{"id":238321,"date":"2026-08-05T22:16:21","date_gmt":"2026-08-05T22:16:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/238321\/"},"modified":"2026-08-05T22:16:21","modified_gmt":"2026-08-05T22:16:21","slug":"starker-el-nino-veraendert-ab-august-das-wetter-weltweit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/238321\/","title":{"rendered":"Starker El Ni\u00f1o ver\u00e4ndert ab August das Wetter weltweit"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"article-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/starker-el-nino-veraendert-ab-august-das-wetter-weltweit.jpg\"   alt=\"Starker El Ni\u00f1o ver\u00e4ndert ab August das Wetter weltweit\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t(Symbolbild) El Ni\u00f1o beschreibt eine Phase, in der sich das Oberfl\u00e4chenwasser im zentralen und \u00f6stlichen tropischen Pazifik deutlich \u00fcber den Normalwert erw\u00e4rmt und damit die globale Zirkulation der Atmosph\u00e4re verschiebt. F\u00fcr den Zeitraum August bis Oktober 2026 rechnen die Modelle mit einer Abweichung von rund 2,9 Grad Celsius im Saisonmittel. Solche Werte gelten als starkes Ereignis und haben in der Vergangenheit Ernten, Wasserversorgung und Waldbrandrisiko in mehreren Kontinenten gleichzeitig beeinflusst. Verst\u00e4rkt wird die Lage 2026 durch ein zweites Muster im Indischen Ozean.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t(Foto: \u00a9\u00a0Forschung und Wissen)<\/p>\n<p>Die Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie rechnet f\u00fcr August bis Oktober 2026 mit einem starken El Ni\u00f1o. In den zentralen \u00dcberwachungsgebieten des Pazifiks soll die Meeresoberfl\u00e4chentemperatur im Saisonmittel rund 2,9 Grad Celsius \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel liegen, der H\u00f6hepunkt der Entwicklung wird f\u00fcr November erwartet. Die Streuung zwischen den beteiligten Vorhersagesystemen ist dabei ungew\u00f6hnlich gering. Zugleich baut sich im Indischen Ozean ein zweites Muster auf, das die Folgen in mehreren Weltregionen zus\u00e4tzlich versch\u00e4rfen kann.<\/p>\n<p>El Ni\u00f1o ist die warme Phase eines Schaukelsystems aus Ozean und Atmosph\u00e4re, das Fachleute als El Ni\u00f1o Southern Oscillation bezeichnen. Im Normalzustand treiben die Passatwinde das warme Oberfl\u00e4chenwasser des Pazifiks nach Westen, sodass vor der K\u00fcste S\u00fcdamerikas kaltes, n\u00e4hrstoffreiches Tiefenwasser aufsteigt. Schw\u00e4chen sich die Passate ab, bleibt das warme Wasser im Osten liegen, der Auftrieb versiegt und die Meeresoberfl\u00e4chentemperatur steigt. Gemessen wird das vor allem in der sogenannten Ni\u00f1o-3.4-Region im zentralen Pazifik, wo aus w\u00f6chentlichen Satelliten- und Bojendaten eine Abweichung vom langj\u00e4hrigen Mittel berechnet wird. \u00dcberschreitet dieser Wert im Saisonmittel bestimmte Schwellen, gilt ein Ereignis als moderat, stark oder sehr stark. Weil der Pazifik rund ein Drittel der Erdoberfl\u00e4che bedeckt, verschiebt eine solche Erw\u00e4rmung nicht nur das regionale Klima, sondern die Lage der gro\u00dfen Aufwind- und Absinkgebiete der gesamten tropischen Atmosph\u00e4re.<\/p>\n<p>Eine Klimaprognose f\u00fcr eine ganze Jahreszeit ist etwas anderes als eine Wettervorhersage f\u00fcr den kommenden Donnerstag. Sie sagt nicht, an welchem Tag es regnet, sondern gibt Wahrscheinlichkeiten daf\u00fcr an, ob eine Region im Mittel \u00fcber drei Monate w\u00e4rmer, k\u00fchler, feuchter oder trockener ausf\u00e4llt als \u00fcblich. Grundlage sind Ensembles, also viele parallel gerechnete Modelll\u00e4ufe mehrerer Rechenzentren, deren Ergebnisse zu einer gemeinsamen Aussage zusammengefasst werden. Je enger diese L\u00e4ufe beieinanderliegen, desto h\u00f6her ist das Vertrauen in das Signal. F\u00fcr Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Energieversorgung und Gesundheitsbeh\u00f6rden ist genau das der praktische Wert, denn eine Vorwarnzeit von mehreren Monaten erlaubt es, Saatgut anzupassen, Speicher zu f\u00fcllen, L\u00f6schkapazit\u00e4ten zu verlegen oder Impfkampagnen gegen wetterabh\u00e4ngige Krankheiten vorzuziehen.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWas die neue Prognose f\u00fcr El Ni\u00f1o zeigt<\/p>\n<p>Die aktuelle Aktualisierung stammt aus dem monatlich erscheinenden Global Seasonal Climate Update, das die <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/wmo.int\/news\/media-centre\/strong-el-nino-expected-intensify-much-of-world-faces-above-normal-temperatures-and-major-changes\" title=\"Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie zur Prognose eines starken El Ni\u00f1o f\u00fcr August bis Oktober 2026\">Weltorganisation f\u00fcr Meteorologie<\/a> Ende Juli ver\u00f6ffentlicht hat, und beschreibt eine rasche Entwicklung hin zu starken Bedingungen. F\u00fcr den Dreimonatszeitraum August bis Oktober liegt die erwartete mittlere Abweichung der Meeresoberfl\u00e4chentemperatur bei etwa 2,9 Grad Celsius, die Intensivierung soll erst im November ihren Scheitelpunkt erreichen. Bemerkenswert ist weniger der Einzelwert als die \u00dcbereinstimmung der Modelle, denn eine geringe Streuung zwischen den Vorhersagesystemen gilt als Zeichen f\u00fcr ein belastbares Signal. Hinzu kommt, dass die Weltmeere insgesamt ungew\u00f6hnlich warm sind, was den Effekt nicht ersetzt, aber die Ausgangslage verschiebt.<\/p>\n<p>Warum ein zweiter Ozean die Wirkung verst\u00e4rkt<\/p>\n<p>Parallel zeichnet sich im Indischen Ozean ein positiver Ozeandipol ab, f\u00fcr den die Modelle einen Saisonmittelwert von etwa 0,6 Grad Celsius erwarten. Dieses Muster bedeutet, dass der westliche Teil des Beckens w\u00e4rmer als \u00fcblich ist, w\u00e4hrend der \u00f6stliche Teil k\u00fchler bleibt. Die Folge ist eine verschobene Konvektion, also verst\u00e4rkter Aufstieg feuchter Luft \u00fcber Ostafrika und trockenere Verh\u00e4ltnisse \u00fcber Indonesien und Australien. F\u00e4llt ein positiver Dipol mit einem starken pazifischen Ereignis zusammen, addieren sich beide Signale in mehreren Regionen, statt sich auszugleichen. Rund um das Becken des Indischen Ozeans steigt damit gleichzeitig das Risiko f\u00fcr D\u00fcrre, f\u00fcr \u00dcberschwemmungen und f\u00fcr Vegetationsbr\u00e4nde. Wie folgenreich extreme Feuersaisons f\u00fcr ganze Best\u00e4nde sein k\u00f6nnen, zeigte zuletzt eine Auswertung zu <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/umwelt\/extreme-waldbraende-toeteten-19-prozent-aller-alten-mammutbaeume-133711812\" title=\"Extreme Waldbr\u00e4nde t\u00f6teten 19 Prozent aller alten Mammutb\u00e4ume\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">kalifornischen Mammutb\u00e4umen<\/a>, von denen fast jeder f\u00fcnfte alte Baum in zwei Feuersaisons abstarb.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWo D\u00fcrre und wo Starkregen erwartet werden<\/p>\n<p>Beim Temperatursignal ist die Aussage nahezu fl\u00e4chendeckend: \u00dcber fast allen Landfl\u00e4chen der Erde gelten \u00fcberdurchschnittliche Werte als wahrscheinlich, besonders deutlich in Afrika, S\u00fcdeuropa, auf der Arabischen Halbinsel, dem indischen Subkontinent, in Ostasien, Mittelamerika, der Karibik, dem s\u00fcdlichen Afrika, weiten Teilen S\u00fcdamerikas und in Neuseeland. Beim Niederschlag zerf\u00e4llt das Bild dagegen in das typische Muster eines starken Ereignisses. Feuchter als \u00fcblich d\u00fcrfte es am Horn von Afrika, in Teilen Zentralasiens, in S\u00fcdeuropa, im westlichen Nordamerika s\u00fcdlich des 45. Breitengrads und im S\u00fcdosten S\u00fcdamerikas werden. Trockener fallen die Aussichten f\u00fcr den indischen Subkontinent, den S\u00fcden und Osten Australiens, den s\u00fcdlichen Teil Mittelamerikas, Teile der Karibik, den Nordwesten S\u00fcdamerikas und f\u00fcr Nordeuropa aus. Dass ein solches Defizit auch hierzulande messbare Spuren hinterl\u00e4sst, zeigen die Daten zum <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/umwelt\/deutschland-trocknet-aus-und-verliert-einen-kompletten-bodensee-133711664\" title=\"Deutschland trocknet aus und verliert einen kompletten Bodensee\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Wasserdefizit in Deutschland<\/a>, das inzwischen dem Volumen eines kompletten Sees entspricht.<\/p>\n<p>Bei aller Deutlichkeit des Signals bleibt eine Einschr\u00e4nkung wichtig. Die Angaben sind Wahrscheinlichkeiten f\u00fcr Dreimonatsmittel und keine Aussage \u00fcber einzelne St\u00fcrme, Hitzewellen oder Starkregenereignisse. Regional k\u00f6nnen lokale Faktoren das globale Muster \u00fcberlagern, und die Wirkung eines Ereignisses h\u00e4ngt auch davon ab, wie feucht B\u00f6den und wie gef\u00fcllt Speicher zu Beginn der Saison sind. Die im <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/wmo.int\/resources\/publication-series\/global-seasonal-climate-update\/gscu-aso2026\" title=\"Global Seasonal Climate Update der WMO f\u00fcr August bis Oktober 2026\">aktuellen Saisonbericht<\/a> zusammengefassten Ensembles werden deshalb monatlich fortgeschrieben, und erst die kommenden Aktualisierungen zeigen, ob der f\u00fcr November erwartete Scheitelpunkt h\u00e4lt. Zus\u00e4tzlich bleibt der tropische Atlantik voraussichtlich w\u00e4rmer als normal, was die Zugbahnen tropischer Wirbelst\u00fcrme beeinflussen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Symbolbild) El Ni\u00f1o beschreibt eine Phase, in der sich das Oberfl\u00e4chenwasser im zentralen und \u00f6stlichen tropischen Pazifik deutlich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":238322,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[9],"tags":[44542,36232,51498,51496,42,51497,30767,40,35436,49,51495,48,47],"class_list":["post-238321","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-welt","tag-duerre","tag-el-nino","tag-klimaprognose","tag-meeresoberflaechentemperatur","tag-nachrichten","tag-ozeandipol","tag-pazifik","tag-schlagzeilen","tag-starkregen","tag-welt","tag-wmo","tag-world","tag-world-news"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117045210795242729","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/238321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=238321"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/238321\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/238322"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=238321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=238321"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=238321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}