{"id":259822,"date":"2026-08-20T16:35:17","date_gmt":"2026-08-20T16:35:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/259822\/"},"modified":"2026-08-20T16:35:17","modified_gmt":"2026-08-20T16:35:17","slug":"manche-mikroorganismen-koennten-selbst-auf-dem-mond-ueberleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/259822\/","title":{"rendered":"Manche Mikroorganismen k\u00f6nnten selbst auf dem Mond \u00fcberleben"},"content":{"rendered":"<p>Manche Mikroorganismen k\u00f6nnten selbst auf dem Mond \u00fcberleben &#8211; Spektrum der Wissenschaft<a id=\"top\" class=\"jump-to-content\" href=\"#main\" title=\"Direkt zum Inhalt\">Direkt zum Inhalt<\/a>Folgenreiche Kontamination: Manche Mikroorganismen k\u00f6nnten selbst auf dem Mond \u00fcberleben<\/p>\n<p>Einige Mikroben von der Erde haben m\u00f6glicherweise auch am S\u00fcdpol des Mondes gute \u00dcberlebenschancen. Das k\u00f6nnte bei bemannten Missionen zu Problemen f\u00fchren.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Eine detaillierte Nahaufnahme des Mondes, die seine Krater und dunklen Meere zeigt. Die Oberfl\u00e4che ist klar sichtbar mit verschiedenen Schattierungen von Grau, die die topografischen Merkmale hervorheben. Der Hintergrund ist schwarz, was den Fokus auf den Mond verst\u00e4rkt.\" class=\"full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/GettyImages-1833126557.jpg\" title=\"Eine detaillierte Nahaufnahme des Mondes, die seine Krater und dunklen Meere zeigt. Die Oberfl\u00e4che ist klar sichtbar mit verschiedenen Schattierungen von Grau, die die topografischen Merkmale hervorheben. Der Hintergrund ist schwarz, was den Fokus auf den Mond verst\u00e4rkt.\"\/><\/p>\n<p> \u00a9 Alex Dean \/ Getty Images \/ Moment (Ausschnitt) <\/p>\n<p> Der Mond ist f\u00fcr Menschen ein eher lebensfeindlicher Ort. Manche Mikroorganismen k\u00f6nnten sich da bedeutend besser schlagen. <\/p>\n<p>Exklusive \u00dcbersetzung aus<a class=\"img\" href=\"http:\/\/www.scientificamerican.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><\/a><\/p>\n<p>Geht es nach dem Willen der NASA, sollen bis zum Jahr 2028 wieder Menschen auf dem Mond landen. Doch solche Missionen k\u00f6nnten unabsichtlich Mikroorganismen mitbringen, die auch auf der Mondoberfl\u00e4che \u00fcberleben. <\/p>\n<p>In einer <a href=\"https:\/\/www.science.org\/doi\/10.1126\/sciadv.aec0811\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">im Fachmagazin \u00bbScience Advances\u00ab ver\u00f6ffentlichten Studie<\/a> fanden NASA-Forscher Hinweise darauf, dass einige Mikroorganismenarten, die sich auch bei den kommenden Artemis-Mondmissionen\u00a0an Bord befinden k\u00f6nnten, am S\u00fcdpol des Mondes lebensf\u00e4hig w\u00e4ren. Auf der Erde sind diese winzigen Lebewesen sehr widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber extremen Lebensbedingungen wie enormer K\u00e4lte. Sie h\u00e4tten also durchaus Chancen, wenn sie in Bereiche des Mondes gelangen, die nie direktem Sonnenlicht ausgesetzt\u00a0sind.<\/p>\n<p>Solche permanent beschatteten Regionen (PSRs, von \u00bbpermanently shadowed regions\u00ab) liegen meist in gro\u00dfen Kratern und k\u00f6nnten Wassereis enthalten, was sie zu vielversprechenden Standorten f\u00fcr die geplanten Mondbasen der\u00a0NASA macht.\u00a0Doch es gibt noch andere, kleinere Schattenbereiche, die f\u00fcr Mikroben ebenfalls geeignete Lebensr\u00e4ume bieten w\u00fcrden, erkl\u00e4rt Prabal Saxena, NASA-Forscher und Co-Autor der Studie.\u00a0\u00bbDa die Sonne in den Polarregionen nie hoch am Himmel steht\u00a0\u2013 weil die Mondachse anders als die Erde ann\u00e4hernd senkrecht zur Erdbahn steht\u00a0\u2013, kann schon der Fu\u00dfabdruck eines Astronauten ausreichen, um eine Mini-PSR zu schaffen.\u00ab<\/p>\n<p>Der S\u00fcdpol des Mondes ist ein Ort der Extreme: Die Temperaturen schwanken dort zwischen etwa \u2013201\u00a0Grad Celsius im Schatten und bis zu 54\u00a0Grad Celsius in sonnenbeschienenen Bereichen. W\u00e4hrend die K\u00e4lte f\u00fcr Menschen ohne Schutzausr\u00fcstung t\u00f6dlich w\u00e4re, k\u00e4men viele Mikroorganismen problemlos mit ihr zurecht. Statt zu sterben, w\u00fcrden sie lediglich in eine Art von Winterschlaf fallen, in dem sie sich nicht mehr vermehren k\u00f6nnen. Gleichzeitig w\u00fcrden die PSRs die Mikroben vor extremer Hitze und Strahlung sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Eingeschleppte Mikroben erschweren die Forschung<\/p>\n<p>Sollten solche Mikroorganismen tats\u00e4chlich von der Erde zum Mond gelangen, best\u00fcnde die Gefahr, die Oberfl\u00e4che unseres Trabanten zu kontaminieren und damit seine Erforschung erheblich zu behindern.\u00a0\u00bbEin Gro\u00dfteil dessen, was wir mit Artemis erreichen wollen, ist, den Mond, seine Geschichte und seine Verbindung zur Erde besser zu verstehen\u00ab, sagt Heather Graham, Geochemikerin bei der NASA und ebenfalls Mitautorin der Studie. \u00bbDer Mond ist ein Fenster zur fr\u00fchen Erde. Wenn wir ihn so betrachten wollen, m\u00fcssen wir sicherstellen, dass wir chemische Signale betrachten, die auch wirklich vom Mond stammen, und nicht durch unsere eigenen Aktivit\u00e4ten vor Ort verf\u00e4lscht werden.\u00ab<\/p>\n<p>Praktische Fragen spielen ebenfalls eine Rolle: Astronauten sollen im Rahmen der Artemis-IV-Mission erstmals 2028 den Mond nach Jahrzehnten wieder betreten, bis zum Jahr 2036 plant die NASA eine dauerhafte Mondbasis. Um beispielsweise Nahrungsmittel auf dem Mond anbauen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen die Astronauten die genaue chemische Zusammensetzung des Mondbodens kennen\u00a0\u2013 ohne Kontaminationen.<\/p>\n<p>Saxena, Graham und ihre Kollegen schauten sich f\u00fcr ihre Untersuchung Vertreter von drei Bakteriengattungen (Bacillus,\u00a0Deinococcus und Staphylococcus) und zwei Pilzgattungen (Aspergillus und Fusarium) an. Sie w\u00e4hlten dabei bewusst Mikroorganismen aus, die quasi \u00bbvon der Stra\u00dfe\u00ab stammen und deshalb besonders leicht an Bord eines Mondfahrzeugs gelangen k\u00f6nnten. Die Bakterien seien bei der Reinigung mitunter schwer aus Raumfahrzeugen zu entfernen und bereits auf der Internationalen Raumstation gesichtet worden, berichten die Forscher.\u00a0<\/p>\n<p>Umgekehrt k\u00f6nnten es nat\u00fcrlich auch spannende neue Forschungsperspektiven er\u00f6ffnen, wenn Mikroorganismen von der Erde auf dem Mond \u00fcberleben.\u00a0\u00bbDie Polarregionen sind fast eine eigene Welt\u00ab, erkl\u00e4rt Saxena. \u00bbSie sind so einzigartig, dass sie eine Art faszinierendes, nat\u00fcrliches Labor f\u00fcr Mikrobiologie, Exobiologie und Biochemie bieten\u00a0\u2013 f\u00fcr Prozesse, die man mit dem Mond bisher kaum in Verbindung gebracht\u00a0hat.\u00ab<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Scientific American Logo\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1787243717_851_scientific_american_1024_2025.png.8244003.png\" title=\"Scientific American Logo\"\/>\u00a9 Scientific American Inc. <\/p>\n<p>Diesen Artikel empfehlen:<\/p>\n<p> Adam Kovac ist Journalist in New York City. <\/p>\n<p>\u00dcbersetzung: Daniela Mocker<\/p>\n<p>Digitalausgaben Printausgaben Topseller Bundles<\/p>\n<p>Saxena, P. et al., Science Advances 10.1126\/sciadv.aec0811, 2026 <\/p>\n<p>Bitte erlauben Sie Javascript, um die volle Funktionalit\u00e4t von Spektrum.de zu erhalten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Manche Mikroorganismen k\u00f6nnten selbst auf dem Mond \u00fcberleben &#8211; Spektrum der WissenschaftDirekt zum InhaltFolgenreiche Kontamination: Manche Mikroorganismen k\u00f6nnten&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":259823,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[55247,55248,293,5866,4009,46,40223,16392,43447,12132,18229,39692,45,60,59,44,64,61,63,62],"class_list":["post-259822","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-artemis-mission","tag-astrobiologie","tag-astronomie","tag-bakterien","tag-biologie","tag-ch","tag-kontamination","tag-leben","tag-mikroorganismen","tag-mond","tag-mondmission","tag-pilze","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117128804326543901","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259822","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=259822"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/259822\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/259823"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=259822"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=259822"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=259822"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}