{"id":248023,"date":"2026-08-12T17:11:12","date_gmt":"2026-08-12T17:11:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/248023\/"},"modified":"2026-08-12T17:11:12","modified_gmt":"2026-08-12T17:11:12","slug":"der-security-coprozessor-in-vielen-cpus-ist-unsicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/248023\/","title":{"rendered":"Der Security-Coprozessor in vielen CPUs ist unsicher"},"content":{"rendered":"<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Viele Systeme mit Prozessoren von AMD und Intel sind \u00fcber eine gemeinsame Komponente verwundbar: \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Windows-11-Basisinformationen-zum-Trusted-Platform-Module-TPM-2-0-6119725.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">das Trusted Platform Module,<\/a> das bei modernen Prozessoren auf einem abgeschotteten Mikrocontroller-Kern als Firmware l\u00e4uft (fTPM 2.0). Das Firmenkonsortium Trusted Computing Group liefert fTPM-2.0-Referenzcode, den unter anderem AMD und Intel in ihre BIOS-Versionen integrieren. Beide Firmen sind Teil der Gruppe.<\/p>\n<p>Fr\u00fcherer Referenzcode wies schwerwiegende M\u00e4ngel auf, welche die Trusted Computing Group selbst gemeldet hat. Daraus ergeben sich zwei Sicherheitsl\u00fccken: <a href=\"https:\/\/www.cve.org\/CVERecord?id=CVE-2026-6726\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">CVE-2026-6726<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.cve.org\/CVERecord?id=CVE-2026-6727\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">CVE-2026-6727<\/a>. Im verbreiteten Common Vulnerability Scoring System (CVSS) weisen die L\u00fccken hohe Schweregrade von 8,5 und 8,3 auf.<\/p>\n<p>Ein Trusted Platform Module steht am Beginn der Vertrauenskette (Root of Trust) von Servern, Desktop-PCs und Notebooks. Im TPM sind kryptografische Schl\u00fcssel gespeichert, \u00fcber deren Abgleich Systeme etwa die Echtheit des aufgespielten UEFI-BIOS sicherstellen. Windows nutzt das TPM f\u00fcr die Bitlocker-Verschl\u00fcsselung. Sicherheitsl\u00fccken erm\u00f6glichen tiefgehende \u00c4nderungen am System.<\/p>\n<p>Hohe H\u00fcrden f\u00fcr Angreifer<\/p>\n<p>Die gute Nachricht: Zur Ausnutzung ist lokaler Zugriff mit privilegierten Rechten notwendig. Damit sind die Sicherheitsl\u00fccken f\u00fcr Privatnutzer von wenig Belang. Relevant sind sie etwa in Unternehmen: Angreifer k\u00f6nnten ein Notebook kompromittieren, es als sicheres Firmenger\u00e4t ausgeben und sich so in das gesamte Unternehmensnetzwerk einnisten.<\/p>\n<p>CVE-2026-6727 ist ein Seitenkanalangriff, der \u00fcber Zeitvers\u00e4tze Geheimnisse aus dem TPM auslesen kann. Eine pr\u00e4parierte Software schickt unz\u00e4hlige Befehle an den Coprozessor und stoppt die Zeit, die das System zur Beantwortung ben\u00f6tigt. Dabei f\u00fcllt das Programm die Bl\u00f6cke des eingesetzten Verschl\u00fcsselungsverfahrens RSA-OAEP auf. Korrekte und falsche F\u00fcllwerte liefern unterschiedliche Antwortzeiten, womit sich Informationen extrahieren lassen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>CVE-2026-6726 hebelt die Pr\u00fcfung der hinterlegten kryptografischen Schl\u00fcssel aus. Unter bestimmten Umst\u00e4nden invalidiert ein TPM verworfene Keys nicht korrekt, sodass Angreifer einen neuen falschen Key an derselben Adresse als echt ausgeben k\u00f6nnen. Das wiederum erlaubt tiefgreifende Manipulation am System.<\/p>\n<p>Updates f\u00fcr viele betroffene CPUs<\/p>\n<p>Bei AMD sind alle Desktop-, Notebook- und Embedded-Prozessoren mit Zen-Architektur betroffen, von Ryzen 1000 bis Ryzen 9000 beziehungsweise Ryzen AI 400 (<a href=\"https:\/\/www.amd.com\/en\/resources\/product-security\/bulletin\/amd-sb-7064.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Security-Bulletin<\/a>). Bei Servermodellen z\u00e4hlt AMD ausschlie\u00dflich die kleineren Desktop-Br\u00fcder Epyc 4004 und Epyc 4005 auf, nicht aber die Vielkerner unter den 7000er- und 9000er-Bezeichnungen.<\/p>\n<p>Bei Intel sind Desktop-, Notebook- und Embedded-Prozessoren bis einschlie\u00dflich der Core-Ultra-200-Serie betroffen (<a href=\"https:\/\/www.intel.com\/content\/www\/us\/en\/security-center\/advisory\/intel-sa-01371.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">Security-Bulletin 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.intel.com\/content\/www\/us\/en\/security-center\/advisory\/intel-sa-01372.html\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">2<\/a>). Bei den Servermodellen nennt Intel Baureihen bis zu den Xeon Scalable der dritten Generation (Ice Lake) aus dem Jahr 2021.<\/p>\n<p>Sowohl AMD als auch Intel haben bereits neue Firmware-Versionen an Hersteller von Desktop-PCs, Notebooks und Mainboards verteilt, die \u00fcber die n\u00e4chsten Wochen und Monate entsprechende BIOS-Updates anbieten werden. Gleichzeitig kommen aber auch Software-Patches etwa <a href=\"https:\/\/security-tracker.debian.org\/tracker\/CVE-2026-6727\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">f\u00fcr die Debian-Bibliothek libtpms<\/a> und <a href=\"https:\/\/msrc.microsoft.com\/update-guide\/vulnerability\/CVE-2026-6727\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">zahlreiche Windows-Versionen<\/a>.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:mma@heise.de\" title=\"Mark Mantel\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mma<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. 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