{"id":243149,"date":"2026-08-09T11:09:10","date_gmt":"2026-08-09T11:09:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/243149\/"},"modified":"2026-08-09T11:09:10","modified_gmt":"2026-08-09T11:09:10","slug":"bei-ueber-25-grad-beginnt-der-e-auto-akku-schneller-zu-altern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/243149\/","title":{"rendered":"Bei \u00fcber 25 Grad beginnt der E-Auto-Akku schneller zu altern"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" class=\"article-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/bei-ueber-25-grad-beginnt-der-e-auto-akku-schneller-zu-altern.jpg\"   alt=\"Bei \u00fcber 25 Grad beginnt der E-Auto-Akku schneller zu altern\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t(Symbolbild) \u00dcber Reichweitenverluste von Elektroautos im Winter wird seit Jahren diskutiert, dabei richtet der Sommer den gr\u00f6\u00dferen Schaden an. W\u00e4hrend K\u00e4lte die Batterie nur vor\u00fcbergehend ausbremst, beschleunigt anhaltende Hitze die chemische Alterung der Zellen dauerhaft. Flottendaten von mehr als 22.000 Fahrzeugen und eine Modellstudie \u00fcber 300 St\u00e4dte zeigen nun, wie stark der Effekt auf den E-Auto-Akku wirklich ist und welche Angewohnheit der Fahrer ihn zus\u00e4tzlich versch\u00e4rft.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t(Foto: \u00a9\u00a0Forschung und Wissen)<\/p>\n<p>Wenn Elektroautos im Winter Reichweite verlieren, ist die Aufregung traditionell gro\u00df, doch der eigentliche Feind des E-Auto-Akkus ist die Sommerhitze. Denn w\u00e4hrend K\u00e4lte die Batterie nur vor\u00fcbergehend schw\u00e4cht, hinterlassen hohe Temperaturen bleibende Sch\u00e4den in den Zellen. Flottendaten von 22.700 Fahrzeugen beziffern den Effekt nun erstmals pr\u00e4zise und benennen zugleich einen Faktor, der die Alterung noch deutlich st\u00e4rker antreibt. Eine Modellstudie \u00fcber 300 St\u00e4dte weltweit zeigt au\u00dferdem, welche Fahrzeuggenerationen besonders gef\u00e4hrdet sind.<\/p>\n<p>Nahezu alle aktuellen Elektroautos speichern ihre Energie in Lithium-Ionen-Akkus, deren Chemie ausgesprochen temperaturempfindlich ist. Am wohlsten f\u00fchlt sich ein E-Auto-Akku bei etwa 15 bis 25 Grad Celsius. Steigt die Temperatur dar\u00fcber, laufen in den Zellen unerw\u00fcnschte Nebenreaktionen beschleunigt ab: Der fl\u00fcssige Elektrolyt zersetzt sich allm\u00e4hlich, an den Elektroden wachsen Deckschichten, die aktives Lithium dauerhaft binden, und die nutzbare Kapazit\u00e4t der Batterie sinkt unumkehrbar. Als Faustregel der Elektrochemie gilt, dass sich die Geschwindigkeit solcher Reaktionen mit jeder Erw\u00e4rmung um rund 10 Kelvin ungef\u00e4hr verdoppelt. Ein Fahrzeug, das im Hochsommer stundenlang in der prallen Sonne steht und dessen Innenraum sich auf \u00fcber 50 Grad Celsius aufheizt, setzt seine Batterie deshalb einem regelrechten Zeitraffer der Alterung aus, selbst wenn es gar nicht bewegt wird.<\/p>\n<p>Genau darin liegt der entscheidende Unterschied zum Winter. Bei K\u00e4lte bewegen sich die Lithium-Ionen tr\u00e4ger durch den Elektrolyten, wodurch Reichweite und Ladeleistung sp\u00fcrbar einbrechen, doch dieser Effekt verschwindet wieder, sobald die Batterie auf Betriebstemperatur kommt, weshalb die Forschung vor allem an besserem <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/technik\/elektroautos-laden-dank-neuer-batterietechnik-bei-kaelte-deutlich-schneller-133710061\" title=\"Elektroautos laden dank neuer Batterietechnik bei K\u00e4lte deutlich schneller\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Laden bei K\u00e4lte<\/a> arbeitet und nicht an K\u00e4ltesch\u00e4den. Hitze wirkt dagegen \u00fcber die sogenannte kalendarische Alterung, die unabh\u00e4ngig von der Fahrleistung allein durch Zeit und Temperatur voranschreitet. Besonders ung\u00fcnstig ist die Kombination aus starker Sommerhitze und einem dauerhaft hohen Ladestand nahe 100 Prozent, weil die Zellspannung die zerst\u00f6rerischen Nebenreaktionen zus\u00e4tzlich befeuert. Moderne Fahrzeuge wirken dem mit aktiver Fl\u00fcssigkeitsk\u00fchlung entgegen, die den Akku auch beim Parken und Laden im optimalen Temperaturfenster h\u00e4lt.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tDaten von 22.700 Fahrzeugen zeigen was Hitze dem E-Auto-Akku antut<\/p>\n<p>Wie gro\u00df der Hitzeeffekt im realen Betrieb ausf\u00e4llt, zeigt die bislang umfangreichste Flottenanalyse des Telematikanbieters Geotab, der laut seiner <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.geotab.com\/press-release\/ev-battery-health-degradation-fast-charging-study\/\" title=\"Geotab Flottenanalyse zu Batteriegesundheit und Alterung von 22.700 Elektrofahrzeugen\">Auswertung von 22.700 Elektrofahrzeugen<\/a> im Januar 2026 einen klaren Klimaeffekt beziffert. Fahrzeuge in hei\u00dfen Regionen, definiert \u00fcber mehr als 35 Prozent der Tage mit \u00fcber 25 Grad Celsius, verlieren demnach pro Jahr rund 0,4 Prozentpunkte mehr Kapazit\u00e4t als Fahrzeuge in gem\u00e4\u00dfigtem Klima. Bei einer durchschnittlichen Alterung von etwa 2,3 Prozent pro Jahr summiert sich der Hitzeaufschlag \u00fcber acht Jahre auf rund drei zus\u00e4tzliche Prozentpunkte Kapazit\u00e4tsverlust. \u00dcberraschend entspannt f\u00e4llt dagegen die Bilanz beim Ladestand aus: Ein strenges Einhalten des oft empfohlenen Fensters zwischen 20 und 80 Prozent ist im Alltag kaum n\u00f6tig, solange das Fahrzeug nicht dauerhaft nahezu voll oder nahezu leer abgestellt wird.<\/p>\n<p>Schnellladen treibt die Alterung noch st\u00e4rker an als das Klima<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Alterungsfaktor ist der Analyse zufolge allerdings nicht das Wetter, sondern das Ladeverhalten. Fahrzeuge, die \u00fcberwiegend an Gleichstroms\u00e4ulen mit mehr als 100 Kilowatt geladen wurden, verloren mit bis zu 3,0 Prozent pro Jahr etwa doppelt so viel Kapazit\u00e4t wie Fahrzeuge, die vor allem langsam mit Wechselstrom luden. Der Grund liegt wiederum in der Temperatur, denn die hohen Str\u00f6me beim Schnellladen erhitzen die Zellen von innen, und trifft diese Eigenerw\u00e4rmung im Sommer auf ohnehin aufgeheizte Batterien, verst\u00e4rken sich beide Effekte gegenseitig. Wie empfindlich Batteriezellen generell auf \u00dcberhitzung reagieren, zeigt sich auch daran, dass die Industrie parallel an <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/technik\/elektroautos-und-co.-neue-batterietechnik-verhindert-braende-133711115\" title=\"Neue Batterietechnik verhindert Br\u00e4nde von Elektroautos durch Thermal Runaway\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">neuer Batterietechnik gegen Hitzebr\u00e4nde<\/a> arbeitet, die das unkontrollierte Durchgehen einzelner Zellen bei extremen Temperaturen unterbinden soll.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tNeue Batteriegenerationen stecken die Hitze deutlich besser weg<\/p>\n<p>Wie stark der technische Fortschritt das Problem bereits entsch\u00e4rft hat, zeigt eine Studie der University of Michigan, die laut ihrer <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41558-026-02579-z\" title=\"Nature Climate Change Studie zu Klimaerw\u00e4rmung und Lebensdauer von Elektroauto-Batterien in 300 St\u00e4dten\">Ver\u00f6ffentlichung in Nature Climate Change<\/a> die Batteriealterung f\u00fcr 300 St\u00e4dte weltweit unter fortschreitender Klimaerw\u00e4rmung modelliert hat. Erw\u00e4rmt sich der Planet um 2 Grad Celsius, verlieren Batterien der Baujahre 2010 bis 2018 im Schnitt 8 Prozent ihrer Lebensdauer, in den hei\u00dfesten Regionen sogar bis zu 30 Prozent. Bei Batterien der Generation 2019 bis 2023, gerechnet an verbreiteten Modellen wie dem Tesla Model 3 und dem VW ID.3, schrumpft der Verlust dagegen auf durchschnittlich 3 und maximal 10 Prozent. Verbesserte Zellchemie, robustere Elektrolyte und leistungsf\u00e4higeres Thermomanagement fangen den Hitzestress demnach zu gro\u00dfen Teilen ab.<\/p>\n<p>F\u00fcr Fahrer eines aktuellen Elektroautos ist die Sommerhitze damit kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund f\u00fcr einfache Gewohnheiten. Wer bei Hitzewellen im Schatten oder in der Tiefgarage parkt, das Fahrzeug nicht tagelang voll geladen in der Sonne stehen l\u00e4sst und h\u00e4ufiges Schnellladen an hei\u00dfen Tagen vermeidet, nimmt der kalendarischen Alterung ihre gr\u00f6\u00dften Hebel. Besitzer \u00e4lterer Modelle ohne Fl\u00fcssigkeitsk\u00fchlung sollten diese Regeln umso ernster nehmen, weil ihre Batterie der Hitze weitgehend schutzlos ausgeliefert ist. Wie sich die Speichertechnik von Elektroautos generell weiterentwickelt, von neuen Zellchemien bis zu hitzefesten Elektrolyten, zeigt der st\u00e4ndig wachsende Forschungsstand rund um den <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/thema\/akku\/\" title=\"Akku\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Akku<\/a> in seiner ganzen Breite.<\/p>\n<p>Nature Climate Change, Technological improvements in EV batteries offset climate-induced durability challenges; doi:10.1038\/s41558-026-02579-z<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"(Symbolbild) \u00dcber Reichweitenverluste von Elektroautos im Winter wird seit Jahren diskutiert, dabei richtet der Sommer den gr\u00f6\u00dferen Schaden&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":243150,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[26442,46,52521,7236,21204,52522,52523,10901,26444,45,60,59,44,64,61,63,62],"class_list":["post-243149","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-batterie","tag-ch","tag-e-auto-akku","tag-elektroauto","tag-hitze","tag-kalendarische-alterung","tag-lithium-ionen-akkus","tag-reichweite","tag-schnellladen","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117065236563718424","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/243149","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=243149"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/243149\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/243150"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=243149"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=243149"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=243149"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}