{"id":265005,"date":"2026-08-24T13:52:22","date_gmt":"2026-08-24T13:52:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/265005\/"},"modified":"2026-08-24T13:52:22","modified_gmt":"2026-08-24T13:52:22","slug":"schweizer-berufslehre-unterschaetzter-trumpf-auf-dem-arbeitsmarkt-news","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/265005\/","title":{"rendered":"Schweizer Berufslehre: Untersch\u00e4tzter Trumpf auf dem Arbeitsmarkt &#8211; News"},"content":{"rendered":"<p class=\"article-lead\" data-news-landmark=\"article-lead\">W\u00e4hrend die Jugendarbeitslosigkeit in Europa und Nordamerika steigt, steht die Schweiz gut da. Aber wie lange noch?<\/p>\n<p>  Jetzt h\u00f6ren<\/p>\n<p>            Jetzt h\u00f6ren<\/p>\n<p class=\"article-author__name\" data-news-landmark=\"article-author-name\">\n                        Autor:\u00a0<\/p>\n<p>      Susanne Schmugge<\/p>\n<p class=\"article-author__date js-dateline\" data-publicationdate=\"2026-08-23T11:55:53+02:00\" data-modificationdate=\"2026-08-23T11:55:53+02:00\" data-i18n-text-published-today=\"Heute, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-published-yesterday=\"Gestern, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-published-else=\"#DATE#, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-modified-today=\"Aktualisiert heute, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-modified-yesterday=\"Aktualisiert gestern, #TIME# Uhr\" data-i18n-text-modified-else=\"Aktualisiert #DATE#, #TIME# Uhr\" data-news-landmark=\"article-author-date\">\n            23.08.2026, 11:55\n        <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Sorgenkind Jugendarbeitslosigkeit: Die Arbeitsorganisation der UNO (IAO) ist beunruhigt wegen des <a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/sites\/default\/files\/2026-08\/9789220437612_PDFA_Web_ENG.pdf\" target=\"_blank\" data-urn=\"\" data-title=\"\" rel=\"nofollow noopener\">weltweiten Anstiegs der Jugendarbeitslosigkeit<\/a>. Die Schweiz schneidet im Vergleich zu \u00e4hnlichen L\u00e4ndern in Europa und Nordamerika gut ab. Das sieht man am Verh\u00e4ltnis von Jugendarbeitslosigkeit zur generellen Arbeitslosigkeit: Im EU-Raum etwa betr\u00e4gt die Jugendarbeitslosenquote das Zweieinhalbfache der generellen Arbeitslosenquote. In der Schweiz bel\u00e4uft sich dieser Wert lediglich auf das Anderthalbfache.<\/p>\n<p>          Warum Arbeitslosenquoten unterschiedlich hoch sind<\/p>\n<p>    Box aufklappen<br \/>\n    Box zuklappen<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Arbeitslosigkeit wird in der Schweiz auf zwei Arten ausgewiesen: Das Seco wertet monatlich die Daten der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren zu den angemeldeten und vermittelbaren Arbeitslosen aus. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">F\u00fcr die internationale Vergleichbarkeit befragt zudem das BFS viertelj\u00e4hrlich eine Stichprobe der Wohnbev\u00f6lkerung und macht eine Hochrechnung. Diese Quote ist international vergleichbar mit den IAO-Zahlen und ist stets h\u00f6her als die des Seco. Besonders deutlich ist das bei der Jugendarbeitslosigkeit (15- bis 24-J\u00e4hrige): 2024 betrug sie gem\u00e4ss Seco 2.3 Prozent, gem\u00e4ss IAO 8.2 Prozent. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Pluspunkt Berufsbildung: Das Schweizer Berufsbildungssystem verbindet Theorie mit viel Praxis. Dadurch k\u00f6nnen junge Leute, die eine Lehre machen, auf dem Arbeitsmarkt punkten. Auch schulisch Schw\u00e4chere erhalten eine Chance. Mit Anfang 20 haben Lehrabg\u00e4ngerinnen und Lehrabg\u00e4nger dann bereits Berufserfahrung. Und falls sie m\u00f6chten, bringt der Lehrabschluss auch die M\u00f6glichkeit, an einer Hochschule oder Fachhochschule zu studieren. All dies erleichtert den Arbeitsmarkteinstieg deutlich gegen\u00fcber rein schulischen Systemen.<\/p>\n<p>                <img decoding=\"async\" alt=\"Person in rotem T-Shirt arbeitet mit einem Schleifger\u00e4t, Funken spr\u00fchen.\" class=\"image__img\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/gif;base64,R0lGODlhAQABAIAAAAAAAP\/\/\/yH5BAEAAAAALAAAAAABAAEAAAIBRAA7\"\/><\/p>\n<p>                    Legende:<\/p>\n<p>                In puncto Jugendarbeitslosigkeit steht die Schweiz im internationalen Vergleich gut da.<\/p>\n<p>                    KEYSTONE \/ Michael Buholzer<\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Kein kontraproduktiver K\u00fcndigungsschutz: Die Schweiz hat einen im Vergleich zu anderen L\u00e4ndern schwachen K\u00fcndigungsschutz. Vor allem \u00e4lteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern hilft ein K\u00fcndigungsschutz, junge Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger haben das Nachsehen. Wenn Unternehmen hohe gesetzliche H\u00fcrden haben, Angestellte zu entlassen, stellen sie auch weniger Leute ein. Einsteiger haben es dann besonders schwer. In der Schweiz ist die Arbeitslosigkeit bei jungen Leuten zwar h\u00f6her als bei \u00e4lteren Arbeitnehmerinnen, aber sie ist kaum je von Dauer. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Was Fachleuten Sorgen bereitet: Die Berufslehre ist weniger gefragt als auch schon. Der Anteil junger Menschen, die nach der obligatorischen Schule eine Lehre beginnen, ist innert gut dreissig Jahren um gut zehn Prozentpunkte zur\u00fcckgegangen. Der Anteil von Gymnasiastinnen und Gymnasiasten hat sich im gleichen Zeitraum fast spiegelbildlich erh\u00f6ht. Bildungs\u00f6konom Stefan Wolter von der Universit\u00e4t Bern macht sich deshalb Sorgen: \u00abBei einem geringen, aber stetigen R\u00fcckgang \u00fcber l\u00e4ngere Zeit, droht man den Moment zu verpassen, in dem man noch gegensteuern kann.\u00bb<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/1787579542_845_full.png\" alt=\"Weniger Jugendliche beginnen Lehre (Balken)\"\/><\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Deutschland als abschreckendes Beispiel: Nach Ansicht des Bildungs\u00f6konomen passiert genau das gerade in Deutschland: Einst galt die dortige Berufsbildung als Paradebeispiel, heute sei sie am Kr\u00e4nkeln. Dabei h\u00e4tten verschiedene Ph\u00e4nomene sich gegenseitig verst\u00e4rkt: Die Zahl der Abiturientinnen und Abiturienten ist in den letzten Jahren stark gestiegen und betr\u00e4gt mittlerweile \u00fcber 40 Prozent. Lehrabg\u00e4ngerinnen und Lehrabg\u00e4nger gibt es immer weniger. Dadurch bieten auch weniger Unternehmen Lehrstellen an. Ruf und Renommee der Berufslehre leiden. <\/p>\n<p class=\"article-paragraph\">Die Berufslehre wieder gross machen: Damit das in der Schweiz nicht passiert, will der Bildungs\u00f6konom bei den Individuen und den Institutionen ansetzen: Junge Leute und vor allem deren Eltern m\u00fcssten besser Bescheid wissen, wie die Berufslehre hierzulande funktioniert: welche Chancen, Anschlussm\u00f6glichkeiten und Karriereoptionen sie biete. In der Pflicht seien aber auch die Kantone, die mit den Gymnasien die Konkurrenzprodukte zur Berufsbildung betrieben: \u00abJeder Entscheid, im Kanton eine vollschulische Ausbildung aufzubauen, bedeutet auf lange Sicht einen Abbau des Berufsbildungssystems.\u00bb <\/p>\n<p>                                                        Diskutieren Sie mit:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend die Jugendarbeitslosigkeit in Europa und Nordamerika steigt, steht die Schweiz gut da. 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