{"id":235582,"date":"2026-08-04T06:51:20","date_gmt":"2026-08-04T06:51:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/235582\/"},"modified":"2026-08-04T06:51:20","modified_gmt":"2026-08-04T06:51:20","slug":"bauer-markus-bisig-die-situation-wird-langsam-dramatisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/235582\/","title":{"rendered":"Bauer Markus Bisig \u00abDie Situation wird langsam dramatisch\u00bb"},"content":{"rendered":"<p>Linth24: Herr Bisig, Sie sind Regionalpr\u00e4sident des Bauernverbands See-Gaster. Wie kommen die Bauern mit der permanenten, bald seit Monaten vorherrschenden Hitze zurecht?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Die Situation wird langsam dramatisch. Im Moment w\u00e4chst praktisch gar nichts mehr. Viele Bauern m\u00fcssen bereits das Winterfutter verf\u00fcttern. Das bedeutet, dass dieses Futter im kommenden Winter fehlen wird.<\/p>\n<p>Linth24: Wie gross ist der Ausfall beim Futter?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Im Tal rechnet man normalerweise mit rund f\u00fcnf Schnitten pro Jahr, in h\u00f6heren Lagen mit vier. Der erste Schnitt bringt zwar den gr\u00f6ssten Ertrag, trotzdem fehlt inzwischen etwa ein Viertel des Futters \u2013 oder je nach Lage zwei Futterschnitte.<\/p>\n<p>Linth24: Reicht das Gr\u00fcnfutter noch aus?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Es wird knapp. Bei uns gehen die K\u00fche zwar noch auf die Weide, doch dort ist praktisch nichts Gr\u00fcnes mehr. Wir holen zus\u00e4tzlich Gras von weiter entfernten Fl\u00e4chen, welches wir normalerweise f\u00fcr den Winter konservieren w\u00fcrden. Das d\u00fcrfte aber h\u00f6chstens noch ein bis zwei Wochen reichen.<\/p>\n<p>Linth24: W\u00fcrde Regen die Lage rasch entspannen?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Er w\u00fcrde helfen, aber das Gras w\u00e4chst nicht von heute auf morgen nach. Wo die Wiesen bereits abgestorben sind, muss zuerst neues Gras entstehen. Gleichzeitig breiten sich Pflanzen wie Ampfer, Hirse oder L\u00f6wenzahn aus. Sie haben einen schlechten Futterwert oder werden von den K\u00fchen nicht gerne gefressen.<\/p>\n<p>Linth24: Wie geht es nun weiter?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Das ist v\u00f6llig ungewiss. Im Moment hoffen wir einfach auf Regen.<\/p>\n<p>Linth24: Sp\u00fcrt man die Trockenheit bereits am Fleischmarkt \u2013 offenbar sollen die Bauern vermehrt K\u00fche zur Schlacht bringen, weil Futter fehlt.<\/p>\n<p>Markus Bisig: Ja. Die Fleischpreise sind am Sinken. Aufgrund der Trockenheit und um Futter zu sparen werden deutlich mehr K\u00fche zur Schlachtung angemeldet \u2013 rund 3000 Tiere mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.<\/p>\n<p>Linth24: Macht sich unter den Bauern Sorge breit?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Ja. Man fragt sich, wie es weitergeht. Viele bef\u00fcrchten zus\u00e4tzlich einen sinkenden Milchpreis, falls im Herbst wieder mehr Milch auf den Markt kommt. Ob das tats\u00e4chlich eintritt, weiss aber niemand.<\/p>\n<p>Linth24: Wie schwierig ist die Futtersituation?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Viele Betriebe werden fr\u00fcher als \u00fcblich Futter zukaufen m\u00fcssen. Das Problem ist, dass kaum noch Futter verf\u00fcgbar ist. Auch unsere Nachbarl\u00e4nder Deutschland und Frankreich leiden unter der Trockenheit. Wer \u00fcberhaupt noch Futter findet, muss deutlich mehr bezahlen.<\/p>\n<p>Linth24: Wie stark sind die Preise gestiegen?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Im Fr\u00fchling kostete gutes Heu aus dem Vorjahr noch rund 25 Franken pro 100 Kilogramm. Heute liegen die Preise bei rund 45\u00a0 Franken. Das ist nahezu eine Verdoppelung.<\/p>\n<p>Linth24: Was w\u00fcnschen Sie sich jetzt?<\/p>\n<p>Markus Bisig: Im Moment hoffen wir jeden Tag auf Regen. Ohne Niederschl\u00e4ge wird sich die Situation weiter versch\u00e4rfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Linth24: Herr Bisig, Sie sind Regionalpr\u00e4sident des Bauernverbands See-Gaster. 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