{"id":267388,"date":"2026-08-26T04:45:16","date_gmt":"2026-08-26T04:45:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/267388\/"},"modified":"2026-08-26T04:45:16","modified_gmt":"2026-08-26T04:45:16","slug":"bernhard-bestattung-eroeffnet-in-bigenthal-nach-dem-tod-im-apfelbaum-weiterleben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/267388\/","title":{"rendered":"Bernhard Bestattung er\u00f6ffnet in Bigenthal: Nach dem Tod im Apfelbaum weiterleben"},"content":{"rendered":"<p>Bernhard Bestattung er\u00f6ffnet in Bigenthal<\/p>\n<p class=\"lead\">Ende August er\u00f6ffnet in Bigenthal ein Bestattungslokal mit einer neuartigen Idee: Adrian Bernhard und Alexandra Frauchiger f\u00fcllen die Asche Verstorbener in Schafwolls\u00e4cklein und setzen sie zu den Wurzeln eines jungen Baums. Diesen k\u00f6nnen die Hinterbleibenen in ihrem Garten pflanzen. \u00abEvergreen\u00bb heisst das Konzept.<\/p>\n<p>\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bernhard Bestattungen Einpflanzen.jpg\" class=\"figure-img img-fluid\" style=\"width: 100%; object-fit: contain; aspect-ratio: 1.5;\" alt=\"image 996743\"\/>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\tAlexandra Frauchiger und Adrian Bernhard beim Einpflanzen eines Jungbaums. Rund um die Wurzeln sind die Asches\u00e4cklein gebettet. (Bild: Screenshot TeleB\u00e4rn)&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>Abschiednehmen nach einem Todesfall ist schwer, aber auch wichtig. Ein junges Paar aus dem Emmental hat sich vorgenommen, daf\u00fcr die regionalen Traditionen wieder st\u00e4rker einzubeziehen: Adrian Bernhard und Alexandra Frauchiger bieten mit dem Projekt \u00abEvergreen\u00bb die M\u00f6glichkeit, die Asche der Verstorbenen buchst\u00e4blich in der Region verwurzeln zu lassen, und so aus Verg\u00e4nglichem etwas Bleibendes zu schaffen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ein greifbares Erinnerungsst\u00fcck &#8230;<\/p>\n<p>Daf\u00fcr f\u00fcllen sie die Kremationsasche sorgf\u00e4ltig in kleine Schafwolls\u00e4cklein ab und betten diese rund um den Wurzelballen eines kleinen B\u00e4umchens nach Wunsch. Dabei werde die Kremationsasche \u00abzu einem bleibenden, greifbaren Erinnerungsst\u00fcck verdichtet\u00bb, beschreiben die beiden das Projekt: \u00abSo entsteht f\u00fcr Angeh\u00f6rige eine w\u00fcrdevolle und dauerhafte Form des Erinnerns \u2013 ein bewusstes Zeichen daf\u00fcr, dass Verbundenheit \u00fcber den Tod hinaus weiterlebt.\u00bb<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>&#8230; und die Idee dahinter<\/p>\n<p>Wir wollten wissen, wie das junge Paar auf die Idee f\u00fcr eine traditionsbewusste Bestattungsart gekommen ist. Umso mehr, weil Adrian Bernhard und Alexandra Frauchiger eigentlich aus der Sportbranche kommen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>BERN-OST: Aus der Sportbranche zum Bestattungsdienst \u2013 ein grosser Schritt. Wie kamst du dazu?<\/p>\n<p>Adrian Bernhard: Das Thema Sterben und Tod fasziniert mich schon seit meiner Kindheit \u2013 ohne bestimmten Ausl\u00f6ser daf\u00fcr, ohne aussergew\u00f6hnlichen Schicksalsschlag. Trotzdem haben mich der Tod und alles, was damit zusammenh\u00e4ngt, schon fr\u00fch besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bernhard Bestattungen Blumengeschaft.jpg\" class=\"figure-img img-fluid\" style=\"width: 100%; object-fit: contain; aspect-ratio: 1.5;\" alt=\"image 997059\"\/>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\tAlexandra Frauchiger (links) und Adrian Bernhard (rechts) mit Rosmarie Bernhard, die bei der Biog\u00e4rtnerei Huplant arbeitet: Das ist die Partnerg\u00e4rtnerei der Bestattungsfirma. (Foto: zvg)&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>Das ist ein eher belastendes Thema \u2026<\/p>\n<p>Ich sah nie nur die traurige Seite. Trauer und Verlust geh\u00f6ren genauso dazu wie Erinnerungen, besondere Begegnungen, manchmal auch Humor und durchaus etwas Morbides. Sterben und Tod waren f\u00fcr mich nie einfach nur etwas D\u00fcsteres, das man m\u00f6glichst weit von sich wegschieben sollte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Und daher hast du ein erstes Bestattungsunternehmen in Sumiswald er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Vor meiner Selbstst\u00e4ndigkeit arbeitete ich im Krematorium Bern. Diese Zeit hat meine Sicht auf das Thema nochmals stark gepr\u00e4gt. Dort hatte ich viele Gespr\u00e4che mit Bestatterinnen und Bestattern und mit Angeh\u00f6rigen, die mir zeigten, wie unterschiedlich Menschen mit Tod, Abschied und der Asche eines geliebten Menschen umgehen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Wie denn zum Beispiel?<\/p>\n<p>Immer wieder bekam ich mit, dass Urnen nach der Abholung mit nach Hause genommen werden und dort teilweise \u00fcber Jahre in einem Schrank stehen bleiben. Der Gedanke dahinter besch\u00e4ftigte mich.<\/p>\n<p>Was daran gab dir zu denken?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich hat das etwas Symbolisches: Wenn die Urne eines geliebten Menschen \u00fcber Jahre in einem Schrank verschlossen bleibt, kann damit sinnbildlich auch ein Teil des Verlusts weggeschlossen werden. Aus vielen Gespr\u00e4chen und Gedanken entstand f\u00fcr mich eine sehr einfache Frage: Wie k\u00f6nnen wir die Asche wieder in einen Kreislauf bringen?<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Und du hast die Antwort gefunden \u2026<\/p>\n<p>Ja, f\u00fcr mich gab es darauf nur eine logische Antwort: durch die Einbettung in eine Pflanze. In etwas Lebendiges, das weiterw\u00e4chst, sich ver\u00e4ndert und \u00fcber Jahre bestehen bleibt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Ein sch\u00f6ner Gedanke.<\/p>\n<p>Ja, vielleicht steckt darin auch der Wunsch, dem Tod etwas entgegenzusetzen, ihn vielleicht sogar ein wenig zu umgehen. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir den Tod nicht verhindern. Aber die Vorstellung, dass aus dem Ende eines Lebens wieder etwas Lebendiges entstehen und weiterwachsen kann, hat mich fasziniert. Aus diesem Antrieb heraus lancierten wir das Projekt Evergreen.<\/p>\n<p>\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Schafwollsa\u0308cklein.jpg\" class=\"figure-img img-fluid\" style=\"width: 100%; object-fit: contain; aspect-ratio: 1.5;\" alt=\"image 997060\"\/>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\tIn solchen Schafwolls\u00e4cklein wird die abgef\u00fcllte Asche zu den Baumwurzeln gebettet. (Foto: zvg)&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t&#13;<\/p>\n<p>Wie l\u00e4uft das genau?<\/p>\n<p>Evergreen sollte nicht einfach eine sch\u00f6ne symbolische Idee bleiben. Deshalb suchten wir die Zusammenarbeit mit einer Biog\u00e4rtnerei und besch\u00e4ftigten uns intensiv damit, wie die Asche in Verbindung mit dem Wurzelwerk eines Baumes oder Strauches eingebettet werden kann.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Und so w\u00e4chst die Asche quasi in den Baum hinein.<\/p>\n<p>Genau, ein Baum oder Strauch wird zu einem lebendigen Erinnerungsort. Etwas, das w\u00e4chst, sich mit den Jahreszeiten ver\u00e4ndert und f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen sichtbar bleibt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Findet die Idee Anklang?<\/p>\n<p>Mittlerweile ist Evergreen bei den Menschen angekommen. Die Reaktionen und Begegnungen haben uns gezeigt, dass unsere Gedanken nicht bei Evergreen aufh\u00f6ren. Der Schritt zum eigenen Bestattungsunternehmen war deshalb fast unausweichlich. Denn die Philosophie hinter Evergreen l\u00e4sst sich f\u00fcr uns nicht auf eine Pflanze oder eine einzelne Form der Beisetzung reduzieren. Sie zieht sich mittlerweile durch unser gesamtes Unternehmen.<\/p>\n<p>Ihr bietet also nebst dem \u00abAschepflanzen\u00bb den gesamten Service eines Bestattungsunternehmens.<\/p>\n<p>Ja, mit Bernhard Bestattung m\u00f6chten wir Menschen ganzheitlich rund um Sterben, Tod und Abschied begleiten. Dabei wollen wir traditionelle Bestattungsformen keineswegs verdr\u00e4ngen, Tradition und neue M\u00f6glichkeiten k\u00f6nnen f\u00fcr uns sehr gut nebeneinander bestehen. Zudem m\u00f6chten wir Menschen das Thema Sterben und Tod n\u00e4herbringen und Ber\u00fchrungs\u00e4ngste abbauen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Bald startet ihr in Bigenthal \u2026<\/p>\n<p>Ja, Ende August folgt f\u00fcr uns der n\u00e4chste Schritt: Mit der Er\u00f6ffnung unseres Bestattungslokals in Bigenthal erh\u00e4lt unsere Philosophie auch einen eigenen Ort. Dort k\u00f6nnen wir Hinterbliebenen in einer Situation zur Seite stehen, die h\u00e4ufig von Trauer, aber auch von vielen Fragen und Unsicherheiten gepr\u00e4gt ist. Am Anfang stand aber keine Gesch\u00e4ftsidee, sondern die Frage: Wie kann aus dem, was am Ende eines Lebens zur\u00fcckbleibt, wieder etwas entstehen, das weiterlebt?<\/p>\n<p>  Er\u00f6ffnung in Bigenthal<\/p>\n<p>Die Bernhard Bestattung wird von Adrian Bernhard und Alexandra Frauchiger gef\u00fchrt und begleitet Familien im Emmental und der Region w\u00fcrdevoll und individuell durch Abschied und Trauer. Das Unternehmen ist Teil der Cap.Ink GmbH mit Sitz in Sumiswald. Zur Er\u00f6ffnungsfeier sind alle Interessierten herzlich willkommen.<\/p>\n<p>Wann: Samstag, 29. und Sonntag, 30. August 2026, jeweils 10.00\u201316.00 Uhr<br \/>&#13;<br \/>\nWo: Bestattungslokal Bernhard Bestattung, K\u00fcebiweg 2, 3513 Bigenthal bei Walkringen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Kurzer Fernsehbeitrag<\/p>\n<p>Wer wissen m\u00f6chte, wie die Asche in S\u00e4cklein abgef\u00fcllt und zu jungen B\u00e4umen eingebettet wird, kann dies im <a href=\"https:\/\/www.telebaern.tv\/telebaern-news\/neue-bestattungsform-aus-dem-emmental-164346453?utm_source=shared-copyToClipboard&amp;utm_medium=shared&amp;utm_campaign=Social%20Media\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Beitrag auf TeleB\u00e4rn<\/a>\u00a0sehen. \u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Bernhard Bestattung er\u00f6ffnet in Bigenthal Ende August er\u00f6ffnet in Bigenthal ein Bestattungslokal mit einer neuartigen Idee: Adrian Bernhard&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":267389,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"","_share_on_mastodon":"0"},"categories":[30],"tags":[125,45],"class_list":["post-267388","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-bern","tag-bern","tag-schweiz"],"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@ch_de\/117159986283912738","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=267388"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/267388\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/267389"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=267388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=267388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=267388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}