{"id":256123,"date":"2026-08-18T08:54:10","date_gmt":"2026-08-18T08:54:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/256123\/"},"modified":"2026-08-18T08:54:10","modified_gmt":"2026-08-18T08:54:10","slug":"neuartiges-3d-gewebemodell-fuer-alzheimer-entwickelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/256123\/","title":{"rendered":"Neuartiges 3D\u2011Gewebemodell f\u00fcr Alzheimer entwickelt"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Forschungsteam des LMU Klinikums hat ein neues 3D-Gewebemodell entwickelt, das krankhafte Prozesse bei Alzheimer realit\u00e4tsn\u00e4her abbilden und die Erforschung der Erkrankung beschleunigen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eBisher mangelte es auch an dreidimensionalen Modellen, die die komplexen Zusammenh\u00e4nge im menschlichen Gehirngewebe bei der Alzheimer-Demenz real abbilden\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dominik Paquet vom Institut f\u00fcr Schlaganfall- und Demenzforschung des LMU Klinikums. Genau da sind seinem Team jetzt Fortschritte gelungen \u2013 mit potenziellen Folgen f\u00fcr die Entwicklung neuer Medikamente gegen Alzheimer. Ihre Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift \u201eNature Neuroscience\u201c <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1038\/s41593-026-02367-0\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener nofollow\">ver\u00f6ffentlicht<\/a>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eNeun Jahre\u201c, sagt Paquet, \u201ehaben wir gebraucht, um unser neues, dreidimensionales Modell des menschlichen Hirngewebes zu entwickeln, bis es auf allen n\u00f6tigen Ebenen funktioniert hat.\u201c Auf allen n\u00f6tigen Ebenen bedeutet f\u00fcr die Erforschung der Alzheimer-Demenz: Es kommt vor allem auf die Interaktion verschiedener Zelltypen und ihrer biochemischen Funktionen an, weniger auf die exakte Nachbildung der Struktur des Gehirns.<\/p>\n<p>Die richtige Rezeptur f\u00fcr echtes Zusammenspiel<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ausgangsmaterial des neuen 3D-Gewebemodells sind menschliche Stammzellen, die sich in verschiedene Zelltypen des Gehirns umwandeln lassen \u2013 in diesem Fall Nervenzellen, Astrozyten und Mikrogliazellen. Um dieses Set zu bekommen, m\u00fcssen die Stammzellen mit einem Cocktail verschiedener Stoffe behandelt werden, und zwar \u201enach einer ganz bestimmten Rezeptur, die wir selbst entwickelt haben.\u201c In einer speziellen N\u00e4hrl\u00f6sung verbinden sich diese ausdifferenzierten Zellen und haften aneinander, erkl\u00e4rt Paquet weiter, \u201eund innerhalb einer Woche entstehen Gewebek\u00fcgelchen in der Gr\u00f6\u00dfe eines halben Stecknadelkopfes, die sich organisieren und zentrale Funktionen des Gehirns \u00fcbernehmen.\u201c<\/p>\n<p>(Fast) alles im wie echten menschlichen Gehirn<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Nervenzellen bilden Forts\u00e4tze und vernetzen sich mit funktionalen Synapsen. Die Astrozyten versorgen ihre Nachbarn mit N\u00e4hrstoffen. Und die Mikrogliazellen \u2013 die Immunzellen des Gehirns \u2013 \u00fcberwachen ihre Umgebung und stellen sicher, dass sich keine toten Zellen oder Fremdstoffe anreichern, die dort nicht hingeh\u00f6ren. \u201eWir haben auch \u00fcberpr\u00fcft, ob in unserem Gewebemodell alle wichtigen Gene und Proteine aktiv sind, die f\u00fcr das Studium der Alzheimer-Demenz wichtig sind\u201c sagt der Neurowissenschaftler, \u201eund das ist definitiv der Fall.\u201c<\/p>\n<p>Reproduzierbar, ver\u00e4nderbar \u2013 und krankheitsrelevant<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Vorteil: Das System ist reproduzierbar. Das hei\u00dft, geht man nach Anleitung der M\u00fcnchner Forschenden vor, entstehen verl\u00e4sslich Gewebestrukturen mit der gleichen Zusammensetzung und den gleichen Funktionen. \u201eVon au\u00dfen aber k\u00f6nnen wir das erzeugte Hirngewebe ver\u00e4ndern\u201c, erkl\u00e4rt Paquet, \u201ezum Beispiel Symptome einer Krankheit wie Alzheimer ausl\u00f6sen, potenzielle Medikamente testen und so weiter.\u201c Tats\u00e4chlich haben die Forschenden erfolgreich die Bildung der Alzheimer-typischen Amyloid-Aggregate induziert \u2013 und diese mit neuen, bereits verf\u00fcgbaren Medikamenten wieder aufgel\u00f6st. Dabei sind nachweislich die Mikroglia aktiv, die bei der Krankheit eine zentrale Rolle spielen.<\/p>\n<p>N\u00e4chster Schritt: Automatisierung f\u00fcr eine effiziente Medikamentenentwicklung<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUnser System\u201c, so Paquet, \u201ek\u00f6nnte dazu beitragen, die Entwicklung neuer Medikamente zu beschleunigen.\u201c Vor diesem Hintergrund arbeitet sein Team gerade daran, die Herstellung der Gewebemodelle mit Robotern zu automatisieren und zu skalieren, das hei\u00dft hunderte bis tausende der Gewebe mit den gleichen Krankheitssymptomen herzustellen. Das ist vor allem f\u00fcr die Anwendung in der Industrie wichtig, beispielsweise um viele neue Stoffe effizient auf ihre Wirkung gegen Alzheimer in einem menschlichen System testen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein Forschungsteam des LMU Klinikums hat ein neues 3D-Gewebemodell entwickelt, das krankhafte Prozesse bei Alzheimer realit\u00e4tsn\u00e4her abbilden und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":256124,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[999,46,67,32397,66,45,44],"class_list":["post-256123","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-alzheimer","tag-ch","tag-gesundheit","tag-gewebemodell","tag-health","tag-schweiz","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117115666523024816","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/256123","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=256123"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/256123\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/256124"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=256123"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=256123"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=256123"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}