{"id":240436,"date":"2026-08-07T10:20:13","date_gmt":"2026-08-07T10:20:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/240436\/"},"modified":"2026-08-07T10:20:13","modified_gmt":"2026-08-07T10:20:13","slug":"genf-wien-muenchen-aussergewoehnliche-lage-in-den-alpen-welche-gefahren-drohen-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/240436\/","title":{"rendered":"Genf\/Wien\/M\u00fcnchen | Au\u00dfergew\u00f6hnliche Lage in den Alpen: Welche Gefahren drohen"},"content":{"rendered":"<p>Genf\/Wien\/M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Wenig Schnee im Winter, ein warmer Fr\u00fchling und langanhaltende Hitze: In den Alpen versch\u00e4rfen sich die Bedingungen f\u00fcr Bergsteiger und Wanderer. Fachleute warnen vor den Gefahren.\u00a0<\/p>\n<p>\u00abWir haben eine sehr ung\u00fcnstige Konstellation in diesem Jahr\u00bb, sagt Severin Karrer, Fachleiter f\u00fcr Ausbildung, Bergsport und Sicherheit im Sommer beim Schweizer Alpen-Club (SAC). Der geringe Schneefall, der milde Fr\u00fchling und die ungew\u00f6hnlich fr\u00fchen Hitzewellen h\u00e4tten die Lage versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>Stefan Winter, Bergf\u00fchrer und Ressortleiter Sportentwicklung beim Deutschen Alpenverein (DAV) warnt: \u00abBergsteiger treffen zunehmend auf Blankeis-Passagen, Schneebr\u00fccken \u00fcber Gletscherspalten kollabieren, und Randspalten werden immer gr\u00f6\u00dfer.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Null-Grad-Grenze au\u00dfergew\u00f6hnlich hoch<\/p>\n<p>\u00abEin Problem ist vor allem, dass die Hitzewellen so lange angehalten haben\u00bb, sagt Karrer. \u00abWir hatten mehrere Wochen, in denen die Null-Grad-Grenze \u00fcber 4.000 Meter lag.\u00bb Zurzeit sind es teils sogar ann\u00e4hernd 5.000 Meter. Im Sommer lag die Nullgradgrenze im langj\u00e4hrigen Durchschnitt zwischen 3.000 und unter 4.000 Metern.<\/p>\n<p>Auch Bernd Tritscher, Bezirksleiter der Bergrettung Pinzgau im Salzburger Land in \u00d6sterreich spricht von einem \u00abau\u00dfergew\u00f6hnlichen Jahr\u00bb mit erheblichen Problemen: \u00abGewisse Touren sind in diesem Jahr nicht mehr m\u00f6glich.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Gefahr bleibt auch nach der Abk\u00fchlung<\/p>\n<p>Abgesehen von Spalten und blankem Eis auf Gletschertouren gibt es auch zus\u00e4tzliche Gefahren, weil die Hitze den Permafrost auftaut. Er gilt im Hochgebirge als \u00abKlebstoff der Berge\u00bb, weil er in den gefrorenen Gesteinsschichten Fels und Schutt zusammenh\u00e4lt. Taut er auf, k\u00f6nnen sich Gesteinsmassen l\u00f6sen. Dann drohen Steinschlag und Felsst\u00fcrze. Nach Gewittern und Starkregen steigt au\u00dferdem die Gefahr von Muren.<\/p>\n<p>Immer wieder seien auch Zustiege zu den H\u00fctten vor\u00fcbergehend unpassierbar sagt Tritscher. Und die Gefahr verschwinde nicht automatisch, sobald es k\u00fchler werde, betont Karrer: Gelockertes Gestein rutsche nicht immer sofort ab.<\/p>\n<p>Keine alten Tourenbeschreibungen nutzen<\/p>\n<p>\u00abNicht nur Bergsteiger, auch Wanderer m\u00fcssen sich bewusst sein, dass sie in einem Spannungsfeld unterwegs sind, in dem es Risiken gibt\u00bb, sagt Karrer. Entscheidend sei, sich vor jeder Tour \u00fcber die aktuellen Verh\u00e4ltnisse zu informieren. Alte Karten und Routenbeschreibungen k\u00f6nnten dagegen ein falsches Sicherheitsgef\u00fchl vermitteln.<\/p>\n<p>\u00abGletscherst\u00e4nde ver\u00e4ndern sich rasant, ehemals stabile Felsabschnitte werden instabil, und ganze Routen k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich nicht mehr begehbar sein\u00bb, sagt DAV-Bergf\u00fchrer Winter.\u00a0<\/p>\n<p>Tritscher beobachtet zudem, dass viele Menschen zu sp\u00e4t starten. Statt gegen 6.00 oder 7.00 Uhr aufzubrechen, machten sich manche erst am sp\u00e4ten Vormittag auf den Weg. H\u00f6henmeter in der Mittagshitze zu bew\u00e4ltigen, sei f\u00fcr viele aber nicht ohne weiteres machbar. \u00abWir haben wahnsinnig viele ersch\u00f6pfte Leute\u00bb, sagt der Bergretter. Der DAV erinnert zudem daran, viel Fl\u00fcssigkeit mitzunehmen und regelm\u00e4\u00dfige Trinkpausen im Schatten einzuplanen, Kopfbedeckung und Sonnenschutz ohnehin.\u00a0<\/p>\n<p>Wie der Klimawandel die Alpen ver\u00e4ndert<\/p>\n<p>Der Klimawandel ver\u00e4ndert den Lebensraum Alpen nach Einsch\u00e4tzung des Instituts f\u00fcr Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos rasant: \u00abIn den Alpen, mitten in Europa, steigen die Temperaturen doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>In einer Studie in der Fachzeitschrift \u00abEarth-Science Reviews\u00bb unter Beteiligung des SLF von November 2024 hei\u00dft es: \u00abEs gibt eindeutige Hinweise darauf, dass die Steinschlagaktivit\u00e4t in alpinen Gebieten, die vom Auftauen des Permafrosts und vom Gletscherschwund betroffen sind, zunimmt, was in erster Linie auf steigende Sommertemperaturen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Genf\/Wien\/M\u00fcnchen (dpa) &#8211; Wenig Schnee im Winter, ein warmer Fr\u00fchling und langanhaltende Hitze: In den Alpen versch\u00e4rfen sich&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":240437,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[26,27],"tags":[285,355,295,115,114,15693,193,45,35437,179],"class_list":["post-240436","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-geneve","category-genf","tag-bayern","tag-deutschland","tag-freizeit","tag-geneve","tag-genf","tag-notfall","tag-oesterreich","tag-schweiz","tag-unwetter","tag-wetter"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117053719510308259","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/240436","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=240436"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/240436\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/240437"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=240436"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=240436"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=240436"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}