{"id":236206,"date":"2026-08-04T15:00:15","date_gmt":"2026-08-04T15:00:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/236206\/"},"modified":"2026-08-04T15:00:15","modified_gmt":"2026-08-04T15:00:15","slug":"kaffee-und-energydrink-wirken-voellig-verschieden-aufs-herz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/236206\/","title":{"rendered":"Kaffee und Energydrink wirken v\u00f6llig verschieden aufs Herz"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"article-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/kaffee-und-energydrink-wirken-voellig-verschieden-aufs-herz.jpg\"   alt=\"Kaffee und Energydrink wirken v\u00f6llig verschieden aufs Herz\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t(Symbolbild) Koffein ist die weltweit am h\u00e4ufigsten konsumierte psychoaktive Substanz, und Kaffee ist f\u00fcr die meisten Erwachsenen die wichtigste Quelle. Eine neue Auswertung der American Heart Association fasst zusammen, was die Forschung \u00fcber den Zusammenhang mit Blutdruck, Herzrhythmus und Gef\u00e4\u00dferkrankungen belegt. Entscheidend ist dabei nicht allein die Menge, sondern auch, in welcher Form und Konzentration die Substanz aufgenommen wird. F\u00fcr hochdosierte Produkte f\u00e4llt die Bewertung deutlich anders aus als f\u00fcr die klassische Tasse.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t(Foto: \u00a9\u00a0Forschung und Wissen)<\/p>\n<p>Bis zu 400 Milligramm Koffein am Tag gelten f\u00fcr die meisten Erwachsenen als unbedenklich, und moderater Kaffee geht in gro\u00dfen Beobachtungsstudien sogar mit einem niedrigeren Risiko f\u00fcr mehrere Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher. Zu diesem Schluss kommt ein neues wissenschaftliches Statement der American Heart Association. F\u00fcr hochkonzentrierte Energydrinks und Energy-Shots f\u00e4llt die Einsch\u00e4tzung dagegen deutlich zur\u00fcckhaltender aus. Die Fachgesellschaft benennt zugleich, warum sich aus der Datenlage bislang keine allgemeine Verzehrempfehlung ableiten l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Koffein wirkt im K\u00f6rper vor allem als Gegenspieler des Botenstoffs Adenosin. Adenosin sammelt sich im Verlauf des Tages im Gehirn an und d\u00e4mpft die Aktivit\u00e4t der Nervenzellen, was als zunehmende M\u00fcdigkeit wahrgenommen wird. Koffein besetzt dieselben Andockstellen, ohne diese d\u00e4mpfende Wirkung auszul\u00f6sen, und hebt damit vor\u00fcbergehend die Bremse auf. Parallel steigt die Aussch\u00fcttung von Adrenalin, was Herzfrequenz und Blutdruck kurzfristig anheben kann. Aufgenommen wird die Substanz nicht nur \u00fcber Kaffee, sondern auch \u00fcber Tee, Kakao, Schokolade, Limonaden, Energydrinks sowie \u00fcber rezeptfreie und verschreibungspflichtige Medikamente. Regul\u00e4rer Filterkaffee enth\u00e4lt je nach Zubereitung etwa 32 bis 70 Milligramm Koffein je 100 Milliliter, sodass sich die Tagesmenge je nach Tassengr\u00f6\u00dfe und Br\u00fchst\u00e4rke erheblich unterscheiden kann.<\/p>\n<p>Die wissenschaftliche Bewertung dieses Alltagsstoffs ist schwieriger, als es zun\u00e4chst wirkt. Der weitaus gr\u00f6\u00dfte Teil der vorliegenden Daten stammt aus Beobachtungsstudien, in denen Menschen \u00fcber Jahre begleitet und ihre Angaben zum Konsum mit sp\u00e4teren Erkrankungen abgeglichen werden. Solche Untersuchungen zeigen Zusammenh\u00e4nge, k\u00f6nnen aber keine Ursache belegen, weil sich Konsumgewohnheiten mit Alter, Einkommen, Rauchverhalten und Bewegung \u00fcberlagern. Erschwerend kommt hinzu, dass Kaffee weit mehr enth\u00e4lt als Koffein, darunter Chlorogens\u00e4ure und weitere Pflanzenstoffe mit entz\u00fcndungshemmender Wirkung. Ob ein beobachteter Vorteil also dem Koffein oder anderen Bestandteilen zuzuschreiben ist, l\u00e4sst sich aus solchen Daten kaum trennen. Ein wissenschaftliches Statement einer Fachgesellschaft fasst diese Studienlage systematisch zusammen, ohne den Rang einer Leitlinie zu beanspruchen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWas die Fachgesellschaft zu Kaffee und Koffein sagt<\/p>\n<p>Die Auswertung tr\u00e4gt den Titel Caffeine and Cardiovascular Disease und erschien in der Fachzeitschrift Circulation. Nach der <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/newsroom.heart.org\/news\/coffee-and-heart-health-how-many-cups-of-caffeinated-coffee-are-safe-to-drink-each-day\" title=\"American Heart Association zum wissenschaftlichen Statement \u00fcber Koffein und Herz-Kreislauf-Erkrankungen\">Mitteilung der American Heart Association<\/a> gilt eine Aufnahme von bis zu 400 Milligramm t\u00e4glich f\u00fcr die meisten Erwachsenen als sicher, was etwa drei bis f\u00fcnf Tassen schwarzem Kaffee ohne Zucker, Sirup oder Aromen entspricht. In den ausgewerteten Kohortenstudien war ein moderater Konsum mit einem niedrigeren Risiko f\u00fcr koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Vorhofflimmern verbunden, ebenso mit einer geringeren H\u00e4ufigkeit von Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes. Vorsitzender der Autorengruppe ist Gregory Marcus von der University of California in San Francisco. Wichtig ist die Einschr\u00e4nkung, dass sich diese Beobachtung auf unges\u00fc\u00dften Kaffee bezieht und nicht auf stark ges\u00fc\u00dfte Kaffeegetr\u00e4nke.<\/p>\n<p>Warum Energydrinks anders wirken als eine Tasse<\/p>\n<p>Deutlich anders bewertet das Papier Energydrinks und sogenannte Energy-Shots. Diese Produkte liefern das Koffein in stark konzentrierter Form und h\u00e4ufig in Kombination mit Zucker, Taurin und weiteren Zus\u00e4tzen, sodass innerhalb weniger Minuten Mengen aufgenommen werden, f\u00fcr die man sonst mehrere Tassen \u00fcber Stunden verteilen w\u00fcrde. In der Auswertung werden daf\u00fcr Anstiege des Blutdrucks sowie St\u00f6rungen des Herzrhythmus bis hin zu Rhythmusst\u00f6rungen beschrieben. Bei Menschen mit bereits bestehendem Bluthochdruck zeigte Koffein zudem eine deutlichere blutdrucksteigernde Wirkung als bei Gesunden. Wie schwer die eigene Aufnahme im Alltag einzusch\u00e4tzen ist, zeigt sich auch an digitalen Hilfsmitteln, denn <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/technik\/kalorien-apps-mit-ki-unterschaetzen-mahlzeiten-um-345-kalorien-133711794\" title=\"Kalorien-Apps mit KI untersch\u00e4tzen Mahlzeiten um 345 Kalorien\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">verbreitete Kalorien-Apps lagen im Test einer US-Beh\u00f6rde<\/a> pro Mahlzeit um mehrere hundert Kilokalorien daneben.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWas f\u00fcr das Herz-Kreislauf-Risiko offen bleibt<\/p>\n<p>Die Autorengruppe betont, dass sich aus der Datenlage keine allgemeing\u00fcltige Empfehlung ableiten l\u00e4sst. Genau deshalb taucht Koffein in der aktuellen Ern\u00e4hrungsempfehlung der Fachgesellschaft f\u00fcr die Herzgesundheit gar nicht auf. Individuelle Unterschiede fallen erheblich aus, weil der Abbau in der Leber genetisch unterschiedlich schnell verl\u00e4uft und Menschen mit Rhythmusst\u00f6rungen, Schwangere oder Jugendliche anders reagieren als gesunde Erwachsene. Auch die Zubereitung spielt eine Rolle, denn ungefilterter Kaffee enth\u00e4lt mehr fetthaltige Begleitstoffe, die den Cholesterinspiegel beeinflussen k\u00f6nnen. Dass die Vertr\u00e4glichkeit h\u00e4ufig in den Zellen selbst entschieden wird, zeigt sich auch bei anderen weit verbreiteten Substanzen, etwa bei der Frage, warum <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/medizin\/muskelschmerzen-durch-statine-entstehen-ganz-anders-als-gedacht-133711919\" title=\"Muskelschmerzen durch Statine entstehen ganz anders als gedacht\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Muskelschmerzen durch Statine<\/a> bei manchen Patienten auftreten und bei anderen nicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die weitere Forschung benennt das Papier eine klare L\u00fccke. Randomisierte kontrollierte Studien, in denen Teilnehmer \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume unterschiedlichen Mengen zugeteilt werden, existieren bislang nur in kleiner Zahl und mit kurzer Laufzeit. Besonders d\u00fcnn ist die Evidenz ausgerechnet dort, wo der Konsum am st\u00e4rksten w\u00e4chst, n\u00e4mlich bei hochdosierten Fertiggetr\u00e4nken und bei jungen Konsumenten. Solange diese Daten fehlen, bleibt die Aussage auf eine Orientierungsgr\u00f6\u00dfe beschr\u00e4nkt, nicht auf eine Dosisempfehlung f\u00fcr den Einzelfall. Die vollst\u00e4ndige Auswertung in <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/doi.org\/10.1161\/CIR.0000000000001454\" title=\"Circulation, wissenschaftliches Statement Caffeine and Cardiovascular Disease\">der Fachzeitschrift Circulation<\/a> listet daf\u00fcr die ber\u00fccksichtigten Endpunkte und die jeweilige Studienqualit\u00e4t im Einzelnen auf, sodass sich die Belastbarkeit jeder Einzelaussage nachvollziehen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Circulation, Caffeine and Cardiovascular Disease, A Scientific Statement From the American Heart Association; doi:10.1161\/CIR.0000000000001454<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Symbolbild) Koffein ist die weltweit am h\u00e4ufigsten konsumierte psychoaktive Substanz, und Kaffee ist f\u00fcr die meisten Erwachsenen die&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":236207,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[2052,46,51104,67,66,2885,19669,2633,3065,2958,45,44,22036],"class_list":["post-236206","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-blutdruck","tag-ch","tag-energydrink","tag-gesundheit","tag-health","tag-herz-kreislauf-erkrankungen","tag-herzinsuffizienz","tag-kaffee","tag-koffein","tag-schlaganfall","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-vorhofflimmern"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117037833669669129","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236206","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=236206"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/236206\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/236207"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=236206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=236206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=236206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}