{"id":270057,"date":"2026-08-27T20:43:15","date_gmt":"2026-08-27T20:43:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/270057\/"},"modified":"2026-08-27T20:43:15","modified_gmt":"2026-08-27T20:43:15","slug":"drohende-waldbraende-im-kanton-bern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/270057\/","title":{"rendered":"Drohende Waldbr\u00e4nde im Kanton Bern"},"content":{"rendered":"<p>Drohende Waldbr\u00e4nde im Kanton Bern | 27. August 2026<\/p>\n<p>Christoph Blatter, Feuerwehrkommandant von Hasliberg, findet nach einem brenzligen Einsatz Mitte August deutliche Worte: Im Vergleich zu anderen Kantonen h\u00e4tten die Feuerwehren in den Berner Bergregionen massiven Nachholbedarf. Erschwerend komme hinzu, dass sich die Wasserversorgung in h\u00f6heren Lagen weiter versch\u00e4rfen d\u00fcrfte \u2013 in den kommenden Schweizer Sommern drohen immer h\u00e4ufiger D\u00fcrreperioden und trockene W\u00e4lder.<\/p>\n<p class=\"pg\">Flammen fressen sich durch die alte Scheune, schwarzer Rauch steigt \u00fcber dem Haslital auf. Schnell erreicht das Feuer die trockenen B\u00e4ume hinter der kleinen Holzh\u00fctte. Zwischen den St\u00e4mmen beginnt es zu knistern, brennende Bl\u00e4tter werden in die Luft gewirbelt. Es habe ausgesehen \u00abwie schwarze gl\u00fchende Schneeflocken, die vom Himmel schweben\u00bb, erz\u00e4hlt sp\u00e4ter der betroffene Bauer. Die Glutflocken landeten auf dem Heu, das in der Sonne trocknete.<\/p>\n<p class=\"pg\">\u00abWir hatten ganz einfach ein Riesengl\u00fcck\u00bb, sagt der Hasliberger Feuerwehrkommandant Christoph Blatter. Der 40-j\u00e4hrige Familienvater will sich nicht vorstellen, was passiert w\u00e4re, wenn der Wald in der Unterfluh ebenfalls Feuer gefangen h\u00e4tte. \u00abKeiner, der an diesem Tag im Einsatz war, kann verstehen, wie es bei dem Scheunenbrand geblieben ist.\u00bb <a class=\"pt\" href=\"https:\/\/www.plattformj.ch\/artikel\/245797\/\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Das Geb\u00e4ude brannte vollst\u00e4ndig nieder<\/a>. Menschen und Tiere kamen nicht zu Schaden. Warum es gebrannt hat, wird derzeit ermittelt. Der Einsatz sei \u00abglimpflich ausgegangen\u00bb, erkl\u00e4rt Blatter nachdenklich. Trotzdem sei dieser Vorfall eine Warnung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201ng7a\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/gosimg10EE02c001d5a32680b300001201ng7a.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00DY12c00c80a326800000001201ng7a.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Christoph Blatter, Feuerwehrkommandant von Hasliberg, blickt hinauf zur Brandruine in der Unterfluh \u2026\"\/><\/p>\n<p>Christoph Blatter, Feuerwehrkommandant von Hasliberg, blickt hinauf zur Brandruine in der Unterfluh \u2026Fotos: Ben Abegglen<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201ng7h\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/gosimg10JA02c00420808080b300001201ng7h.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00z108550c808080800000001201ng7h.jpg\" style=\"width:704px;height:1056px;\" alt=\"\u2026 Mitte August brannte eine Scheune nieder, nur durch grosses Gl\u00fcck konnte ein potenziell verheerender Waldbrand verhindert werden.\"\/><\/p>\n<p>\u2026 Mitte August brannte eine Scheune nieder, nur durch grosses Gl\u00fcck konnte ein potenziell verheerender Waldbrand verhindert werden.Foto: Feuerwehr Hasliberg<\/p>\n<p>Langsame Berner<\/p>\n<p class=\"pg\">Der derzeitige Sommer zeigt, wie schnell sich die Natur ver\u00e4ndern kann. In der Schweiz herrschte seit dem Fr\u00fchling eine ausgepr\u00e4gte Trockenheit. Die B\u00f6den waren staubtrocken, die Temperaturen erreichten stellenweise neue Rekordwerte. Das Bundesamt f\u00fcr Umwelt sprach bald schweizweit von einer hohen bis sehr hohen Waldbrandgefahr. Es folgte unter anderem im Kanton Bern ein fl\u00e4chendeckendes Feuerverbot im Wald und in Waldesn\u00e4he.<\/p>\n<p class=\"pg\">Inzwischen ist die Lage etwas entspannter. Im Berner Oberland wurde das Feuerverbot wieder aufgehoben, die Gefahrenstufe liegt dort weiterhin bei \u00aberheblich\u00bb. Doch eines sei nicht mehr kleinzureden: Die Waldbrandgefahr werde nun auch f\u00fcr Regionen n\u00f6rdlich der Alpen zu einer ernsthaften Herausforderung. \u00abWir hinken im Vergleich um 30 Jahre hinterher\u00bb, so Blatter.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201ng7e\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/gosimg10XF02c001d5808080b300001201ng7e.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00QZ12c00c808080800000001201ng7e.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"W\u00e4hrend des Scheunenbrandes sollen die Bl\u00e4tter der umliegenden B\u00e4ume ausgesehen haben \u00abwie schwarze gl\u00fchende Schneeflocken, die vom Himmel schweben\u00bb.\"\/><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Scheunenbrandes sollen die Bl\u00e4tter der umliegenden B\u00e4ume ausgesehen haben \u00abwie schwarze gl\u00fchende Schneeflocken, die vom Himmel schweben\u00bb.<\/p>\n<p>Die Lehren des S\u00fcdens<\/p>\n<p class=\"pg\">Feuerwehrkommandant Blatter spricht bei seinem Vergleich von den Einsatzkr\u00e4ften im S\u00fcden der Schweiz. \u00abWir m\u00fcssen von den Profis im Tessin lernen.\u00bb Andere Kantone haben mit Waldbr\u00e4nden deutlich mehr Erfahrung als Bern. Im Wallis tobte 2003 beispielsweise der bis dahin gr\u00f6sste Waldbrand der letzten 100 Jahre. Oberhalb von Leuk und Susten vernichtete das Feuer rund 300 Hektar Wald und \u00fcber 200&#8217;000 B\u00e4ume. Es folgten verheerende Br\u00e4nde in Visp 2011 und in Bitsch 2023. Entsprechend gross ist dort seither das Wissen.<\/p>\n<p class=\"zitat\">Wir mussten rund 800 Meter Schlauch verlegen, um den n\u00e4chsten Hydranten zu erreichen<\/p>\n<p>Christoph Blatter Feuerwehrkommandant Hasliberg<\/p>\n<p class=\"pg\">Im Tessin wiederum sind Waldbr\u00e4nde seit Jahrzehnten Teil der Realit\u00e4t. Die Eidgen\u00f6ssische Forschungsanstalt f\u00fcr Wald, Schnee und Landschaft (WSL) bezeichnet die Alpens\u00fcdseite als die Region der Schweiz, in der W\u00e4lder am h\u00e4ufigsten brennen. Dazu kommen lang anhaltende Trockenphasen, die in den vergangenen 30 Jahren h\u00e4ufiger geworden sind. Gem\u00e4ss den offiziellen Klimaszenarien von Meteoschweiz und der ETH Z\u00fcrich steuern wir zus\u00e4tzlich auf massive D\u00fcrren zu, da k\u00fcnftig bis zu 25 Prozent weniger Regen fallen sollen. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201ng7c\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/gosimg10XL02c001d5808080b300001201ng7c.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00QX12c00c808080800000001201ng7c.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Haslibergs Feuerwehrkommandant Blatter blickt besorgt in die Zukunft: Waldbr\u00e4nde d\u00fcrften aufgrund der zunehmenden Trockenheit auch in den Berner Bergregionen ein gr\u00f6sseres Problem werden.\"\/><\/p>\n<p>Haslibergs Feuerwehrkommandant Blatter blickt besorgt in die Zukunft: Waldbr\u00e4nde d\u00fcrften aufgrund der zunehmenden Trockenheit auch in den Berner Bergregionen ein gr\u00f6sseres Problem werden.<\/p>\n<p>Fehlendes L\u00f6schwasser in den Bergen<\/p>\n<p class=\"pg\">F\u00fcr die Feuerwehren macht es laut Blatter einen entscheidenden Unterschied, ob sie vor einem brennenden Geb\u00e4ude stehen oder vor einem Feuer, das sich durch einen Wald frisst. Ein Geb\u00e4ude hat W\u00e4nde, Zug\u00e4nge, definierte Brandabschnitte. Ein Wald hat das nicht. Das Feuer kann sich hangaufw\u00e4rts bewegen, Funken k\u00f6nnen weit vorausfliegen, dichter Bewuchs und trockenes Material liefern zus\u00e4tzlichen Brennstoff. Gleichzeitig ist das Gel\u00e4nde gerade im Berner Oberland vielerorts steil und unwegsam. \u00abWir mussten rund 800 Meter Schlauch verlegen, um den n\u00e4chsten Hydranten zu erreichen\u00bb, erz\u00e4hlt Blatter.<\/p>\n<p class=\"pg\">Tankl\u00f6schfahrzeuge kommen in den bergigen Regionen nicht \u00fcberall hin. Wasser ist nicht automatisch dort verf\u00fcgbar, wo es gebraucht wird. \u00abEin grosses Problem an vielen Orten ist das L\u00f6schwasser\u00bb, best\u00e4tigt Blatter. \u00abWir haben den Vorteil, dass sich bei uns in der N\u00e4he ein Skigebiet mit einem entsprechenden Verteilnetz befindet.\u00bb Trotzdem sei es unabdingbar, k\u00fcnftig kleine Fl\u00fcsse und B\u00e4che zu stauen. \u00abDies w\u00fcrde eine zus\u00e4tzliche Sicherheit bieten.\u00bb <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201ng7f\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/gosimg10XG02c001d5808080b300001201ng7f.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00Q012c00c808080800000001201ng7f.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Die abgebrannte Scheune in Hasliberg hat eine weitere Herausforderung offengelegt: fehlendes L\u00f6schwasser in den Berggemeinden wie Hasliberg.\"\/><\/p>\n<p>Die abgebrannte Scheune in Hasliberg hat eine weitere Herausforderung offengelegt: fehlendes L\u00f6schwasser in den Berggemeinden wie Hasliberg.<\/p>\n<p>Vorbereitet auf langwierige Waldbr\u00e4nde?<\/p>\n<p class=\"pg\">Dass diese Infrastruktur entscheidend ist, zeigt erneut der Blick in jene Regionen, die schon l\u00e4nger mit Waldbr\u00e4nden k\u00e4mpfen. Im Wallis, Tessin oder Graub\u00fcnden wurde in den letzten Jahren gezielt in Waldbrandvorsorge investiert. Dazu geh\u00f6ren L\u00f6schwasserbecken f\u00fcr Helikopter oder auch die Ausbildung der Einsatzkr\u00e4fte. F\u00fcr das Berner Oberland stellt sich damit eine unangenehme Frage: Ist die Infrastruktur bereits auf einen Waldbrand vorbereitet, der \u00fcber Stunden oder m\u00f6glicherweise sogar \u00fcber Tage bek\u00e4mpft werden muss? <\/p>\n<p class=\"pg\">Ihnen sei diese Frage im Kleinen bereits vor Augen gef\u00fchrt worden, so Blatter. Der L\u00f6schhelikopter musste aufgeboten werden, bevor das Feuer auf den angrenzenden Wald \u00fcbergreifen konnte. Die benachbarte Feuerwehr Meiringen sei ebenfalls schnell vor Ort gewesen. \u00abDer Einsatz in Hasliberg zeigt, dass Feuerwehr, Forst und Luftunterst\u00fctzung hervorragend zusammenspielen.\u00bb Und auch die Konsag AG aus Goldswil habe bei der Brandbek\u00e4mpfung eine entscheidende Rolle gespielt. <\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201ng7i\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/gosimg10JB02c00420808080b300001201ng7i.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00z008550c808080800000001201ng7i.jpg\" style=\"width:704px;height:1056px;\" alt=\"W\u00e4hrend des L\u00f6scheinsatzes ist auch ein neuartiges Sonderl\u00f6schfahrzeug einer Privatfirma zum Einsatz gekommen, mehr dazu in einem nachfolgenden Artikel.\"\/><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des L\u00f6scheinsatzes ist auch ein neuartiges Sonderl\u00f6schfahrzeug einer Privatfirma zum Einsatz gekommen, mehr dazu in einem nachfolgenden Artikel.Foto: Feuerwehr Hasliberg<\/p>\n<p class=\"pg\">Zum ersten Mal sei ihr neuartiges L\u00f6schger\u00e4t zum Einsatz gekommen. Es k\u00f6nnte eine weitere Antwort auf die Frage sein, wie Feuer in schwierigem Gel\u00e4nde gezielter bek\u00e4mpft werden kann. Mehr dazu in K\u00fcrze in einem nachfolgenden Artikel. F\u00fcr Blatter ist es zudem wichtig, praktische Weiterbildungen f\u00fcr Feuerwehren voranzutreiben. \u00abTheorie und B\u00fccher sind das eine, die Realit\u00e4t ist etwas anderes.\u00bb<\/p>\n<p class=\"pg\">Anfang August trainierten 32 Feuerwehrkaderleute aus dem ganzen Kanton Bern w\u00e4hrend zwei Tagen im Eyholzwald oberhalb von Visp. Dort wurde unter m\u00f6glichst realen Bedingungen der Ernstfall geprobt: Rauch im Wald, steiles Gel\u00e4nde, schwierige Zug\u00e4nge und ein L\u00f6schhelikopter \u00fcber den Baumkronen. Aufgrund des damals geltenden Feuerverbots fand die \u00dcbung jedoch ohne echtes Feuer statt. \u00abWir k\u00f6nnen noch sehr viel lernen\u00bb, so Blatter. \u00abMein oberstes Ziel ist nach wie vor, dass niemand zu Schaden kommt, ob private Personen oder jemand, der im Einsatz ist. Es soll jeder wieder nach Hause kommen, und zwar gesund.\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201ng7d\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/gosimg10JE02c00420808080b300001201ng7d.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00zP08550c808080800000001201ng7d.jpg\" style=\"width:704px;height:1056px;\" alt=\"Bei Eins\u00e4tzen hat f\u00fcr Feuerwehrkommandant Blatter nach wie vor oberste Priorit\u00e4t: \u00abEs soll jeder wieder nach Hause kommen, und zwar gesund\u00bb.\"\/><\/p>\n<p>Bei Eins\u00e4tzen hat f\u00fcr Feuerwehrkommandant Blatter nach wie vor oberste Priorit\u00e4t: \u00abEs soll jeder wieder nach Hause kommen, und zwar gesund\u00bb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drohende Waldbr\u00e4nde im Kanton Bern | 27. 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