{"id":250960,"date":"2026-08-14T13:28:08","date_gmt":"2026-08-14T13:28:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/250960\/"},"modified":"2026-08-14T13:28:08","modified_gmt":"2026-08-14T13:28:08","slug":"agefield-high-rock-the-school-im-test-so-trashig-war-meine-schulzeit-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/250960\/","title":{"rendered":"\u201eAgefield High: Rock the School\u201c im Test: So trashig war meine Schulzeit nicht"},"content":{"rendered":"<p>Videospiele behandeln nicht immer Mord und Totschlag. Genauso muss auch nicht immer die Welt oder gleich das ganze Universum gerettet werden. Manche Titel denken Videospiele kleiner und nehmen stattdessen den ganz normalen Alltag in den Blick. Insbesondere die Schulzeit liefert ein spannendes Setting: Jugendliche haben ihr eigenes kleines Abenteuer, mit Pr\u00fcfungen und Partys, lustigen Streichen und nervigen Erwachsenen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Diese Idee hat \u201eGTA 6\u201c-Entwickler Rockstar bereits mit \u201eBully\u201c im Jahr 2006 umgesetzt. 20 Jahre sp\u00e4ter m\u00f6chte der Indie-Entwickler Refugium Games die L\u00fccke mit seinem Spiel \u201eAgefield High: Rock the School\u201c schlie\u00dfen. Hat er das geschafft? Nein, auf keinen Fall, nicht mal ann\u00e4hernd. Der Trailer voller 2000er-Coming-of-Age-Charme mag noch vielversprechend gewesen sein, doch das fertige Spiel f\u00e4llt nach wenigen Minuten bereits durch. Nichtsdestotrotz: Es verspr\u00fcht einen ganz eigenen Vibe, wie die Kids heute sagen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Wie ein Aufsatz, der auf einer turbulenten Busfahrt geschrieben wurde<\/p>\n<p>F\u00fcr die viel zu teuren 30 Euro kopiert \u201eAgefield High: Rock the School\u201c mit Early-Access-Geschmack dasselbe Ger\u00fcst wie das damalige Rockstar-Spiel \u2013 nur in deutlich schlechter. Ein Junge betritt eine Vorstadt-Welt, um diverse Unterrichtsf\u00e4cher zu absolvieren und au\u00dferschulische Missionen zu meistern, die darauf abzielen, in der alles entscheidenden Beliebtheitsskala ganz nach oben zu kommen. Die Umsetzung wirkt, als h\u00e4tte Refugium Games das Spiel f\u00fcr Gamedesign-Studieng\u00e4nge produziert, um alle Fehler aufzuzeigen, die man auf keinen Fall machen sollte.<\/p>\n<p>    Bild 1 von 5<\/p>\n<p>    <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/bilderstrecke\/5147166.html?back=11414509\" title=\"Bilderstrecke: &quot;Agefield High&quot; angespielt (5 Bilder)\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1Bild-02225713b0c24889.jpg\"\/><\/a><\/p>\n<p>    Sam ist kurz vor seinem Schulabschluss noch einmal umgezogen. In Agefield geht es ihm aber nicht nur um Noten, sondern auch um die Herrschaft \u00fcber den Schulhof. (Bild: <\/p>\n<p>heise medien<\/p>\n<p>)<\/p>\n<p>Die Gesichtsanimationen der Figuren existieren, aber sie zeigen keine Emotionen. Die Dialoge rund um Sex und Schimpfe haken jedes Highschool-Klischee ab und pl\u00e4tschern langsam vor sich hin. Die Spielwelt ist frei erkundbar, liefert allerdings nichts Erkundenswertes. Das einfallslose Kampfsystem m\u00f6chte, dass ich die d\u00e4mliche Gegner-KI chancenlos mit Tritten in der Ecke festhalte. Der Unterricht, der lediglich aus Ausf\u00fcllformularen besteht, die unter Zeitdruck ausgef\u00fcllt werden m\u00fcssen, ist so langweilig und sperrig, wie er sich anh\u00f6rt. Angst vor dem Sitzenbleiben habe ich keine, da \u201eAgefield High: Rock the School\u201c weder Gefahren noch Niederlagen kennt.<\/p>\n<p>Jedes Scheitern bleibt konsequenzlos oder f\u00fchrt nur zu einem Neuladen. Wozu sollte ich die Schul-Security f\u00fcrchten, wenn ihr nach wenigen Metern der Verfolgung bereits die Puste ausgeht? Wozu sollte ich mich an irgendwelche Uhrzeiten halten, wenn unsere Freunde auch brav bis in die Nacht im Park warten? Vieles ist in diesem Spiel vorhanden, l\u00e4uft ohne gro\u00dfartige Bugs ab, ergibt aber unterm Strich eines nicht: Spa\u00df. Zumindest, wenn man Spa\u00df so definiert, wie ihn andere Spiele verstehen.<\/p>\n<p>Ein Sharknado zum Spielen<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Denn was sich nicht abstreiten l\u00e4sst: \u201eAgefield High: Rock the School\u201c ist trotz aller Schw\u00e4chen eine interessante Spielerfahrung. Genauso lang wie die Fehlerliste ist die Liste der Momente, an denen ich laut loslachen musste. Sei es, weil die Dialoge unfreiwillig komisch ausfallen, die Missionen unversch\u00e4mt einfach sind oder ich auf dem Bike Moves hinlege, die physikalisch eigentlich unm\u00f6glich sind. Wer sich mit \u201eAgefield High: Rock the School\u201c einfach nur belustigen m\u00f6chte, wird hier diverse M\u00f6glichkeiten finden.<\/p>\n<p>        Lesen Sie auchMehr anzeigenWeniger anzeigen<\/p>\n<p>Zum Beispiel mit der kuriosen Mimik von Protagonist Sam, der entweder viel zu cool, schlafend oder tot her\u00fcberkommt. Egal, ob ihn Leute gerade anschreien oder ihr Herz ihm gegen\u00fcber aussch\u00fctten. Auch andere Figuren haben ihre Momente: So br\u00fcllt eine Security aus heiterem Himmel \u00fcber den Flur: \u201eW\u00e4hrend meiner Schicht wird niemand schwanger\u201c \u2013 und das so unvorbereitet, so trocken, ohne jegliche Betonung, dass ich v\u00f6llig schockiert stehen bleiben musste.<\/p>\n<p>Oder das hier: Jede T\u00fcr im Spiel quietscht beim \u00d6ffnen, egal welche und egal, ob gerade Zwischensequenzen laufen oder Personen sprechen. Gleichzeitig bem\u00fcht sich der Soundtrack, die f\u00fcr Jugendliche lebenswichtige Dauerbeschallung durch Rock niemals enden zu lassen, und l\u00e4sst deswegen ein Lied sofort auf das andere folgen. Die Missionen sind ebenfalls schr\u00e4g: Ein Unterhosen-Diebstahl f\u00fchrt uns in das Haus einer Mitsch\u00fclerin, die Aufpasserin mimt die Mutter und sobald sie Notiz von uns nimmt, ert\u00f6nt ein lautes T\u00fcten wie bei einem Wagen im R\u00fcckw\u00e4rtsgang. Warum auch immer, aber unn\u00f6tig und lustig ist es allemal.<\/p>\n<p>      Empfohlener redaktioneller Inhalt<\/p>\n<p class=\"opt-in__description\">\n    Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes YouTube-Video (Google Ireland Limited) geladen.\n  <\/p>\n<p>        YouTube-Video jetzt laden\n      <\/p>\n<p>In einer anderen Mission jagt Sam einen Lehrer, der Sch\u00fcler in ihren H\u00e4usern ausspioniert. Allerdings macht er das nicht aus einer sicheren und versteckten Position heraus, sondern direkt auf der Stra\u00dfe, am helllichten Tag, mit dem Fernglas in der Hand. Die Welt von \u201eAgefield High: Rock the School\u201c tickt eben anders. Auf einer Party soll ich Substanzen in die Getr\u00e4nke mischen, finde aber kaum einen Weg durch die knutschenden Teenies. Nachts kommt es zu einem gewaltigen Stau auf der Stra\u00dfe, weil eine Person einfach stehen geblieben ist. Andernorts grillen Erwachsene Steaks, ohne Lampen, in der Dunkelheit, w\u00e4hrend klassische Musik im Hintergrund l\u00e4uft. Ist das ein Bug oder ein Statement?<\/p>\n<p>Und wenn Sam gerade nicht mit dem Bike durch die Gegend fliegt oder senkrecht an W\u00e4nden hochf\u00e4hrt, ist er zu Hause, um den Rasen zu m\u00e4hen oder mit seiner Gitarre das schlechteste Musik-Minispiel aller Zeiten zu absolvieren: eines, bei dem man nur scheitern kann, wenn man mit geschlossenen Ohren und Augen spielt. Refugium Games hat offensichtlich nicht viel Ahnung von Spielentwicklung, aber doch Humor. Deswegen habe ich weitergespielt, auch wenn ich eigentlich nicht wollte. Nur um zu sehen, was noch alles schief l\u00e4uft.<\/p>\n<p>\u201eAgefield High: Rock the School\u201c erschien am 12. August f\u00fcr Windows (Steam). Zu einem sp\u00e4teren, noch unbekannten Zeitpunkt soll das Spiel auch f\u00fcr Konsolen erscheinen. Es kostet 29,99 Euro.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/tests\/mailto:dahe@heise.de\" title=\"Daniel Herbig\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">dahe<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Videospiele behandeln nicht immer Mord und Totschlag. 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