{"id":249592,"date":"2026-08-13T15:57:11","date_gmt":"2026-08-13T15:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/249592\/"},"modified":"2026-08-13T15:57:11","modified_gmt":"2026-08-13T15:57:11","slug":"was-sport-im-blut-ausloest-sind-kurze-sprints-oder-langes-ausdauertraining-effektiver","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/249592\/","title":{"rendered":"Was Sport im Blut ausl\u00f6st: Sind kurze Sprints oder langes Ausdauertraining effektiver?"},"content":{"rendered":"<p>Was Sport im Blut ausl\u00f6stSind kurze Sprints oder langes Ausdauertraining effektiver?13.08.2026, 17:08 Uhr <img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/autor-fallback.svg\" alt=\"image\"\/>Von Hedviga Nyarsik<\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(05:25 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Birmingham-England-20260812-Josefine-Tomine-Eriksen-Aks-in-the-women-s-400-meter-trial-at-the-Europe.webp\" alt=\"Birmingham-England-20260812-Josefine-Tomine-Eriksen-Aks-in-the-women-s-400-meter-trial-at-the-European-Athletics-Championships-2026-at-Alexander-Stadium-in-Birmingham-on-Wednesday\"\/>Maximale Belastung setzte laut Studie im Blut innerhalb k\u00fcrzester Zeit eine breite Kaskade molekularer Ver\u00e4nderungen in Gang. (Foto: picture alliance \/ NTB)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Forschende vergleichen in einer neuen Studie wenige Minuten maximaler Belastung mit anderthalb Stunden Ausdauertraining. Im Blut zeigt sich dabei ein gewaltiger Unterschied: Bei einer Trainingsart werden Hunderte Proteine und Stoffwechselprodukte in Bewegung gesetzt &#8211; bei der anderen deutlich weniger.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Drei Minuten Vollgas statt anderthalb Stunden Ausdauertraining &#8211; kann das tats\u00e4chlich einen gr\u00f6\u00dferen Effekt haben? Zumindest auf molekularer Ebene deutet eine neue Studie, die im <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/dx.doi.org\/10.1016\/j.xcrm.2026.102988\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Fachjournal &#171;Cell Reports Medicine&#187;<\/a> erschienen ist, darauf hin. Ein Forschungsteam der Rockefeller University fand im Blut von Probanden nach kurzen, maximal intensiven Sprints deutlich mehr Ver\u00e4nderungen als nach 90 Minuten moderatem Training. Doch vorab: Das hei\u00dft nicht automatisch, dass Sprinten grunds\u00e4tzlich ges\u00fcnder oder wirksamer ist. Untersucht wurde zun\u00e4chst, wie unterschiedlich der K\u00f6rper auf beide Belastungsformen reagiert.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">F\u00fcr den direkten Vergleich analysierten die Forschenden Blutproben von 19 jungen, aktiven und gesunden M\u00e4nnern. Zehn von ihnen absolvierten sechs 30-sek\u00fcndige Sprints auf dem Fahrrad mit maximaler Anstrengung, unterbrochen von jeweils vier Minuten Erholung. Neun weitere Teilnehmer fuhren 90 Minuten am St\u00fcck mit moderater Intensit\u00e4t Fahrrad. Blut wurde vor dem Training, direkt danach und drei Stunden sp\u00e4ter abgenommen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Anschlie\u00dfend untersuchten die Forschenden knapp 2900 verschiedene Proteine im Blutplasma. Der Unterschied fiel unmittelbar nach dem Training erstaunlich gro\u00df aus: Nach den Sprints hatte sich die Konzentration von 714 Proteinen &#8211; also fast einem Viertel aller untersuchten &#8211; messbar ver\u00e4ndert. Nach dem 90-min\u00fctigen moderaten Radfahren waren es zu diesem Zeitpunkt dagegen lediglich sieben. Drei Stunden sp\u00e4ter waren die meisten unmittelbaren Ver\u00e4nderungen nach dem Sprint bereits wieder abgeklungen, w\u00e4hrend beim moderaten Training nun 19 Proteine ver\u00e4ndert waren.<\/p>\n<p>200 kleine Stoffwechselprodukte ver\u00e4ndert<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bei den nach dem Sprint ver\u00e4nderten Stoffen handelte es sich unter anderem um Proteine, die an der Bildung und Funktion von Blutgef\u00e4\u00dfen, am Umbau von Gewebe und an der hormonellen Steuerung beteiligt sind. Auch beim Stoffwechsel zeigte sich eine heftige unmittelbare Reaktion: Mehr als 200 kleine Stoffwechselprodukte ver\u00e4nderten sich nach dem Sprint, darunter Laktat, Pyruvat und weitere Molek\u00fcle, die entstehen, wenn der K\u00f6rper in kurzer Zeit sehr viel Energie bereitstellen muss.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#171;Das Spannende ist, dass schon wenige Minuten intensiver Belastung eine erhebliche molekulare Reaktion ausl\u00f6sen k\u00f6nnen&#187;, erkl\u00e4rt Studienleiter Paul Cohen von der Rockefeller University laut <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.eurekalert.org\/news-releases\/1139915\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Mitteilung<\/a>. Diese Reaktion sei nicht nur bei Untrainierten zu beobachten gewesen. Ein Teil der M\u00e4nner absolvierte anschlie\u00dfend acht Wochen lang regelm\u00e4\u00dfig dieselbe Trainingsform. Als das Forschungsteam den Versuch danach wiederholte, zeigte sich ein \u00e4hnliches Muster: Sprinten l\u00f6ste weiterhin eine schnelle und starke Proteinreaktion aus, moderates Training eine deutlich verz\u00f6gertere.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass der K\u00f6rper bei maximaler Belastung besonders schnell auf bereits vorhandene Proteine zur\u00fcckgreift. Einige davon k\u00f6nnten durch einen Mechanismus namens &#171;Ectodomain Shedding&#187; freigesetzt werden: Dabei werden Teile von Proteinen, die bereits auf der Oberfl\u00e4che von Zellen sitzen, abgespalten und innerhalb kurzer Zeit ins Blut abgegeben. Der Organismus m\u00fcsste sie also nicht erst neu herstellen. <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bei moderatem Ausdauertraining scheint die Reaktion dagegen langsamer abzulaufen. Erst Stunden sp\u00e4ter stiegen unter anderem bestimmte Fetts\u00e4uren und von der Leber freigesetzte Proteine an. Das passt nach Ansicht des Forschungsteams dazu, dass der K\u00f6rper bei l\u00e4ngerer Belastung zunehmend seine Energiereserven mobilisiert und dabei andere Stoffwechselwege nutzt als bei kurzen Sprints. Ein zus\u00e4tzlicher Versuch mit elf M\u00e4nnern, die zwei Stunden moderat auf einem Laufband liefen, ver\u00e4nderte zwar mehr Blutproteine als das moderate Radfahren &#8211; aber immer noch erheblich weniger als die Sprintintervalle.<\/p>\n<p>Ein Training ist trotzdem nicht &#171;besser&#187; als das andere<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Um herauszufinden, ob die ver\u00e4nderten Proteine \u00fcberhaupt etwas mit langfristiger Gesundheit zu tun haben k\u00f6nnten, verglich das Team seine Ergebnisse au\u00dferdem mit Daten von mehr als 53.000 Menschen aus der UK Biobank. Dabei identifizierten die Forschenden 33 Proteine, deren h\u00f6here Werte mit einem geringeren Risiko f\u00fcr Adipositas, Typ-2-Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen verbunden waren. 32 dieser 33 Proteine wurden durch das Sprinttraining ver\u00e4ndert, beim moderaten Training waren es drei.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Studie zeigt damit vor allem, wie stark die Intensit\u00e4t einer Belastung beeinflusst, welche molekularen Signale der K\u00f6rper aussendet. Eine Empfehlung, 90 Minuten Ausdauertraining k\u00fcnftig durch drei Minuten Sprinten zu ersetzen, l\u00e4sst sich laut dem Forschungsteam aber daraus nicht ableiten. Die entscheidenden Experimente umfassten nur kleine Gruppen \u00fcberwiegend junger, gesunder M\u00e4nner, und untersucht wurden molekulare Reaktionen statt tats\u00e4chlicher Erkrankungen oder langfristiger Gesundheitsfolgen. Zudem unterscheiden sich Sprint- und Ausdauertraining nicht nur in der Intensit\u00e4t, sondern auch bei Dauer und Energieverbrauch. Die Ergebnisse zeigen daher nicht, dass das eine Training &#171;besser&#187; ist als das andere &#8211; wohl aber, dass wenige Minuten maximaler Belastung im K\u00f6rper eine erstaunlich gro\u00dfe und schnelle Reaktion ausl\u00f6sen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Was Sport im Blut ausl\u00f6stSind kurze Sprints oder langes Ausdauertraining effektiver?13.08.2026, 17:08 Uhr Von Hedviga Nyarsik Artikel anh\u00f6ren(05:25&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":249593,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[454,46,406,67,66,1424,330,53743,45,956,44],"class_list":["post-249592","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-bildung","tag-ch","tag-fitness","tag-gesundheit","tag-health","tag-hormone","tag-medizin","tag-physiologie","tag-schweiz","tag-studien","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117089018330865684","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249592","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=249592"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/249592\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/249593"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=249592"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=249592"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=249592"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}