{"id":265021,"date":"2026-08-24T14:05:10","date_gmt":"2026-08-24T14:05:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/265021\/"},"modified":"2026-08-24T14:05:10","modified_gmt":"2026-08-24T14:05:10","slug":"hoergeraete-koennten-demenzrisiko-bei-epilepsie-senken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/265021\/","title":{"rendered":"H\u00f6rger\u00e4te k\u00f6nnten Demenzrisiko bei Epilepsie senken"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" class=\"articleimage lazy-load\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/aelterer-mann-hoergeraete.webp\" alt=\"\u00c4lterer Mann H\u00f6rger\u00e4te\" title=\"\u00c4lterer Mann H\u00f6rger\u00e4te\"\/> <\/p>\n<p>H\u00f6rger\u00e4te zeigen m\u00f6glichen Nutzen bei Epilepsie und H\u00f6rverlust<\/p>\n<p>H\u00f6rverlust gilt als der wichtigste modifizierbare Risikofaktor f\u00fcr die Entwicklung einer <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/demenz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Demenz<\/a>. Ob H\u00f6rger\u00e4te dieses Risiko tats\u00e4chlich senken k\u00f6nnen, wird jedoch weiterhin kontrovers diskutiert. Neue Daten, die auf dem <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/kongresse\/ean-2026\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EAN Kongress 2026<\/a> vorgestellt wurden, deuten darauf hin, dass bestimmte Patientengruppen besonders profitieren k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Ein Forschungsteam des Universit\u00e4tsspitals Z\u00fcrich und der University of Liverpool untersuchte den Zusammenhang zwischen H\u00f6rger\u00e4tenutzung und Demenzrisiko bei Patienten mit H\u00f6rverlust und verschiedenen Begleiterkrankungen. Im Fokus standen neurologische, metabolische und kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen, die selbst mit einem erh\u00f6hten Demenzrisiko verbunden sind.<\/p>\n<p>Analyse von Gesundheitsdaten aus mehr als 250 Millionen Patientenakten<\/p>\n<p>F\u00fcr die Untersuchung werteten die Wissenschaftler elektronische Gesundheitsdaten aus dem TriNetX-Netzwerk mit Informationen von mehr als 250 Millionen Patienten aus. Verglichen wurden Erwachsene mit H\u00f6rverlust, die H\u00f6rger\u00e4te nutzten, mit sorgf\u00e4ltig gematchten Patienten ohne H\u00f6rger\u00e4teversorgung.<br \/>Neben der Gesamtpopulation mit H\u00f6rverlust analysierten die Forscher mehrere Hochrisikogruppen, darunter Patienten mit <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/epilepsie\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Epilepsie<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/schlaganfall\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Schlaganfall<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/diabetes-typ-2\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Typ-2-Diabetes<\/a>, chronischer Nierenerkrankung, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/herzinsuffizienz\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Herzinsuffizienz<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/migraene\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Migr\u00e4ne<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/krankheiten\/arthrose\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Arthrose<\/a>.<\/p>\n<p>Signifikante Assoziation ausschlie\u00dflich bei Epilepsie<\/p>\n<p>In der Gesamtgruppe der Patienten mit H\u00f6rverlust zeigte sich keine signifikante Assoziation zwischen der Nutzung von H\u00f6rger\u00e4ten und dem Auftreten einer Demenz. Auch in den Subgruppen mit Schlaganfall, Typ-2-Diabetes, chronischer Nierenerkrankung, Herzinsuffizienz, Migr\u00e4ne oder Arthrose fanden die Forscher keinen statistisch signifikanten Zusammenhang.<\/p>\n<p>Anders bei Epilepsie: Patienten mit Epilepsie und H\u00f6rverlust, die H\u00f6rger\u00e4te verwendeten, wiesen ein um 23 % geringeres Demenzrisiko auf als vergleichbare Patienten ohne H\u00f6rger\u00e4te.<\/p>\n<p>\u00dcber einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren entsprach dies einer absoluten Risikoreduktion von 2,7 Prozentpunkten. Rechnerisch trat ein Demenzfall weniger pro 37 Patienten auf, die H\u00f6rger\u00e4te nutzten. Die Richtung des Effekts blieb in s\u00e4mtlichen durchgef\u00fchrten Analysen konsistent.<\/p>\n<p>Studienleiterin Dr. Carolina Ferreira-Atuesta bezeichnete insbesondere die Spezifit\u00e4t des Ergebnisses als \u00fcberraschend. W\u00e4hrend die Forscher einen moderaten Nutzen in mehreren Hochrisikogruppen erwartet hatten, zeigte sich die Assoziation ausschlie\u00dflich bei Epilepsiepatienten.<\/p>\n<p>Kognitive Reserve als m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung<\/p>\n<p>Als m\u00f6gliche Ursache diskutieren die Autoren Unterschiede in der sogenannten kognitiven Reserve. Sie beschreibt die F\u00e4higkeit des Gehirns, altersbedingte Ver\u00e4nderungen oder krankheitsbedingte Sch\u00e4digungen funktionell auszugleichen.<\/p>\n<p>Bei vielen Menschen mit H\u00f6rverlust k\u00f6nnte die kognitive Reserve ausreichend sein, um die zus\u00e4tzliche kognitive Belastung durch die eingeschr\u00e4nkte H\u00f6rleistung zu kompensieren. Eine H\u00f6rger\u00e4teversorgung w\u00fcrde dann nur einen begrenzten Einfluss auf das Demenzrisiko haben.<\/p>\n<p>Bei Epilepsiepatienten k\u00f6nnte die Situation anders sein. Da die kognitive Reserve durch die Grunderkrankung h\u00e4ufig bereits reduziert ist, k\u00f6nnte die Beseitigung einer zus\u00e4tzlichen Belastung durch unbehandelten H\u00f6rverlust einen gr\u00f6\u00dferen Effekt auf die langfristige kognitive Gesundheit entfalten.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus verweisen die Autoren auf weitere biologisch plausible Mechanismen. Epilepsie ist mit einem beschleunigten kognitiven Abbau assoziiert. Insbesondere die Temporallappenepilepsie betrifft Hirnregionen, die auch an der auditorischen Verarbeitung beteiligt sind. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen bestimmte <a href=\"https:\/\/www.gelbe-liste.de\/wirkstoffgruppen\/antiepileptika\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Antiepileptika<\/a> das H\u00f6rverm\u00f6gen beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Konsequenzen f\u00fcr die klinische Versorgung<\/p>\n<p>Nach Ansicht der Forscher k\u00f6nnten die Ergebnisse praktische Auswirkungen f\u00fcr die Versorgung von Menschen mit Epilepsie haben. Da diese Patienten regelm\u00e4\u00dfig neurologisch betreut werden, lie\u00dfen sich H\u00f6rscreenings vergleichsweise unkompliziert in die Routineversorgung integrieren.<\/p>\n<p>H\u00f6rverlust z\u00e4hlt zu den wenigen potenziell beeinflussbaren Demenzrisikofaktoren. Zudem ist er einfach zu diagnostizieren und durch etablierte Hilfsmittel behandelbar.<\/p>\n<p>Die Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Ein kausaler Zusammenhang zwischen H\u00f6rger\u00e4tenutzung und reduziertem Demenzrisiko kann daher nicht nachgewiesen werden. Weitere prospektive Studien sollen nun kl\u00e4ren, ob die Behandlung eines H\u00f6rverlusts tats\u00e4chlich dazu beitragen kann, die langfristige Gehirngesundheit von Patienten mit Epilepsie zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von einem m\u00f6glichen Einfluss auf das Demenzrisiko sprechen die bekannten Vorteile einer H\u00f6rger\u00e4teversorgung laut den Forschern bereits heute f\u00fcr eine konsequente Diagnostik und Behandlung von H\u00f6rst\u00f6rungen. Dazu z\u00e4hlen eine bessere Kommunikation, eine h\u00f6here soziale Teilhabe sowie positive Effekte auf Stimmung und Lebensqualit\u00e4t.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"H\u00f6rger\u00e4te zeigen m\u00f6glichen Nutzen bei Epilepsie und H\u00f6rverlust H\u00f6rverlust gilt als der wichtigste modifizierbare Risikofaktor f\u00fcr die Entwicklung&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":265022,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[17],"tags":[46,243,44038,7853,67,66,16661,19855,24437,45,44],"class_list":["post-265021","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-gesundheit","tag-ch","tag-demenzrisiko","tag-ean-2026","tag-epilepsie","tag-gesundheit","tag-health","tag-hoergeraete","tag-hoerverlust","tag-kognitive-reserve","tag-schweiz","tag-switzerland"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117150863529022375","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=265021"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265021\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/265022"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=265021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=265021"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=265021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}