{"id":264065,"date":"2026-08-23T20:18:10","date_gmt":"2026-08-23T20:18:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/264065\/"},"modified":"2026-08-23T20:18:10","modified_gmt":"2026-08-23T20:18:10","slug":"personal-assistant-chatgpt-uebernimmt-jetzt-ihre-nachrichten-leadersnet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/264065\/","title":{"rendered":"Personal Assistant &#8211; ChatGPT \u00fcbernimmt jetzt Ihre Nachrichten \u00bb Leadersnet"},"content":{"rendered":"<p>ChatGPT kann jetzt iMessages auf dem Mac durchsuchen, Antworten formulieren und Nachrichten verschicken. Das neue Apple-Messages-Plugin zeigt, wie OpenAI ChatGPT vom Antwortbot zum pers\u00f6nlichen Assistenten umbaut. Daf\u00fcr braucht die KI allerdings weitreichende Zugriffsrechte.<\/p>\n<p>Eine Nachricht vom Kollegen ist untergegangen, einem Freund wollte man l\u00e4ngst antworten und irgendwo im Chat steht ein Geburtstag, der noch nicht im Kalender ist. K\u00fcnftig kann ChatGPT solche Aufgaben \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>OpenAI hat ChatGPT mit einem Plugin f\u00fcr Apples Nachrichten-App ausgestattet. Seit dem 20. August kann die KI auf kompatiblen Macs Nachrichten durchsuchen, Antworten vorbereiten und \u00fcber Apples Messages-App verschicken. OpenAI best\u00e4tigt die Funktion in seinen<a href=\"https:\/\/x.com\/ChatGPT\/status\/2090499359641329950?s=20\" rel=\"nofollow\"> Release Notes<\/a>. Damit liefert die KI nicht mehr nur Antworten. Sie handelt.<\/p>\n<p>ChatGPT sucht nach offenen Nachrichten<\/p>\n<p>Nutzer k\u00f6nnen ChatGPT etwa auffordern, nach Unterhaltungen zu suchen, in denen noch eine Antwort aussteht. Die KI kann den Kalender pr\u00fcfen, freie Termine finden und daraus eine Nachricht mit Terminvorschl\u00e4gen erstellen. Auch Geburtstage lassen sich in Chats aufsp\u00fcren und in den Kalender \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Die Funktion beschr\u00e4nkt sich nicht auf iMessage. \u00dcber Apples Messages-App kann ChatGPT auch SMS- und RCS-Unterhaltungen einbeziehen.<\/p>\n<p>Aus &#171;Schreib mir eine Antwort&#187; wird damit ein &#171;Finde heraus, wem ich antworten muss.&#187;<\/p>\n<p>Die KI darf Nachrichten verschicken<\/p>\n<p>ChatGPT kann die fertige Nachricht auch verschicken. Standardm\u00e4\u00dfig muss der Nutzer Nachricht und Empf\u00e4nger vorher best\u00e4tigen. OpenAI warnt jedoch ausdr\u00fccklich davor, der KI dauerhaft das Versenden ohne Best\u00e4tigung zu erlauben.<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen gibt es eine zus\u00e4tzliche Sicherung: Administratoren von Business-Workspaces k\u00f6nnen den Zugriff auf Apple Messages \u00fcber die &#171;Computer Use&#187;-Kontrollen sperren.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr braucht ChatGPT weitreichende Rechte<\/p>\n<p>Der Komfort hat einen Preis. ChatGPT ben\u00f6tigt auf dem Mac umfangreiche Systemberechtigungen. Dazu geh\u00f6rt laut MacRumors &#171;Full Disk Access&#187;, also vollst\u00e4ndiger Festplattenzugriff. Hinzu kommen Rechte f\u00fcr Kontakte und Automatisierungsfunktionen.<\/p>\n<p>Damit stellt sich eine zentrale Frage: Wie viel Zugriff will man einem KI-Assistenten auf die eigene Kommunikation geben?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/articles\/2026-08-20\/chatgpt-can-now-control-imessage-potentially-raising-apple-privacy-concerns\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bloomberg<\/a> berichtete nach der Ver\u00f6ffentlichung \u00fcber Datenschutzbedenken. OpenAI erkl\u00e4rte gegen\u00fcber dem Wirtschaftsdienst, das Plugin arbeite lokal auf dem Computer und erstelle keinen Index der Nachrichten. Die Behauptung, s\u00e4mtliche iMessages w\u00fcrden einfach auf OpenAI-Server kopiert, w\u00e4re deshalb falsch.<\/p>\n<p>Vom Chatbot zum handelnden Assistenten<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfere Geschichte steckt aber ohnehin hinter dem Feature. Bisher musste der Nutzer die Informationen zur KI bringen: Nachricht kopieren, Kontext erkl\u00e4ren, Antwort erstellen lassen, wieder kopieren und verschicken. Jetzt bekommt ChatGPT Zugriff auf das Werkzeug selbst. Somit werden aus Chatbots werden zunehmend Agenten, die Programme bedienen, Informationen suchen und Aufgaben erledigen.<\/p>\n<p>Nachrichten eignen sich daf\u00fcr besonders gut. In ihnen stecken Termine, Kontakte, Absprachen, Aufgaben und Erinnerungen \u2013 genau jene Informationen, die ein pers\u00f6nlicher Assistent ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Noch ist der Zugang begrenzt. Voraussetzung sind ein Mac mit Apple Silicon und die ChatGPT-App f\u00fcr macOS. Das Messages-Plugin steht laut OpenAI f\u00fcr alle ChatGPT-Pl\u00e4ne zur Verf\u00fcgung, l\u00e4sst sich derzeit aber nur in ChatGPT Work und Codex einsetzen.<\/p>\n<p>Der Komfort hat eine Kehrseite<\/p>\n<p>Gerade Nachrichten geh\u00f6ren jedoch zu den sensibelsten Daten auf einem Computer. Sie enthalten private Gespr\u00e4che, Namen, Termine, Gesch\u00e4ftsinformationen und Daten von Menschen, die selbst nie entschieden haben, ihre Informationen mit einer KI zu teilen.<\/p>\n<p>Dass das Plugin lokal arbeitet und keinen Nachrichtenindex erstellt, beseitigt deshalb nicht jede Datenschutzfrage. Entscheidend ist auch, welche Inhalte f\u00fcr eine konkrete KI-Anfrage verarbeitet werden und welche Regeln f\u00fcr den jeweiligen ChatGPT-Tarif gelten.<\/p>\n<p>F\u00fcr Unternehmen ist das besonders relevant. In Chats k\u00f6nnen Kundendaten, interne Informationen oder vertrauliche Absprachen stecken. Dass Administratoren den Zugriff komplett sperren k\u00f6nnen, d\u00fcrfte deshalb kein unwichtiges Detail sein.<\/p>\n<p>Am Ende zeigt die Neuheit das Grundproblem pers\u00f6nlicher KI-Assistenten: Je mehr sie f\u00fcr uns erledigen sollen, desto mehr m\u00fcssen sie \u00fcber uns wissen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"ChatGPT kann jetzt iMessages auf dem Mac durchsuchen, Antworten formulieren und Nachrichten verschicken. 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