij\u00e4hrigen Beobachtungszeitraum kontaktiert werden konnten. Laut ihnen sind die Ergebnisse der multizentrischen randomisierten kontrollierten Studie innerhalb des Probation Service trotzdem aussagekr\u00e4ftig und zeigen, dass eine Kombination aus psychotherapeutischer \u00a0Intervention und Bew\u00e4hrungsbetreuung bei Straft\u00e4tern mit ASPD eine wirksame und kosteneffektive Ma\u00dfnahme sein kann. Die Interventionen k\u00f6nnen also eine Bev\u00f6lkerungsgruppe erreichen, die traditionell als schwer behandelbar gilt, und k\u00f6nnten zudem kosteneffektiv sein.\n<\/p>\n<p>\u201eDiese Studie ist die erste multizentrische randomisierte kontrollierte Studie, die innerhalb des National Probation Service in England und Wales durchgef\u00fchrt wurde, und wird durch die Beteiligung eines hybriden Forschungsteams gest\u00e4rkt, das aus Forschenden mit und ohne eigene Lebenserfahrung besteht. Die Studie zeigt, dass eine psychologische Intervention die Ergebnisse verbessern kann und f\u00fcr eine Bev\u00f6lkerungsgruppe kosteneffektiv ist, die traditionell als schwer behandelbar galt\u201c, so Elizabeth Simes.<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>Studie im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/link.springer.com\/journal\/127\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology<\/a>, doi: 10.1007\/s001270050138\n<\/p>\n<p>Studie im Fachmagazin <a href=\"https:\/\/journals.plos.org\/plosone\/article?id=10.1371\/journal.pone.0352865\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Plos One<\/a>, doi: 10.1371\/journal.pone.0352865<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t<\/p>\n<p>30. Juli 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Robert Klatt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Teilnehmer haben zudem einen standardisierten Fragebogen ausgef\u00fcllt, den die Forscher gemeinsam mit Fachkr\u00e4ften aus der Praxis und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":228472,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[42393,46,67,3933,66,45,49581,44],"class_list":["post-228471","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-aggression","tag-ch","tag-gesundheit","tag-gewalt","tag-health","tag-schweiz","tag-straftat","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117006545107250250","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/228471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=228471"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/228471\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/228472"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=228471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=228471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=228471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}