{"id":237147,"date":"2026-08-05T07:20:26","date_gmt":"2026-08-05T07:20:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/237147\/"},"modified":"2026-08-05T07:20:26","modified_gmt":"2026-08-05T07:20:26","slug":"neuroplastische-anpassung-so-verhaelt-sich-das-gehirn-bei-chronischem-tinnitus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/237147\/","title":{"rendered":"Neuroplastische Anpassung? So verh\u00e4lt sich das Gehirn bei chronischem Tinnitus"},"content":{"rendered":"<p>Neuroplastische Anpassung?Wie sich das Gehirn bei chronischem Tinnitus verh\u00e4lt<\/p>\n<p>05.08.2026, 08:58 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(03:54 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785914425_415_Ein-Mann-der-an-Tinnitus-oder-Laermempfindlichkeit-leidet-waehrend-in-der-Naehe-seines-Ohrs-eine-leu.webp\" alt=\"Ein-Mann-der-an-Tinnitus-oder-Laermempfindlichkeit-leidet-waehrend-in-der-Naehe-seines-Ohrs-eine-leuchtende-Audiowellenform-erscheint\"\/>Tinnitus wird individuell verschieden wahrgenommen, kann aber zu Begleiterscheinungen wie Schlafst\u00f6rungen oder Angstzust\u00e4nden f\u00fchren. (Foto: IMAGO\/CHROMORANGE)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/www.google.com\/preferences\/source?q=n-tv.de\" title=\"ntv als bevorzugte Quelle auf Google hinzuf\u00fcgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Tinnitus ist keine eigenst\u00e4ndige Krankheit, sondern vielmehr ein Symptom, das im hochkomplexen Zusammenspiel zwischen Ohr und Gehirn entsteht. Forschende schauen sich deshalb die Aktivit\u00e4tsmuster in Gehirnen von Betroffenen genauer an.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Gehirn passt sich nach einer gewissen Zeit an ein st\u00e4ndiges Ger\u00e4usch im Ohr an. Das hat ein Forschungsteam von der Soochow-Universit\u00e4t im chinesischen Suzhou herausgefunden. Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass Tinnitus verschiedene Stadien durchl\u00e4uft. Das k\u00f6nnte nach langfristigen Symptomen dazu f\u00fchren, dass das Gehirn mit bestimmten Entlastungsmechanismen reagiert.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Als Tinnitus wird ein Symptom bezeichnet, bei dem Betroffene Ger\u00e4usche wahrnehmen, denen keine \u00e4u\u00dferen Schallquellen zugeordnet werden k\u00f6nnen. Die Ohrger\u00e4usche k\u00f6nnen individuell sehr verschieden sein und sich in Form von Pfeifen, Klingeln, Rauschen, Klicken, Summen oder als tiefes Brummen \u00e4u\u00dfern. Sie k\u00f6nnen immer mal wieder kurzzeitig auftreten oder st\u00e4ndige Begleiter sein und dabei nur auf einem Ohr oder beidseitig zu h\u00f6ren sein. In Deutschland wird der Tinnitus als chronisch bezeichnet, wenn das Ohrger\u00e4usch l\u00e4nger als drei Monate ununterbrochen besteht.<\/p>\n<p>Verschiedene Aktivit\u00e4ten in den Netzwerken<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr die Untersuchung konnten insgesamt 45 Studienteilnehmende gewonnen werden. 15 davon litten seit weniger als sechs Monaten unter akutem Tinnitus, 15 hatten bereits l\u00e4nger als sechs Monate Tinnitus und 15 waren tinnitusfrei und bildeten dementsprechend die Kontrollgruppe. Alle Tinnitus-Betroffenen hatten keinen erkennbaren H\u00f6rverlust. Mittels Elektroenzephalografie, kurz EEG, wurde bei allen Probanden und Probandinnen, w\u00e4hrend sie ruhten, zehn Minuten lang die Gehirnaktivit\u00e4t gemessen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auf diese Weise wollte das Team um Meng-Fang Gong feststellen, welche Hirnregionen aktiviert und wie gro\u00dffl\u00e4chige Hirnnetzwerke ein- und ausgeschaltet werden. Bisher ging man davon aus, dass die fortw\u00e4hrenden Ohrger\u00e4usche zu einer Art erh\u00f6htem Erregungszustand im Gehirn f\u00fchren, der auf emotionaler Ebene als Bedrohung eingestuft wird und deshalb zu Stress f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ver\u00e4nderungen bei lang anhaltendem Tinnitus<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bei der Auswertung der Daten zeigte sich dieser Erregungszustand bei denjenigen, die unter einem akuten Tinnitus von weniger als sechs Monaten litten. Im Gehirn dieser Probandengruppe sahen die Forschenden eine deutlich h\u00f6here Aktivit\u00e4t im sogenannten Salienznetzwerk, einem System, das Reize filtert. Bei Tinnitus stuft dieses Netzwerk die Ohrger\u00e4usche als dauerhaft wichtig oder gef\u00e4hrlich ein. Das ist auch die Ursache daf\u00fcr, warum Betroffene das Ger\u00e4usch nicht ausblenden k\u00f6nnen. Gleichzeitig war bei diesen Studienteilnehmern die Aktivit\u00e4t im zentralen Exekutivnetzwerk reduziert. Dieses System hilft dabei, Aufgaben zielgerichtet zu l\u00f6sen und Ablenkungen zu ignorieren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Dieses Aktivit\u00e4tsmuster \u00e4nderte sich jedoch bei denjenigen, die l\u00e4nger als sechs Monate unter Tinnitus litten. Statt im Erregungszustand zu bleiben, schien es, als w\u00fcrden sich die Netzwerke in ein stabileres Muster austarieren. Die Forschenden sehen darin eine neuroplastische Anpassung des Gehirns, die auf die lang anhaltenden Ohrger\u00e4usche mit einer Art Reorganisation der Aktivit\u00e4ten im Gehirn reagiert.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Diese Reorganisation hat nicht zur Folge, dass die Ohrger\u00e4usche bei Betroffenen verschwinden oder leiser werden. Sie liefert vielmehr einen Hinweis darauf, dass es innerhalb des Gehirns zu einer Art der Anpassung an eine neue Normalit\u00e4t kommt. Das Gehirn von chronisch Betroffenen reagiert mit einer Art Ausgleichsmechanismus, schreiben die Forschenden zu ihren Ergebnissen, die im <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/iscience\/fulltext\/S2589-0042(26)02373-4?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS2589004226023734%3Fshowall%3Dtrue\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">aktuellen Fachjournal &#171;iScience&#187;<\/a> ver\u00f6ffentlicht wurden. Auch wenn die Ergebnisse keine Beweise liefern, sind sie doch Hinweise darauf, dass f\u00fcr neue Tinnitus-Therapien auch die Dauer der Symptome herangezogen werden muss. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, jaz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neuroplastische Anpassung?Wie sich das Gehirn bei chronischem Tinnitus verh\u00e4lt 05.08.2026, 08:58 Uhr Artikel anh\u00f6ren(03:54 min) Tinnitus wird individuell&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":237148,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[454,46,1002,67,66,45,51089,44],"class_list":["post-237147","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-bildung","tag-ch","tag-gehirn","tag-gesundheit","tag-health","tag-schweiz","tag-sinne","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117041687884348215","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237147","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=237147"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/237147\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/237148"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=237147"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=237147"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=237147"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}