{"id":256305,"date":"2026-08-18T11:14:11","date_gmt":"2026-08-18T11:14:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/256305\/"},"modified":"2026-08-18T11:14:11","modified_gmt":"2026-08-18T11:14:11","slug":"sammlung-prinzhorn-zu-gast-in-kaiserslautern-museum-pfalzgalerie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/256305\/","title":{"rendered":"Sammlung Prinzhorn zu Gast in Kaiserslautern &#8211; Museum Pfalzgalerie"},"content":{"rendered":"<p class=\"rhp-dpa-teaser\">Ein eindringliches Selbstportr\u00e4t von Franz Karl B\u00fchler ist mit drei Zeichnungen ab 20. August im Museum Pfalzgalerie (mpk) zu sehen. Der Eintritt ist frei.<\/p>\n<p>Das Selbstportr\u00e4t stammt aus der Heidelberger Sammlung Prinzhorn. Dazu gibt es ein Gespr\u00e4ch zum Thema \u201eArt Brut? Outsider Art? Kunst neurodivergenter K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler?\u201c Die Sammlung Prinzhorn  am <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg\" data-rtr-id=\"87fd6eaa1b95ca8d0b39b7d3527fd8e9dbebda6e\" data-rtr-score=\"14.314903846153847\" data-rtr-etype=\"organisation\" data-rtr-index=\"1\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/universitaetsklinikum-heidelberg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Universit\u00e4tsklinikum Heidelberg<\/a> zeigt Kunst, die in psychiatrischen Einrichtungen entstanden ist, und leistet  auch einen Beitrag zur Erinnerungskultur. Der Name verweist auf den Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn (1886\u20131933), der ab 1919 eine Lehrsammlung der Psychiatrischen Klinik der Universit\u00e4t Heidelberg umfassend erweitert hatte. <\/p>\n<p>Der Kunstschmied Franz Karl B\u00fchler war ein Opfer der NS-Krankenmorde. Mit der Ausstellung und Diskussionsrunde als Teil der Reihe \u201empk Positionen\u201c w\u00fcrdigt  das Museum Pfalzgalerie  den K\u00fcnstler im Rudolf-Levy-Erinnerungsraum. Das Gespr\u00e4ch zum Thema  \u201eArt Brut? Outsider Art? Kunst neurodivergenter K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler?\u201c findet statt am Donnerstag, 20. August, um 19 Uhr.<\/p>\n<p>Auf Weltausstellung ausgezeichnet<\/p>\n<p>Franz Karl B\u00fchler (1864 \u2013 1940), einst mit vielversprechenden Anf\u00e4ngen als Kunsthandwerker, verbrachte gro\u00dfe Teile seines Lebens in psychiatrischen Einrichtungen und wurde 1940 Opfer des nationalsozialistischen \u201eEuthanasie\u201c-Programms. <\/p>\n<p>Auf der Weltausstellung in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Chicago\" data-rtr-id=\"9f4401a87b3cf929bdf4688c1fa83c99492af0fb\" data-rtr-score=\"5.444711538461538\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"34\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/chicago\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Chicago<\/a> 1893 war eine von ihm entworfene Toranlage mit einer Medaille ausgezeichnet worden; im selben Jahr trat er eine Dozentur f\u00fcr Kunstschlosserei an der Kunsthandwerkerschule in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Stra\u00dfburg\" data-rtr-id=\"15c93ee67e6c5577efa6a33a2912e82c6be00613\" data-rtr-score=\"5.146416083916084\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"23\" href=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/themen\/strassburg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stra\u00dfburg<\/a> an. Seine kompromisslosen Kunstvorstellungen f\u00fchrten jedoch zu Konflikten. Ende 1896 wurde ihm wegen \u201eUnzuverl\u00e4ssigkeit\u201c und \u201eeigenm\u00e4chtigen Handelns\u201c gek\u00fcndigt. In der Folge litt B\u00fchler zunehmend unter Verfolgungs\u00e4ngsten und wurde 1898 zun\u00e4chst in die Schweizer Anstalt Breitenau, sp\u00e4ter in die Anstalt Illenau und 1900 in die Anstalt Emmendingen eingewiesen.<\/p>\n<p>Von den Nazis ermordet<\/p>\n<p>Aus den Jahren zwischen 1900 und 1920 sind  umfangreiche Texte und Kreidezeichnungen B\u00fchlers \u00fcberliefert, darunter zahlreiche Selbstportr\u00e4ts. Als der in <a class=\"rtr-entity\" data-rtr-entity=\"Heidelberg\" data-rtr-id=\"4ee285cbe1d56f5bc687e4c2c540b9e63653d3e1\" data-rtr-score=\"7.440996503496503\" data-rtr-etype=\"location\" data-rtr-index=\"22\" href=\"http:\/\/rheinpfalz.de\/lokal\/heidelberg.html\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Heidelberg<\/a>  t\u00e4tige Arzt und Kunsthistoriker Hans Prinzhorn ihn 1920 in Emmendingen besuchte, war er von dessen Arbeiten tief beeindruckt. <\/p>\n<p>\u00dcber B\u00fchlers letzte 20 Lebensjahre ist nur wenig bekannt. Im M\u00e4rz 1940 wurde sein Name auf einer Transportliste von Emmendingen in die nationalsozialistische T\u00f6tungsanstalt Grafeneck verzeichnet. Dort wurde er  ermordet.<\/p>\n<p>Erinnerung an weitere K\u00fcnstler<\/p>\n<p>Mit der Pr\u00e4sentation seines Selbstbildnisses, begleitet von Zeichnungen, unter dem Titel \u201eDie Sammlung Prinzhorn zu Gast\u201c, m\u00f6chte das mpk den Erinnerungsraum f\u00fcr Rudolf-Levy weiterentwickeln. K\u00fcnftig soll hier \u2013 neben Rudolf Levy, der 1944 von den Nationalsozialisten im Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurde \u2013 an weitere K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler erinnert werden, die Repressionen oder den Tod durch das NS-Regimes erleiden mussten. <\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sentation, die bis Ende Januar 2027 zu sehen ist,  wird in Kooperation mit dem Museum Sammlung Prinzhorn gezeigt, das aus Anlass seines 25-j\u00e4hrigen Bestehens an mehreren Standorten pr\u00e4sent ist, unter anderem in der Kunsthalle Mannheim und im Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen. Das Heidelberger Museum  macht  Werke, die im Kontext psychiatrischer Einrichtungen entstanden sind, in wechselnden Ausstellungen \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich. Damit hat es  dazu beigetragen, ihre kulturgeschichtliche Bedeutung sichtbar zu machen und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Psychiatrieerfahrung zu st\u00e4rken. <\/p>\n<p>Gespr\u00e4ch \u00fcber kulturelle Teilhabe am 20. August<\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch am Donnerstag wird  mpk-Direktor Steffen Egle mit Thomas R\u00f6ske, Direktor des Heidelberger Museums, und Stefan Thome, Inklusionsbeauftragter des Bezirksverbands Pfalz, sowie weiteren G\u00e4sten \u00fcber Begriffe, Zuschreibungen und die Bedingungen kultureller Teilhabe im Zusammenhang mit der Kunst von Menschen mit Psychiatrieerfahrung sprechen. \u201eArt Brut\u201c, \u201eOutsider Art\u201c oder \u201eKunst neurodivergenter K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstler\u201c: Die wechselnden Bezeichnungen spiegeln den Versuch,  Werke zu beschreiben, die au\u00dferhalb etablierter Ausbildungswege und Institutionen entstanden sind. Zugleich \u201ezeigen sie, wie eng kunsthistorische Anerkennung mit gesellschaftlichen Vorstellungen von Normalit\u00e4t und Autorschaft verbunden ist\u201c, so das Museum. Das Gespr\u00e4ch am 20. August ab 19 Uhr  m\u00f6chte er\u00f6rtern, welche Perspektiven diese Begriffe er\u00f6ffnen, wo sie neue Abgrenzungen schaffen  und wie die Bedingungen f\u00fcr Betroffene heute sind, am Kunstbetrieb zu partizipieren, so das mpk weiter. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.\u00a0<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.rheinpfalz.de\/pu_rhp\/images\/rheinpfalz-r-logo.svg\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Ein eindringliches Selbstportr\u00e4t von Franz Karl B\u00fchler ist mit drei Zeichnungen ab 20. 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