{"id":239791,"date":"2026-08-06T22:15:07","date_gmt":"2026-08-06T22:15:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/239791\/"},"modified":"2026-08-06T22:15:07","modified_gmt":"2026-08-06T22:15:07","slug":"spektakulaere-sonnenbilder-physiker-beobachten-kelvin-helmholtz-instabilitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/239791\/","title":{"rendered":"Spektakul\u00e4re Sonnenbilder: Physiker beobachten Kelvin-Helmholtz-Instabilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Kelvin-Helmholtz-instability-Researchers-detect-effect-on-sun-for-first-time-11402181.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Einem <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/thema\/Wissenschaft\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Forschungsteam<\/a> ist es mithilfe des Inouye Solar Telescope auf Maui (Hawaii) erstmals gelungen, die Kelvin-Helmholtz-Instabilit\u00e4t (KHI) direkt in der Sonnenphotosph\u00e4re nachzuweisen. Diese war f\u00fcr die Sonne bislang nur theoretisch vorhergesagt worden. Bei der KHI handelt es sich um einen physikalischen Effekt, der entsteht, wenn zwei Fluide mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aneinander vorbeistr\u00f6men. Zugleich sind bei der Untersuchung sehenswerte neue Nahaufnahmen der Sonne entstanden.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die Kelvin-Helmholtz-Instabilit\u00e4t \u00e4hnelt brechenden Ozeanwellen. Sie ist ungef\u00e4hr seit dem Jahr 1870 bekannt und wurde von Lord Kelvin sowie Hermann von Helmholtz entdeckt. Sie tritt zum Beispiel bei der Wolkenbildung auf, in der Atmosph\u00e4re von Gasriesen wie Saturn und Jupiter oder bei Wechselwirkungen zwischen Sonnenwinden und Planetenmagnetfeldern. Jetzt konnte sie erstmals direkt auf der Sonnenoberfl\u00e4che beobachtet werden.<\/p>\n<p>H\u00f6chstaufgel\u00f6ste Aufnahme der Photosph\u00e4re<\/p>\n<p>M\u00f6glich wurde dies durch die h\u00f6chstaufgel\u00f6ste Aufnahme, die je von der Photosph\u00e4re gemacht wurde. Dabei wurden dutzende wirbelartige Strukturen an den R\u00e4ndern magnetischer Bereiche entdeckt.<\/p>\n<p>Um die Beobachtungen zweifelsfrei der KHI zuzuordnen, verglich das Team die Inouye-Aufnahmen mit Computersimulationen der Photosph\u00e4re, die mit dem Code MURaM (MPS\/University of Chicago Radiative MHD) erstellt wurden. Die Simulationen basieren auf grundlegenden physikalischen Gleichungen und zeigen Prozesse, die sich direkt kaum beobachten lassen. Beobachtung und Simulation stimmten dabei auff\u00e4llig \u00fcberein.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/3\/8\/7\/0\/1\/NSF_Daniel_K._Inouye_Solar_Telescope-7d2e6042146a0671.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Sonnenteleskop auf Maui\" height=\"2160\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 3840 \/ 2160; object-fit: cover;\" width=\"3840\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Das Daniel-K.-Inouye-Sonnenteleskop der US-amerikanischen National Science Foundation (NSF), das vom National Solar Observatory der NSF auf Maui, Hawaii, errichtet wurde und betrieben wird.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0NSF\/NSO\/AURA)\n    <\/p>\n<p>Sowohl in den Aufnahmen als auch in den Simulationen lag der mittlere Abstand zwischen den Wirbeln \u2013 die sogenannte Instabilit\u00e4ts-Wellenl\u00e4nge \u2013 bei rund 49 Kilometern (Simulation) beziehungsweise 65 Kilometern (Beobachtung). Diese \u00dcbereinstimmung von Theorie, Beobachtung und Simulation gilt als entscheidender Beleg daf\u00fcr, dass es sich bei den entdeckten Strukturen tats\u00e4chlich um Kelvin-Helmholtz-Instabilit\u00e4t handelt.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>KHI k\u00f6nnte R\u00e4tsel l\u00f6sen<\/p>\n<p>KHI k\u00f6nnte der bislang unbekannte Ausl\u00f6ser f\u00fcr \u201eFlux Braiding\u201c sein \u2013 das Verdrillen von Magnetfeldlinien, das \u00fcber \u201emagnetische Rekonnexion\u201c Energie freisetzt und Grundlage f\u00fcr Flares, Jets sowie koronale Massenausw\u00fcrfe ist. Da die Wirbel \u00fcberall und st\u00e4ndig an Stellen mit ausreichend starkem Magnetfeld auftreten, k\u00f6nnten sie der permanente \u201eMotor\u201c f\u00fcr die Verdrillung der Feldlinien sein.<\/p>\n<p>Die Entdeckung k\u00f6nnte ein Beitrag zur L\u00f6sung des R\u00e4tsels der Korona-Aufheizung sein. Dabei geht es um die Frage, warum die \u00e4u\u00dfere Sonnenatmosph\u00e4re Millionen Grad hei\u00df ist, obwohl sie weiter von der Kernfusion entfernt liegt als die k\u00fchlere Photosph\u00e4re. Die KHI mischt effizient magnetisiertes und nicht-magnetisiertes Plasma und k\u00f6nnte die fehlende Erkl\u00e4rung f\u00fcr die schnelle Diffusion des solaren Magnetfelds liefern.<\/p>\n<p>Das verwendete Inouye-Teleskop gilt mit seinem 4-Meter-Spiegel als leistungsf\u00e4higstes Sonnenteleskop der Welt. Es erm\u00f6glicht erstmals Bilder mit der Aufl\u00f6sung im Bereich weniger Kilometer auf der Sonnenoberfl\u00e4che. An der Untersuchung beteiligt waren das National Solar Observatory (NSO), das NSF NCAR High Altitude Observatory (HAO) und das Max-Planck-Institut f\u00fcr Sonnensystemforschung (MPS). Die Ergebnisse <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41586-026-10871-3\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">wurden in \u201eNature\u201c ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mki@heise.de\" title=\"Malte Kirchner\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mki<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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