{"id":236182,"date":"2026-08-04T14:42:29","date_gmt":"2026-08-04T14:42:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/236182\/"},"modified":"2026-08-04T14:42:29","modified_gmt":"2026-08-04T14:42:29","slug":"kraken-ungewoehnliche-mutation-koennte-ihre-intelligenz-erklaeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/236182\/","title":{"rendered":"Kraken: Ungew\u00f6hnliche Mutation k\u00f6nnte ihre Intelligenz erkl\u00e4ren"},"content":{"rendered":"<p>Kraken: Ungew\u00f6hnliche Mutation k\u00f6nnte ihre Intelligenz erkl\u00e4ren &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>RNA-Bruch: Kraken besitzen einzigartigen Schutz vor Proteinfehlern<\/p>\n<p>Oktopusse \u00fcberraschen nicht nur mit gro\u00dfer Intelligenz, sondern auch mit einer ungew\u00f6hnlichen Genver\u00e4nderung. Diese sorgt f\u00fcr eine besonders pr\u00e4zise Proteinsynthese\u00a0\u2013 und machte ihre Intelligenz vielleicht erst m\u00f6glich.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Schwimmender Oktopus im Meer vor einem Riff\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/GettyImages-1136409408.8126201.jpg\" title=\"Schwimmender Oktopus im Meer vor einem Riff\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 tane-mahuta \/ Getty Images \/ iStock (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Kraken wie dieser\u00a0Octopus vulgaris gelten als die intelligentesten Wirbellosen. Was erm\u00f6glichte ihnen ihre kognitiven H\u00f6henfl\u00fcge? <\/p>\n<p>Exklusive \u00dcbersetzung aus<a class=\"img\" href=\"http:\/\/www.scientificamerican.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><\/a><\/p>\n<p>Kraken sind auf ihre eigene Art \u00e4hnlich schlau wie beispielsweise Kr\u00e4hen oder Delfine. Ihre <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/news\/wieso-tintenfische-und-andere-kopffuesser-so-intelligent-sind\/2322425\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Intelligenz entwickelte sich aber \u00fcber einen eigenen Evolutionsweg<\/a>. Ihr Nervensystem ist extrem \u00fcber den gesamten K\u00f6rper verteilt, anstatt sich wie bei Wirbeltieren st\u00e4rker im zentralen Gehirn zu konzentrieren. <\/p>\n<p>Nun kam eine weitere \u00fcberraschende biologische Eigenschaft der Kraken ans Licht: eine bisher unbekannte genetische Ver\u00e4nderung, die genau zu dem evolution\u00e4ren Zeitpunkt auftrat, als die Vorfahren dieser Kopff\u00fc\u00dfer begannen, gro\u00dfe Nervensysteme zu entwickeln. Die Genver\u00e4nderung sorgt daf\u00fcr, dass <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.cub.2026.07.008\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">die Zellen Proteine ungew\u00f6hnlich pr\u00e4zise herstellen<\/a>.<\/p>\n<p>Das Team von der Harvard University stie\u00df eher zuf\u00e4llig auf die evolution\u00e4re Innovation. Mitautor Richard Han untersuchte als Doktorand im Labor der Zellbiologin Amy\u00a0Lee an der Harvard Medical School die RNA von Kraken. Dabei fiel ihm eine ungew\u00f6hnliche Bruchstelle in einer \u00bbribosomalen RNA\u00ab (rRNA) auf, die als Baustein von Ribosomen dient\u00a0\u2013 den Proteinproduktionsmaschinen der Zelle. Diese rRNA wird nach ihrer Synthese an einer bestimmten Stelle in zwei St\u00fccke geschnitten und so ins Ribosom eingebaut. Bei allen anderen untersuchten Tieren tritt dieses Ph\u00e4nomen nicht\u00a0auf.<\/p>\n<p>Um herauszufinden, wie sich der Bruch auswirkt, nahmen die Forscher eine entsprechende \u00c4nderung in Escherichia-coli-Bakterien vor. Die Mikroben machten daraufhin beim Herstellen von Proteinen nur ungef\u00e4hr halb so viele Fehler. Das reduziert das Risiko, dass fehlgefaltete Molek\u00fcle zu Aggregaten verklumpen, die als toxisch und krankheitsverursachend gelten. Bei einem Vergleich des Gewebes von Kraken und zehnarmigen Tintenfischen zeigte sich, dass Erstere tats\u00e4chlich weniger und kleinere Proteinklumpen aufwiesen.<\/p>\n<p>Obwohl die Vorteile offensichtlich sind, ist unklar, warum sich gerade beim Oktopus dieser rRNA-Bruch entwickelt hat. Er scheint ausschlie\u00dflich bei Flachwasser-Tintenfischarten vorzukommen, die sich vor etwa 100\u00a0Millionen Jahren von ihren Tiefsee-Verwandten abgespalten haben und eine hochkomplexe Umgebung besiedelten. Konfrontiert mit einer gr\u00f6\u00dferen Zahl von R\u00e4ubern, Beutetieren und Konkurrenten in seichteren Gew\u00e4ssern entwickelte sich ihr Nervensystem rasch weiter. Nervenzellen sind aufgrund ihrer langen Lebensdauer besonders anf\u00e4llig f\u00fcr Proteinverklumpungen, sagt ein Mitautor der Studie, Rishav Mitra. Indem der rRNA-Bruch die Fehlfaltung von Proteinen hemmt, so Mitra, k\u00f6nnte er die Funktion der Neurone unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Proteinklumpen spielen bei vielen neurologischen Erkrankungen des Menschen eine Rolle, darunter Alzheimer und Parkinson. Die neue Entdeckung k\u00f6nnte zu Medikamenten f\u00fchren, die auf Ribosomen abzielen und den n\u00fctzlichen Trick des Oktopus f\u00fcr eine besonders pr\u00e4zise Proteinsynthese nachahmen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Scientific American Logo\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/scientific_american_1024_2025.png.8244003.png\" title=\"Scientific American Logo\"\/><\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Cody Cottier\" class=\"full\" src=\"\/js_css\/assets\/img\/jpg\/user.png\"\/><\/p>\n<p> ist Wissenschaftsjournalist und lebt in Fort Collins, Colorado. <\/p>\n<p>\u00dcbersetzung: Hartwig Hanser<\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Mitra, R. et al., Current Biology 10.1016\/j.cub.2026.07.008, 2026 <\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kraken: Ungew\u00f6hnliche Mutation k\u00f6nnte ihre Intelligenz erkl\u00e4ren &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltRNA-Bruch: Kraken besitzen einzigartigen Schutz vor&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":236183,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[4009,46,67,66,6631,25007,23508,51094,51096,51095,45,44],"class_list":["post-236182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-biologie","tag-ch","tag-gesundheit","tag-health","tag-intelligenz","tag-kraken","tag-mutation","tag-proteinsynthese","tag-ribosom","tag-rrna","tag-schweiz","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117037763874905306","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=236182"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236182\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/236183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=236182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=236182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=236182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}