{"id":263128,"date":"2026-08-23T00:26:10","date_gmt":"2026-08-23T00:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/263128\/"},"modified":"2026-08-23T00:26:10","modified_gmt":"2026-08-23T00:26:10","slug":"irdische-bakterien-und-pilze-koennen-am-suedpol-des-mondes-ueberleben-modelle-zeigen-schattige-ueberlebensnischen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/263128\/","title":{"rendered":"Irdische Bakterien und Pilze k\u00f6nnen am S\u00fcdpol des Mondes \u00fcberleben &#8211; Modelle zeigen schattige \u00dcberlebensnischen"},"content":{"rendered":"<p>Die Modelle ergeben in allen drei untersuchten Regionen Bereiche, in denen mindestens einige der betrachteten Mikroorganismen vor\u00fcbergehend lebensf\u00e4hig bleiben k\u00f6nnten. Die Modelle zeigen dabei potenzielle \u00dcberlebenszeiten von bis zu sieben Tagen. Besonders widerstandsf\u00e4hig gegen UV-Strahlung erwies sich Aspergillus niger. Die m\u00f6glichen Schutzzonen reichen laut den Modellierungen von gr\u00f6\u00dferen schattigen Kraterbereichen bis zu sehr kleinen Vertiefungen, wie sie etwa durch einen Fu\u00dfabdruck entstehen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>\u201eIch h\u00e4tte erwartet, dass diese Mikroben ausgetrocknet w\u00e4ren\u201c, sagt Aaron Regberg vom Johnson Space Center (JSC).<\/p>\n<p>Der Befund bedeutet allerdings nicht, dass Mikroben auf dem Mond gedeihen. Die Studie beschreibt potenzielle \u00dcberlebensnischen, keine bewohnbaren Lebensr\u00e4ume im \u00fcblichen Sinn. Die Zellen k\u00f6nnten dort in einem ruhenden Zustand verharren, doch f\u00fcr Wachstum und Vermehrung fehlen nach heutigem Kenntnisstand wesentliche Voraussetzungen wie dauerhaft verf\u00fcgbares fl\u00fcssiges Wasser.\n<\/p>\n<p>\u00dcberleben ist noch kein Wachsen<\/p>\n<p>Genau diese Unterscheidung ist f\u00fcr k\u00fcnftige Mondmissionen entscheidend. Menschen bringen unvermeidlich Mikroorganismen mit, die von Haut, Raumanz\u00fcgen oder Habitaten in die Umgebung gelangen k\u00f6nnen. Wenn solche Zellen in gesch\u00fctzten Nischen l\u00e4nger erhalten bleiben, k\u00f6nnten sie sp\u00e4tere Untersuchungen der urspr\u00fcnglichen Mondchemie erschweren und die Zuordnung biologisch interessanter Spuren verf\u00e4lschen.\n<\/p>\n<p>\u201eMenschen sind von Natur aus Entdecker, und mit ihnen kommen ihre Stimmen, ihre Erinnerungen \u2026 und ihre Mikroben. F\u00fcr einige Wissenschaftler, mich eingeschlossen, kann diese Realit\u00e4t beunruhigend sein. Aber sie bietet auch die M\u00f6glichkeit, aus einer unvollkommenen Situation ein n\u00fctzliches Experiment zu machen\u201c, sagt Prabal Saxena.<\/p>\n<p>Das Problem reicht \u00fcber den Mond hinaus. Erfahrungen mit Kontamination am lunaren S\u00fcdpol k\u00f6nnten helfen, Methoden f\u00fcr sp\u00e4tere Marsmissionen zu verbessern, bei denen die Suche nach m\u00f6glichen Lebensspuren besonders empfindlich auf eingeschleppte irdische Organismen reagieren d\u00fcrfte. Zugleich k\u00f6nnte der Mond selbst als nat\u00fcrliches Labor dienen, um zu pr\u00fcfen, wie lange typische Begleiter des Menschen unter extraterrestrischen Bedingungen tats\u00e4chlich \u00fcberleben.\n<\/p>\n<p>Genauere Karten f\u00fcr kommende Missionen<\/p>\n<p>Als n\u00e4chsten Schritt wollen die Forschenden die Beleuchtung noch detaillierter modellieren und h\u00f6her aufgel\u00f6ste Gel\u00e4ndedaten einbeziehen. Dadurch lie\u00dfe sich besser bestimmen, welche kleinen Schattenstellen wirklich als Schutzr\u00e4ume infrage kommen. Erg\u00e4nzende mikrobiologische Studien sollen au\u00dferdem menschlich eingetragene Mikroben auf dem Mond genauer untersuchen.\n<\/p>\n<p>\u201eBei der Planung menschlicher Aktivit\u00e4ten auf dem Mond oder anderswo m\u00fcssen wir alles dar\u00fcber wissen, was dort zur\u00fcckgelassen wurde\u201c, sagt Stefano Bertone von der University of Maryland, College Park (UMD).<\/p>\n<p>Damit liefert die Modellstudie vor allem einen Hinweis f\u00fcr die Planung: Der Mond-S\u00fcdpol ist nicht pl\u00f6tzlich lebensfreundlich, aber er k\u00f6nnte f\u00fcr eingeschleppte Mikroben weniger t\u00f6dlich sein als lange angenommen. Wo Menschen wissenschaftlich m\u00f6glichst unver\u00e4nderte Oberfl\u00e4chen untersuchen wollen, k\u00f6nnten selbst kleine Schattenzonen deshalb eine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen als bisher.\n<\/p>\n<p>Quellen:\n<\/p>\n<p>22. August 2026\t&#13;<br \/>\n\t&#13;<br \/>\n\t &#8211; Clara Lyu<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Modelle ergeben in allen drei untersuchten Regionen Bereiche, in denen mindestens einige der betrachteten Mikroorganismen vor\u00fcbergehend lebensf\u00e4hig&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":263129,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[5866,46,12132,39692,45,60,59,44,64,61,63,62],"class_list":["post-263128","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-bakterien","tag-ch","tag-mond","tag-pilze","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117141980544060920","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263128","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=263128"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263128\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/263129"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=263128"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=263128"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=263128"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}