{"id":269645,"date":"2026-08-27T15:11:13","date_gmt":"2026-08-27T15:11:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/269645\/"},"modified":"2026-08-27T15:11:13","modified_gmt":"2026-08-27T15:11:13","slug":"schweiz-hat-den-hoechsten-mindestlohn-der-welt-inside-paradeplatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/269645\/","title":{"rendered":"Schweiz hat den h\u00f6chsten Mindestlohn der Welt \u2013 Inside Paradeplatz"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweiz ist teuer. Sehr teuer. Das ist bekannt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mieten, Krankenkassen, Lebensmittel \u2013 vieles kostet hier deutlich mehr als in Deutschland, Tschechien oder Lettland.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch ein internationaler Lohnvergleich zeigt eine andere Seite der Schweizer Realit\u00e4t<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daf\u00fcr nehmen wir die Daten der Internationalen Arbeitsorganisation ILO und bereinigen sie um die unterschiedlichen Preisniveaus \u2013 mithilfe der Kaufkraftparit\u00e4t PPP.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-27-um-14.53.31.png\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"836\" height=\"516\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-27-um-14.53.31.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6797661\" style=\"width:500px;height:auto\"  \/><\/a>Switzerland, twelve points<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So vergleichen wir nicht einfach L\u00f6hne auf dem Papier, sondern schauen, was sich Arbeitnehmer in ihrem jeweiligen Land tats\u00e4chlich leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da sieht man einmal mehr: Mein Executive MBA an der Universit\u00e4t Z\u00fcrich hat sich doch bezahlt gemacht \u2013 die Theorie hilft jetzt sogar beim Einordnen der Schweizer Lohnrealit\u00e4t.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spass beiseite. Die Methode macht den internationalen Vergleich deutlich aussagekr\u00e4ftiger. Und das Ergebnis ist tats\u00e4chlich sensationell:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Schweiz kommt auf 3\u2019804 US-Dollar pro Monat und liegt damit an der <a href=\"https:\/\/www.visualcapitalist.com\/mapped-minimum-wages-around-the-world-adjusted-for-cost-of-living\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Spitze des Rankings<\/a>.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pl\u00f6tzlich leuchtet ein, warum die Schweiz f\u00fcr Arbeitnehmer aus der EU so attraktiv ist. Mit ihrem kaufkraftbereinigten Wert steht das Land auf Platz eins des Rankings.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland folgt mit 2\u2019928 Dollar, Grossbritannien mit 2\u2019902 Dollar und die Niederlande mit 2\u2019876 Dollar.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am anderen Ende der weltweiten Rangliste steht Gambia mit gerade einmal 67 Dollar pro Monat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-27-um-14.53.25.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"488\" height=\"272\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Bildschirmfoto-2026-08-27-um-14.53.25.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-6797662\"  \/><\/a>Flickenteppich Eidgenossenschaft<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Abstand ist betr\u00e4chtlich. Acht der zehn Spitzenpl\u00e4tze gehen an europ\u00e4ische L\u00e4nder. Australien und Neuseeland sind die einzigen Ausnahmen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">S\u00fcdkorea liegt mit 2\u2019362 Dollar an der Spitze Asiens. Die USA dagegen landen nur auf Platz 25 \u2013 mit 1\u2019257 Dollar pro Monat: Amerikas Mindestlohn steckt seit 17 Jahren fest.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jetzt kommt der wichtige Haken. Die Schweiz hat keinen landesweiten, gesetzlichen Mindestlohn. Stattdessen gibt es einen kleinen Schweizer Flickenteppich:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcnf Kantone haben eigene Mindestl\u00f6hne eingef\u00fchrt. Genf liegt mit 24.59 Franken pro Stunde an der Spitze, gefolgt von Basel-Stadt mit 22.20 Franken.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jura kommt auf 21.40 Franken, Neuenburg auf 21.35 Franken, und das Tessin bildet mit 20 Franken pro Stunde das Schlusslicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den \u00fcbrigen Kantonen gibt es keinen allgemeinen kantonalen Mindestlohn. Je nach Branche k\u00f6nnen Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge GAV verbindliche Lohnuntergrenzen festlegen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl von 3\u2019804 Dollar aus dem internationalen Kaufkraftvergleich ist also mit Vorsicht zu lesen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es handelt sich nicht um einen Schweizer National-Mindestlohn, sondern um einen international vergleichbaren Wert auf Basis regionaler Lohnuntergrenzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Viele Schweizer sehen mehr und mehr Einwanderer aus Deutschland, Frankreich, Italien oder anderen EU-L\u00e4ndern, die hier arbeiten wollen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die SVP w\u00fcrde wohl sagen: wegen der L\u00f6hne. Die SP w\u00fcrde dagegenhalten: wegen der Kaufkraft.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der h\u00e4ufige Einwand lautet, die Schweiz sei zwar reich, aber eben auch extrem teuer. Das stimmt. Nur beantwortet das nicht die ganze Frage.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Matchentscheidend ist am Schluss das Verh\u00e4ltnis zwischen Einkommen und Lebenshaltungskosten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ein Schweizer Arbeitnehmer mehr verdient, aber auch mehr f\u00fcr Miete, Lebensmittel und Dienstleistungen bezahlen muss, kann ein Teil des Lohnvorteils verschwinden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deshalb ist die PPP-Berechnung interessant: Sie versucht, die unterschiedlichen Preisniveaus bereits zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem landet die Schweiz ganz oben. Deutschland liegt mit fast 900 Dollar zur\u00fcck.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Schweiz ist teuer. Sehr teuer. Das ist bekannt. 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