{"id":265839,"date":"2026-08-25T05:03:18","date_gmt":"2026-08-25T05:03:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/265839\/"},"modified":"2026-08-25T05:03:18","modified_gmt":"2026-08-25T05:03:18","slug":"gesellschaft-wie-sich-herbert-groenemeyer-in-sachsen-anhalt-engagiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/265839\/","title":{"rendered":"Gesellschaft: Wie sich Herbert Gr\u00f6nemeyer in Sachsen-Anhalt engagiert"},"content":{"rendered":"<p class=\"fp-paragraph\">Berlin\/Magdeburg &#8211; Herbert Gr\u00f6nemeyer hat mit \u201eBochum\u201c, \u201eMensch\u201c oder \u201eM\u00e4nner\u201c wahrscheinlich f\u00fcr viele so etwas wie die inoffiziellen Hymen des Landes geschaffen. Jetzt reist er kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nach Magdeburg, um mit mehreren Ch\u00f6ren aus der Region zu singen. Doch seine Botschaft ist anders als manche vielleicht zun\u00e4chst denken w\u00fcrden: Statt der Alltagspolitik soll besonders die Gemeinschaft im Fokus stehen.<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Der S\u00e4nger (70) will in erster Linie mit dem Verein Heimatbewegen und der Initiative \u201eGemeinsame Sache\u201c die Menschen zusammenbringen. Denn die Gesellschaft wieder zusammenzuf\u00fchren, sieht er als eigentliche Grundlage f\u00fcr das demokratische Zusammenleben im Land, wie er es schon in seiner Dankesrede beim Deutschen Nationalpreis gesagt hatte. Damals betonte er, die Zivilgesellschaft brauche nicht unbedingt \u201eeine Mutti oder einen Vati. Wir haben uns selbst\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Gr\u00f6nemeyer: Menschen aus DDR wurden damals \u201e\u00fcberrannt\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Im Gespr\u00e4ch mit der Deutschen Presse-Agentur sagt er jetzt \u00fcber die Gr\u00fcnde f\u00fcr sein Engagement: \u201eWir haben in Deutschland als Gesellschaft nach der Wiedervereinigung im Grunde nie angefangen, dar\u00fcber nachzudenken: Wer sind wir eigentlich? Was sind unsere Tr\u00e4ume, Gemeinsamkeiten oder Unterschiede, unsere Ziele als Gemeinschaft und so weiter?\u201c 36 Jahre nach der Wiedervereinigung solle man sich seiner Ansicht zufolge endlich gemeinsam die Fragen stellen: \u201eWas verbindet uns &#8211; und wie wollen wir in den n\u00e4chsten 30, 40 oder 50 Jahren miteinander leben?\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Die Menschen aus der ehemaligen DDR seien damals \u201e\u00fcberrannt worden\u201c, Trauer \u00fcber ihre Verluste von Sicherheit und Struktur habe keinen Raum bekommen. Stattdessen seien sie \u201eim Schleudergang unbegleitet in ein fremdes System verpflanzt worden\u201c, findet Gr\u00f6nemeyer, der im Westen Deutschlands in der Ruhrgebietsstadt Bochum aufgewachsen ist.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Er glaube, alle Menschen h\u00e4tten Sehnsucht nach Zugeh\u00f6rigkeit und Anerkennung. In Deutschland engagierten sich viele Menschen ehrenamtlich, \u00fcbern\u00e4hmen Verantwortung und machten sich Gedanken dar\u00fcber, wie eine Gemeinschaft stabil und f\u00fcrsorglich entstehen k\u00f6nne. Was der Politik nicht gelinge, m\u00f6ge daher aus der Zivilgesellschaft kommen, die basierend auf dem Grundgesetz eine gemeinsame Identit\u00e4t entwickeln k\u00f6nne.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Als Beispiel daf\u00fcr kann der geplante Abend im Magdeburger Dom stehen. Dort sollen verschiedene Ch\u00f6re aus Sachsen-Anhalt, voraussichtlich rund 350 Menschen, Lieder wie \u201eMensch\u201c oder \u201eDurch den Monsun\u201c von Tokio Hotel singen. Es handle sich um ein nicht-\u00f6ffentliches Konzert, die Ch\u00f6re seien das erste Mal in der Konstellation zusammen und man wolle einen gesch\u00fctzten Rahmen schaffen, hei\u00dft es vonseiten der Organisatoren, zu denen auch Gr\u00f6nemeyer z\u00e4hlt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">In Ch\u00f6ren k\u00e4men Menschen zusammen, die vielleicht unterschiedliche Geschichten, Erfahrungen und Ansichten h\u00e4tten, sagt der S\u00e4nger. Jede Stimme habe zwar ihren eigenen Klang, dennoch entstehe etwas, das keine Stimme allein hervorbringen k\u00f6nne.\u00a0<\/p>\n<p>Wie ein Verein in Sachsen-Anhalt Menschen aus ihrer Blase holt\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">F\u00fcr die Initiative \u201eGemeinsame Sache\u201c, die von einzelnen Personen und verschiedenen Organisationen getragen wird, arbeitet Gr\u00f6nemeyer unter anderem mit dem Verein Heimatbewegen in der Kleinstadt Ballenstedt (Landkreis Harz) in Sachsen-Anhalt zusammen. Der Verein k\u00e4mpft etwa gegen Leerstand und engagiert sich in der Stadt- und Regionalentwicklung.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Die Mitgr\u00fcnderinnen Anneke Richter und Nicole M\u00fcller wollen Menschen aus der eigenen Blase holen und sie mit ihren Ideen zusammenkommen lassen. Der Verein hat zum Beispiel zum Tag des Grundgesetzes im Mai eine Allee im Ort in eine Leinwand verwandelt, indem Kinderg\u00e4rten, Schulen, Nachbarn und Co. sie mit Kreide bemalen konnten.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Richter findet, es brauche Leute in den Kommunen, die mit solchen Aktionen wieder Verbindungen zwischen den Menschen herstellen. \u201eDie Menschen bewegen sich oft in den gleichen Blasen. Es ist wichtig, dass man diese Blasen wieder miteinander in den Austausch bringt und Verbindungen herstellt, das st\u00e4rkt das Gemeinschaftsgef\u00fchl.\u201c\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Ihre Kollegin M\u00fcller erz\u00e4hlt, wie sich durch Aktionen vor Ort die Herangehensweise der Menschen ver\u00e4ndert habe und sie offener in Gespr\u00e4che gingen. Der Sprung aus der Blase sei erst mal schwierig f\u00fcr viele, aber wenn sie das geschafft h\u00e4tten, \u201esind sie befl\u00fcgelt, sie strahlen, die wollen das wieder haben, und das ist das, was wir eigentlich brauchen\u201c.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Gr\u00f6nemeyer hatte Ballenstedt und den Verein bei der Kunstaktion im Mai besucht, gemeinsam ein Gespr\u00e4chsformat gestartet, wie er sagt. Bei einem Besuch des Jugendschulchors sei die Idee f\u00fcr den besagten Chorabend in Magdeburg gekommen. Es soll keine einmalige Aktion bleiben. Laut Mitinitiatorin Richter soll der Abend vor allem die Menschen einander n\u00e4her bringen, es gehe gar nicht \u201eso gro\u00df um die Politik\u201c.\u00a0<\/p>\n<p>Wie Gr\u00f6nemeyer auf die Landtagswahl schaut\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Dennoch: Wenige Tage sp\u00e4ter wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gew\u00e4hlt. Die AfD, die in dem Bundesland vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird, liegt in Umfragen weit vorn. Mangels koalitionswilliger Partner hofft die Partei, eine absolute Mehrheit der Sitze zu erringen und dann allein regieren zu k\u00f6nnen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"fp-paragraph\">Gr\u00f6nemeyer, der sich gegen Rechts engagiert, schaut von seinem Wohnort Berlin aus mit Sorge auf die Landtagswahl am 6. September, wenngleich er nicht in Sachsen-Anhalt lebe, sagt er. \u201eAber nur besorgt zuzuschauen, reicht auch nicht. Wir wollen nichts bagatellisieren. F\u00fcr mich hei\u00dft das vielmehr, selbst etwas zu tun und Haltung zu beziehen, wo Menschen ausgegrenzt oder herabgew\u00fcrdigt werden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin\/Magdeburg &#8211; Herbert Gr\u00f6nemeyer hat mit \u201eBochum\u201c, \u201eMensch\u201c oder \u201eM\u00e4nner\u201c wahrscheinlich f\u00fcr viele so etwas wie die inoffiziellen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":265840,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[20],"tags":[410,46,355,68,178,1562,1321,85,86,175,1642,45,44,69,3070,56124],"class_list":["post-265839","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-musik","tag-berlin","tag-ch","tag-deutschland","tag-entertainment","tag-gesellschaft","tag-herbert-groenemeyer","tag-leute","tag-music","tag-musik","tag-politik","tag-sachsen-anhalt","tag-schweiz","tag-switzerland","tag-unterhaltung","tag-wahl","tag-zum-27-august"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117154394896194200","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265839","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=265839"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/265839\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/265840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=265839"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=265839"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=265839"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}