{"id":239455,"date":"2026-08-06T17:19:11","date_gmt":"2026-08-06T17:19:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/239455\/"},"modified":"2026-08-06T17:19:11","modified_gmt":"2026-08-06T17:19:11","slug":"krebs-wird-haeufiger-doch-die-ueberlebenschancen-steigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/239455\/","title":{"rendered":"Krebs wird h\u00e4ufiger \u2013 doch die \u00dcberlebenschancen steigen"},"content":{"rendered":"<p class=\"\">Vor gut einem Jahrhundert bedeutete ein Herzinfarkt oft den Tod. Heute \u00fcberleben viele Betroffene das akute Ereignis, zudem erleiden weniger Menschen einen Herzanfall. Im Fall von Krebs verl\u00e4uft die Entwicklung anders: Die Zahl der Diagnosen steigt, doch auch hier werden die \u00dcberlebenschancen besser. Der medizinische Fortschritt ver\u00e4ndert nicht nur die Therapien. Er ver\u00e4ndert die Krankheitslast unserer \u00e4lter werdenden Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"\">Forscher des Max-Planck-Instituts f\u00fcr demografische Forschung (<a href=\"https:\/\/www.demogr.mpg.de\/de\/news_events_6123\/news_pressemitteilungen_4630\/presse\/weniger_herzinfarkte_mehr_krebserkrankungen_und_bessere_ueberlebenschancen_15619\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">MPIDR<\/a>) und des schwedischen Karolinska-Instituts haben diese Verschiebung anhand schwedischer Registerdaten gemeinsam untersucht. Ihre <a href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lanepe\/article\/PIIS2666-7762%2826%2900197-3\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Analyse<\/a> umfasst Menschen zwischen 60 und 90 Jahren aus den Geburtsjahrg\u00e4ngen 1904 bis 1960. Beobachtet wurden Herzinfarkte, Schlaganf\u00e4lle, H\u00fcftfrakturen und b\u00f6sartige Krebserkrankungen im Zeitraum von 1987 bis 2022. F\u00fcr die Altersgruppen 70, 80 und 90 Jahre berechnete das Team zudem, wie viele Menschen ein und f\u00fcnf Jahre nach der Diagnose noch lebten.<\/p>\n<p>Weniger Erkrankungen durch bessere Vorbeugung<\/p>\n<p class=\"\">Bei Herzinfarkten, Schlaganf\u00e4llen und H\u00fcftfrakturen gingen die Neuerkrankungsraten zur\u00fcck. Gleichzeitig \u00fcberlebten mehr Menschen die ersten Jahre nach der Diagnose. Der R\u00fcckgang der Erkrankungen fiel sogar st\u00e4rker aus als der Zugewinn der Lebensjahre. Deshalb nahm auch der Anteil der Betroffenen in der Bev\u00f6lkerung ab.<\/p>\n<p class=\"\"><a href=\"https:\/\/www.demogr.mpg.de\/de\/news_events_6123\/news_pressemitteilungen_4630\/news\/willkommen_anna_kathleen_piereth_13426\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Anna-Kathleen Piereth<\/a>, Wissenschaftlerin am MPIDR und am Karolinska-Institut, beschreibt diesen Unterschied so: \u201eDie Ver\u00e4nderungsmuster von Inzidenz und \u00dcberleben sind krankheitsspezifisch.\u201c Bei den drei akuten Erkrankungen seien die Erfolge der Vorbeugung besonders gro\u00df, daher erleiden weniger Menschen \u00fcberhaupt einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder H\u00fcftbruch.<\/p>\n<p class=\"\">Wie gro\u00df der Wandel ist, zeigt das Beispiel 75-j\u00e4hriger Frauen in Schweden. Innerhalb von 20 Geburtsjahrg\u00e4ngen halbierte sich die Herzinfarktrate. Zugleich stieg der Anteil der<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/was-die-darmflora-ueber-gebrechlichkeit-im-alter-verraet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"> Frauen<\/a>, die ein Jahr nach dem Infarkt noch lebten, von 51 auf 75 Prozent. Die medizinische Versorgung war offenbar an zwei Stellen erfolgreich: Sie verhinderte Erkrankungen und verbesserte die Chancen nach dem Notfall.<\/p>\n<p>Trotz h\u00f6herer Krebsrate \u00fcberleben mehr Menschen die Krankheit<\/p>\n<p class=\"\">Bei Krebs ist das Muster deutlich komplizierter. Mehr Menschen erhalten eine Diagnose, zugleich sterben weniger Betroffene fr\u00fch an der Erkrankung. Dadurch w\u00e4chst die Zahl jener, die \u00fcber Jahre mit Krebs leben. Eine wachsende H\u00e4ufigkeit in der Bev\u00f6lkerung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Behandlungen versagen. Sie kann auch die Folge besserer Diagnostik und l\u00e4ngerer \u00dcberlebenszeiten sein. Zugleich erreichen mehr Menschen ein Alter, in dem das Krebsrisiko deutlich zunimmt.<\/p>\n<p class=\"\">So nahm bei M\u00e4nnern zwischen 80 und 89 Jahren der Anteil der Krebsdiagnosen seit 1987 sp\u00fcrbar zu. In der Geburtskohorte von 1912 erhielten 17,3 Prozent in diesem Alter eine solche Diagnose. Bei den 1931 Geborenen waren es bereits 20,7 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um rund ein F\u00fcnftel.<\/p>\n<p class=\"\">Piereth ordnet die Entwicklung so ein: \u201eUnsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Fortschritte bei der Pr\u00e4vention von<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/rauchstopp-nach-herzinfarkt-senkt-risiko-fuer-komplikationen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\"> Herzinfarkten<\/a>, Schlaganf\u00e4llen und H\u00fcftbr\u00fcchen im Bereich der Vorbeugung am st\u00e4rksten waren.\u201c Bei Krebs konzentrierten sich die Verbesserungen dagegen vor allem auf Diagnosestellung und Behandlung.<\/p>\n<p>Was das f\u00fcr das Gesundheitssystem bedeutet<\/p>\n<p class=\"\">Die Zahlen aus Schweden zeigen zwei sehr verschiedene Entwicklungen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und H\u00fcftfrakturen treten seltener auf. Krebserkrankungen werden h\u00e4ufiger festgestellt, aber erfolgreicher behandelt. F\u00fcr das Gesundheitssystem entsteht daraus ein neuer Bedarf. Mehr Menschen ben\u00f6tigen langfristige Kontrollen, Nachsorge, Rehabilitation und Hilfe bei m\u00f6glichen Sp\u00e4tfolgen. Auch Begleiterkrankungen, Nebenwirkungen und Pflegebedarfe k\u00f6nnen daraus \u00fcber Jahre erfolgen.<\/p>\n<p class=\"\">Die Forscher sprechen von einer ver\u00e4nderten Gesundheitsbiografie. Viele \u00e4ltere Menschen \u00fcberleben heute schwere Erkrankungen, leben danach aber mit mehreren Diagnosen gleichzeitig. Die medizinische Versorgung muss deshalb st\u00e4rker \u00fcber Fachgrenzen hinweg arbeiten. Haus\u00e4rzte, Kliniken, Pflege und Reha-Einrichtungen begleiten zunehmend komplexe Krankheitsverl\u00e4ufe \u00fcber viele Jahre hinweg.<\/p>\n<p>\u00dcbergreifende medizinische Versorgung wird wichtiger<\/p>\n<p class=\"\">\u201eAns\u00e4tze der integrierten Versorgung gewinnen zunehmend an Bedeutung\u201c, erkl\u00e4rt Piereth. Gemeint ist eine Behandlung, die verschiedene Fachrichtungen und Versorgungsbereiche besser verbindet. Patienten mit <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/hautkrebs-behandlung-mit-mikronadeln-loest-gleich-zwei-probleme\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Krebs<\/a>, Herzproblemen oder Folgen eines Schlaganfalls haben oft mehrere Ansprechpartner. Ohne eine Abstimmung zwischen \u00c4rzten drohen doppelte Untersuchungen, widerspr\u00fcchliche Therapien oder L\u00fccken in der Nachsorge.<\/p>\n<p class=\"\">Die Ergebnisse stammen aus Schweden, einem Land mit niedriger Sterblichkeit und gut ausgebautem Gesundheitssystem. Unterschiede zu anderen L\u00e4ndern bleiben m\u00f6glich. Dennoch halten die Forscher \u00e4hnliche Entwicklungen in anderen wohlhabenden Staaten f\u00fcr wahrscheinlich. Pr\u00e4vention, Diagnostik und Behandlung verbessern sich dort auf vergleichbare Weise, auch wenn Tempo und Zugang zur Versorgung unterschiedlich ausfallen.<\/p>\n<p>Kurz zusammengefasst:<\/p>\n<p>In Schweden treten Herzinfarkte, Schlaganf\u00e4lle und H\u00fcftfrakturen heute deutlich seltener auf, weil Vorbeugung und medizinische Versorgung wirksamer geworden sind.<\/p>\n<p>Krebs wird dagegen h\u00e4ufiger diagnostiziert, doch gleichzeitig steigen die \u00dcberlebenschancen durch Fr\u00fcherkennung und bessere Behandlungen.<\/p>\n<p>Dadurch leben heute mehr \u00e4ltere Menschen \u00fcber viele Jahre mit schweren oder mehreren Erkrankungen, was eine langfristige Nachsorge und eine gut abgestimmte Versorgung wichtiger macht.<\/p>\n<p class=\"\">\u00dcbrigens: W\u00e4hrend dank des Fortschritts in der Medizin Herzinfarkte seltener werden und die \u00dcberlebenschancen bei Krebs steigen, geraten in den USA die j\u00fcngeren Generationen der nach 1970 geborenen gesundheitlich zunehmend ins Hintertreffen. Sie sterben h\u00e4ufiger an Herzkrankheiten, Krebs und \u00dcberdosierungen als fr\u00fchere Jahrg\u00e4nge im selben Alter. Warum? Mehr dazu in unserem <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/gesundheit\/lebenserwartung-juengerer-generationen-in-den-usa-stagniert\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Artikel<\/a>.<\/p>\n<p class=\"\">Bild: \u00a9 <a href=\"https:\/\/www.pexels.com\/de-de\/foto\/technologie-computer-zimmer-raum-7088524\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">Pexels<\/a><\/p>\n<p>                Tags: <a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/gesundheit-im-alter\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Gesundheit im Alter<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/herzinfarkt\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Herzinfarkt<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/hueftfraktur\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">H\u00fcftfraktur<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/karolinska-institut\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Karolinska-Institut<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/krankheitslast\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krankheitslast<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/krebs\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krebs<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/krebsbehandlung\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krebsbehandlung<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/krebsdiagnose\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Krebsdiagnose<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/max-planck-institut\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Max-Planck-Institut<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/medizinischer-fortschritt\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">medizinischer Fortschritt<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/praevention\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Pr\u00e4vention<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/schlaganfall\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlaganfall<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/smart-up-news\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">Smart Up News<\/a>,<a href=\"https:\/\/smartup-news.de\/tag\/ueberlebenschancen\/\" rel=\"tag nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u00dcberlebenschancen<\/a>            <\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Love<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Funny<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Wow<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Sad<\/p>\n<p>              0%<br \/>\n              Angry<\/p>\n<p>\t\tBeitragsnavigation<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vor gut einem Jahrhundert bedeutete ein Herzinfarkt oft den Tod. Heute \u00fcberleben viele Betroffene das akute Ereignis, zudem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":239456,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[46,67,12322,66,456,39791,51711,51712,270,9725,6535,7891,51713,791,2958,45,26664,44,51714],"class_list":["post-239455","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-ch","tag-gesundheit","tag-gesundheit-im-alter","tag-health","tag-herzinfarkt","tag-hueftfraktur","tag-karolinska-institut","tag-krankheitslast","tag-krebs","tag-krebsbehandlung","tag-krebsdiagnose","tag-max-planck-institut","tag-medizinischer-fortschritt","tag-praevention","tag-schlaganfall","tag-schweiz","tag-smart-up-news","tag-switzerland","tag-ueberlebenschancen"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117049704794725110","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/239455","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=239455"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/239455\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/239456"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=239455"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=239455"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=239455"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}