{"id":286583,"date":"2026-09-08T16:46:12","date_gmt":"2026-09-08T16:46:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/286583\/"},"modified":"2026-09-08T16:46:12","modified_gmt":"2026-09-08T16:46:12","slug":"grossrat-stellt-sich-hinter-freiheit-der-wirte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/286583\/","title":{"rendered":"Grossrat stellt sich hinter Freiheit der Wirte"},"content":{"rendered":"<p>Grossrat stellt sich hinter Freiheit der Wirte | 8. September 2026<\/p>\n<p>Eine Mehrheit des Berner Parlaments lehnt eine gesetzliche Annahmepflicht f\u00fcr Schweizer Noten und M\u00fcnzen ab. Die Bef\u00fcrworter verwiesen auf Menschen ohne digitale Zahlungsm\u00f6glichkeiten, die Gegner auf die Wirtschaftsfreiheit.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201nh1i\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/gosimg10ZG02c001d5808080b300001201nh1i.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00EE0f000a008080800000001201nh1i.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Ob bar oder mit Karte bezahlt wird, d\u00fcrfen Gastrobetriebe im Kanton Bern weiterhin selbst bestimmen.\"\/><\/p>\n<p>Ob bar oder mit Karte bezahlt wird, d\u00fcrfen Gastrobetriebe im Kanton Bern weiterhin selbst bestimmen.Fotos: Keystone<\/p>\n<p class=\"pg\">Der Kanton Bern will Restaurants, Hotels, Caf\u00e9s oder Bars nicht verpflichten, Bargeld anzunehmen. Der Grosse Rat hat am Dienstag einen entsprechenden Vorstoss aus den Reihen von SVP, GLP, Mitte, FDP und EDU abgelehnt. Immer mehr Betriebe im Gastgewerbe w\u00fcrden Barzahlungen ablehnen und nur noch elektronische oder digitale Zahlungsmittel akzeptieren, begr\u00fcndeten die Motion\u00e4re ihre Forderung nach einer gesetzlichen Grundlage f\u00fcr eine Bargeldpflicht.<\/p>\n<p class=\"pg\">Dies f\u00fchre zu einer Diskriminierung von Personen, die nicht \u00fcber digitale Zahlungsmittel verf\u00fcgten, insbesondere von \u00e4lteren Menschen, Jugendlichen ohne Kreditkarte, Personen ohne Bankkonto oder B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern, die aus Gr\u00fcnden des Datenschutzes und der Privatsph\u00e4re bar bezahlen m\u00f6chten. Diese Entwicklung gef\u00e4hrde die Freiheit der B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, ihr gesetzliches Zahlungsmittel einsetzen zu k\u00f6nnen, sagte SVP-Grossrat Nils Fiechter.<\/p>\n<p class=\"pg\">Gem\u00e4ss Bundesgesetzgebung sind Schweizer Banknoten und M\u00fcnzen gesetzliche Zahlungsmittel, die grunds\u00e4tzlich akzeptiert werden m\u00fcssen. Die Bestimmung hat jedoch nur dispositiven Charakter, so dass Betriebe durch entsprechende Hinweise Bargeldzahlungen ausschliessen k\u00f6nnen. In der Praxis finden sich solche Hinweise etwa am Eingang oder mit einem Hinweis in der Menukarte.<\/p>\n<p>Umsetzung problematisch<\/p>\n<p class=\"pg\">Die Regierung teilte in ihrer Antwort auf den Vorstoss zwar die Sorge um die soziale Teilhabe von Personengruppen ohne digitale Zahlungsmittel. Sie war jedoch der Ansicht, dass die Umsetzung der Motion problematisch sein k\u00f6nnte. So sei ungewiss, ob die Kantone \u00fcberhaupt befugt seien, eine solche Bargeldpflicht einzuf\u00fchren. Es sei m\u00f6glich, dass die Berner Regelung vom Bundesgericht wieder umgestossen w\u00fcrde.<\/p>\n<p class=\"pg\">Dazu komme, dass das Gastgewerbe eine Bargeldpflicht entschieden ablehne. Berner Betriebe w\u00e4ren gegen\u00fcber solchen in anderen Kantonen benachteiligt, folgerte die Regierung. Die Verpflichtung zur Bargeldannahme w\u00fcrde zudem zus\u00e4tzliche Kosten verursachen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"ptimg typ_foto\" id=\"img_1201nh1j\" data-mediamode=\"16\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/09\/gosimg10ZF02c001d5808080b300001201nh1j.jpg\" data-mediacode=\"gosimg00EH0f000a008080800000001201nh1j.jpg\" style=\"width:704px;height:469px;\" alt=\"Die Motion wollte Gastrobetriebe zur Annahme von Bargeld verpflichten. Der Grosse Rat lehnte den Vorstoss deutlich ab.\"\/><\/p>\n<p>Die Motion wollte Gastrobetriebe zur Annahme von Bargeld verpflichten. Der Grosse Rat lehnte den Vorstoss deutlich ab.<\/p>\n<p>Einschr\u00e4nkung nur f\u00fcr eine Branche<\/p>\n<p class=\"pg\">F\u00fcr genau einen Zweig der Privatwirtschaft eine solche Verpflichtung zu schaffen, sei nicht sinnvoll, sagte Gr\u00fcnen-Grossrat Thomas Hiltpold. Und auch Simone Leuenberger von der EVP fragte, warum es solche Verpflichtungen dann nicht beispielsweise f\u00fcr den Detailhandel oder den Verkehr gebe. Die meisten Parteien hielten die Wirtschaftsfreiheit hoch. Unternehmen sollten selber entscheiden, welche Form der Bezahlung sie pflegten.<\/p>\n<p class=\"pg\">Bei den Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten waren die Meinungen geteilt. Die Wahlfreiheit der Konsumenten treffe auf die Unternehmensfreiheit der Betriebe, sagte Gerhard K\u00e4ser. Es gebe durchaus Personen, die vom digitalen Zahlungsverkehr abgeschnitten seien, etwa Senioren oder Sans Papiers. Es gelte auch zu bedenken, dass Bargeld ohne Strom unabh\u00e4ngig von digitalen Instrumenten funktioniere.<\/p>\n<p class=\"pg\">Gr\u00fcnen-Grossrat Manuel C. Widmer warf das Argument in die Debatte, dass Bargeld umst\u00e4ndlich und auch teuer sei, etwa wenn eine Bar ihre Einnahmen am fr\u00fchen Morgen bewacht zur Bank bringen m\u00fcsse. Er sei erstaunt, wie die SVP die grosse Freiheit mit Bargeld propagiere und dann aber gleich mit Verboten und Regelungen die Wirtschaftsfreiheit einer Branche einschr\u00e4nken wolle.<\/p>\n<p>Nicht noch mehr Regulierungen<\/p>\n<p class=\"pg\">\u00abWir sollten es den Unternehmerinnen und Unternehmern \u00fcberlassen, welche Zahlungsmittel sie akzeptieren\u00bb, betonte SVP-Regierungsrat Raphael Lanz. Und wenn es denn schon viele Regulierungen im Gastrobereich gebe, dann sei das nicht unbedingt ein gutes Argument, um noch mehr Regulierungen einzuf\u00fchren. Der Rat sagte mit 47 zu 99 Stimmen bei f\u00fcnf Enthaltungen am Ende Nein zum Vorstoss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Grossrat stellt sich hinter Freiheit der Wirte | 8. 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