{"id":254273,"date":"2026-08-17T02:52:18","date_gmt":"2026-08-17T02:52:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/254273\/"},"modified":"2026-08-17T02:52:18","modified_gmt":"2026-08-17T02:52:18","slug":"nasa-rettet-voyager-2-mit-riskantem-fernmanoever","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/254273\/","title":{"rendered":"NASA rettet Voyager 2 mit riskantem Fernman\u00f6ver"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\tEnergiemanagement<\/p>\n<p class=\"timeinfo\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\u00a016. August 2026  10:01<br \/>\n\t\t\t\t\t\u00a0<a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/autor\/Dennis-Lenz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dennis Lenz<\/a>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"article-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/nasa-rettet-voyager-2-mit-riskantem-fernmanoever.jpg\"   alt=\"NASA rettet Voyager 2 mit riskantem Fernman\u00f6ver\" fetchpriority=\"high\"\/><\/p>\n<p>\n\t\t\t\t\t\t\t(Symbolbild) Fast f\u00fcnf Jahrzehnte nach dem Start bewegt sich die Raumsonde Voyager 2 durch den Randbereich des Sonnensystems und sendet weiterhin Messwerte zur Erde. Weil ihre Stromversorgung von Jahr zu Jahr schw\u00e4cher wird, musste die NASA mit einem heiklen Eingriff Energie umverteilen. Der Erfolg sichert den Betrieb der letzten wissenschaftlichen Instrumente f\u00fcr mindestens ein weiteres Jahr.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\t\t\t(Foto: \u00a9\u00a0Forschung und Wissen)<\/p>\n<p>Fast ein halbes Jahrhundert nach dem Start stand die Raumsonde Voyager 2 kurz davor, ein weiteres wissenschaftliches Instrument dauerhaft abschalten zu m\u00fcssen. Mit einem heiklen Eingriff aus der Ferne hat die NASA nun Energie freigesetzt und der Sonde mindestens ein zus\u00e4tzliches Jahr Forschung im interstellaren Raum erm\u00f6glicht. Das intern Big-Bang-Man\u00f6ver genannte Vorgehen galt als riskant, weil sich ein Fehler \u00fcber Milliarden Kilometer Entfernung kaum korrigieren lie\u00dfe. Der Erfolg verschafft einer der langlebigsten Missionen der Raumfahrtgeschichte wertvolle Zeit.<\/p>\n<p>Die Raumsonde Voyager 2 verlie\u00df die Erde im August 1977 und ist seither ununterbrochen unterwegs. Nach den Vorbeifl\u00fcgen an Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun hat sie l\u00e4ngst das Planetensystem verlassen und bewegt sich durch die Randbereiche, in denen der Einfluss der Sonne endet. Ihren Strom bezieht die Sonde nicht aus Sonnenlicht, denn in dieser Entfernung ist es viel zu schwach. Stattdessen wandelt ein Radioisotopengenerator die W\u00e4rme aus dem radioaktiven Zerfall von Plutonium in Elektrizit\u00e4t um. Da der Vorrat an Plutonium best\u00e4ndig schrumpft, verliert die Sonde Jahr f\u00fcr Jahr rund vier Watt an nutzbarer Leistung. \u00dcber fast f\u00fcnf Jahrzehnte summiert sich dieser Schwund zu einem ernsten Problem, das die Betreiber am Jet Propulsion Laboratory zu immer neuen Sparma\u00dfnahmen zwingt.<\/p>\n<p>Bereits seit 2024 musste das Missionsteam an beiden Voyager-Sonden je zwei der urspr\u00fcnglich zehn Instrumente abschalten, um die verbliebenen Ger\u00e4te weiter betreiben zu k\u00f6nnen. Bei Voyager 2 r\u00fcckte damit der Moment n\u00e4her, an dem eines der letzten drei aktiven Instrumente h\u00e4tte stillgelegt werden m\u00fcssen, voraussichtlich noch vor dem Jahresende 2026. Jedes dieser Instrumente liefert Messwerte, die sich nirgendwo sonst gewinnen lassen, denn keine andere Sonde befindet sich derzeit an einem vergleichbaren Ort. Ein einmal abgeschaltetes Ger\u00e4t w\u00e4re unter diesen Bedingungen kaum wieder in Betrieb zu nehmen. Genau diese drohende, unumkehrbare L\u00fccke wollte die NASA vermeiden. Die Ingenieure suchten deshalb nach einem Weg, die vorhandene Energie anders zu verteilen, statt einfach ein weiteres Instrument zu opfern.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWas das Big-Bang-Man\u00f6ver bei Voyager 2 ver\u00e4ndert<\/p>\n<p>Bei dem intern Big-Bang-Man\u00f6ver genannten Eingriff schalteten die Fachleute mehrere stromhungrige Bauteile gleichzeitig ab und ersetzten sie durch sparsamere Alternativen. Betroffen waren unter anderem zwei Heizelemente sowie ein alter Bandrekorder, der f\u00fcr den heutigen Betrieb nicht mehr ben\u00f6tigt wird. Der Name spielt darauf an, dass die Umschaltung nicht Schritt f\u00fcr Schritt, sondern in einem einzigen koordinierten Zug erfolgte. Entscheidend war dabei, die Sonde trotz der Abschaltungen warm genug zu halten, damit die Leitungen f\u00fcr den Treibstoff nicht einfrieren. Schon einmal hatte eine Fehlfunktion gezeigt, wie empfindlich das System reagiert, als sich die <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/astronomie\/voyager-2-schaltet-sich-nach-fehlfunktion-ab-13373679\" title=\"Voyager 2 schaltet sich nach Fehlfunktion ab\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sonde nach einer \u00fcberlasteten Stromversorgung<\/a> selbst sch\u00fctzte. Durch das neue Vorgehen bleibt nun genug Leistung \u00fcbrig, um alle drei verbliebenen Instrumente mindestens ein weiteres Jahr gemeinsam zu betreiben.<\/p>\n<p>Warum jedes Watt \u00fcber Jahre entscheidet<\/p>\n<p>Der schmale Spielraum ergibt sich aus der Funktionsweise der Energieversorgung. Ein Radioisotopengenerator liefert eine langsam, aber stetig sinkende Leistung, und weil er keine beweglichen Teile besitzt, arbeitet er zwar au\u00dferordentlich zuverl\u00e4ssig, l\u00e4sst sich jedoch nicht nachtanken. Zugleich muss ein Teil der knappen Energie st\u00e4ndig f\u00fcr W\u00e4rme aufgewendet werden, da eingefrorene Leitungen die Sonde dauerhaft verstummen lassen w\u00fcrden. Erschwerend kommt die enorme Entfernung hinzu, denn ein Funksignal zu Voyager 2 ist rund neunzehneinhalb Stunden unterwegs, sodass ein Befehl und seine R\u00fcckmeldung fast zwei Tage in Anspruch nehmen. Fehler lassen sich unter diesen Bedingungen kaum in Echtzeit beheben. Wie die NASA in ihrer <a target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\" href=\"https:\/\/science.nasa.gov\/blogs\/voyager\/2026\/08\/04\/nasa-engineers-help-prolong-voyager-2s-science-mission\/\" title=\"Offizielle NASA-Mitteilung zum Energieman\u00f6ver von Voyager 2\">offiziellen Mitteilung zum Man\u00f6ver<\/a> darlegt, wurde der Eingriff deshalb vorab sorgf\u00e4ltig getestet, bevor die Befehle den langen Weg antraten.<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t\tWie es mit den Voyager-Sonden weitergeht<\/p>\n<p>Der Erfolg bei Voyager 2 dient zugleich als Vorlage f\u00fcr das Schwesterschiff. Die NASA plant, in den kommenden Monaten ein vergleichbares Man\u00f6ver auch bei Voyager 1 durchzuf\u00fchren, die noch weiter von der Erde entfernt ist und deren Signale entsprechend l\u00e4nger unterwegs sind. Jenseits der \u00e4u\u00dferen Grenze des Sonnenwinds beginnt interstellarer Raum, und beide Sonden sind die einzigen von Menschen gebauten Objekte, die von dort direkte Messungen liefern. Ihre Daten helfen, die Struktur des \u00dcbergangs zwischen dem Einflussbereich der Sonne und dem umgebenden Medium zu verstehen. Wie ehrgeizig die Weltraumforschung ihre Ziele steckt, zeigen auch die zahlreichen <a href=\"https:\/\/www.forschung-und-wissen.de\/nachrichten\/astronomie\/nasa-prueft-neue-missionen-ins-sonnensystem-13373644\" title=\"NASA pr\u00fcft neue Missionen ins Sonnensystem\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">neuen Vorhaben im Sonnensystem<\/a>, die parallel gepr\u00fcft werden. Sofern keine weitere Fehlfunktion dazwischenkommt, k\u00f6nnten die Voyager-Sonden nach bisherigen Planungen bis in die 2030er Jahre Signale senden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Energiemanagement \u00a016. 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