{"id":262492,"date":"2026-08-22T11:47:12","date_gmt":"2026-08-22T11:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/262492\/"},"modified":"2026-08-22T11:47:12","modified_gmt":"2026-08-22T11:47:12","slug":"drei-meter-die-entscheiden-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/262492\/","title":{"rendered":"Drei Meter, die entscheiden k\u00f6nnen"},"content":{"rendered":"<p>\n                Die Ferien sind vorbei, der Verkehr ist zur\u00fcck \u2013 und mit ihm die t\u00e4gliche Hektik zwischen Haust\u00fcr und Arbeitsplatz. Gerade morgens kann Zeitdruck aus einer gew\u00f6hnlichen Fahrt eine riskante Angelegenheit machen: Das Tempo steigt, die Geduld sinkt, der Blick wird enger. Warum ein paar Minuten Reserve wichtiger sind als vermeintlich schnelleres Vorankommen, erkl\u00e4rt T\u00dcV Nord.            <\/p>\n<p>\n                Ein Lieferwagen in zweiter Reihe, eine blockierte Kita-Einfahrt, Eltern im Halteverbot und dazwischen Kinder, die ihren eigenen, kaum berechenbaren Rhythmus haben: Der morgendliche Berufs- und Schulverkehr ist wieder da. Nach Wochen vergleichsweise entspannter Ferienfahrten treffen Pendler, Bringdienste und Elterntaxis nun wieder gleichzeitig auf engen Stra\u00dfen zusammen.<\/p>\n<p>Das eigentliche Risiko sitzt dabei nicht allein vor der Motorhaube. Es entsteht im Kopf. Wer schon beim Einsteigen wei\u00df, dass die Zeit knapp wird, f\u00e4hrt mit einem erh\u00f6hten Stresslevel los \u2013 und verliert leichter den klaren Blick f\u00fcr das Verkehrsgeschehen. \u201eWer keinen Puffer eingeplant hat, ist schon gestresst, bevor er \u00fcberhaupt im Auto sitzt\u201c, sagt Mirco Lohmann, Leiter der T\u00dcV-Nord-Station Stadthagen.<\/p>\n<p>Gasgeben als falsches Ventil<\/p>\n<p>Der Reflex ist menschlich: Wer zu sp\u00e4t dran ist, versucht verlorene Minuten mit dem rechten Fu\u00df zur\u00fcckzuholen. H\u00f6heres Tempo vermittelt Kontrolle, obwohl es im dichten Stadtverkehr selten einen echten Zeitgewinn bringt. An der n\u00e4chsten roten Ampel oder hinter der n\u00e4chsten Fahrzeugschlange ist der vermeintliche Vorsprung meist schon wieder aufgezehrt.<\/p>\n<p>Problematisch wird es, wenn aus dem Stress eine Kette kleiner Regelverst\u00f6\u00dfe entsteht. Die Kolonne setzt sich in Bewegung, die Ampel wechselt, der Vordermann f\u00e4hrt noch \u2013 und pl\u00f6tzlich folgt man ihm, obwohl das Signal l\u00e4ngst Rot zeigt. Bleibt das ohne Konsequenz, speichert das Gehirn das Verhalten als Erfolg ab. Ein gef\u00e4hrlicher Lerneffekt. \u201eWenn Fehlverhalten unbestraft bleibt, wird es zum Verst\u00e4rker\u201c, warnt Lohmann.<\/p>\n<p>Besonders heikel: Schulen und Kitas<\/p>\n<p>Ausgerechnet dort, wo der Verkehr am chaotischsten ist, sind die schw\u00e4chsten Verkehrsteilnehmer unterwegs. Kinder laufen unvermittelt los, queren zwischen parkenden Autos oder reagieren anders, als Erwachsene es erwarten w\u00fcrden. Gleichzeitig sorgen haltende Lieferwagen, Wendeman\u00f6ver und dichtes Bringverkehr-Gedr\u00e4nge f\u00fcr eingeschr\u00e4nkte Sicht und zus\u00e4tzliche Hektik.<\/p>\n<p>Schon geringe Tempo\u00fcberschreitungen k\u00f6nnen dann entscheidend sein. Wer in einer Tempo-30-Zone 35 km\/h statt der erlaubten 30 f\u00e4hrt, verl\u00e4ngert den Anhalteweg bei einer Notbremsung laut T\u00dcV Nord um rund drei Meter. Drei Meter, die im Ernstfall dar\u00fcber entscheiden k\u00f6nnen, ob ein Kind noch vor dem Fahrzeug zum Stehen kommt \u2013 oder nicht.<\/p>\n<p>Der \u00c4rger \u00fcber den Lieferwagen in zweiter Reihe oder das z\u00f6gernde Elterntaxi hilft dabei nicht weiter. Eher im Gegenteil: Wer die Perspektive wechselt und sich kurz fragt, warum das andere Fahrzeug dort steht oder z\u00f6gert, entsch\u00e4rft die eigene Reaktion. Gelassenheit wird so zu einem Sicherheitsfaktor.<\/p>\n<p>Entspannung beginnt am Vorabend<\/p>\n<p>Die wirksamste Ma\u00dfnahme gegen Stress am Steuer ist erstaunlich banal: fr\u00fcher anfangen. Nicht unbedingt mit der Fahrt, sondern mit der Vorbereitung. Wer am Abend pr\u00fcft, ob Baustellen, Engstellen oder besonders volle Schulstra\u00dfen auf der Strecke liegen, kann am Morgen bewusster entscheiden \u2013 und bei Bedarf eine ruhigere Route w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Auch der Wecker spielt eine gr\u00f6\u00dfere Rolle, als man meinen k\u00f6nnte. Wenn man ihn auf die sp\u00e4testm\u00f6gliche Minute stellt, spart man zwar theoretisch Schlafzeit, programmiert aber Hektik schon vor dem ersten Kaffee ein. Gerade in den ersten Tagen nach den Ferien k\u00f6nnen Alternativen wie das Fahrrad, Park-and-Ride oder ein weiter entfernt gelegener Parkplatz helfen, den kritischsten Abschnitt des morgendlichen Verkehrs zu umgehen.<\/p>\n<p>Am Ende bleibt der wichtigste Gedanke der einfachste: Sicher ankommen z\u00e4hlt mehr als punktgenau anzukommen. Oder, wie Mirco Lohmann es formuliert: Es gehe nicht prim\u00e4r darum, zu einer bestimmten Uhrzeit am Arbeitsplatz zu sein \u2013 sondern darum, \u201edass ich ankomme, und zwar sicher und unfallfrei\u201c. (aum)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Ferien sind vorbei, der Verkehr ist zur\u00fcck \u2013 und mit ihm die t\u00e4gliche Hektik zwischen Haust\u00fcr und&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":262493,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[3765,46,45,60,59,2800,5553,44,64,61,55629,1733,63,62],"class_list":["post-262492","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-alltag","tag-ch","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-sicherheit","tag-stress","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-tuev-nord","tag-verkehr","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117138996184502903","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262492","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=262492"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/262492\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/262493"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=262492"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=262492"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=262492"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}