{"id":269533,"date":"2026-08-27T13:55:08","date_gmt":"2026-08-27T13:55:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/269533\/"},"modified":"2026-08-27T13:55:08","modified_gmt":"2026-08-27T13:55:08","slug":"ki-forscher-lesen-das-alter-ihrer-organe-aus-gewebe-und-entdecken-krankheitsmuster","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/269533\/","title":{"rendered":"KI: Forscher lesen das Alter Ihrer Organe aus Gewebe \u2013 und entdecken Krankheitsmuster"},"content":{"rendered":"<p>Nicht jedes Organ folgt derselben inneren Uhr. Forscher zeigen nun, wie sich das biologische Alter einzelner Organe bestimmen l\u00e4sst und was das \u00fcber die Gesundheit verr\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"c-inline-alert__description\">Klicken Sie hier, um sich Artikel von WELT in der Google-Suche bevorzugt anzeigen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Unser K\u00f6rper altert nicht gleich schnell. Manche Organe bleiben biologisch j\u00fcnger, w\u00e4hrend andere schneller altern. Herz, Lunge, Niere oder Bauchspeicheldr\u00fcse k\u00f6nnen daher ein ganz unterschiedliches biologisches Alter haben. <\/p>\n<p>Eine neue Studie zeigt, wie sich diese Unterschiede im Gewebe ablesen lassen. Mithilfe k\u00fcnstlicher Intelligenz entwickelten Forscher sogenannte \u201eGewebeuhren\u201c, die anhand feiner Gewebeschnitte sch\u00e4tzen, wie alt ein Gewebe laut seiner Struktur ist.<\/p>\n<p>Das Forschungsteam des \u00f6sterreichischen CeMM\u2011Forschungszentrums f\u00fcr Molekulare Medizin und der Universit\u00e4t Wien analysierte daf\u00fcr mehr als 25.000 Gewebeaufnahmen von 983 Menschen. Sie konnten so insgesamt 40 verschiedene Gewebetypen von 29 Organen auswerten, darunter etwa Herz, Lunge und Bauchspeicheldr\u00fcse. Die Ergebnisse sind im <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04566-5\" target=\"_blank\" title=\"Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41591-026-04566-5&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Fachjournal \u201eNature Medicine\u201c<\/a> erschienen. <\/p>\n<p>Anhand der Gewebestruktur sollte das Modell das tats\u00e4chliche Alter des Menschen sch\u00e4tzen. Durchschnittlich versch\u00e4tzte es sich dabei um knapp f\u00fcnf Jahre. Interessant waren gerade diese Abweichungen: Sch\u00e4tzte das Modell ein Gewebe deutlich \u00e4lter ein, als der Mensch tats\u00e4chlich war, fanden sich h\u00e4ufiger krankhafte Ver\u00e4nderungen und Zusammenh\u00e4nge mit chronischen Erkrankungen. <\/p>\n<p>Doch was zeichnet ein \u00e4lteres Gewebe strukturell aus? Auch das konnten die Forscher teilweise beantworten. \u00dcber mehrere Organe hinweg fanden sie h\u00e4ufiger Gewebeschwund, Fibrose und eine Abnahme kleiner Blutgef\u00e4\u00dfe. <\/p>\n<p>Die Alterung zeigte sich also nicht nur in einzelnen Molek\u00fclen, sondern in der Architektur des Gewebes selbst. \u201eUnsere Organe speichern ein bemerkenswert detailliertes Bild des Alterungsprozesses\u201c, wird Andr\u00e9 Rendeiro, Forscher am CeMM, zitiert. <\/p>\n<p>So unterschiedlich altern unsere Organe<\/p>\n<p>Und auch: \u201eDurch die Kombination von histologischen Bildern mit k\u00fcnstlicher Intelligenz k\u00f6nnen wir Muster der biologischen Alterung erkennen, die f\u00fcr das menschliche Auge unsichtbar sind, und beginnen zu verstehen, wie sich das Altern in den verschiedenen K\u00f6rperregionen unterschiedlich vollzieht.\u201c<\/p>\n<p>Wie schnell die Organe altern, ist unterschiedlich. Bei Lunge, Niere, Bauchspeicheldr\u00fcse und der Nebenniere fanden die Forscher schon zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr Phasen, in denen sie besonders schnell alterten. Bei der Geb\u00e4rmutter zeigte sich rund um die Menopause eine deutliche Ver\u00e4nderung.<\/p>\n<p>\u201eBesonders auff\u00e4llig ist, wie unterschiedlich die einzelnen Organe altern und wie sich das in der Gewebearchitektur widerspiegelt\u201c, wird Ernesto Abila, einer der Erstautoren der Studie, zitiert. \u201eMithilfe von Deep Learning k\u00f6nnen wir diese r\u00e4umlichen Muster erfassen und das Altern als architektonische Umgestaltung und nicht nur als molekulare Ver\u00e4nderung verstehen.\u201c<\/p>\n<p>Auch bestimmte Krankheiten hinterlie\u00dfen charakteristische Muster im Gewebe der jeweiligen Organe. Typ-2-Diabetes war etwa mit einer st\u00e4rkeren Alterung der Bauchspeicheldr\u00fcse verbunden, chronische Atemwegserkrankungen besonders mit Ver\u00e4nderungen der Lunge.<\/p>\n<p>Bei Alzheimer zeigten sich die Alterungssignale vor allem im Gehirn. Bei Morbus Crohn wirkten verschiedene Bereiche des Magen-Darm-Trakts \u00e4lter, w\u00e4hrend sich bei einem Schlaganfall die st\u00e4rkste Abweichung im Gehirn zeigte.<\/p>\n<p>Doch die Forscher gingen noch einen Schritt weiter: Sie verkn\u00fcpften die Gewebedaten mit der Genaktivit\u00e4t im Blut. Daraus entwickelten sie Modelle, die anhand von Blutproben auf die Alterung einzelner Organe schlie\u00dfen sollten.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnte eine Blutprobe also k\u00fcnftig Hinweise darauf geben, welches Organ besonders schnell altert, ohne daf\u00fcr Gewebe entnehmen zu m\u00fcssen. Noch sind die Forscher allerdings nicht so weit. <\/p>\n<p>Die Modelle wurden vor allem an Menschen getestet, die bereits erkrankt waren. Die Studie zeigt deshalb bislang nur, dass bestimmte Alterungssignale im Blut mit bestehenden Erkrankungen zusammenh\u00e4ngen. Ob sich damit Krankheiten schon erkennen lassen, bevor sie entstehen, m\u00fcssen Langzeitstudien zeigen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Nicht jedes Organ folgt derselben inneren Uhr. 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