{"id":237843,"date":"2026-08-05T15:44:16","date_gmt":"2026-08-05T15:44:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/237843\/"},"modified":"2026-08-05T15:44:16","modified_gmt":"2026-08-05T15:44:16","slug":"die-band-die-den-rock-rettete-ist-zurueck-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/237843\/","title":{"rendered":"Die Band, die den Rock rettete, ist zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">The Strokes wurden mal als die letzten echten Rockstars beschrieben. Anfang der Nullerjahre pr\u00e4gten sie eine neue \u00c4ra der Rockmusik \u2013 oder, wie die Musikerin Karen O es einmal formulierte: Sie retteten den Rock&#8217;n&#8217;Roll.<\/p>\n<p id=\"absatz2\" class=\"em_text\">Als die New Yorker Band im Jahr 2001 ihr Deb\u00fctalbum \u201eIs This It\u201d ver\u00f6ffentlichte, stand Rock kurz vor dem Aussterben. Hip-Hop, Nu Metal oder elektronische Musik dominierten die Charts. Die Strokes \u00e4nderten das. Ironischerweise waren sie mit ihren Hits, die heute zeitlose Klassiker sind, damals kommerziell gar nicht so erfolgreich.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xSmxoRm05STd6MjR5bHpYS01HTVRMT0c0TlFhWjZDV3R1QWZhcEFmeXVxV1ArT3dCMTVndlUyVkFKQXJaMXJodjBBcENWbjlEaXBMU1VUdTRXSzdJT0luVmRlcmV6VjJRaklteGwwMXY2TDJtd2dTekxsK0RUZ2JEVTlmRHQzbmE\/260724-1048-urn-newsml-dpa-com-20090101-260724-935-1500114.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Die leicht entr\u00fcckte Stimme von S\u00e4nger Casablancas wirkt wie eine Art Schl\u00fcsselreiz auf Indierock-Fans der Nullerjahre. (Archivbild)\" data-glightbox=\"type: image; description: Die leicht entr\u00fcckte Stimme von S\u00e4nger Casablancas wirkt wie eine Art Schl\u00fcsselreiz auf Indierock-Fans der Nullerjahre. (Archivbild)  | \u00a9 Britta Pedersen\/dpa \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785944655_147_260724-1048-urn-newsml-dpa-com-20090101-260724-935-1500114.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Die leicht entr\u00fcckte Stimme von S\u00e4nger Casablancas wirkt wie eine Art Schl\u00fcsselreiz auf Indierock-Fans der Nullerjahre. (Archivbild) - \u00a9 Britta Pedersen\/dpa\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Die leicht entr\u00fcckte Stimme von S\u00e4nger Casablancas wirkt wie eine Art Schl\u00fcsselreiz auf Indierock-Fans der Nullerjahre. (Archivbild)<br \/>\n                                    | \u00a9 Britta Pedersen\/dpa<\/p>\n<p id=\"absatz4\" class=\"em_text\">Anders zum Beispiel als sp\u00e4ter die Kings of Leon, die mal erz\u00e4hlten, wie essenziell die Strokes f\u00fcr ihre Gr\u00fcndung waren. Stadionrock aber ist nichts f\u00fcr die Musiker rund um Frontmann Julian Casablancas \u2013 auch wenn sie gro\u00dfe Hallen inzwischen m\u00fchelos ausverkaufen. Das zeigt das neue Album der Band, \u201eReality Awaits\u201d: Die Strokes klingen darauf wie immer und gleichzeitig v\u00f6llig anders.<\/p>\n<p>        <a href=\"https:\/\/www.nw.de\/_em_daten\/_cache\/image\/1xSmxoRm05STd6MjR5bHpYS01HTVRMT0c0TlFhWjZDV3R1QWZhcEFmeXVxV1ArT3dCMTVndlUyVkFKQXJaMXJodjBBcENWbjlEaXBMU1VUdTRXSzdJT012Y1ZPcmQ0WUlPZm5TVmw3ek9XL2tkeFM0ekVidG82SXRVU2djUnhEQjI\/260724-1048-urn-newsml-dpa-com-20090101-260724-935-1500117.jpg\" class=\"nw-article-image\" title=\"Haben ihr siebtes Album ver\u00f6ffentlicht: The Strokes. (Archivbild)\" data-glightbox=\"type: image; description: Haben ihr siebtes Album ver\u00f6ffentlicht: The Strokes. (Archivbild)  | \u00a9 Britta Pedersen\/dpa \" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><br \/>\n            <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1785944656_741_260724-1048-urn-newsml-dpa-com-20090101-260724-935-1500117.jpg\" class=\"nw-img-fluid nw-w-full nw-lazy nw-rounded-t-md\" alt=\"Haben ihr siebtes Album ver\u00f6ffentlicht: The Strokes. (Archivbild) - \u00a9 Britta Pedersen\/dpa\" data-format=\"16:9\"\/><br \/>\n        <\/a><\/p>\n<p>                Haben ihr siebtes Album ver\u00f6ffentlicht: The Strokes. (Archivbild)<br \/>\n                                    | \u00a9 Britta Pedersen\/dpa<\/p>\n<p>Siebtes Album, ausverkaufte Tour<\/p>\n<p class=\"em_text\">F\u00fcr die Deutschlandtermine ihrer Tour im Herbst gibt es l\u00e4ngst keine Tickets mehr. Dabei war vor 20 Jahren nicht unbedingt absehbar, dass die Strokes mal sieben Alben ver\u00f6ffentlichen w\u00fcrden \u2013 und auch 2026 immer noch popul\u00e4r sind.<\/p>\n<p id=\"absatz7\" class=\"em_text\">Die Band war fr\u00fcher f\u00fcr Drogenexzesse und selbstzerst\u00f6rerisches Verhalten bekannt. Gitarrist Albert Hammond Jr. erz\u00e4hlte einmal dem \u201eRolling Stone\u201d, er habe zeitweise 2.000 Dollar pro Woche f\u00fcr Bet\u00e4ubungsmittel ausgegeben. Julian Casablancas wiederum ersetzte seine Alkoholsucht irgendwann durch eine Kaffeeabh\u00e4ngigkeit \u2013 was ihn angeblich so nerv\u00f6s machte, dass sein Management ihm heimlich entkoffeinierten Kaffee vorgesetzt hat. Casablancas habe sich daraufhin gewundert, warum er pl\u00f6tzlich eine so \u00fcberraschende Koffein-Immunit\u00e4t entwickelt hatte.<\/p>\n<p id=\"absatz8\" class=\"em_text\">Dass die Strokes auch 2026 noch eine sehr gute Band sind, hat vermutlich mit ihrem ver\u00e4nderten Lebensstil zu tun. Und damit, dass sie immer noch gute Musik schreiben. \u201eReality Awaits\u201d ist ein h\u00f6renswertes, wenn auch \u00fcberraschend experimentelles Album.<\/p>\n<p>Der Sound: Wenige Akkorde, unendliche Melodien<\/p>\n<p id=\"absatz9\" class=\"em_text\">Bis heute machen einen Strokes-Song vor allem vier Dinge aus. Erstens: die leicht entr\u00fcckte Stimme von S\u00e4nger Casablancas, die wie eine Art Schl\u00fcsselreiz auf Fans des Indierocks der Nullerjahre wirkt. Dann: das mikropr\u00e4zise Schlagzeugspiel von Fabrizio Moretti, oft mit treibenden Achtelnoten auf der Hi-Hat.<\/p>\n<p id=\"absatz10\" class=\"em_text\">Auch das verspielt ineinandergreifende Gitarrenspiel von Nick Valensi und Albert Hammond Jr. geh\u00f6rt fest dazu. Aber vor allem: die scheinbar aus der Hand gesch\u00fcttelte F\u00e4higkeit, aus wenigen Akkorden immer neue, sofort wiedererkennbare Hooks zu formen.<\/p>\n<p id=\"absatz11\" class=\"em_text\">Alles andere aber hat sich ver\u00e4ndert. S\u00e4nger Casablancas ist inzwischen bekannt f\u00fcr seinen mindestens umstrittenen Einsatz von Autotune \u2013 Puristen d\u00fcrfen sich darauf freuen, dass immerhin etwa die H\u00e4lfte des Gesangs auf dem neuen Album frei von dem verzerrenden Effekt ist. Von ihrer fr\u00fcheren Garage-Rock-Musik distanziert sich die Band bewusst, die Musik ist eher New-Wave-lastig. Der Sound ist melancholisch und voller Klangexperimente. Es gibt Spoken Word, Orgeln und Gitarren, die pl\u00f6tzlich t\u00f6nen wie Trompeten.<\/p>\n<p>Debatten neben den Songs<\/p>\n<p id=\"absatz12\" class=\"em_text\">Inhaltlich geht es im weitesten Sinn um Entfremdungsgef\u00fchle in einer modernen Welt. Das zeigten die Strokes auch beim Coachella-Festival dieses Jahr, bei dem sie ihrem Auftritt mit einer Videomontage beendeten. Diese l\u00f6ste Diskussionen und auch Kritik aus, weil die Band darin politische Anschuldigungen gegen die US-Au\u00dfenpolitik, angebliche CIA-Geheimdienstoperationen und die Milit\u00e4reins\u00e4tze im Nahen Osten \u00e4u\u00dferte.<\/p>\n<p id=\"absatz13\" class=\"em_text\">Die plakative Kritik hinterlie\u00df manche irritiert, ebenso wie die j\u00fcngste Bekanntgabe der Band, dass Gitarrist Nick Valensi eine tempor\u00e4re Pause einlege und bei der kommenden Tour vertreten werde. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr lie\u00df die Band offen.<\/p>\n<p>Anspieltipps auf dem neuen Album<\/p>\n<p id=\"absatz14\" class=\"em_text\">Auf \u201eReality Awaits\u201d jedenfalls verhandeln die Strokes weniger politische Parolen als vielmehr ein diffuses, melancholisches Lebensgef\u00fchl. Anspieltipps: Die sich langsam aufbauende Prog-Rock-Ballade \u201ePsycho Shit\u201d. Die so nihilistisch wie beschwingte Pop-Rock-Single \u201eGoing Shopping\u201d. Oder der melancholisch-treibende Indierock-Song \u201eDine N&#8217;Dash\u201d. Am meisten nach fr\u00fcheren Strokes klingt der Track \u201eLonely in the Future\u201d.<\/p>\n<p id=\"absatz15\" class=\"em_text\">Es ist am Ende fast ein bisschen ungerecht, dass sich die Musiker wohl f\u00fcr immer an ihren vielen un\u00fcbertreffbaren Klassikern messen lassen m\u00fcssen. Gibt es Songs auf dem neuen Album, die wie \u201eLast Nite\u201d klingen? Wie \u201eSomeday\u201d, \u201eReptilia\u201d, \u201eHard to Explain\u201d oder \u201eYou Only Live Once\u201d? Nein.<\/p>\n<p id=\"absatz16\" class=\"em_text\">Aber vielleicht hilft ein Gedankenexperiment: Einfach mal vorstellen, die neuen Songs w\u00e4ren nicht von den Strokes, sondern einer anderen Band. Dann wirken sie pl\u00f6tzlich umso besser.<\/p>\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"The Strokes wurden mal als die letzten echten Rockstars beschrieben. 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