{"id":263156,"date":"2026-08-23T02:23:12","date_gmt":"2026-08-23T02:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/263156\/"},"modified":"2026-08-23T02:23:12","modified_gmt":"2026-08-23T02:23:12","slug":"stadt-zuerich-was-ist-eigentlich-gerecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/263156\/","title":{"rendered":"Stadt Z\u00fcrich: Was ist eigentlich gerecht?"},"content":{"rendered":"<p class=\"tracking-tight font-semibold text-base\" q:key=\"O8_0\">Im heutigen Schlagabtausch diskutieren Johann Widmer (SVP) und Gianna Berger (AL) \u00fcber ihre unterschiedlichen politischen Positionen.<\/p>\n<p><img onload=\"this.style.backgroundColor = ''\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" decoding=\"sync\" height=\"450\" alt=\"Widmer Berger\" width=\"900\"  style=\"aspect-ratio:2;object-fit:cover;background-color:#C2BAB8\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/widmer-berger.jpg\" class=\"rounded-xl mx-auto\" on:load=\"q-B2-ggAx_.js#s_pVFDuJsFGxQ\"\/>SVP-Gemeinderat Johann Widmer und die AL-Kantonsr\u00e4tin Gianna Berger. &#8211; zVg<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"5p\">Eine gute Streitkultur und harte Debatten <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/regional\/stadt-zurich-mehr-harte-gegen-drogen-67156460\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">mit unterschiedlichen Standpunkten<\/a> \u2013 davon lebt die Politik. Deshalb werfen sich im \u00abTagblatt\u00bb alle zwei Wochen zwei Stadtz\u00fcrcher Politikerinnen oder Politiker in einem Schlagabtausch den Ball zu. Heute fordert SVP-Gemeinderat Johann Widmer die AL-Kantonsr\u00e4tin Gianna Berger heraus.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"5r\">Johann Widmer: Da wir in zwei unterschiedlichen R\u00e4ten politisieren, kennen wir uns nicht pers\u00f6nlich. Wenn ich deine politischen Vorst\u00f6sse analysiere, finden sich viele b\u00fcrgerliche Themen. Wie kommt eine an und f\u00fcr sich b\u00fcrgerlich denkende Frau zur AL?<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"5t\">Gianna Berger: Ich denke, der Kantonsrat w\u00fcrde dir widersprechen, dass ich b\u00fcrgerlich denke. Ich kenne keine linken und rechten Themen, sondern unterschiedliche Werte und daraus folgende Priorisierungen.<\/p>\n<p>Jahrgang: 1999<\/p>\n<p>Partei: AL<\/p>\n<p>Politische Mandate: Kantonsr\u00e4tin<\/p>\n<p>Beruf: Dipl. Pflegefachfrau HF Psychiatrie<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"5v\">Gerechtigkeit ist f\u00fcr mich zum Beispiel ein zentraler Wert, Chancengleichheit ein daraus folgendes Ziel. Deshalb bin ich bei der AL. Wieso du bei der SVP?<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"5x\">Widmer: Ich verstehe Gerechtigkeit im Sinne von sozialer Gerechtigkeit. Dieses Prinzip wurde mir im Elternhaus mitgegeben.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"5z\">Durch meine berufliche T\u00e4tigkeit in <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/regional\/stadt-zurich-augenmass-beim-grunraum-67151434\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vielen sozialistischen Staaten<\/a> habe ich gesehen, dass der Begriff der sozialen Gerechtigkeit verschleiert, dass staatliche Eingriffe stets Freiheit und Eigentum einzelner B\u00fcrger beschneiden \u2013 also eine asoziale Gerechtigkeit entsteht. Wie w\u00fcrdest du Chancengleichheit pr\u00e4zise definieren?<\/p>\n<p><img onload=\"this.style.backgroundColor = ''\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" height=\"600\" alt=\"Franken Geld\" width=\"900\"  style=\"aspect-ratio:1.5;object-fit:cover;background-color:#6A5B57\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/franken-geld.jpg\" class=\"rounded-xl mx-auto\" on:load=\"q-B2-ggAx_.js#s_pVFDuJsFGxQ\"\/>Widmer: \u00abL\u00f6hne bilden keine moralischen Bewertungen oder gesellschaftlichen Notwendigkeiten ab.\u00bb &#8211; keystone<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"64\">Berger: Wer \u00fcberhaupt Eigentum besitzt, ist bereits in einer privilegierten Ausgangslage. Staatliche Eingriffe f\u00fcr einen gewissen Chancenausgleich finde ich deshalb nicht asozial. Dabei geht es mir nicht um das Einfamilienhaus, sondern um gr\u00f6ssere Verm\u00f6gens- und Eigentumsunterschiede.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"66\">F\u00fcr mich ist die entscheidende Frage, wie viel Ungleichheit wir akzeptieren, bevor die Freiheit der einen die Chancen der anderen einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"68\">Widmer: Ich sehe das Konzept der staatlich verordneten Chancengleichheit kritisch. Nach meiner Ansicht kann und darf der <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/staat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staat<\/a> nicht versuchen, perfekte Startbedingungen oder gar Chancengleichheit f\u00fcr alle zu garantieren, da dies zu unzul\u00e4ssigen staatlichen Eingriffen und Paternalismus f\u00fchrt.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6a\">F\u00fchrt denn diese staatliche H\u00e4tschelerei nicht zu einer weiteren Ungerechtigkeit? Der T\u00fcchtigere zahlt dann f\u00fcr den weniger T\u00fcchtigen?<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6c\">Berger: Selbst wenn wir \u00abT\u00fcchtigkeit\u00bb als Leistung verstehen, sind deren Voraussetzungen h\u00f6chst ungleich verteilt.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6e\">Und aus dem Verdienst l\u00e4sst sich T\u00fcchtigkeit erst recht nicht ableiten: Unser Wirtschaftssystem entlohnt wirtschaftlich profitable <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/lifestyle\/arbeit\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Arbeit<\/a> h\u00f6her als gesellschaftlich unverzichtbare, etwa die von Pflegefachpersonen oder der Polizei. Woran misst du denn, wer t\u00fcchtiger ist?<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6g\">Widmer: L\u00f6hne bilden <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/regional\/schlagabtausch-wohnraum-oder-grunraum-in-zurich-67146834\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">keine moralischen Bewertungen<\/a> oder gesellschaftlichen Notwendigkeiten ab, sondern sind der freie Marktpreis f\u00fcr Leistung, der durch Angebot und Nachfrage entsteht.<\/p>\n<p>Jahrgang:\u00a01958<\/p>\n<p>Partei:\u00a0SVP<\/p>\n<p>Politische Mandate:\u00a0Gemeinderat<\/p>\n<p>Beruf:\u00a0Unternehmer<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6i\">Auch der <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/staat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staat<\/a> sollte bei den Staatsaufgaben diesem Prinzip folgen, weil es sonst zu weiteren Ungerechtigkeiten f\u00fchrt. Weniger <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/staat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staat<\/a> und mehr Markt w\u00e4re doch eine gute L\u00f6sung, oder?<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6k\">Berger: W\u00fcrden wir gesellschaftliche Notwendigkeit allein dem Markt \u00fcberlassen, h\u00e4tten wir weniger Pflege, Bildung oder Sicherheit. Ich bin nicht immer f\u00fcr mehr <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/staat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staat<\/a>.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6m\">Aber das Feld den St\u00e4rkeren zu \u00fcberlassen, ist in keinem Szenario sozial. Dies w\u00e4re vor allem f\u00fcr jene \u00abgerechter\u00bb, die ohnehin schon viel haben. Wann wird Reichtum f\u00fcr dich zum Problem?<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6o\">Widmer: Es geht nicht um Reichtum! Das w\u00e4re ein kollektivistischer Irrtum, der den Markt mit Chaos gleichsetzt und den <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/staat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staat<\/a> f\u00e4lschlicherweise als moralischen Wohlt\u00e4ter glorifiziert.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"6q\">Der ungehinderte Markt ist kein Feld der St\u00e4rkeren, sondern der sozialste und fairste Mechanismus zur Versorgung der Gesellschaft. Was ist denn gerecht daran, wenn alle gleichgeschaltet werden?<\/p>\n<p>Sollte der Staat f\u00fcr mehr Chancengleichheit sorgen?<\/p>\n<p>1Ja.<\/p>\n<p>2Nein.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"70\">Berger: Der Markt verteilt nicht nach Gerechtigkeit, sondern danach, wer bezahlen kann. Seine sozialen Folgen verschwinden nicht dadurch, dass er sich reguliert.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"72\">Chancengleichheit soll verhindern, dass die Schw\u00e4chsten den Preis daf\u00fcr zahlen. Wir sind uns wohl nur \u00fcber unsere Uneinigkeit einig.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"74\">Widmer: Deine Argumente habe ich jahrelang auch vertreten, bis ich erkannte, dass die j\u00fcngere Generation systematisch durch <a href=\"https:\/\/www.nau.ch\/politik\/staat\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staat<\/a>, Schulen und Medien \u00fcber wirtschaftliche und gesellschaftliche Realit\u00e4ten get\u00e4uscht wird, um sie an den Wohlfahrtsstaat anzupassen.<\/p>\n<p preventdefault:click=\"\" lang=\"de\" class=\"text-base hyphens-auto\" on:click=\"q-B-SyV_lZ.js#s_Dola2XqN0FU[0 1]\" q:key=\"YR_0\" q:id=\"76\">Ich w\u00fcnsche, dass dir und der Jugend die Grundlagen f\u00fcr kritisches Denken und wirtschaftliche Freiheit nicht vorenthalten werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Im heutigen Schlagabtausch diskutieren Johann Widmer (SVP) und Gianna Berger (AL) \u00fcber ihre unterschiedlichen politischen Positionen. 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