{"id":237393,"date":"2026-08-05T10:19:07","date_gmt":"2026-08-05T10:19:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/237393\/"},"modified":"2026-08-05T10:19:07","modified_gmt":"2026-08-05T10:19:07","slug":"finnischer-spielfilm-nightborn-horrortrip-mit-kind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/237393\/","title":{"rendered":"Finnischer Spielfilm &#171;Nightborn&#187;: Horrortrip mit Kind"},"content":{"rendered":"<p>Von Anfang an ist diese Mutterschaft \u00fcberfrachtet mit Erwartungen: Wie sch\u00f6n das doch alles werden wird! Mit ihrem britischen Ehemann Jon (Rupert Grint) ist Saga (Seidi Haarla) nach Finnland zur\u00fcckgekehrt, um das verfallene Haus ihrer Gro\u00dfmutter herzurichten. Es steht inmitten eines wildromantischen Waldes.<\/p>\n<p>Gesicht des Babys wird nicht gezeigt<\/p>\n<p>Hier will sie eine gro\u00dfe Familie gr\u00fcnden und ganz in der Rolle als Mutter aufgehen. Als die Geburt des ersten Kindes bevorsteht, richten Saga und Jon ein riesiges Kinderzimmer ein, geschmackvoll ausgestattet mit Vintage-Schaukelpferd, Puppenhaus und Zelt. Doch das Neugeborene will sich so gar nicht einf\u00fcgen in die Kulisse des perfekten Familienidylls.<\/p>\n<p>Das Gesicht des Babys bekommt das Publikum nicht zu sehen. Aber auch so wird klar: Es erf\u00fcllt keinerlei Niedlichkeitsstandards. Das ganzk\u00f6rperbehaarte Wesen mag weder Kleidung noch Licht. Es schreit durchdringend und beim Stillen bei\u00dft es Saga beherzt in die Brust. Und doch scheint Saga die Einzige zu sein, die das Gef\u00fchl hat, dass mit dem Kind etwas nicht stimmt. Ihr Ehemann, die eigene Mutter oder die Kinder\u00e4rztin, alle beruhigen sie mit dem Satz: &#171;Das ist ganz normal!&#187;<\/p>\n<p>Alles normal?<\/p>\n<p>Wie es sich f\u00fcr einen guten Horrorfilm geh\u00f6rt, l\u00e4sst Regisseurin Hanna Bergholm zun\u00e4chst in der Schwebe, inwiefern es sich hier um die Wahrnehmung einer \u00fcberforderten Mutter mit Wochenbettdepression handelt oder ob dieses Baby wirklich ein Monster ist. Klug nutzt sie mit &#171;Nightborn&#187; das Horrorgenre, um weibliche Erfahrungen abseits aller Baby-Romantik zu schildern: vom Geburtsvorgang, der sich f\u00fcr Manche anf\u00fchlt wie ein Splatterfilm, \u00fcber die Verwerfungen in der Partnerschaft, die ein Kind mitunter ausl\u00f6st, bis hin zu der Tatsache, dass oft den M\u00fcttern die Schuld zugeschoben wird, wenn es Probleme gibt.<\/p>\n<p>Letztendlich entscheidet sich Bergholm in ihrem zweiten Langfilm dann allerdings doch gegen ein psychologisches Drama und f\u00fcr den Horror. Dieser kann sich in dem Setting mit dem verrottenden Haus und dem Wald, in dem finstere Naturkr\u00e4fte zu walten scheinen, bestens entfalten. Subtil ist &#171;Nightborn&#187; nicht, Spa\u00df macht der Film trotzdem. Mit schwarzem Humor und gro\u00dfer Lust an Drastik l\u00e4sst Bergholm das Blut spritzen und die Mutter-Kind-Beziehung in den verst\u00f6rendsten Situationen dann doch noch wachsen.<\/p>\n<p>Papa hat das Nachsehen<\/p>\n<p>F\u00fcr den Vater, den der Ex-Ron-Weasley-Darsteller von &#171;Harry Potter&#187;, Rupert Grint, als unbeholfenen Naivling spielt, ist in dieser wilden Beziehung kein Platz mehr. Eingebettet in die nordische Mythologie ist &#171;Nightborn&#187; ein krasser Film \u00fcber Mutterschaft und Mutterliebe. Und dar\u00fcber, wie diese manchmal abseits aller Erwartungen an die perfekte Familie am besten gedeiht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Von Anfang an ist diese Mutterschaft \u00fcberfrachtet mit Erwartungen: Wie sch\u00f6n das doch alles werden wird! 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