{"id":31500,"date":"2026-03-06T02:30:08","date_gmt":"2026-03-06T02:30:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/31500\/"},"modified":"2026-03-06T02:30:08","modified_gmt":"2026-03-06T02:30:08","slug":"van-der-bellen-eroeffnet-khm-ausstellung-in-rom-mattarella-begeistert-von-caravaggio-diepresse-com","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/31500\/","title":{"rendered":"Van der Bellen er\u00f6ffnet KHM-Ausstellung in Rom, Mattarella begeistert \u2013 von Caravaggio \u2013 DiePresse.com"},"content":{"rendered":"<p>Kunstbetrachtung ist ja auch eine intime Angelegenheit. Bei der politischen Er\u00f6ffnung des in ganz Rom mit der traurigen blauen <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/velazquez\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" der=\"\" bellen=\"\" er=\"\" khm-ausstellung=\"\" in=\"\" rom=\"\" mattarella=\"\" begeistert=\"\" von=\"\" caravaggio=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Vel\u00e1zquez<\/a>-Infantin plakatierten Gastauftritts des Kunsthistorischen Museums im Palazzo Cipolla durch \u00d6sterreichs Bundespr\u00e4sident Alexander van der Bellen und Italiens Staatspr\u00e4sident Sergio <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/sergio-mattarella\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" der=\"\" bellen=\"\" er=\"\" khm-ausstellung=\"\" in=\"\" rom=\"\" mattarella=\"\" begeistert=\"\" von=\"\" caravaggio=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Mattarella<\/a> Mittwochabend waren die Medien jedenfalls nicht erw\u00fcnscht. Die vom KHM mitgenommenen Journalisten, darunter von der \u201ePresse\u201c, mussten also am Tag danach beim Presserundgang erfragen, wie es Mattarella denn so gefallen habe. Er sei sehr beeindruckt gewesen, wei\u00df KHM-Generaldirektor <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/jonathan-fine\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" der=\"\" bellen=\"\" er=\"\" khm-ausstellung=\"\" in=\"\" rom=\"\" mattarella=\"\" begeistert=\"\" von=\"\" caravaggio=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Jonathan Fine<\/a> zu berichten. \u201eVor allem von den Italienern.\u201c Sehr italienisch. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich sind einige der Hauptwerke der italienischen Meister aus der Gem\u00e4ldegalerie unter den 50 Exponaten, tats\u00e4chlich hat man sie teils noch nie derart sch\u00f6n pr\u00e4sentiert gesehen. Durch Herausleuchten in relativem Dunkel und durch intensive Wandfarben wird ihr Eindruck stark gesteigert. Die niederen R\u00e4ume, nicht mit den hohen Galerier\u00e4umen in Wien zu vergleichen, tun ihr \u00dcbriges zum direkteren Erleben. Davon profitiert weniger die Venezianische Schule (Veroneses sanfte Judith etwa h\u00e4lt mehr zuf\u00e4llig ein abgeschlagenes Holofernes-Haupt in H\u00e4nden) als die auf Hell-Dunkel-Effekte ausgerichtete r\u00f6mische, wenn etwa Guido Cagnaccis H\u00e4ndeballett um den hell erstrahlenden K\u00f6rper der an Schlangengift sterbenden <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/kleopatra\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" der=\"\" bellen=\"\" er=\"\" khm-ausstellung=\"\" in=\"\" rom=\"\" mattarella=\"\" begeistert=\"\" von=\"\" caravaggio=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Cleopatra<\/a> fast filmisch zu tanzen anhebt. Und nat\u00fcrlich bei <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/caravaggio\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" der=\"\" bellen=\"\" er=\"\" khm-ausstellung=\"\" in=\"\" rom=\"\" mattarella=\"\" begeistert=\"\" von=\"\" caravaggio=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Caravaggio<\/a>.<\/p>\n<p>Nicht einmal in Rom hat man wie das KHM gleich drei Caravaggio-Werke in einem einzigen Museum versammelt. Nur eines der drei Wiener Bilder aber darf \u00fcberhaupt reisen: Die brachiale Dornenkr\u00f6nung Christi (1603) bildet das fulminante abschlie\u00dfende Solo der Ausstellung \u201eVon Wien nach Rom\u201c. Allein h\u00e4ngt es in einem schmalen Raum, der wie ein Guckkasten zu funktionieren beginnt, in dem man sich wie ein direkter Zeuge der Folter wiederzufinden scheint, die sich da in dramatischer dreidimensionaler Augent\u00e4uschung vor einem abspielt. Ein Soldat in delikat gl\u00e4nzendem Harnisch beobachtet, l\u00e4ssig mit der Hand abgest\u00fctzt, ebenfalls die Szene, in der zwei halbnackte Gesellen mit St\u00e4ben auf den ebenfalls halbnackten Christus einwirken, damit die Dornenkrone sich noch tiefer in den Kopf bohrt. Die gedehnte rechte Halspartie leuchtet nur so vor Schmerz. Der K\u00f6rper wirkt schwach, \u201eganz ohne Sixpack wie sonst \u00fcblich\u201c, sagt Fine.   <\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/imago images 0849547586.webp\" alt=\"Vor dem Caravaggio aus Wien staut es sich, auch bei den Pr\u00e4sidenten: Sergio Mattarella und Alexander Van der Bellen am Mittwochabend in der Ausstellung des Kunsthistorischen Museums im Palazzo Cipolla.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Vor dem Caravaggio aus Wien staut es sich, auch bei den Pr\u00e4sidenten: Sergio Mattarella und Alexander Van der Bellen am Mittwochabend in der Ausstellung des Kunsthistorischen Museums im Palazzo Cipolla.\u2003Imago \/ Ammendola Press Office \/ Avalon<\/p>\n<p>Ja, man habe hier bei der Gestaltung der Ausstellung einiges ausprobiert, erkl\u00e4rt der Direktor weiter, auf die Anregung hin, den Caravaggio doch bitte nie mehr anders als so auszustellen. Mal sehen, was sich davon nach Wien \u00fcbertragen l\u00e4sst. F\u00fcr diesen Auftritt hat das KHM erstmals mit einem neapolitanischen Architekturb\u00fcro zusammengearbeitet, das K\u00fcnstliche Intelligenz zu Rate zieht. Etwa, um die auff\u00e4llig kr\u00e4ftigen Wandfarben zu erzielen, die man in Wien vor allem aus der Albertina unter Klaus Albrecht Schr\u00f6der kennt. Man gab, erkl\u00e4rt Fine, alle Farben der in einem Raum befindlichen Gem\u00e4lde ein, und daraus wurde eine Art Grundfarbe ermittelt. Tiefes Dunkelgr\u00fcn etwa f\u00fcr den ersten Saal, das man am ehesten im Blumenstillleben Jan Brueghel d. \u00c4. entdeckt. Grau f\u00fcr die Flamen, was Frans Hals\u2018 Jungherren-Portr\u00e4t eindeutig mehr Tiefe verleiht. Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftiges Senfgelb f\u00fcr das Trompe-l&#8217;\u0153il der zwei h\u00e4ngenden Fische von Sebastian Stoskopff, das dadurch ein bisschen wie ein Ikea-Poster wirkt. Und eben sattes Weinrot f\u00fcr die Italiener. <\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/13 Orazio Lomi Gentileschi_Rest on the Flight to Egypt .jpg\" alt=\"Der Hl. Josef im Tiefschlaf, Mutter Maria bei der Arbeit: Orazio Gentileschis \u201eRuhe auf der Flucht nach \u00c4gypten\u201c, 1622-28.\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Der Hl. Josef im Tiefschlaf, Mutter Maria bei der Arbeit: Orazio Gentileschis \u201eRuhe auf der Flucht nach \u00c4gypten\u201c, 1622-28.\u2003KHM Verband<\/p>\n<p>Hier macht man selbst als Wienerin noch eine Entdeckung, und sogar als (frischer) KHM-Generaldirektor, wie Fine zugibt: die fast panoramahaft \u00fcber zwei Meter breite, nur rund 140 Zentimeter hohe Ansicht der Heiligen Familie, die sich auf der anstrengenden Flucht nach \u00c4gypten kurz zur Ruhe gebettet hat (siehe Abb.). Josef scheint vor Ersch\u00f6pfung bei der Eselsf\u00fchrung in sofortigen Tiefschlaf gefallen, w\u00e4hrend Maria munter ihren m\u00fctterlichen Pflichten nachzukommen hat, der S\u00e4ugung, w\u00e4hrend das Riesenbaby sein Auge unabl\u00e4ssig auf uns richtet. Seine Mission hat eindeutig begonnen. <\/p>\n<p>Das l\u00e4sst uns nicht kalt: So nahe f\u00fchlt man sich, auf Augenh\u00f6he mit dieser (scheinbaren) Idylle. Aber \u00fcblicherweise h\u00e4ngt dieses malerische Meisterwerk (die Haare Mariens!) \u00fcber dieser Augenh\u00f6he, in der zweiten Reihe, sozusagen im Juche des Saals der Caravaggisten in Wien. Vermutung: Das wird Fine oder seine neue Gem\u00e4ldegalerie-Direktorin Jennifer Sliwka demn\u00e4chst \u00e4ndern. Noch zwei weitere Gem\u00e4lde des Vaters der heute viel ber\u00fchmteren <a href=\"https:\/\/www.diepresse.com\/thema\/artemisia-gentileschi\" data-tracking=\"at-link\" data-tracking-data=\"{\" event=\"\" click=\"\" article=\"\" der=\"\" bellen=\"\" er=\"\" khm-ausstellung=\"\" in=\"\" rom=\"\" mattarella=\"\" begeistert=\"\" von=\"\" caravaggio=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Artemisia Gentileschi<\/a> verwahrt das KHM in seiner Sammlung. W\u00e4re doch immerhin ein Aufh\u00e4nger f\u00fcr eine Vater-Tochter-Ausstellung im Haus am Ring. <\/p>\n<p>Um dieses Haus und dessen Architektur geht es recht ausf\u00fchrlich im Prolog der r\u00f6mischen Ausstellung. Man zieht eine Verbindung zwischen den historistischen Architekten Semper und Hasenauer zum Neorenaissance-Architekten des Palazzo Cipolla, Antonio Cipolla (1820-1874), der mit Hasenauer sogar befreundet war und wie Semper 1848 gegen die Monarchie k\u00e4mpfte. Wie bei den Wandfarben bediente man sich auch hier der KI und arrangierte als gro\u00dfe Videoprojektion einen fiktiven Dialog der drei M\u00e4nner zu einem doch recht fragw\u00fcrdigen ersten Auftakt dieser Schau.<\/p>\n<p>                               <img decoding=\"async\" class=\"figure__image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/ch-de\/wp-content\/uploads\/2026\/03\/11 Guido Cagnacci_Cleopatra\u2019s Suicide.jpg\" alt=\"Guido Cagnacci, Selbstmord der Cleopatra, 1661-62\" width=\"1000\" height=\"600\" loading=\"lazy\" fetchpriority=\"low\"\/>                                     <\/p>\n<p>Guido Cagnacci, Selbstmord der Cleopatra, 1661-62\u2003KHM Verband<\/p>\n<p>Doch die gl\u00fcckliche Architekten-Verbindung war ein Zufallsfund auf dem Weg zu dieser Kooperation des KHM mit der Fondazione Roma, die in diesem und dem gegen\u00fcberliegenden Palazzo ihre Kunstagenden b\u00fcndelt. Die Stiftung geht auf eine r\u00f6mische Stadtbank zur\u00fcck, man k\u00f6nnte also den Palazzo Cipolla in Wien mit dem ehemaligen BA Kunstforum vergleichen. Eingef\u00e4delt wurde die Ausstellung vom aktuellen Theatermuseums-Direktor Franz Pichorner, der f\u00fcr derartige internationale Auftritte des KHM viele Jahre zust\u00e4ndig war. Diese sind in der Regel mit einer Leihgeb\u00fchr verbunden und f\u00fcr das Museum lukrativ. Wie viel in diesem Fall geflossen ist, dar\u00fcber vereinbarte man allerdings Stillschweigen, so die Auskunft von KHM-Kaufmann Paul Frey. <\/p>\n<p>In naher Zukunft seien jedenfalls keine weiteren internationalen Gro\u00df-Ausstellungen geplant, erkl\u00e4rt Fine. Die Umst\u00e4nde daf\u00fcr h\u00e4tten sich ge\u00e4ndert. Die Kosten f\u00fcr die Transporte seien stark gestiegen, was f\u00fcr den asiatischen Markt ein Problem sei. Die politische Lage in den USA (die Unsicherheit der Einreise f\u00fcr die begleitenden Kuriere der Werke etwa) und im Nahen Osten k\u00e4men ihm nicht sicher genug vor. \u201eIch m\u00f6chte nicht als der Generaldirektor in die Geschichte eingehen, dem eine Rakete in den Caravaggio gekracht ist.\u201c <\/p>\n<p>Da Vienna a Roma. Le Meraviglie degli Asburgo dal Kunsthistorisches Museum, Museo del Corso-Polo Museale, Palazzo Cipolla, bis 5. Juli. <\/p>\n<p>Compliance: Dieser Artikel wurde durch die \u00dcbernahme der Reisekosten durch das KHM unterst\u00fctzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kunstbetrachtung ist ja auch eine intime Angelegenheit. 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