{"id":263396,"date":"2026-08-23T08:52:11","date_gmt":"2026-08-23T08:52:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/263396\/"},"modified":"2026-08-23T08:52:11","modified_gmt":"2026-08-23T08:52:11","slug":"missing-link-30-jahre-windows-nt-4-ein-rueckblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/263396\/","title":{"rendered":"Missing Link: 30 Jahre Windows NT 4 &#8211; Ein R\u00fcckblick"},"content":{"rendered":"<p>              Missing Link: 30 Jahre Windows NT 4 &#8211; Ein R\u00fcckblick<\/p>\n<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/background\/Missing-Link-30-Years-of-Windows-NT-4-A-Look-Back-11417433.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Das Jahr 1996 markierte mit Windows NT einen entscheidenden Wendepunkt in der PC-Geschichte. Die Computerindustrie befand sich mitten im \u00dcbergang von der alten 16-Bit-DOS-\u00c4ra hin zu modernen 32-Bit-Betriebssystemen.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Windows 95 den Heim-PC-Markt im Sturm eroberte und IBMs OS\/2 Warp die technologische Speerspitze bildete, ver\u00e4nderte der Verkaufsstart von Windows NT 4.0 im August 1996 das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis im professionellen Segment nachhaltig.<\/p>\n<p>Ein Jahr nach seinem legend\u00e4ren Launch 1995 beherrschte Windows 95 den Consumer-Markt. Es brachte die moderne Bedienoberfl\u00e4che mit Startmen\u00fc, Taskleiste und Explorer, die bis heute den Standard pr\u00e4gt. Unter der Haube war Windows 95 jedoch ein technischer Kompromiss: Um Abw\u00e4rtskompatibilit\u00e4t zu alten MS-DOS- und Windows 3.x-Programmen zu wahren, nutzte es einen 16\/32-Bit-Mischmasch. St\u00fcrzte eine schlecht geschriebene 16-Bit-Anwendung ab, riss sie oft das gesamte System mit.<\/p>\n<p>Das bessere Windows<\/p>\n<p>IBM hatte mit OS\/2 Warp (Warp 3 erschien Ende 1994, Warp 4 folgte im September 1996) ein Produkt auf dem Markt, das Windows 95 architektonisch weit voraus war. \u201eA better Windows than Windows\u201c \u2013 so bewarb IBM sein OS\/2. Durch echtes pr\u00e4emptives Multitasking und isolierten Speicherschutz konnte eine abgest\u00fcrzte Applikation OS\/2 nicht aus dem Tritt bringen. Zudem liefen DOS- und Win16-Programme auf OS\/2 oft stabiler als unter Windows selbst.<\/p>\n<p>OS\/2 war jedoch nur in zwei Segmenten erfolgreich: bei traditionellen IBM-Kunden, etwa im Finanzsektor, und in einem relativ kleinen Kreis technisch versierter Anwender, zum Beispiel in der Fidonet-Szene. Auf einem OS\/2-Rechner konnte man problemlos ein komplettes Mailbox-System mit Mailer im Hintergrund laufen lassen, ohne dass die zeitkritische Interruptbehandlung der seriellen Schnittstellen zu Modems und ISDN-Karten stolperte.<\/p>\n<p>Deutschland war f\u00fcr OS\/2 zu der Zeit ein Vorreitermarkt: Vobis und Escom hatten PCs direkt mit diesem Betriebssystem ausgeliefert \u2013 ein lokaler Erfolg, der in den USA fehlte. IBM verstand es nicht, das Produkt verst\u00e4ndlich an Endkunden zu vermarkten. Entwickler setzten voll auf die Win32-API von Microsoft. Native 32-Bit-Software f\u00fcr OS\/2 blieb Mangelware und WinOS2 unterst\u00fctzte nur den Win32s-Subset, nicht aber echte Win32-Programme.<\/p>\n<p>Um die Office-L\u00fccke zu schlie\u00dfen, lizenzierte IBM in Deutschland StarOffice von Marco B\u00f6rries&#8216; Star Division, einen fr\u00fchen Vorl\u00e4ufer von OpenOffice und LibreOffice. Doch IBM USA unterlief diese Strategie: Bei der \u00dcbernahme von Lotus Software kaufte der Konzern bei der \u00dcbernahme von Lotus Software nicht nur Notes, sondern auch noch das Konkurrenzprodukt SmartSuite mit Lotus 1-2-3. Das sollte dann IBMs Antwort auf Microsoft Office werden \u2013 f\u00fcr Windows, denn die OS\/2-Versionen der Software waren veraltet.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/4\/6\/8\/7\/7\/cd_winnt4_bf-e4982b98d0662a5c.jpg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Papierumschlag mit Fenster, in dem eine Diskette zu sehen ist\" height=\"350\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 665 \/ 350; object-fit: cover;\" width=\"665\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Als NT4 auf den Markt kam, brauchten die meisten PCs f\u00fcr die Installation von CD noch Nachhilfe in Form von Boot-Disketten. Die lagen dem Paket bei.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"https:\/\/www.winhistory.de\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">https:\/\/www.winhistory.de<\/a>)\n    <\/p>\n<p>Als Microsoft im August 1996 Windows NT 4.0 ver\u00f6ffentlichte, schloss sich die L\u00fccke zwischen der Stabilit\u00e4t der NT-Architektur und der Benutzerfreundlichkeit von Windows 95. Vorg\u00e4ngerversionen wie NT 3.51 nutzten noch die altbackene Oberfl\u00e4che von Windows 3.1 mit dem Programm-Manager und dem Datei-Manager. NT 4.0 \u00fcbernahm eins zu eins die Bedienoberfl\u00e4che von Windows 95. Anwender erhielten das gewohnte Startmen\u00fc, w\u00e4hrend Entwickler und IT-Administratoren unter der Haube einen echten 32-Bit-Kernel mit NTFS-Dateisystem, Rechteverwaltung und pr\u00e4emptivem Multitasking vorfanden.<\/p>\n<p>Abl\u00f6sung f\u00fcr Unix-Workstations und Netware-Server<\/p>\n<p>NT 4.0 erschien als Workstation- und als Server-Variante. Damit wilderte Microsoft erfolgreich im Revier von UNIX-Workstations sowie im Markt f\u00fcr Netzwerk-Betriebssysteme, wo das stagnierende Novell NetWare bis dahin die Fileserver-Landschaft pr\u00e4gte. Auf gr\u00f6\u00dferen Servern dominierten Unix-Systeme (Sun Solaris, HP-UX, IBM AIX). Linux war ein neuer Herausforderer, aber noch nicht kommerziell stark. 1996 war Linux vor allem ein System f\u00fcr Universit\u00e4ten, Entwickler und fr\u00fche Internetserver. Kommerzielle Distributionen wie Red Hat (gegr\u00fcndet 1993) begannen gerade erst, Fu\u00df zu fassen. S.u.S.E. (Software- und System-Entwicklung) vertrieb bis Mai 1996 noch eine auf Slackware basierende Distribution.<\/p>\n<p>Windows NT 4.0 war der strategische Ankerpunkt f\u00fcr Microsofts langfristige Betriebssystem-Zukunft. Es bewies, dass ein stabiles, sicheres Betriebssystem nicht kompliziert zu bedienen sein musste. W\u00e4hrend OS\/2 in Nischen wie Geldautomaten erfolgreich blieb und Windows 95 den Consumer-Markt bis zum Erscheinen von Windows 98 beherrschte, ebnete NT 4.0 den Weg f\u00fcr die sp\u00e4tere Zusammenf\u00fchrung beider Systemfamilien in Windows 2000 und schlussendlich Windows XP.<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/4\/6\/8\/7\/7\/nt4_386-bf76f0019a275f09.gif\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Fehlermeldung, dass ein 80486-Prozessor mindestens n\u00f6tig ist.\" height=\"200\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 480 \/ 200; object-fit: cover;\" width=\"480\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p>Der erste Teil der Installation lief noch im Textmodus ab und endete f\u00fcr manchen mit Entt\u00e4uschung, denn NT4 forderte mindestens einen 80486-Prozessor.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"https:\/\/www.winhistory.de\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">https:\/\/www.winhistory.de<\/a>)\n    <\/p>\n<p>Die IT-Welt sah 1996 vollkommen anders aus, als man sich das heute vorstellen mag. Multimedia mit CD-ROM-Laufwerken war Standard und der Intel Pentium verdr\u00e4ngte die alten 486er-Prozessoren. Vobis war mit seiner Eigenmarke Highscreen und den ber\u00fchmten zweiw\u00f6chentlichen Prospekten (Denkzettel) Marktf\u00fchrer in Deutschland. PCs hatten mindestens 8 MB (Megabyte), h\u00e4ufig aber auch 16 MB Hauptspeicher, ein Tausendstel dessen, was wir heute als angemessen empfinden. So ein PC kostete 2500 bis 3000 DM, inflationsbereinigt also etwa 2000 bis 2400 Euro. Um ein Betriebssystem einzurichten, musste man den PC damals von einer Diskette booten. Die weiteren Dateien lie\u00dfen sich dann von einer CD installieren.<\/p>\n<p>Google als Unternehmen entstand erst 1998; 1996 war die Suchmaschine noch ein Forschungsprojekt von Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University. Das Internet war f\u00fcr viele Privathaushalte in Deutschland noch echtes Neuland. Der Zugang erforderte spezielle Hardware, viel Geduld und wurde minutengenau \u00fcber die Telefonrechnung abgerechnet. Eine Stunde Surfen zur Hauptsendezeit konnte schnell 6 bis 12 DM kosten. Wer unachtsam stundenlang online blieb, blickte am Monatsende nicht selten auf eine dreistellige Telekom-Rechnung.<\/p>\n<p>Weit geworfen<\/p>\n<p>      <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/imgs\/18\/5\/1\/4\/6\/8\/7\/7\/nt4anm1-0beeda5cd5d5bdd3.gif\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Anmeldebildschirm von NT4\" height=\"480\" src=\"data:image\/svg+xml,%3Csvg xmlns='http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg' width='696px' height='391px' viewBox='0 0 696 391'%3E%3Crect x='0' y='0' width='696' height='391' fill='%23f2f2f2'%3E%3C\/rect%3E%3C\/svg%3E\" style=\"aspect-ratio: 640 \/ 480; object-fit: cover;\" width=\"640\"\/><\/p>\n<p>      <\/a><\/p>\n<p class=\"a-caption__text\">\n<p>        Benutzer mussten sich an NT anmelden.\u00a0 Anfangs irritierte das die Anwender \u2013 ebenso wie die daf\u00fcr verwendete Tastenkombination.<\/p>\n<p class=\"a-caption__source\">\n      (Bild:\u00a0Mit freundlicher Genehmigung von <a href=\"https:\/\/www.winhistory.de\/\" rel=\"external noopener nofollow\" target=\"_blank\">https:\/\/www.winhistory.de<\/a>)\n    <\/p>\n<p>Microsoft bewies in dieser Zeit mit NT 4.0 enorme Weitsicht. Das Zugpferd war Windows 95. Es hatte eine bessere Spieleunterst\u00fctzung, eine breite Auswahl an Ger\u00e4tetreibern und es war auf DOS-Basis viel gen\u00fcgsamer als NT. F\u00fcr die allermeisten Anwender spielte Windows NT praktisch keine Rolle. Auch in Unternehmen war ein Einzelplatz-Betriebssystem, bei dem man sich zun\u00e4chst anmelden musste, komplettes Neuland. Ein Login war bis dahin erst notwendig, wenn man auf Netzwerkressourcen zugreifen wollte.<\/p>\n<p>NT 4.0 war Grundstein f\u00fcr alles, was sp\u00e4ter Microsofts Dominanz im Unternehmensbereich ausmachte. Administratoren konnten Server mit einer vertrauten Oberfl\u00e4che bedienen. Unternehmen konnten Workstations und Server erstmals einheitlich schulen und betreiben. Die Hemmschwelle, NT statt Windows 95 einzusetzen, sank dramatisch. Diese Vereinheitlichung war der erste Schritt zu einer durchg\u00e4ngigen Windows\u2011Infrastruktur. NT 4.0 war die Grundlage f\u00fcr Windows 2000 und das dort eingef\u00fchrte Active Directory und die Gruppenrichtlinien.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/hintergrund\/mailto:vowe@vowe.net\" title=\"Volker Weber\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">vowe<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Missing Link: 30 Jahre Windows NT 4 &#8211; Ein R\u00fcckblick close notice This article is also available in&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":263397,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[15],"tags":[46,1258,622,25601,55742,45,60,59,55743,44,64,61,558,55744,63,62],"class_list":["post-263396","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-wissenschaft-technik","tag-ch","tag-geschichte","tag-it","tag-missing-link","tag-os-2","tag-schweiz","tag-science","tag-science-technology","tag-staroffice","tag-switzerland","tag-technik","tag-technology","tag-windows","tag-windows-nt-4-0","tag-wissenschaft","tag-wissenschaft-technik"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117143970248357092","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=263396"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/263396\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/263397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=263396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=263396"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=263396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}