{"id":2513,"date":"2026-02-13T08:06:07","date_gmt":"2026-02-13T08:06:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/2513\/"},"modified":"2026-02-13T08:06:07","modified_gmt":"2026-02-13T08:06:07","slug":"bildung-hormone-lebenserwartung-warum-trifft-alzheimer-vor-allem-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/2513\/","title":{"rendered":"Bildung, Hormone, Lebenserwartung: Warum trifft Alzheimer vor allem Frauen?"},"content":{"rendered":"<p>Bildung, Hormone, LebenserwartungWarum trifft Alzheimer vor allem Frauen?<\/p>\n<p>13.02.2026, 08:19 Uhr <\/p>\n<p>Artikel anh\u00f6ren(12:16 min)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH widget-picture-inline_maximizable__t_E7h\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Rear-view-of-elderly-mother-hugging-mature-daughter-Rear-view-of-elderly-mother-hugging-mature-daugh.webp\" alt=\"Rear-view-of-elderly-mother-hugging-mature-daughter-Rear-view-of-elderly-mother-hugging-mature-daughter-sitting-on-bench\"\/>Rund zwei Drittel aller Menschen mit Alzheimer sind weiblich. (Foto: IMAGO\/HalfPoint Images)TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Frauen sind deutlich h\u00e4ufiger von Alzheimer betroffen als M\u00e4nner, auch bei gleicher Lebenserwartung. Genetische und hormonelle Faktoren spielen eine Rolle. Doch auch soziale Aspekte und sp\u00e4te Diagnosen versch\u00e4rfen das Problem.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Frauen erkranken h\u00e4ufiger an Alzheimer als M\u00e4nner &#8211; selbst wenn man ihre h\u00f6here Lebenserwartung aus der Statistik rechnet. Liegt das daran, dass viele Erkrankte in ihrer Jugend weniger Chancen auf Bildung und ein komfortables Leben hatten als m\u00e4nnliche Altersgenossen? Wahrscheinlich nur zu einem geringen Teil, meinen Fachleute. &#171;Es deutet vieles darauf hin, dass das Verh\u00e4ltnis auch bei komplett gleichen Voraussetzungen nicht eins zu eins w\u00e4re&#187;, sagt Steffi Riedel-Heller von der Universit\u00e4t Leipzig.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Rund zwei Drittel aller Menschen mit Alzheimer sind Frauen. Die Krankheit wird \u00fcberwiegend nach dem 65. Lebensjahr diagnostiziert, besonders h\u00e4ufig jenseits von 80 Jahren. An der H\u00e4ufigkeitsverteilung hat darum gro\u00dfen Anteil, dass Frauen im Mittel deutlich l\u00e4nger leben als M\u00e4nner. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt liegt <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Themen\/Gesellschaft-Umwelt\/Bevoelkerung\/Sterbefaelle-Lebenserwartung\/_inhalt.html?templateQueryString=lebenserwartung\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">der Sterbetafel 2022\/2024 zufolge <\/a>f\u00fcr M\u00e4nner in Deutschland bei 78,5 Jahren, f\u00fcr Frauen bei 83,2 Jahren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">An biologischen Faktoren liegt dies \u00fcbrigens nicht, wie Johannes Levin vom Deutschen Zentrum f\u00fcr Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) erkl\u00e4rt. &#171;Ausschlag gibt wohl vielmehr das allgemeine Risikoverhalten.&#187; M\u00e4nner lebten im Mittel unges\u00fcnder und gef\u00e4hrlicher &#8211; besser auf ihr Wohl achtende Gruppen wie M\u00f6nche h\u00e4tten eine \u00e4hnlich hohe Lebenserwartung wie Frauen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Doch selbst um die Lebenserwartung korrigiert bleibt ein Unterschied mit Blick auf Alzheimer: Frauen erkranken auch in gleichen Altersgruppen merklich h\u00e4ufiger. Das Verh\u00e4ltnis liege bei etwa 60:40, sagt der Neurologe Wenzel Glanz von der Uniklinik Magdeburg. Gesicherte Ergebnisse, woran genau das liegt, gibt es nicht &#8211; eine Menge Hinweise aber schon. Die zeigen vor allem: Es ist komplex.<\/p>\n<p>Die Macht der Gene &#8211; ein oft untersch\u00e4tzter Faktor<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">APOE &#8211; das ist der Name des bei Alzheimer wohl entscheidenden Gens. Einer im Fachjournal <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s44400-025-00045-9\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#171;npj Dementia&#187; vorgestellten Analyse <\/a>zufolge w\u00fcrden etwa 70 bis 90 Prozent aller Alzheimer-F\u00e4lle ohne den Einfluss dieses einzelnen Gens wohl nicht auftreten. Es gibt drei h\u00e4ufige Typen des Gens, die E2, E3 und E4 genannt werden. Jeder Mensch tr\u00e4gt \u00fcblicherweise zwei APOE-Gene, wodurch verschiedene Kombinationen entstehen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Das Alzheimer-Risiko ist demnach je nach Kombination der Gen-Typen unterschiedlich hoch: <\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">E4\/E4 und E3\/E4: h\u00f6chstes Risiko (betrifft 2 Prozent bzw. 20 bis 30 Prozent aller Menschen)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">E3\/E3: mittleres Risiko (60 Prozent aller Menschen)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">E3\/E2 und E2\/E2: geringeres Risiko (etwa 5 Prozent aller Menschen)<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#171;Die E4-Variante von APOE ist unter Demenzforschern als sch\u00e4dlich anerkannt&#187;, erkl\u00e4rt Hauptautor Dylan Williams vom University College London. &#171;Aber viele Erkrankungen w\u00fcrden ohne den zus\u00e4tzlichen Einfluss des h\u00e4ufigen E3-Allels, das in Bezug auf das Alzheimer-Risiko typischerweise falsch als neutral eingesch\u00e4tzt wurde, nicht auftreten.&#187; Eine Studie an sogenannten Super-Agern zeigte k\u00fcrzlich, dass diese h\u00e4ufiger als andere Menschen die E2-Variante und seltener die E4-Variante tragen. Als Super-Ager gelten Menschen ab 80 Jahren, deren kognitive Funktionen mit denen 20 oder 30 Jahre j\u00fcngerer Menschen vergleichbar sind.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#171;Das Ausma\u00df, in dem APOE in Bezug auf Alzheimer oder als Wirkstoffziel erforscht wurde, steht eindeutig in keinem Verh\u00e4ltnis zu seiner tats\u00e4chlichen Bedeutung&#187;, meint Williams. Fr\u00fchere Studien haben seinem Team zufolge gezeigt, dass das vom Gen abgeleitete Protein bei der E4-Variante zu einer verst\u00e4rkten Amyloid-Plaquebildung im Gehirn f\u00fchrt. Ablagerungen von Beta-Amyloid und Tau-Proteinen sind zentrale Merkmale der Alzheimer-Krankheit.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zudem st\u00f6rt das E4-Protein Williams&#8216; Team zufolge die Fett- und Energieverarbeitung in den Gehirnzellen und f\u00f6rdert Entz\u00fcndungen, die wiederum Neuronen sch\u00e4digen und das Gehirn anf\u00e4lliger f\u00fcr Demenzerkrankungen machen k\u00f6nnen. Warum die E3-Variante das Risiko im Vergleich zu E2 erh\u00f6ht, sei bisher unklar. APOE4 (Apolipoprotein E4) erh\u00f6ht das Alzheimer-Risiko bei Frauen deutlich st\u00e4rker als bei M\u00e4nnern, wie Riedel-Heller sagt. Forscher nehmen hormonelle Einfl\u00fcsse als eine Ursache daf\u00fcr an.<\/p>\n<p>Ist zur Hormontherapie zu raten?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Frauen in den Sechzigern haben eine etwa zweifach h\u00f6here Wahrscheinlichkeit, im Laufe ihres restlichen Lebens an Alzheimer zu erkranken, als an Brustkrebs, wie die Alzheimer-Gesellschaft der USA berichtet. Gemeinsam ist beiden Krankheiten, dass Hormone Einfluss auf die Entwicklung nehmen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Im Zuge der Menopause sinkt der Estradiol-Spiegel. Das Hormon &#8211; ein sogenanntes \u00d6strogen &#8211; steuert, wie stark das APOE-Gen abgelesen und in Protein umgesetzt wird. Bei sinkendem Estradiol-Spiegel wird mehr Protein produziert. Gerade APOE4-Tr\u00e4gerinnen k\u00f6nnten daher wom\u00f6glich von einer Hormontherapie als gezielter Strategie gegen Alzheimer profitieren, schlie\u00dft ein Forschungsteam um Stute i<a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.springermedizin.de\/menopausale-hormontherapie\/demenz\/einfluss-einer-hrt-auf-die-kognition-bei-apoe4-mutations-traeger\/26028478\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">m Fachjournal &#171;Gyn\u00e4kologische Endokrinologie&#187;<\/a>. Wichtig sei ein fr\u00fcher Start der Therapie zeitnah nach der Menopause. Weitere Studien m\u00fcssten diese Vermutung aber erst noch best\u00e4tigen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Einer in <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/linkinghub.elsevier.com\/retrieve\/pii\/S2666756825001229\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&#171;The Lancet Healthy Longevity&#187; vorgestellten \u00dcbersichtsstudie<\/a> mit Daten von mehr als einer Million Patientinnen zufolge gibt es aktuell keine Hinweise darauf, dass eine Hormontherapie in den Wechseljahren das Demenzrisiko bei Frauen nach der Menopause generell erh\u00f6ht oder senkt. F\u00fcr eine gesicherte Aussage fehlten aber noch Daten aus hochwertiger Langzeitforschung, hie\u00df es vom Forschungsteam um Melissa Melville vom University College London.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bekannt ist Levin zufolge, dass sich eine fr\u00fche Menopause vor dem 45. Lebensjahr &#8211; also ein sehr fr\u00fch sinkender Estradiol-Spiegel &#8211; ung\u00fcnstig auf das Alzheimer-Risiko auswirkt. Gro\u00df sei dieser Effekt aber nicht. Eine Hormontherapie allein zum Schutz vor Alzheimer zu beginnen, sei keinesfalls sinnvoll.<\/p>\n<p>Wenn die Sp\u00fclmaschine im Gehirn lahmt<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Vor allem im n\u00e4chtlichen Tiefschlaf wird das Gehirn mit klarer Zerebrospinalfl\u00fcssigkeit (CSF) regelrecht durchgesp\u00fclt, dabei werden Abfallstoffe wie Beta-Amyloid und Tau-Proteine entfernt. Unter anderem Schlafdefizite st\u00f6ren dieses sogenannte glymphatische System, eine Reinigungs- und Entsorgungsmaschinerie im Hirngewebe.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch beim glymphatischen System sind hormonelle Einfl\u00fcsse auf das Alzheimer-Risiko anzunehmen, wie Riedel-Heller sagt. Denn: Typisches Symptom der Wechseljahre sind massive Schlafst\u00f6rungen, teils \u00fcber viele Jahre hinweg immer wieder. Als gesichert gilt, dass eine Hormontherapie diese deutlich vermindern kann.<\/p>\n<p>Kann Krebs vor Alzheimer sch\u00fctzen?<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es klingt erst mal bizarr: Krebs k\u00f6nnte Analysen zufolge vor Alzheimer sch\u00fctzen. In Versuchen mit M\u00e4usen zeigte sich, dass ein von Krebszellen produziertes Molek\u00fcl das Gehirn vor der Krankheit bewahrt, wie ein Team um Youming Lu von der Universit\u00e4t f\u00fcr Wissenschaft und Technik Zentralchina in Wuhan gerade<a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.cell.com\/cell\/abstract\/S0092-8674(25)01433-3?_returnURL=https%3A%2F%2Flinkinghub.elsevier.com%2Fretrieve%2Fpii%2FS0092867425014333%3Fshowall%3Dtrue\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> im Fachjournal &#171;Cell&#187; berichtet<\/a>. Krebskranke Tiere entwickelten nicht die typischen Plaques im Gehirn. Eine Best\u00e4tigung beim Menschen steht aber noch aus.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Im <a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/jamanetwork.com\/journals\/jamanetworkopen\/fullarticle\/2772918\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Jahr 2020 vorgestellte Daten<\/a> zeigten immerhin, dass eine Krebsdiagnose mit einem um 11 Prozent geringeren Auftreten von Alzheimer-Erkrankungen verbunden war. Prinzipiell k\u00f6nnte das allerdings zum Beispiel auch daran liegen, dass Menschen mit Krebs fr\u00fcher sterben &#8211; vor der Zeit, in der Alzheimer bei ihnen diagnostiziert w\u00fcrde. Frauen bekommen &#8211; unter anderem wegen ihres im Mittel ges\u00fcnderen Lebensstils &#8211; insgesamt seltener Krebs als M\u00e4nner.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es gibt zahlreiche Faktoren, die Studien zufolge das allgemeine Demenzrisiko erh\u00f6hen: geringere Bildung, H\u00f6rverlust, Bluthochdruck, Rauchen, \u00dcbergewicht, Depressionen, Bewegungsmangel, Diabetes, \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Alkoholkonsum, Sch\u00e4del-Hirn-Trauma, Luftverschmutzung und soziale Isolation. Auch ein unbehandelter Sehverlust und ein hoher LDL-Cholesterinspiegel seien Risikofaktoren, hei\u00dft es in einem im Fachblatt &#171;<a class=\"inline_link\" href=\"https:\/\/www.thelancet.com\/journals\/lanhl\/article\/PIIS2666-7568(25)00122-9\/fulltext\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">The Lancet Commissions<\/a>&#187; vorgestellten Bericht.<\/p>\n<p>Geringerer Bildungsstand als m\u00f6gliche Ursache<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">&#171;Das Pr\u00e4ventionspotenzial ist hoch, und theoretisch k\u00f6nnte fast die H\u00e4lfte aller Demenzerkrankungen durch die Eliminierung dieser 14 Risikofaktoren verhindert werden.&#187; Als eine Ursache daf\u00fcr, dass Frauen h\u00e4ufiger als M\u00e4nner von einer Demenz betroffen sind, sehen die Autoren deren oftmals geringeren Bildungsstand.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Mehr Bildung bedeute mehr Einkommen und damit einen besseren Zugang zu hochwertiger medizinischer Versorgung, zu ges\u00fcnderem Essen und einer besseren Wohnumgebung mit geringerer Luftverschmutzung, erkl\u00e4rt Riedel-Heller. Ein geringerer sozialer Status sei zudem oft mit mehr chronischem Stress und psychischer Belastung verbunden sowie weniger gesellschaftlicher Teilhabe. Auch das schade langfristig der Hirngesundheit.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Heute 80-j\u00e4hrige Frauen h\u00e4tten in ihrer Jugend auch in Deutschland weniger Bildungs- und Erwerbschancen gehabt, gibt Glanz zu bedenken. Spannend werde daher die Entwicklung bei den j\u00fcngeren Generationen sein: Werden diese Frauen dank ihrer besseren Chancen seltener oder sp\u00e4ter erkranken? Zu erwarten sei ein solcher Effekt &#8211; in kleinerem Ma\u00dfe &#8211; durchaus, genau beziffern lasse er sich wegen der vielen anderen Einflussfaktoren aber kaum, sagt Levin, Neurologe an der Ludwig-Maximilians-Universit\u00e4t M\u00fcnchen.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Sowohl bei Frauen als auch M\u00e4nnern wird das im Mittel ges\u00fcndere Leben &#8211; weniger Rauchen, weniger Alkohol, mehr Bewegung &#8211; wahrscheinlich Einfluss haben, wie Glanz annimmt. &#171;Ich w\u00fcrde erwarten, dass die heute 50-J\u00e4hrigen sp\u00e4ter an Alzheimer erkranken werden.&#187; Ob das f\u00fcnf Jahre sein werden oder nur eines, bleibe aber abzuwarten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Levin geht davon aus, dass die Effekte anders als bei anderen Demenzformen wegen der starken genetischen Komponente der Krankheit eher gering sein werden. Wom\u00f6glich beeinflusse die bessere Bildungsbasis allerdings, wann bei Frauen die Diagnose gestellt wird: Offensichtlich werde Alzheimer oft, wenn es mit der Sprache stark bergab geht &#8211; bei der Frauen generell schon \u00fcber eine bessere Basis verf\u00fcgten.<\/p>\n<p>Der &#171;vollere Krug&#187; und seine Folgen<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Frauen haben im Mittel eine gr\u00f6\u00dfere Begabung f\u00fcr Sprache als M\u00e4nner, ihr verbales Ged\u00e4chtnis ist besser, wie Glanz erkl\u00e4rt. &#171;Sie starten da mit dem volleren Krug.&#187; Entwickeln sie Alzheimer, mache sich das bei ihren Sprachf\u00e4higkeiten darum sp\u00e4ter bemerkbar als bei M\u00e4nnern. Die typischen Erstscreening-Tests beim Hausarzt seien aber sprachbasiert, gibt Glanz zu bedenken. Alzheimer falle bei Frauen daher wohl oft sp\u00e4ter auf als bei M\u00e4nnern &#8211; und werde in der Folge auch erst sp\u00e4ter diagnostiziert.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Es wirke dann so, als schreite die Krankheit bei Frauen nach der Diagnose schneller voran, sagt Levin. &#171;F\u00e4higkeiten gehen schneller verloren, die Betroffenen werden schneller pflegebed\u00fcrftig.&#187; Ein Problem k\u00f6nnte das bei der Behandlung mit neuen Alzheimer-Mitteln wie Lecanemab und Donanemab sein, die in einem m\u00f6glichst fr\u00fchen Stadium eingesetzt werden m\u00fcssen, um wirksam zu sein. Der in Studien festgestellte geringere Therapieerfolg bei Frauen k\u00f6nnte darauf zur\u00fcckgehen, vermutet Glanz. Die Erst-Tests m\u00fcssen angepasst werden, ist er \u00fcberzeugt. Auch das werde aber nur eingeschr\u00e4nkt n\u00fctzen: Weil sie im Alltag so lange unauff\u00e4llig bleiben, gingen Frauen wahrscheinlich weiterhin in sp\u00e4teren Stadien zum Arzt als M\u00e4nner.<\/p>\n<p>Scrollen bis zur Demenz<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Einfluss auf die k\u00fcnftige Entwicklung k\u00f6nnten neu hinzugekommene Faktoren wie das stundenlange Scrollen in sozialen Medien haben. Social-Media-Kontakte h\u00e4tten keinesfalls den positiven Effekt echter Sozialkontakte, betont Glanz. &#171;Im Gegenteil.&#187; Hinzu komme, dass die Nutzung sozialer Medien mit bekannten Risikofaktoren wie Schlafmangel und Bewegungsarmut verbunden sei.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Aufseiten der Medizin k\u00f6nnten in naher Zukunft effizientere Therapiem\u00f6glichkeiten stehen, sagt Glanz. &#171;Eine Heilung aber wird auch noch in zehn Jahren nicht m\u00f6glich sein, daf\u00fcr spielen bei Alzheimer zu viele Faktoren eine Rolle.&#187; <\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: ntv.de, Annett Stein, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bildung, Hormone, LebenserwartungWarum trifft Alzheimer vor allem Frauen? 13.02.2026, 08:19 Uhr Artikel anh\u00f6ren(12:16 min) Rund zwei Drittel aller&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2514,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[999,454,46,1423,1002,67,66,1424,45,44],"class_list":{"0":"post-2513","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-alzheimer","9":"tag-bildung","10":"tag-ch","11":"tag-frauen","12":"tag-gehirn","13":"tag-gesundheit","14":"tag-health","15":"tag-hormone","16":"tag-schweiz","17":"tag-switzerland"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2513","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2513"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2513\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2514"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2513"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2513"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2513"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}