{"id":250140,"date":"2026-08-13T23:33:13","date_gmt":"2026-08-13T23:33:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/250140\/"},"modified":"2026-08-13T23:33:13","modified_gmt":"2026-08-13T23:33:13","slug":"geisel-in-der-wueste-die-lage-der-entfuehrten-schweizerin-bleibt-schwierig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/250140\/","title":{"rendered":"Geisel in der W\u00fcste: Die Lage der entf\u00fchrten Schweizerin\u00a0bleibt schwierig\u00a0"},"content":{"rendered":"<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/617084505_highres.jpg\" width=\"1300\" height=\"867\" alt=\"Eine Strasse in der W\u00fcste\" loading=\"eager\" decoding=\"sync\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>                F\u00fcr die entf\u00fchrten Frauen bleibt die Lage insbesondere w\u00e4hrend der Sommerhitze gef\u00e4hrlich.            <\/p>\n<p>            Copyright 2024 The Associated Press. All Rights Reserved        <\/p>\n<p>        Seit \u00fcber einem Jahr befinden sich eine Schweizerin und eine \u00d6sterreicherin\u00a0in der Gewalt eines\u00a0IS-Ablegers in der Sahelzone.\u00a0Ihr Zustand ist kritisch. Was nun? Swissinfo hat mit den Beh\u00f6rden, einem Angeh\u00f6rigen und mit J\u00f6rg Lange gesprochen, der\u00a0\u00fcber vier Jahre\u00a0in der Gewalt der Gruppe \u00fcberlebte.\n<\/p>\n<p>        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht    <\/p>\n<p>        13. August 2026 &#8211; 08:00\n<\/p>\n<p>15 Jahre ist es her, seit\u00a0die Schweizerin\u00a0(67)\u00a0von Algerien\u00a0in den\u00a0Niger\u00a0gezogen ist.\u00a0Die\u00a0fr\u00fchere\u00a0Personalchefin einer Schweizer\u00a0Grossbank\u00a0und sp\u00e4tere Reiseunternehmerin\u00a0gr\u00fcndete\u00a0dort\u00a0eine\u00a0Kooperative, die\u00a0Lederwaren\u00a0f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt\u00a0produziert.\u00a0<\/p>\n<p>Die Region\u00a0gilt auf Grund dschihadistischer Aktivit\u00e4ten in der Sahelzone als Hochrisikogebiet.\u00a0Die Frau\u00a0bewegte sich mit Vorsicht,\u00a0wohl wissend um das Risiko von Entf\u00fchrungen. Sie\u00a0verliess\u00a0beispielsweise ihre\u00a0Stadt Agadez\u00a0nur\u00a0mit Begleitschutz, wie sie vor drei Jahren dem Reisemagazin\u00a0Globetrotter\u00a0erz\u00e4hlte.<\/p>\n<p>Doch\u00a0die\u00a0Massnahmen\u00a0halfen nichts:\u00a0Am\u00a012. April 2025 drangen bewaffnete M\u00e4nner\u00a0in ihr Haus\u00a0ein und verschleppten sie.\u00a0Seit\u00a016 Monaten ist\u00a0die Schweizerin\u00a0in der Gewalt einer Terrorgruppe.\u00a0<\/p>\n<p>Nur drei\u00a0Monate zuvor,\u00a0am 11. Januar,\u00a0war\u00a0einer\u00a0\u00d6sterreicherin (75)\u00a0dasselbe\u00a0widerfahren. Auch\u00a0sie\u00a0wurde\u00a0nachts aus ihrem Haus entf\u00fchrt.\u00a0Sie\u00a0hatte\u00a0in Niger\u00a0ein\u00a0Bildungszentrum\u00a0gegr\u00fcndet, das junge Frauen f\u00f6rdert, und\u00a0unterst\u00fctzte lokale NGOs\u00a0beim\u00a0Gem\u00fcseanbau.\u00a0<\/p>\n<p>Die\u00a0Frauen\u00a0wurden von Niger\u00a0zu einem Ableger des IS\u00a0im W\u00fcstengebiet von Mali gebracht\u00a0\u2013\u00a0dem\u00a0\u00abIslamischen\u00a0Staat\u00a0in der\u00a0Sahelzone\u00bb\u00a0(ISGS).\u00a0Gemeinsam\u00a0werden sie\u00a0seither\u00a0in\u00a0der Grenzregion gefangen gehalten.\u00a0Ende April 2025 tauchte erstmals\u00a0ein\u00a0Foto als Lebenszeichen\u00a0der beiden\u00a0auf.\u00a0Es ist unsicher, wie lange\u00a0die \u00e4lteren Frauen\u00a0in der Hitze,\u00a0bei mangelnder Ern\u00e4hrung und medizinischer Versorgung \u00fcberleben.\u00a0<\/p>\n<p>Die Schweiz und \u00d6sterreich gehen gemeinsam vor<\/p>\n<p>Die\u00a0Heimatl\u00e4nder\u00a0der beiden Frauen\u00a0haben\u00a0ihre Aktivit\u00e4ten\u00a0zur Freilassung\u00a0geb\u00fcndelt, auch wenn wenig davon nach\u00a0aussen\u00a0dringt. Das Krisenmanagement-Zentrum des\u00a0Eidgen\u00f6ssischen\u00a0Departements\u00a0f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten\u00a0(EDA)\u00a0hat eine Task Force gebildet. Die\u00a0Bem\u00fchungen\u00a0kommentiert\u00a0es\u00a0knapp:\u00a0\u00abF\u00fcr die Freilassung des Entf\u00fchrungsopfers arbeiten die involvierten \u00f6sterreichischen und Schweizer Beh\u00f6rden eng zusammen.\u00bb\u00a0Im\u00a0Weiteren verweist\u00a0das EDA\u00a0auf eine im April 2025 verfasste Stellungnahme.<\/p>\n<p>                    Wer in den Niger reist oder dort verbleibt, handelt fahrl\u00e4ssig                <\/p>\n<p>Auf Anfrage schreibt das EDA: \u00abDas Krisenmanagement-Zentrum (KMZ) des EDA hat nach Bekanntwerden des Entf\u00fchrungsfalls eine Task Force gebildet. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt f\u00fcr Polizei fedpol, dem Nachrichtendienst des Bundes sowie weiteren Bundesstellen setzt sich das EDA f\u00fcr die Freilassung des Entf\u00fchrungsopfers ein. Daf\u00fcr arbeiten die involvierten \u00f6sterreichischen und Schweizer Beh\u00f6rden eng zusammen. Wir \u00e4ussern uns nicht zur Arbeit der Task Force und verweisen auf die Informationen auf unserer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.eda.admin.ch\/eda\/de\/home\/das-eda\/aktuell\/newsuebersicht\/statements\/entfuehrung-niger.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">WebseiteExterner Link<\/a>.\u00bb<\/p>\n<p>In seiner Stellungnahme aus dem April 2025 schreibt das EDA, man sei mit den Angeh\u00f6rigen sowie mit den Beh\u00f6rden des Nigers in Kontakt und verweist auf die gegr\u00fcndete Task-Force. Gemeinsam w\u00fcrden sich alle Stellen f\u00fcr eine Freilassung der Geisel einsetzen.<\/p>\n<p>Gleichzeitig verweist die Beh\u00f6rde auf die Eigenverantwortung: Seit 2009 rate das EDA von Reisen in den Niger respektive dem Verbleib ab, insbesondere wegen des Entf\u00fchrungsrisikos. Schweizer Staatsangeh\u00f6rige, die entgegen den Empfehlungen des Bundes im Land blieben oder dorthin reisen w\u00fcrden, \u00abhandeln fahrl\u00e4ssig und m\u00fcssen sich bewusst sein, dass die Schweiz in Notf\u00e4llen nur eingeschr\u00e4nkt Hilfe leisten kann\u00bb.<\/p>\n<p>Auch das \u00f6sterreichische\u00a0Aussenministerium\u00a0h\u00e4lt sich bedeckt. Es\u00a0verweist\u00a0aber\u00a0auf Peter Launsky-Tieffenthal,\u00a0den Sonderbeauftragten f\u00fcr globale Angelegenheiten. Der\u00a0Spitzendiplomat verf\u00fcgt \u00fcber hervorragende\u00a0internationale\u00a0Kontakte\u00a0sowie\u00a0langj\u00e4hrige Erfahrung\u00a0mit\u00a0Entf\u00fchrungen im Ausland.\u00a0Er\u00a0sagt:\u00a0\u00ab\u00d6sterreich und die Schweiz arbeiten kontinuierlich im Gleichklang f\u00fcr die Befreiung der beiden Geiseln. Dabei ist auch eine L\u00f6sung \u00fcber einen Drittstaat m\u00f6glich. Es fanden bereits Gespr\u00e4che auf h\u00f6chster diplomatischer Ebene und der Sicherheitsbeh\u00f6rden statt.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Marokko, Algerien oder ein\u00a0anderer Vermittler?\u00a0<\/p>\n<p>Am 22. April 2026 hatte\u00a0der marokkanische\u00a0Aussenminister\u00a0Nasser Bourita die \u00f6sterreichische\u00a0Aussenministerin\u00a0Beate Meinl-Reisinger besucht.\u00a0Offiziell war es ein strategischer Dialog, eines der\u00a0Kernthemen war die Afrikastrategie.\u00a0Ob\u00a0auch\u00a0\u00fcber die beiden Geiseln\u00a0geredet\u00a0wurde, dar\u00fcber h\u00fcllen sich die Beh\u00f6rden in Schweigen.\u00a0Doch man kann davon ausgehen.\u00a0<\/p>\n<p>Warum\u00a0aber wird \u00fcberhaupt\u00a0ein Drittland\u00a0involviert? Dazu muss man verstehen, dass weder die Schweiz noch \u00d6sterreich L\u00f6segeld\u00a0f\u00fcr Entf\u00fchrungsopfer\u00a0bezahlen. Man will keine Terrorfinanzierung betreiben. Doch die Entf\u00fchrer haben nicht nur finanzielle Interessen, sondern auch politische.\u00a0Das schafft Verhandlungsmasse.\u00a0Die\u00a0Drittstaaten\u00a0sind von geopolitischen Absichten geleitet: von der Anerkennung des Anspruches von Marokko auf die Westsahara\u00a0\u00fcber den\u00a0Wunsch Russlands,\u00a0den westlichen Einfluss auf die Sahelzone zur\u00fcckzudr\u00e4ngen,\u00a0bis hin zum\u00a0Bem\u00fchen,\u00a0das eigene\u00a0Image\u00a0aufzuwerten.\u00a0<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/teaser_diplomacy_niger.jpg\" width=\"1000\" height=\"667\" alt=\"Illustration: Kai Reusser \/ SWI swissinfo.ch\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Aussenpolitik\n        <\/p>\n<p>        Trotz R\u00fcckzug des Westens: Die Schweiz bleibt aktiv im Niger    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                        Dieser Inhalt wurde am ver\u00f6ffentlicht                    <\/p>\n<p>                        17. Okt. 2025                    <\/p>\n<p>                W\u00e4hrend Frankreich und die USA sich aus Niger zur\u00fcckgezogen haben, will die Schweiz vorerst bleiben \u2013 und ihre Entwicklungsprojekte vor Ort fortsetzen.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/aussenpolitik\/trotz-r%c3%bcckzug-des-westens-die-schweiz-bleibt-aktiv-im-niger\/90156134\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Trotz R\u00fcckzug des Westens: Die Schweiz bleibt aktiv im Niger<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>Deutsche Geisel nach wenigen Tagen frei<\/p>\n<p>Wie z\u00e4h die schweizerische und die \u00f6sterreichische Diplomatie vorankommt, dokumentiert ein weiterer Fall:\u00a0Anfang August\u00a02026\u00a0wurde\u00a0ein\u00a0deutscher\u00a0Staatsb\u00fcrger\u00a0t\u00fcrkischer Herkunft\u00a0im Niger entf\u00fchrt.\u00a0Nach nur\u00a0zwei Wochen\u00a0in Gefangenschaft\u00a0wurde\u00a0der\u00a0Goldh\u00e4ndler\u00a0freigelassen respektive\u00a0der algerischen Armee\u00a0\u00fcbergeben.\u00a0<\/p>\n<p>Der Sohn der \u00f6sterreichischen Geisel\u00a0ist\u00a0im Gespr\u00e4ch\u00a0mit Swissinfo\u00a0erz\u00fcrnt, dass seine Mutter, die\u00a0zuerst\u00a0entf\u00fchrt wurde,\u00a0schon\u00a019 Monate in der W\u00fcste ausharren muss. Er ist selbst in Afrika aufgewachsen und hat \u00fcber Mittelsm\u00e4nner\u00a0einen\u00a0Kontakt zu den Entf\u00fchrten\u00a0aufgebaut.\u00a0Er sagt:\u00a0\u00abZeit ist\u00a0bei\u00a0einer Geiselnahme kein neutraler Faktor. Jeder weitere Tag kann den Unterschied machen\u00a0\u2013\u00a0gesundheitlich, psychisch\u00a0\u2013\u00a0und am Ende\u00a0\u00fcber\u00a0Leben und Tod\u00a0entscheiden. Ich kann verstehen, dass Diplomatie Zeit braucht. Was ich nicht akzeptieren kann, ist, dass Zeit selbst zur Strategie wird.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0Seine Mutter\u00a0schwebte im Mai zwischen Leben und Tod. Zweimal durften\u00a0ihr\u00a0Medikamente gebracht werden.\u00a0Auch\u00a0die Schweizerin, die eine chronische Krankheit hat,\u00a0bekam auf diesem Weg dringend\u00a0ben\u00f6tigte\u00a0Medikamente; ihr\u00a0Sohn lebt nach wie vor im Niger.\u00a0Die beiden sind mit\u00a0weiteren Personen\u00a0in Kontakt, um Informationen auszutauschen. Darunter ist auch der Deutsche J\u00f6rg Lange (69), der\u00a01702 Tage in der Gewalt jener Gruppe verbracht hatte.\u00a0<\/p>\n<p>Mehrmals dem Tode nahe\u00a0<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber Swissinfo schildert\u00a0Lange\u00a0die Zust\u00e4nde im Lager. Die Entf\u00fchrer h\u00e4tten dauernd ihren Standort in der W\u00fcste ge\u00e4ndert, um nicht gefunden zu werden. \u00dcbernachtet wurde im Freien unter B\u00e4umen. Dazu geh\u00f6rten Schlangen, die beim Schlafen in der Nacht auf ihn gefallen seien und schmerzhafte\u00a0Skorpionstiche. Die\u00a0\u00abToilette\u00bb\u00a0war ein Busch im Freien. Getrunken wurde Wasser aus alten Kanistern, das nach Benzin roch. Dazu kamen 46 Grad, eine sengende Hitze, und eine fast t\u00f6dliche Malaria.\u00a0<\/p>\n<p>Mehrmals war J\u00f6rg Lange dem Tod nahe. Er sagt, dass ihm nur sein Glaube die Kraft gegeben habe, diese Tortur so lange zu \u00fcberleben. Auch das Gegenteil h\u00e4tte eintreten k\u00f6nnen:\u00a0Einmal wurde diskutiert, ob man ihn wegen Blasphemie t\u00f6ten\u00a0m\u00fcsse, nachdem er mit einem Entf\u00fchrer \u00fcber Jesus\u00a0gesprochen hatte.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcber die Hintergr\u00fcnde seiner Befreiung muss\u00a0Lange\u00a0schweigen.\u00a0Da er\u00a0aber zun\u00e4chst\u00a0nach Marokko gebracht wurde, liegt\u00a0das Land\u00a0als\u00a0involvierter\u00a0Drittstaat auf der Hand.\u00a0Der\u00a0Sohn\u00a0der \u00f6sterreichischen Geisel\u00a0meint, der Fall Lange zeige, dass\u00a0Marokko im Sahel-Kontext eine reale Vermittlungsrolle spielen\u00a0k\u00f6nne.\u00a0Dabei sei es ihm\u00a0\u00abam Ende vollkommen egal, welcher Staat, welcher Vermittler oder welcher diplomatische Kanal den Durchbruch schafft\u00bb.<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/000_36669NT.jpg\" width=\"3000\" height=\"2000\" alt=\"Soldaten in einem Stadion\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>                General Abdourahamane Tchiani, Staatschef und Leiter der Milit\u00e4rjunta in Niger, l\u00e4sst sich in der Hauptstadt Niamey feiern. Die Milit\u00e4rregierung putschte sich im Juli 2023 an die Macht.            <\/p>\n<p>            Boureima Hama \/ AFP        <\/p>\n<p>\u00abDie erste Kugel ist f\u00fcr dich\u00bb<\/p>\n<p>Fliessen\u00a0am Ende doch L\u00f6segelder? Der Verdacht steht zumindest im Raum.\u00a0L\u00f6segeldforderungen\u00a0werden von Beh\u00f6rden\u00a0grunds\u00e4tzlich\u00a0nicht kommuniziert.\u00a0Informanten, die sich mit der Situation auskennen,\u00a0sprechen\u00a0jedoch\u00a0von 5 Millionen US-Dollar\u00a0pro\u00a0Geisel, die f\u00fcr eine Freilassung n\u00f6tig seien.\u00a0Verhandelt\u00a0wird\u00a0von einem\u00a0Krisenstab\u00a0unter\u00a0Einbindung der Nachrichtendienste. Die\u00a0Heimatl\u00e4nder der Entf\u00fchrten\u00a0halten sich hier grunds\u00e4tzlich bedeckt.\u00a0Denn\u00a0Angeh\u00f6rige von L\u00e4ndern, die bezahlen, werden \u00f6fter entf\u00fchrt. Dazu kommt die Gefahr von\u00a0\u00abFolget\u00e4tern\u00bb\u00a0in der\u00a0\u00abEntf\u00fchrungsindustrie\u00bb.\u00a0<\/p>\n<p>Die Milit\u00e4rregierung im Niger ist scheinbar machtlos.\u00a0\u00dcberhaupt scheint der\u00a0Versuch,\u00a0die Geiseln mit Waffengewalt zu befreien,\u00a0aussichtslos\u00a0zu sein. J\u00f6rg Lange berichtet, dass man ihm f\u00fcr diesen Fall\u00a0gesagt habe:\u00a0\u00abDie erste Kugel ist f\u00fcr dich.\u00bb\u00a0Sei eine\u00a0Drohne\u00a0in der N\u00e4he ihrer Verstecke\u00a0gesichtet worden, habe\u00a0sich sofort einer\u00a0der\u00a0Entf\u00fchrer mit der Kalaschnikow neben\u00a0ihn\u00a0gesetzt, dann seien\u00a0sie weiterzogen.\u00a0<\/p>\n<p>Hoffen auf die USA\u00a0<\/p>\n<p>Hoffnung auf eine Freilassung ruhen auch auf den USA. Denn mit\u00a0einem\u00a0missionarisch t\u00e4tigen Piloten\u00a0(48)\u00a0wurde am\u00a021.\u00a0Oktober 2025\u00a0auch ein US-B\u00fcrger von der IS-Gruppe entf\u00fchrt. Er wird\u00a0in geografischer\u00a0N\u00e4he\u00a0zu den\u00a0beiden Frauen festgehalten.\u00a0Die USA\u00a0haben sich mit\u00a0\u00d6sterreich und der Schweiz in Verbindung gesetzt. Ob ihre Beteiligung\u00a0eine neue Dynamik in die Situation der Geiseln bringt, ist\u00a0allerdings\u00a0offen. Auch die USA geh\u00f6ren zu den Staaten, die keine L\u00f6segelder zahlen. F\u00fcr eine schnelle Freilassung\u00a0des Piloten\u00a0hat das politische Gewicht der USA bisher nicht gereicht.\u00a0<\/p>\n<p>Das \u00dcberleben der Geiseln h\u00e4ngt\u00a0prim\u00e4r von den geopolitischen Interessen jener Drittstaaten ab, die \u00fcber funktionierende Kan\u00e4le zu den Dschihadisten verf\u00fcgen.\u00a0Die beiden Frauen\u00a0m\u00fcssen vorerst weiter in der Gluthitze ausharren.<\/p>\n<p>Editiert von Marc Leutenegger<\/p>\n<p>\n    Mehr<\/p>\n<p>    <img src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/newsletter_teaser_foreign_affairs.jpg\" width=\"880\" height=\"587\" alt=\"Newsletter sobre a pol\u00edtica externa\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" fetchpriority=\"auto\"\/><\/p>\n<p>        Mehr    <\/p>\n<p>        Aussenpolitik\n        <\/p>\n<p>        Unser Newsletter zur Aussenpolitik    <\/p>\n<p class=\"teaser-wide-card__excerpt\">\n<p>                Die Schweiz in einer Welt, die sich bewegt. Beobachten Sie mit uns die Schweizer Aussenpolitik und ihre Entwicklungen \u2013 wir liefern die Vertiefung dazu.            <\/p>\n<p>    <a class=\"teaser-wide-card__link\" href=\"https:\/\/www.swissinfo.ch\/ger\/aussenpolitik\/newsletter-aussenpolitik\/46741298\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n<p>            Mehr Unser Newsletter zur Aussenpolitik<br \/>\n    <\/a><\/p>\n<p>        Artikel in dieser Story    <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"F\u00fcr die entf\u00fchrten Frauen bleibt die Lage insbesondere w\u00e4hrend der Sommerhitze gef\u00e4hrlich. Copyright 2024 The Associated Press. 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